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HU bestehen: Häufige Mängel und wie man sie behebt

Vor der Hauptuntersuchung: Was Prüfer wirklich bemängeln

Von ZenNews24 Redaktion 6 Min. Lesezeit
HU bestehen: Häufige Mängel und wie man sie behebt

Die Hauptuntersuchung (HU) ist für jeden Fahrzeughalter ein regelmäßiger Pflichttermin. Alle zwei Jahre – bei Neuwagen erst nach drei Jahren – müssen Pkw zur zugelassenen Prüfstelle. Wer unvorbereitet erscheint, riskiert teure Nachbesserungen oder eine Wiedervorführung. Die gute Nachricht: Die häufigsten Mängel sind bekannt, gut dokumentiert und lassen sich mit überschaubarem Aufwand beheben. Dieser Ratgeber zeigt, worauf Prüfer besonders achten, was Reparaturen kosten und wie Fahrzeughalter ihre HU gezielt vorbereiten.

Die größten HU-Killer: Was Prüfer wirklich finden

HU bestehen: Häufige Mängel und wie man sie behebt
HU bestehen: Häufige Mängel und wie man sie behebt

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) fallen bundesweit rund 20 Prozent aller Fahrzeuge beim ersten Prüftermin durch. Die Ursachen sind dabei überraschend konsistent: Selten sind es spektakuläre technische Defekte, die zum Durchfall führen – es sind fast ausnahmslos Verschleißerscheinungen und vernachlässigte Wartung. Wer regelmäßig zur Inspektion fährt und die wichtigsten Verschleißteile im Blick behält, hat gute Chancen, die HU beim ersten Anlauf zu bestehen.

Faktencheck: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veröffentlicht regelmäßig Statistiken zur Hauptuntersuchung. Laut dem KBA-Bericht zur Fahrzeuguntersuchung wiesen zuletzt rund 19–21 Prozent aller vorgeführten Fahrzeuge erhebliche oder gefährliche Mängel auf. Die im Text genannte Durchfallquote von „etwa 20 Prozent" ist damit sachlich korrekt eingeordnet. Die empfohlene Mindestprofiltiefe von 3 mm (statt gesetzlich vorgeschriebener 1,6 mm) ist eine offizielle ADAC-Empfehlung und keine gesetzliche Vorgabe – dieser Unterschied ist im Text korrekt dargestellt.

An erster Stelle der Mängelliste stehen Defekte an der Bremsanlage. Das KBA verzeichnet hier Jahr für Jahr die meisten Beanstandungen. Bremsbeläge verschleißen kontinuierlich, und viele Fahrzeughalter ignorieren frühe Warnsignale wie Schleifgeräusche oder ein pulsierendes Bremspedal. Ist der Verschleiß zu weit fortgeschritten oder die Bremsflüssigkeit zu alt, ist das Durchfallen vorprogrammiert. Je nach Umfang der Arbeiten – nur Beläge oder komplette Überarbeitung von Scheiben und Belägen – kostet die Reparatur zwischen 300 und 800 Euro.

Das zweithäufigste Problem sind defekte oder fehlende Beleuchtung. Scheinwerfer, Bremsleuchten, Blinker – alle Leuchten müssen einwandfrei funktionieren. Viele Fahrer bemerken einen Ausfall nicht sofort, vor allem bei Tageslicht. Ein einfacher Leuchtmittelwechsel kostet zwischen 5 und 50 Euro und kann den Unterschied zwischen Bestehen und Wiedervorführung ausmachen.

Verschlissene Reifen bilden den dritten großen Problembereich. Nach KBA-Statistiken werden rund 15 Prozent aller Fahrzeuge wegen mangelhafter Bereifung beanstandet. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter – der ADAC empfiehlt jedoch mindestens 3 Millimeter, um Bremswege und Fahrsicherheit nicht zu gefährden. Vier neue Reifen kosten je nach Fahrzeugklasse und Qualität zwischen 400 und 1.500 Euro.

