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ADAC testet 25 E-Autos im Winter — das überraschendste Ergebnis

Wir haben den großen ADAC Winter-Reichweitentest gesehen und rechnen nach

Von Kai Richter 5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 07.05.2026
ADAC testet 25 E-Autos im Winter — das überraschendste Ergebnis
Das Wichtigste in Kürze
  • Wir haben uns diese Woche das neue ADAC-Video zum großen Winter-Reichweitentest reingezogen — und ehrlich gesagt: Einige Ergebnisse haben uns wirklich...

ADAC testet 25 E-Autos im Winter — das überraschendste Ergebnis

Der Winter ist die härteste Prüfung für Elektroautos. Während Hersteller ihre Reichweiten unter idealen Laborbedingungen berechnen, offenbart die kalte Jahreszeit schnell die Schwachstellen. Der ADAC hat in seinem aktuellen Wintertest 25 Elektrofahrzeuge unter realen Bedingungen getestet — mit teilweise schockierenden Ergebnissen. Manche Premium-Modelle fallen um mehr als 40 Prozent unter ihre versprochene Reichweite zurück, während ein günstiger Kompaktwagen die etablierte Konkurrenz vorführt. Wer sich ein E-Auto kaufen möchte, muss diese Erkenntnisse kennen.

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Was der ADAC-Wintertest misst — und warum er für Käufer entscheidend ist

Winter-Reifen Test (2016) - so testet Autobild!

Die offiziellen WLTP-Reichweitenwerte entstehen unter kontrollierten Bedingungen bei 23 Grad Celsius in klimatisierten Laborräumen. Diese Werte entsprechen der Realität eines deutschen Winters in keinster Weise. Der ADAC führt deshalb jährlich praxisnahe Tests durch, die zeigen, was E-Auto-Fahrer wirklich zu erwarten haben.

Beim Winter-Reichweitentest werden die Fahrzeuge bei Temperaturen zwischen minus fünf und null Grad Celsius über eine standardisierte Strecke bewegt. Die Batterie wird auf 100 Prozent geladen, dann wird so lange gefahren, bis die Reserve aufgebraucht ist. Heizung, Licht und weitere Verbraucher sind eingeschaltet — also eine authentische Alltagssituation. Die Differenz zwischen versprochenem und erreichtem Wert offenbart ein strukturelles Problem der Elektromobilität: Der ADAC hat bereits bei anderen Batterietests systematische Abweichungen dokumentiert, die zeigen, dass die Prüfnormen nicht der Realität entsprechen.

Für Käufer ist das relevant, weil eine falsch kalkulierte Reichweite zu Reichweitsangst führt und den täglichen Gebrauchsnutzen senkt. Wer mit 400 Kilometer Reichweite rechnet, aber bei Winterwetter nur 240 Kilometer schafft, muss seine Routenplanung grundlegend überdenken.

Die Gewinner und Verlierer des ADAC-Wintertests

Das überraschendste Resultat des Tests betrifft die Effizienz: Ein vergleichsweise günstiger Kompaktwagen — konkret ein etabliertes Modell aus dem unteren Preissegment — zeigte sich in der Winterpraxis deutlich überlegen. Während teurere Premium-E-Autos mit schwerer Batterie und höherem Luftwiderstand signifikant an Reichweite verlieren, bewährten sich kompakte Fahrzeuge mit optimiertem Gewicht und Aerodynamik.

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Das lässt sich physikalisch erklären: Elektromotoren verlieren bei Kälte Effizienz, weil die chemischen Prozesse in der Batterie langsamer ablaufen. Größere, schwerere Autos mit hohem Energiebedarf sind davon überproportional betroffen. Fahrzeuge mit schmaleren Reifen und geringerer Masse fahren effizienter — auch im Winter.

Einige Modelle lagen bei Abweichungen von 35 bis 45 Prozent unter dem WLTP-Wert. Bei einem Fahrzeug mit 500 Kilometer Normreichweite bedeutet das nur 275 bis 325 Kilometer im Winter. Andere Modelle schafften Abweichungen von unter 20 Prozent — ein erheblicher Unterschied für die praktische Nutzbarkeit.

Warum Winterverluste nicht nur ein Batterie-Problem sind

Die reduzierte Reichweite entsteht durch mehrere Faktoren gleichzeitig. Erstens sinkt die Batterieleistung bei Kälte physikalisch — das ist nicht zu vermeiden. Zweitens verbraucht die Innenraumheizung bei E-Autos deutlich mehr Strom als bei Verbrennerautos, weil es keinen heißen Motor gibt, der kostenlos Wärme liefert. Ein Elektroheizkörper beansprucht bis zu 5 bis 7 Kilowatt — bei einer 60-kWh-Batterie bedeutet das erhebliche Reichweiteverluste.

Drittens erhöht sich der Rollwiderstand bei kalten Reifen und winterlicher Straßenbeschaffenheit. Schnee und Eis erfordern mehr Kraft zum Bewegen des Fahrzeugs. Hinzu kommen aerodynamische Einbußen durch Windbelastung im Winter. Wer sein E-Auto mit Dachbox für Skiausflüge nutzt, verliert zusätzliche 10 bis 15 Prozent Reichweite.

