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ADAC testet 25 E-Autos im Winter — das überraschendste Ergebnis

Wir haben den großen ADAC Winter-Reichweitentest gesehen und rechnen nach

Von ZenNews24 Redaktion 5 Min. Lesezeit
ADAC testet 25 E-Autos im Winter — das überraschendste Ergebnis

Wir haben uns diese Woche das neue ADAC-Video zum großen Winter-Reichweitentest reingezogen — und ehrlich gesagt: Einige Ergebnisse haben uns wirklich die Sprache verschlagen. 25 Elektroautos wurden unter echten Winterbedingungen getestet, und die Unterschiede zwischen den Modellen sind erheblich größer, als die meisten von uns erwartet hätten. Das ist nicht nur für potenzielle E-Auto-Käufer spannend — es wirft auch grundlegende Fragen zur Alltagstauglichkeit der Elektromobilität in Deutschland auf. Spoiler: Es gibt Überraschungen in beide Richtungen.

Der ADAC Winter-Reichweitentest: Was steckt dahinter?

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Elektroautos im Wintertest: Welche Modelle überzeugen wirklich?

Der ADAC — größter Automobilclub Europas und für viele Deutsche so etwas wie die oberste Instanz in Sachen Auto — hat sich eine wirklich wichtige Aufgabe gestellt: Unter realistischen Winterbedingungen testen, wie E-Autos in der kalten Jahreszeit tatsächlich performen. Keine künstliche Laborsituation, kein optimistisches Schönrechnen — sondern Praxis auf Deutschlands Straßen. Bei Temperaturen zwischen 0 und 10 Grad Celsius, mit eingeschalteter Heizung und ganz normalem Straßenverkehr wurde jedes der 25 Modelle gründlich unter die Lupe genommen.

Warum ist das für uns alle so relevant? Weil der Winter in Deutschland ein echtes, handfestes Problem für E-Auto-Besitzer darstellt. Die Kälte reduziert nicht nur die nutzbare Batteriekapazität — sie beeinflusst auch die Effizienz des Antriebs, und dann kommt noch die Heizung dazu, die ordentlich Energie aus dem Akku zieht. Wer schon mal im Januar mit halbvollem Akku auf der Autobahn unterwegs war und plötzlich merkt, dass die Reichweitenanzeige schneller fällt als gedacht, weiß genau, wovon wir reden. Der ADAC-Test zeigt erstmals so transparent wie selten, welche Modelle damit umgehen können — und welche nicht.

Insgesamt wurden 25 verschiedene Elektrofahrzeuge aus unterschiedlichen Segmenten und von Herstellern aus aller Welt getestet. Von kompakten Stadtflitzern bis hin zu großen SUVs, von günstigen Einsteigermodellen bis zur Premiumklasse. Das macht den Test so wertvoll: Er ist kein Einzelfall, sondern ein echter Querschnitt durch den aktuellen E-Auto-Markt (Quelle: ADAC).

Das überraschendste Ergebnis: Die Reichweiten-Schere öffnet sich dramatisch

Arztgespraech in der Praxis
Wie ein Arztbefund: Die Testergebnisse zeigen, wo E-Autos im Winter kränkeln — und wo sie kerngesund sind.

Hier wird es wirklich interessant — und das ist der Punkt, an dem wir beim Durchschauen des Videos kurz die Pause-Taste gedrückt und nochmal nachgehakt haben. Während einige Modelle unter Winterbedingungen noch etwa 80 bis 85 Prozent ihrer Herstellerangaben erreichen, fallen andere auf erschreckende 50 bis 60 Prozent ab. Das ist keine kleine Abweichung, kein statistisches Rauschen — das ist ein fundamentaler Unterschied, der für die Alltags- und Urlaubsplanung buchstäblich entscheidend sein kann.

Ein konkretes Beispiel aus dem Test macht das greifbar: Ein Elektroauto mit offiziell angegebenen 500 Kilometern Reichweite kommt im Winter realistischerweise nur noch 250 bis 300 Kilometer weit. Das klingt dramatisch — weil es dramatisch ist. Plötzlich wird aus einem vermeintlich problemlos für längere Strecken geeigneten Fahrzeug ein Auto, bei dem man sich beim Dezember-Besuch bei der Oma zweimal überlegen muss, ob man die Fahrt wirklich mit nur einer Ladepause schafft. Oder ob man die Heizung lieber auf 18 Grad runterregelt, um die letzten Kilometer zu retten.

Fakten aus dem ADAC Winter-Reichweitentest:
• 25 Elektroautos wurden unter Winterbedingungen (0–10 °C) getestet
• Reichweitenverluste zwischen 15 und 50 Prozent gegenüber Herstellerangaben
• Beste Winter-Performance: Premium-Segment mit optimiertem Thermomanagement
• Wärmepumpensysteme reduzieren den Reichweitenverlust auf unter 20 Prozent
• Heizung verursacht zusätzliche 10–15 Prozent Reichweitenverlust
• Größte Verlierer: Modelle ohne aktives Thermomanagement
• Quelle: ADAC

Was uns besonders überrascht hat: Es gibt tatsächlich Modelle, bei denen die Ingenieurskunst sichtbar schon den deutschen Winter im Blick hatte. Diese Fahrzeuge verfügen über intelligente Wärmepumpensysteme, clevere Abwärmeverwertung aus Motor und Elektronik sowie eine optimierte Thermomanagement-Software, die Batterietemperatur und Heizleistung ständig abgleicht. Bei diesen Autos liegt der Reichweitenverlust deutlich unter 20 Prozent — das ist bemerkenswert und in der Praxis ein riesiger Unterschied.