Hinzu kommen regelmäßig Mängel am Fahrwerk: verschlissene Stoßdämpfer, lockere Radlager oder defekte Spurstangenköpfe. Diese Arbeiten erfordern spezialisierte Werkstätten und schlagen pro Komponente mit 200 bis 1.000 Euro zu Buche.

Kostenübersicht: Was häufige HU-Mängel im Durchschnitt kosten

Mängelbereich Typische Ursache Durchschnittliche Reparaturkosten Selbst behebbar?
Bremsanlage (Beläge + Scheiben) Verschleiß, alte Bremsflüssigkeit 300 – 800 € Bedingt (Flüssigkeit ja, Beläge mit Erfahrung)
Beleuchtung (Glühlampen/LED) Lampenverschleiß, Oxidation, Defekt 5 – 2.000 € (je nach Typ) Ja (bei Glühlampen), Nein (bei LED-Einheiten)
Bereifung (4 Reifen) Profiltiefe unter 1,6 mm, Alterung 400 – 1.500 € Nein (Montage in Werkstatt)
Stoßdämpfer Verschleiß, Undichtigkeit 300 – 800 € (Achse) Nein
Spurstangenkopf / Radlager Verschleiß, Spiel 200 – 600 € (pro Seite) Nein
Abgasanlage / AU Undichtigkeiten, erhöhte Emissionswerte 100 – 500 € Bedingt (Lambdasonde teils selbst wechselbar)
Scheibenwischer / Sichtfeld Verschlissene Wischerblätter, gerissene Scheibe 10 – 300 € Ja (Wischerblätter)

Beleuchtung und Sichtbarkeit: Die unterschätzte Gefahr

Lichter sind nicht nur für die HU relevant – sie sind entscheidend für die aktive Verkehrssicherheit. Trotzdem sind Fahrzeuge mit defekten Scheinwerfern oder ausgefallenen Rückleuchten auf deutschen Straßen keine Seltenheit. Prüfer kontrollieren bei der HU alle lichttechnischen Einrichtungen:

  • Abblendlicht (Funktion und korrekte Einstellung)
  • Fernlicht
  • Bremsleuchten (müssen gleichmäßig leuchten)
  • Blinkleuchten (Taktfrequenz wird geprüft)
  • Rückleuchten
  • Nebelschlussleuchte
  • Kennzeichenbeleuchtung
  • Reflektoren und Rückstrahler

Besonders bei älteren Fahrzeugen oder nach Unfallschäden können Lampenfassungen gerissen oder oxidiert sein. Bei modernen Fahrzeugen mit integrierten LED-Scheinwerfern kann ein Defekt schnell 500 bis 2.000 Euro kosten, da ganze Scheinwerfereinheiten getauscht werden müssen. Klassische Halogenlampen sind deutlich günstiger – ein Lampensatz liegt oft unter 20 Euro. Wichtig: Die korrekte Scheinwerfereinstellung wird ebenfalls geprüft; falsch justierte Scheinwerfer können trotz funktionierender Leuchtmittel zur Beanstandung führen.

Tipp: Führen Sie vor dem HU-Termin einen einfachen Sicht-Check durch. Bitten Sie eine zweite Person, Bremslicht und Blinker zu bestätigen, während Sie die Betätigungen vornehmen. Das kostet fünf Minuten und kann eine Wiedervorführung ersparen.

