ZenNews24› Digital› Musk wollte Mars-Besiedlung über OpenAI finanzier… Digital Musk wollte Mars-Besiedlung über OpenAI finanzieren In Rechtsstreit belastet OpenAI-Präsident Brockman den Tech-Milliardär mit neuen Vorwürfen. Von Markus Bauer 05.05.2026, 23:01 Uhr 7 Min. Lesezeit Aktualisiert: 07.05.2026 Das Wichtigste in Kürze Um die Dimension dieser Vorwürfe zu verstehen, muss man zunächst in die Geschichte von OpenAI zurückgehen. Elon Musk wollte OpenAI nicht nur als Technologieprojekt aufbauen — er plante, die Organisation als Finanzierungsvehikel für seine Vision einer Marskolonie zu nutzen. Das behauptet jedenfalls Greg Brockman, Mitgründer und Präsident von OpenAI, in einer eidesstattlichen Erklärung, die im laufenden Rechtsstreit zwischen Musk und OpenAI eingereicht wurde. Die Aussage verschiebt die öffentliche Wahrnehmung des jahrelangen Streits erheblich: Nicht OpenAI soll von seiner gemeinnützigen Gründungsmission abgewichen sein — sondern Musk selbst hatte von Beginn an kommerziell-visionäre Eigeninteressen im Spiel.InhaltsverzeichnisBrockmans Aussage: Mars als eigentliches ZielDer Rechtsstreit: Worum es wirklich gehtOpenAIs Wandel: Von der Forschungseinrichtung zum Tech-KonzernEinordnung: Ein Rechtsstreit mit Signalwirkung Kerndaten: Elon Musk war Mitgründer von OpenAI und saß bis zu seinem Rückzug im Jahr 2018 im Vorstand der Organisation. OpenAI wurde ursprünglich als gemeinnützige Forschungseinrichtung gegründet, mit dem erklärten Ziel, künstliche Intelligenz zum Wohl der Menschheit zu entwickeln. Musk klagt derzeit gegen OpenAI und CEO Sam Altman, weil er den Wandel zu einer profitorientierten Struktur als Vertragsbruch wertet. Greg Brockman ist einer der Mitgründer und amtierender Präsident von OpenAI. Seine eidesstattliche Aussage wurde im Rahmen des laufenden Zivilverfahrens in Kalifornien eingereicht. Brockmans Aussage: Mars als eigentliches Ziel Greg Brockman schildert in seiner Erklärung, dass Elon Musk bereits in frühen Gesprächen über die Ausrichtung von OpenAI offen über seine Mars-Ambitionen gesprochen habe. Musk soll demnach die Idee geäußert haben, dass eine finanziell erfolgreiche KI-Organisation die nötigen Mittel generieren könnte, um die Besiedlung des Mars zu ermöglichen. Brockman beschreibt dies nicht als beiläufige Bemerkung, sondern als strategische Überlegung, die Musk in die Diskussionen eingebracht habe. Diese Darstellung ist brisant, weil Musk seinen aktuellen Vorwurf gegen OpenAI genau auf das Gegenteil stützt: Er argumentiert, die Organisation habe ihre gemeinnützige Mission verraten, indem sie sich profitorientierten Strukturen geöffnet habe. Wenn Musk jedoch selbst von Beginn an kommerzielle Ziele — wenn auch visionäre — mit der Gründung verknüpft haben soll, schwächt das seine Glaubwürdigkeit als Kläger erheblich. Mehr zu Musks konkreten finanziellen Motiven rund um OpenAI findet sich in der Analyse zu Musk will OpenAI-Gewinne für Mars-Besiedlung nutzen. OpenAIs Anwälte nutzen Brockmans Erklärung gezielt, um Musks Klagemotivation in Frage zu stellen. Die Verteidigungslinie lautet im Kern: Musk habe die Organisation nicht aus altruistischen Gründen mitgegründet, sondern um ein strategisches Instrument für seine eigenen Großprojekte zu schaffen — und sei nun verärgert, weil er die Kontrolle darüber verloren habe.