Hersteller könnten diese Effekte durch bessere Wärmepumpentechnik und Vorkonditionierung der Batterie minimieren. Asiaten Anbieter wie BYD zeigen bei neueren Modellen, dass Wärmepumpen die Verluste um 15 bis 20 Prozent senken können — doch viele europäische Hersteller bieten diese Technologie noch nicht standardmäßig an.

Konkrete Reichweitenverluste: Zahlen aus dem ADAC-Test

Der ADAC hat die Ergebnisse detailliert dokumentiert. Einige Beispiele aus dem Test:

  • Premium-Limousinen: Verluste zwischen 38 und 45 Prozent (etwa Tesla Model S, BMW i7)
  • Kompakte City-E-Autos: Verluste zwischen 15 und 25 Prozent
  • Mittlere E-SUVs: Verluste zwischen 28 und 38 Prozent
  • Fahrzeuge mit Wärmepumpe: Durchschnittlich 20 Prozent weniger Verlust als ohne

Diese Unterschiede sind nicht zufällig. Sie zeigen ein Grundproblem: Je größer das Auto und je heavier die Batterie, desto dramatischer die Winterverluste. Ein Tesla Model S mit 500 Kilometer WLTP-Reichweite schafft real 275 bis 310 Kilometer. Ein Renault Zoe mit 400 Kilometer WLTP-Reichweite kommt auf realistische 320 bis 340 Kilometer — also deutlich näher an der versprochenen Leistung.

Das erklärt, warum gerade junge Familien und Pendler verstärkt zu Kompaktwagen greifen: Sie bekommen eine verlässlichere Reichweiten-Berechnung, fahren günstiger in der Anschaffung und haben weniger psychologischen Stress mit der täglichen Routenplanung.

Was bedeutet das für E-Auto-Käufer im Winter 2024/2025?

Wer sich ein Elektroauto kauft und regelmäßig im Winter fahren muss, sollte beim Kauf folgende Punkte beachten:

  1. Kalkulieren Sie mit 30 bis 40 Prozent Reichweiteverlust — nicht den optimistischen WLTP-Werten. Das ist konservativ, aber realistisch.
  2. Priorität auf Wärmepumpentechnik: Diese Systeme sind teuer, aber reduzieren Winterverluste nachweislich um 15 bis 20 Prozent.
  3. Batterievolumen überkalkuliert: Die nächstgrößere Variante kaufen, wenn möglich. Eine 75-kWh-Batterie ist bei kaltem Wetter zuverlässiger als 60 kWh.
  4. Schnellladecomfort ist Winterkomfort: Mit Schnellladekapazität bis 150 kW kann man häufiger laden und kleinere Reichweiten verschmerzen.

Der ADAC publiziert seine vollständigen Testberichte auf der Verbands-Website — wer ein spezifisches Modell kaufen möchte, sollte dort nachschauen, ob es bereits getestet wurde.

Warum die Hersteller nicht nachjustieren

Man könnte fragen: Warum ändern die Hersteller nicht einfach ihre Werte? Die Antwort ist regulatorisch. Die WLTP-Norm ist EU-weit verbindlich — jedes Auto muss nach dieser Methode gemessen werden. Das ist einerseits ein Vorteil für Vergleichbarkeit. Andererseits bedeutet es, dass alle Hersteller die gleiche Verzerrung haben. Niemand hat Anreiz, realistischere Werte zu kommunizieren, weil das nur im Marketing schadet.

Hier liegt auch ein Problem für die deutsche Automobilindustrie: Die Glaubwürdigkeit von E-Mobilität in Deutschland wird durch solche Abweichungen beschädigt, während Asiaten-Hersteller teilweise höhere Transparenz walten lassen.

Langfristig wird sich das ändern müssen. Das Kraftfahrt-Bundesamt könnte strengere Winter-Tests als Kaufhilfe publizieren — wie der ADAC es bereits tut. Doch bislang passiert das nicht systematisch.

Fazit: Der ADAC-Test zeigt den Weg

Der ADAC-Wintertest leistet einen enormen Dienst für die Kaufentscheidung. Er widerlegt das Märchen der verlässlichen Reichweite und zwingt Käufer, mit Realität zu rechnen. Das ist unbequem für die Industrie, aber notwendig für ehrliche Konsumenteninformation.

Die Botschaft für 2025 ist klar: Wer im Winter mobil bleiben will, kauft entweder ein kompaktes, leichtes E-Auto mit guter Effizienz — oder er dimensioniert die Batterie großzügig und investiert in Wärmepumpentechnik. Alles andere ist fahrerisches Wunschdenken.

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Kai Richter
Unterhaltung & Auto

Kai Richter beobachtet Trends in Streaming, Kultur und Mobilität. Er testet, analysiert und ordnet ein — ob neue Serienformate, Kinostarts oder die Entwicklungen auf dem Automobilmarkt.

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