Klimapaket der Bundesregierung: Was sich 2025 beim CO₂-Preis ändert
Ab Januar steigt der CO₂-Preis auf 55 Euro pro Tonne — was das für Heizen und Autofahren bedeutet
Der nationale CO₂-Preis wird zum 1. Januar 2025 auf 55 Euro pro Tonne Kohlendioxid angehoben. Das ist eine deutliche Erhöhung um zehn Euro gegenüber dem laufenden Jahr und wird die Kosten für Heizen und Autofahren spürbar erhöhen. Die Preiserhöhung ist Folge eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Schuldenbremse, das die Bundesregierung zwang, ihr Klimapaket neu auszurichten.
Höhere Kosten an der Zapfsäule und beim Heizen
Die Auswirkungen der CO₂-Preiserhöhung werden Verbraucherinnen und Verbraucher unmittelbar spüren. Benzin wird um knapp 5 Cent pro Liter teurer, Heizöl um etwa 6 Cent. Für Erdgas fällt die Erhöhung mit rund 1,4 Cent pro Kilowattstunde moderater aus, belastet aber gerade bei kalten Monaten das Haushaltsbudget zusätzlich.
Konkret bedeutet das für einen durchschnittlichen Haushalt mit Gasheizung und einem jährlichen Verbrauch von 15.000 Kilowattstunden eine Mehrbelastung von etwa 210 Euro im Jahr — umgerechnet rund 17 Euro pro Monat. Pendlerinnen und Pendler, die täglich mit dem Auto unterwegs sind, müssen mit zusätzlichen Kraftstoffkosten von etwa 52 Euro pro Jahr rechnen (bei 15.000 Kilometer Jahresfahrleistung und einem Benziner mit durchschnittlichem Verbrauch von 7 Litern pro 100 Kilometer).
Was ist der nationale CO₂-Preis?
Der nationale Emissionshandel (nEHS) ergänzt seit 2021 das europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) im Bereich Wärme und Verkehr. Das System funktioniert dabei nach einem einfachen Prinzip: Für die Verbrennung fossiler Brennstoffe — Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel — wird ein zusätzlicher finanzielle Aufschlag erhoben. Je höher der CO₂-Ausstoß des Brennstoffs, desto größer die Belastung.
Ursprünglich hatte die Bundesregierung den CO₂-Preis für 2025 auf 45 Euro pro Tonne festgelegt. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Schuldenbremse zog jedoch weitreichende Konsequenzen nach sich. Die Karlsruher Richter erklärten massive Teile des geplanten Klimabudgets für verfassungswidrig, was zu erheblichen Haushaltslücken führte. Um diese teilweise auszugleichen, erhöhte die Bundesregierung den CO₇-Preis stärker als ursprünglich geplant.
Unterschiedliche Belastungen je nach Heizungsart
Nicht alle Haushalte tragen die Mehrkosten in gleichem Maße. Wer bereits mit erneuerbaren Energien heizt — etwa durch eine Wärmepumpe oder Fernwärme aus regenerativen Quellen — zahlt keinen zusätzlichen CO₂-Aufschlag. Das macht die staatliche Förderung von Heizungswechseln in einem neuen Licht verständlich: Für Haushalte, die ihre alte Ölheizung oder Gasheizung ersetzen, kann sich der Wechsel mittelfristig rechnen.
Wo fließen die Einnahmen hin?
Die Einnahmen aus dem CO₂-Preis werden dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) zugeführt. Dieser Fonds soll klimaschützende Projekte finanzieren und die Transformation der deutschen Wirtschaft unterstützen. Nach dem Verfassungsgerichtsurteil wurde der KTF allerdings stark zurückgestuft, was die verfügbaren Mittel deutlich reduzierte.
Ein Teil der CO₂-Einnahmen soll als sogenanntes „Klimageld" direkt an Bürgerinnen und Bürger ausgezahlt werden — eine Form der sozialen Abfederung. Die Einführung dieses Klimagelds wurde jedoch mehrfach verschoben und ist für das laufende Jahr noch nicht realisiert. Dies ist ein Kritikpunkt von Gegnern des CO₂-Preises, die die fehlende Kompensation für Geringverdiener bemängeln.
Kritik aus verschiedenen Richtungen
Das CO₂-Preissystem hat derzeit keine Freunde: Die Union unter Führung der CDU/CSU fordert eine komplette Abschaffung des nationalen CO₂-Preises. Stattdessen setzt die Opposition auf den EU-weiten Emissionshandel, der nach ihrer Ansicht effizienter sei. Die Linkspartei hingegen kritisiert den Preis aus der entgegengesetzten Richtung: Sie hält die geplante Höhe für viel zu niedrig, um echte Lenkungswirkung zu entfalten. Zudem prangert die Linke an, dass soziale Schutzmaßnahmen unzureichend seien und der CO₂-Preis Pendlerinnen und Pendler sowie Menschen mit geringem Einkommen überproportional belaste.
Auch Klimaorganisationen äußern sich kritisch. Sie warnen davor, dass die Preiserhöhung nicht aggressiv genug ausfällt, um die notwendigen Verhaltensveränderungen auszulösen. Fachleute argumentieren, dass die Preissignale stärker sein müssten, um Menschen wirklich zum Wechsel zu erneu