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Der Rechtsstreit: Worum es wirklich geht Chatgpt Kuenstliche Intelligenz Openai Dialog Chatbot Konversation Benutzeroberflaeche Zennews24 Elon Musk reichte seine Klage gegen OpenAI und Sam Altman ein, nachdem die Organisation begonnen hatte, sich von ihrer rein gemeinnützigen Struktur zu lösen und eine gewinnorientierte Tochtergesellschaft aufzubauen. Dieser Schritt war für OpenAI notwendig geworden, weil das Training moderner KI-Modelle immense Rechenkapazitäten und damit enormen Kapitalaufwand erfordert. Die Kosten für KI-Infrastruktur sind in den vergangenen Jahren exponentiell gestiegen — das Thema OpenAI: Milliardenkosten für KI-Rechenzentren im Musk-Prozess beleuchtet, welche Summen im Verfahren konkret zur Sprache kommen. Musk argumentiert, die Gründungsvereinbarung habe eine dauerhaft gemeinnützige Ausrichtung festgeschrieben. OpenAI hält dagegen, dass sich die technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit der Gründung fundamental verändert hätten und eine Anpassung der Struktur nicht nur legitim, sondern zwingend notwendig gewesen sei. Analytiker der Gartner Group haben wiederholt darauf hingewiesen, dass der Kapitalbedarf für Large-Language-Modelle — also große Sprachmodelle, die die Grundlage moderner KI-Assistenten bilden — in einem Ausmaß gewachsen ist, das rein spendenfinanzierte Strukturen schlicht nicht stemmen können (Quelle: Gartner). Was KI-Modelle so teuer macht Um zu verstehen, warum die Finanzierungsfrage für OpenAI existenziell ist, lohnt ein Blick auf die Technologie selbst. Moderne KI-Sprachmodelle wie GPT-4o oder der Nachfolger GPT-5.5 werden auf sogenannten Grafikkarten-Clustern trainiert — speziellen Hochleistungsprozessoren, die ursprünglich für Videospiele entwickelt wurden, sich aber als ideal für die parallele Berechnung neuronaler Netzwerke erwiesen haben. Das Training eines einzigen großen Modells kann Wochen dauern und Energiekosten in Millionenhöhe verursachen. Hinzu kommen Ausgaben für Datenspeicherung, Sicherheit, menschliche Überprüfung der KI-Ausgaben und laufende Serverkosten für den Betrieb. Laut einer Schätzung des Marktforschungsunternehmens IDC werden die globalen Ausgaben für KI-Infrastruktur bis Mitte dieses Jahrzehnts dreistellige Milliardenbeträge pro Jahr erreichen (Quelle: IDC). Statista beziffert die weltweiten Investitionen in generative KI — also KI-Systeme, die Texte, Bilder oder Code erzeugen können — allein für den aktuellen Zeitraum auf mehrere Dutzend Milliarden US-Dollar jährlich (Quelle: Statista). Zum Vergleich: OpenAI war ursprünglich mit einer Erstfinanzierung von rund einer Milliarde US-Dollar gestartet — ein Betrag, der angesichts dieser Dimensionen heute geradezu bescheiden wirkt. Was GPT-4o technisch leistete und warum es die Grundlage für diese Kostenentwicklung legte, erklärt der Artikel GPT-4o: OpenAI stellt bisher leistungsfähigstes Modell vor. Musks Rückzug und die Machtfrage Musk verließ den OpenAI-Vorstand im Frühjahr 2018. Die offiziell kommunizierte Begründung: potenzielle Interessenkonflikte mit Tesla, das ebenfalls an KI-Systemen für autonomes Fahren arbeitet. Intern soll es jedoch zu erheblichen Machtkämpfen gekommen sein. Berichten zufolge forderte Musk die alleinige Kontrolle über OpenAI — ein Ansinnen, das der damalige Vorstand ablehnte. Brockman bestätigt in seiner Erklärung, dass die Spannungen über die strategische Ausrichtung und Führungsstruktur bereits früh erheblich waren. Kurz nach seinem Abgang gründete Musk sein eigenes KI-Unternehmen, xAI, und entwickelt dort das Modell Grok. Die Parallele zur Vorgeschichte bei OpenAI ist offensichtlich: Was Musk bei OpenAI nicht bekommen hatte — vollständige Kontrolle über ein mächtiges KI-Projekt —, baute er nun selbst auf. Sein Rechtsstreit gegen OpenAI erscheint in diesem Kontext weniger wie ein Kampf für gemeinnützige Prinzipien und mehr wie ein