Andererseits zeigten sich im Test auch Modelle, bei denen man sich ernsthaft fragt, ob die Entwicklungsabteilung jemals einen echten deutschen Januar erlebt hat. Schlecht isolierte Batteriesysteme, fehlende Wärmepumpe, kein intelligentes Vorheizen — hier wird die volle Batteriekapazität buchstäblich in nutzlose Abwärme umgewandelt, und der Fahrer schaut zu, wie die Reichweitenanzeige schmilzt wie Schnee in der Mittagssonne.

Die überraschenden Sieger und Verlierer

Der Test hat außerdem gezeigt, dass die Herkunft des Herstellers eine überraschend große Rolle spielt — aber nicht immer so, wie man es erwarten würde. Europäische Premium-Hersteller schneiden erwartungsgemäß gut ab, weil sie jahrzehntelange Erfahrung mit Kälteklimata haben. Aber auch einige asiatische Hersteller, die man vielleicht nicht sofort auf dem Zettel hätte, liefern beeindruckend gute Winter-Werte. Auf der anderen Seite enttäuschen manche Modelle, die auf dem Papier top ausgestattet wirken, im echten Winterbetrieb deutlich.

  • Wärmepumpe vorhanden? Das ist laut ADAC-Test der wichtigste Einzelfaktor für gute Winter-Reichweite — Modelle mit Wärmepumpe verlieren deutlich weniger Reichweite als solche ohne.
  • Aktives Batterie-Thermomanagement: Fahrzeuge, die die Batterietemperatur aktiv regulieren, starten effizienter und verlieren im Betrieb weniger Kapazität.
  • Vorkonditionierung: Wer sein E-Auto an der Steckdose vorheizen kann, spart unterwegs Akku — diese Funktion macht in der Praxis spürbar viel aus.
  • Sitzheizung statt Gebläse: Modelle, die gezielt auf effiziente Direktheizung setzen, kommen effizienter durch den Winter als solche, die den gesamten Innenraum aufheizen müssen.
  • Reifenwahl: Ein Faktor, den der ADAC ebenfalls anspricht — Winterreifen sind bei E-Autos nicht nur sicherheitsrelevant, sondern auch effizienzrelevant.

Was bedeutet das für Alltag und Kaufentscheidung?

Wenn wir ehrlich sind: Der ADAC-Test ist ein Weckruf — aber kein Grund zur Panik. Er zeigt klar, dass Elektromobilität im Winter funktioniert, wenn man das richtige Auto wählt und sich mit ein paar Grundprinzipien vertraut macht. Wer in Norddeutschland lebt, regelmäßig lange Strecken fährt oder einfach keine Lust hat, im Winter ständig an die Ladeplanung zu denken, sollte die Winter-Reichweitenperformance bei der Kaufentscheidung ganz oben auf die Checkliste setzen.

Gleichzeitig macht der Test eines deutlich: Die Herstellerangaben zur Reichweite sind im Winter schlicht nicht das, was man im Alltag erlebt. Das ist kein Geheimnis, aber der Unterschied zwischen 15 und 50 Prozent Verlust ist eben gewaltig — und genau hier leistet der ADAC mit diesem Test echte Verbraucheraufklärung. Wer sich für ein E-Auto interessiert, sollte sich die Testergebnisse genau ansehen, bevor er unterschreibt.

Für uns bei ZenNews24 AUTO ist das auch ein Signal: Das Thema Winterreichweite wird in der öffentlichen Debatte noch zu oft pauschal behandelt — mit diesem Test gibt es endlich konkrete, vergleichbare Zahlen. Wir werden das Thema weiterverfolgen, auch wenn die ersten Frühjahrstests zeigen werden, wie sich die Verhältnisse verschieben.

Unser Fazit: Hinschauen lohnt sich

Der ADAC Winter-Reichweitentest ist einer dieser Tests, bei dem man wirklich etwas lernt — egal ob man schon ein E-Auto fährt, gerade eines kaufen möchte oder einfach wissen will, wo die Technologie gerade steht. Die Ergebnisse sind ehrlich, die Unterschiede zwischen den Modellen sind real, und die Botschaft ist klar: Im Winter kommt es auf die Details an. Wärmepumpe, Thermomanagement, Vorkonditionierung — wer bei diesen Punkten spart, zahlt es im Januar mit jedem Kilometer.

Das vollständige Video des ADAC mit allen 25 Testergebnissen ist oben eingebettet — wir empfehlen, es komplett anzuschauen. Es lohnt sich, auch wenn man kein Technik-Nerd ist. Versprochen (Quelle: ADAC).

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