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WM 2026 in den USA: Hoteliers beklagen Buchungsflaute

Zwölf Austragungsorte leiden unter fehlenden Reservierungen – Branche kritisiert mangelnde Fifa-Unterstützung.

Von ZenNews24 Redaktion 2 Min. Lesezeit Aktualisiert: 06.05.2026
WM 2026 in den USA: Hoteliers beklagen Buchungsflaute

Die amerikanische Hotelindustrie schlägt weniger als zwei Jahre vor der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA Alarm. In den zwölf Austragungsstädten stagnieren die Buchungen deutlich unter den Prognosen. Branchenverbände kritisieren die Fifa scharf für mangelnde Unterstützung bei der Vermarktung des Großevents und warnen vor wirtschaftlichen Verlusten.

Buchungskrise in WM-Städten gefährdet Hotelier-Umsätze

Hoteliers in allen zwölf WM-Austragungsorten berichten von einer unbefriedigenden Nachfragekurve. Die erwartete Reservierungswelle bleibt aus, obwohl internationale Großevents üblicherweise monatelange Auslastungsquoten von 95 Prozent und mehr garantieren. Besonders betroffen sind mittlere und kleinere Häuser, die ihre Kapazitätsplanung bereits abgeschlossen haben. Experten warnen vor einem wirtschaftlichen Debakel für den Sektor.

Die Situation ist dramatisch: Während Hotels normalerweise für Turniere dieser Größenordnung ausgebucht sind, liegen die aktuellen Reservierungszahlen teilweise um 40 Prozent unter den Erwartungswerten. Einige Kettenhotels kündigten bereits Preisreduktionen an, um Gäste anzulocken. Dies führt zu Margenkompression und gefährdet die Rentabilität ganzer Häuser.

Fifa-Vermarktung unter Kritik – Hoteliers fühlen sich verlassen

Die amerikanische Hoteliervereinigung kritisiert die Fifa für unzureichende Marketingmaßnahmen. Der Weltverband habe seine Zusagen zur Unterstützung bei der Vermarktung des Turniers nicht erfüllt. Während frühere WM-Austragungen massive Werbekampagnen erlebten, bleibe es diesmal merklich ruhiger. Dies führe dazu, dass potenzielle Gäste nicht ausreichend über Angebote und Möglichkeiten informiert werden.

Hotelmanager berichten von ausbleibenden touristischen Kooperationen und fehlenden Paket-Angeboten, die typischerweise für solche Events entwickelt werden. Die Fifa konzentriere sich auf Ticketing und Infrastruktur, vernachlässige aber die Zusammenarbeit mit der Tourismusbranche. Dies sei ein erheblicher strategischer Fehler mit Konsequenzen für alle Beteiligten.

Welche Städte sind besonders betroffen?

12 Austragungsorte: Atlanta, Boston, Dallas, Houston, Kansas City, Las Vegas, Los Angeles, Mexico City, Miami, New York, Philadelphia, Seattle

Besonders kleine und mittlere Märkte kämpfen mit Buchungslücken. Während Metropolen wie New York oder Los Angeles noch mit stabilen Anfragen rechnen, erleben Städte wie Kansas City oder Philadelphia drastische Ausfälle. Regionale Hotels berichten von Stornierungen großer Unternehmensblöcke.

Vergleich zu früheren Weltmeisterschaften – Was ist anders?

WM-Jahr Gastgeberland Hotelauslastung (Spiel-Wochen) Buchungsstart (Monate vorher)
2022 Katar 92 % 15 Monate
2018 Russland 87 % 18 Monate
2014 Brasilien 89 % 20 Monate
2026 USA 52 % (aktuell) 22 Monate

Die Statistiken sprechen eine klare Sprache: Die aktuelle Auslastung liegt um über 35 Prozentpunkte unter historischen Werten. Branchenanalytiker führen dies auf mehrere Faktoren zurück: zu hohe Ticketpreise, unzureichende Marketing-Aktivität und eine fragmentierte Ticketing-Strategie über mehrere Länder hinweg.

Lösungsansätze: Was könnte noch helfen?

Hotelverbände fordern von der Fifa sofortige Maßnahmen: verstärkte internationale Werbekampagnen, gezielte B2B-Pakete für Reiseveranstalter und bessere Koordination mit lokalen Tourismusämtern. Ein ganzheitliches Event-Management wie bei anderen Großveranstaltungen könnte Abhilfe schaffen.

Zusätzlich werden günstigere Ticketing-Modelle und digitale Kampagnen in Zielländern diskutiert. Hotels selbst intensivieren ihre direkten Marketingbemühungen. Einige Häuser arbeiten mit spezialisierten Reiseveranstaltern zusammen, um Paketangebote zu schnüren. Dennoch bleibt die Unsicherheit groß.

Experten warnen: Ohne Intervention könnten viele Hotels langfristige finanzielle Schäden erleiden. Die Bewerbungsphase für zukünftige große Sportereignisse könnte ebenfalls leiden, wenn sich Austragungsorte benachteiligt fühlen.

(Quelle: American Hotel & Lodging Association, Fifa-Pressemitteilungen)

Quelle: Zeit Sport