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Bayern: Kostenexplosion beim BER-Nachfolger — Münchner Flughafen braucht neue Terminal-Halle

Erweiterung Münchner Flughafen kostet 4,5 Milliarden Euro statt der geplanten 2,8 Milliarden

Von Thomas Weber 2 Min. Lesezeit
Bayern: Kostenexplosion beim BER-Nachfolger — Münchner Flughafen braucht neue Terminal-Halle
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Das Großprojekt am Münchner Flughafen Franz Josef Strauß droht zum nächsten milliardenschweren Bauskandal zu werden. Die geplante Erweiterung mit einem neuen Terminal verteuert sich nach aktuellen Kalkulationen erheblich und sorgt für Konflikte zwischen Befürwortern und Kritikern des Ausbauplans.

Kostenexplosion um 65 Prozent

Die Terminal-Erweiterung (Terminal 3) wird nach bisherigen Kostenschätzungen statt der ursprünglich geplanten 2,8 Milliarden Euro nun 4,5 Milliarden Euro kosten. Dies entspricht einer Steigerung von fast 65 Prozent gegenüber den Planvorgaben. Damit reiht sich das Projekt in eine Serie von deutschen Großbaustellen ein, die mit massiven Kostenüberschreitungen kämpfen — ähnlich wie bei vergleichbaren Infrastrukturprojekten in anderen Bundesländern.

Die Verantwortlichen führen die Mehrkosten auf mehrere Faktoren zurück: gestiegene Baupreise, geänderte Sicherheitsanforderungen nach internationalen Standards sowie Verzögerungen in den Planfeststellungsverfahren. Der ursprüngliche Zeitplan für die Fertigstellung wurde von 2028 auf 2032 verschoben — eine Verzögerung von vier Jahren, die zusätzliche Kosten mit sich bringt.

Massive Kapazitätserweiterung geplant

Terminal 3 soll die Leistungsfähigkeit des Flughafens deutlich erhöhen. Derzeit können am Münchner Drehkreuz etwa 48 Millionen Passagiere jährlich abgefertigt werden. Nach dem Ausbau soll diese Kapazität auf über 60 Millionen Passagiere steigen. Dies würde München als eines der wichtigsten europäischen Luftverkehrsdrehkreuze weiter stärken und die Infrastruktur für zukünftiges Wachstum schaffen.

Die neue Terminalanlage ist als modernes Gebäude mit erweiterten Sicherheits- und Servicebereichen konzipiert. Sie soll mit aktuellen technologischen Standards ausgestattet werden und den gestiegenen Anforderungen an Flughafensicherheit entsprechen.

Wer trägt die Kosten?

Bei der Finanzierung ist ein Mix aus öffentlichen und privaten Anteilseignern beteiligt. Der Freistaat Bayern hält mit 51 Prozent die Mehrheit an der Flughafen München GmbH. Der Bund beteiligt sich mit 26 Prozent, die Stadt München mit 23 Prozent. Entsprechend dieser Anteile tragen die genannten öffentlichen Körperschaften die Mehrkosten — zum Unmut der parlamentarischen Opposition im Bayerischen Landtag.

Die Finanzierung eines Projekts dieser Größenordnung stellt erhebliche Anforderungen an die öffentlichen Haushalte dar. Die zusätzlichen 1,7 Milliarden Euro müssen durch Haushaltsmittel oder Kreditaufnahmen bereitgestellt werden, was in Zeiten angespannter Finanzlagen eine Herausforderung darstellt.

Opposition fordert Planungsstopp

Grüne und SPD haben gegen das Expansionsprojekt Stellung bezogen und fordern einen Planungsstopp sowie eine grundlegende Überprüfung des gesamten Vorhabens. Die Grünen-Abgeordnete Eva Lettenbauer kritisiert das Projekt scharf: „In Zeiten der Klimakrise ist eine massive Kapazitätserweiterung des Flughafens das falsche Signal." Diese Position wird von Klimaschutzverbänden unterstützt, die auf die Notwendigkeit hinweisen, Flugverkehr zu reduzieren statt auszubauen.

Die Kritiker argumentieren, dass öffentliche Mittel stattdessen in nachhaltige Verkehrsalternativen und den Klimaschutz investiert werden sollten. Sie sehen in der Flughafenexpansion einen Widerspruch zu den Klimazielen, die Deutschland sich gesetzt hat.

Argumentationslinie der Gegner:

  • Unvereinbarkeit mit Klimazielen und Nachhaltigkeit
  • Verschwendung öffentlicher Mittel in wirtschaftlich unsicheren Zeiten
  • Vorrang für öffentlichen Nahverkehr und Eisenbahn statt Flugverkehr
  • Bedenken bezüglich weiterer Kostenüberschreitungen

Flughafen: Wirtschaftliche Bedeutung ist zentral

Flughafenchef Jost Lammers verteidigt das Expansionsprojekt energisch und betont die wirtschaftliche Bedeutung für Bayern und die gesamte Region. München sei das drittgrößte Drehkreuz Europas und für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Bayerns unverzichtbar. „Wer auf Expansion verzichtet, verliert langfristig Strecken und Arbeitsplätze", warnt Lammers vor den Konsequenzen eines Verzichts auf das Projekt.

Die Flughafen-Geschäftsführung argumentiert, dass der Luftverkehr ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Region ist. Zahlreiche internationale Konzerne, darunter führende Technologie- und Industrieunternehmen, sind auf die Anbindung durch ein leistungsfähiges Drehkreuz angewiesen. Ein Ausbau der Kapazitäten soll die Attraktivität des Standorts München für Unternehmen und Reisende s