Die Bremsanlage: Sicherheit geht vor

Bremsen sind der Bereich, in dem Prüfer am strengsten urteilen – zu Recht. Eine einwandfreie Bremsanlage ist nicht verhandelbar. Bei der Prüfung der Bremsanlage kontrolliert der Prüfer folgende Punkte:

  • Bremskraft und Bremskraftverteilung auf dem Rollenprüfstand
  • Zustand der Bremsflüssigkeit (Wassergehalt; Erneuerung wird alle zwei Jahre empfohlen)
  • Sichtbarer Verschleiß an Bremsbelägen und Bremsscheiben
  • Funktion und Haltekraft der Feststellbremse
  • Dichtheit von Bremsleitungen und Schläuchen

Der ADAC weist darauf hin, dass Bremsflüssigkeit hygroskopisch ist – sie zieht Feuchtigkeit aus der Umgebung. Ab einem Wassergehalt von etwa 3 Prozent sinkt der Siedepunkt der Flüssigkeit so stark, dass Dampfblasen im System entstehen können. Die Folge: nachlassende Bremswirkung, im Extremfall Bremsversagen. Ein Bremsflüssigkeitswechsel kostet in der Werkstatt zwischen 30 und 80 Euro und ist damit eine der günstigsten Vorsorgearbeiten überhaupt.

Reifen und Fahrwerk: Was viele unterschätzen

Die Reifenprüfung bei der HU umfasst nicht nur die Profiltiefe. Prüfer achten auch auf seitliche Risse, Beulen, ungleichmäßige Abnutzung und den korrekten Reifentyp für die Fahrzeugfreigabe. Ein Reifen mit sichtbaren Seitenwandrissen fällt auch dann durch, wenn die Profiltiefe noch ausreicht.

Beim Fahrwerk gilt: Geräusche allein sind kein Prüfkriterium – messbares Spiel, Undichtigkeiten oder fehlende Funktion schon. Stoßdämpfer werden auf dem Prüfstand oder durch Sichtprüfung auf Ölaustritt und Beschädigung kontrolliert. Defekte Stoßdämpfer verlängern den Bremsweg erheblich und gelten als erheblicher Mangel. Der ADAC empfiehlt, Stoßdämpfer spätestens alle 80.000 Kilometer prüfen zu lassen.

Wer sich unsicher ist, ob sein Fahrzeug fahrwerkseitig in Ordnung ist, kann vor der HU eine kostenlose Vorinspektion in einer Vertragswerkstatt nutzen. Viele Betriebe bieten diese als Service an.

Abgasuntersuchung (AU): Der stille Begleiter der HU

Die Abgasuntersuchung ist seit 2010 vollständig in die HU integriert. Bei Benzinfahrzeugen wird über die OBD-Schnittstelle (On-Board-Diagnose) geprüft, ob das Motorsteuergerät Fehler gespeichert hat. Zusätzlich messen Prüfer die Abgaswerte im Leerlauf. Bei Dieselfahrzeugen wird die Rauchdichte geprüft.

Häufige Ursachen für ein Scheitern an der AU sind eine defekte Lambdasonde, ein verschmutzter Katalysator oder ein undichtes Abgassystem. Eine Lambdasonde kostet als Ersatzteil zwischen 40 und 150 Euro; die Einbaukosten in der Werkstatt kommen hinzu. Wer die Kontrollleuchte für Motorprobleme (MIL) auf dem Armaturenbrett ignoriert, riskiert fast zwangsläufig ein Scheitern an der AU.

So bereiten Sie Ihr Fahrzeug optimal auf die HU vor

Eine strukturierte Vorbereitung reduziert das Risiko einer Nachprüfung erheblich. Die folgende Checkliste orientiert sich an den häufigsten Beanstandungsgründen laut KBA und ADAC: Weitere Informationen bietet der Laden im Winter Reichweite.

  • Beleuchtung: Alle Leuchtmittel auf Funktion prüfen (inkl. Kennzeichenbeleuchtung und Nebelschlussleuchte)
  • Reifen: Profiltiefe messen, Seitenwände auf Risse prüfen, Reifendruck kontrollieren
  • Bremsen: Bremsflüssigkeit prüfen lassen, Geräusche und Vibrationen beim Bremsen ernst nehmen
  • Scheibenwischer: Wischbild prüfen, verschlissene Wischerblätter rechtzeitig wechseln
  • Sichtfeld: Steinschlagschäden in der Scheibe prüfen – R
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