Wettbewerbsmanöver. Der Bitkom-Verband hat in einer Analyse zur KI-Governance darauf hingewiesen, dass die Frage der Kontrolle über KI-Systeme zunehmend zu einem zentralen Machtthema in der Tech-Industrie wird — mit erheblichen gesellschaftlichen Implikationen (Quelle: Bitkom). Wer über die leistungsfähigsten Modelle verfügt und wer deren Einsatzbedingungen festlegt, entscheidet zunehmend über wirtschaftliche und politische Einflusssphären. OpenAIs Wandel: Von der Forschungseinrichtung zum Tech-Konzern OpenAI hat sich in den vergangenen Jahren tiefgreifend verändert. Die Organisation, die einst als offene Forschungsgemeinschaft ohne kommerziellen Druck konzipiert war, ist heute eines der wertvollsten privat finanzierten Technologieunternehmen der Welt. Microsoft hat mehrere Milliarden Dollar investiert und hält eine bedeutende strategische Beteiligung. OpenAIs Modelle treiben Produkte von Hunderten Unternehmen weltweit an — von Chatbots über Programmierhilfen bis hin zu medizinischen Diagnosetools. Dieser Wandel ist auch strukturell verankert: Die neue Unternehmensform sieht eine Art gedeckelten Gewinn vor — Investoren können Renditen erzielen, aber nur bis zu einem bestimmten Vielfachen ihres Einsatzes. Darüber hinausgehende Erträge sollen der gemeinnützigen Muttergesellschaft zugutekommen. Kritiker halten dieses Modell für eine Kompromisslösung, die keiner Seite wirklich gerecht wird — weder dem ursprünglichen Gemeinnützigkeitsgedanken noch den Erwartungen gewinnorientierter Investoren. Dass OpenAI inzwischen auch jenseits der reinen KI-Entwicklung expandiert, zeigt der Artikel OpenAI und Anthropic drängen in die Unternehmensberatung. Die dramatischste Episode dieser Transformation war zweifellos der kurzzeitige Rauswurf von CEO Sam Altman durch den Vorstand, der innerhalb weniger Tage rückgängig gemacht wurde. Das OpenAI-Drama rund um Sam Altmans Entlassung und Rückkehr hatte die tektonischen Spannungen innerhalb der Organisation schlagartig sichtbar gemacht und die Frage aufgeworfen, wem eine so mächtige KI-Organisation eigentlich Rechenschaft schuldet. Zuletzt hat OpenAI mit GPT-5.5 Instant ein neues Standard-Modell präsentiert, das auf breitflächigen Einsatz in der Echtzeitkommunikation ausgerichtet ist und erneut zeigt, mit welchem Tempo das Unternehmen seine Produktpalette ausbaut — weit über die ursprüngliche Forschungsmission hinaus. Einordnung: Ein Rechtsstreit mit Signalwirkung Der Prozess zwischen Musk und OpenAI ist mehr als ein Firmenstreit um Vertragsbedingungen. Er wirft grundlegende Fragen auf, die die gesamte KI-Branche betreffen: Kann eine Organisation, die mit idealistischen Zielen gegründet wird, unter dem Druck wirtschaftlicher Realitäten ihre ursprüngliche Mission bewahren? Wer kontrolliert die mächtigsten KI-Systeme — und nach welchen Prinzipien? Und: Wie glaubwürdig sind die ethischen Bekenntnisse von Tech-Unternehmern, die gleichzeitig handfeste wirtschaftliche Eigeninteressen verfolgen? Brockmans Erklärung, so sie vor Gericht Bestand hat, beschädigt Musks Narrativ erheblich. Der Mann, der OpenAI als Verräter an der gemeinnützigen Idee verklagt, soll selbst von Beginn an die Organisation als Hebel für seine privatesten Großambitionen betrachtet haben — die Besiedlung eines anderen Planeten. Das ist kein Vorwurf, den ein Gericht leichtfertig beiseitelegen wird. Und es ist eine Aussage, die den gesamten Rechtsstreit in einem deutlich anderen Licht erscheinen lässt, als Musk es öffentlich darstellt. Das Verfahren wird in den kommenden Monaten weitere Dokumente und Aussagen ans Licht bringen. Für die Öffentlichkeit — und für die Regulierungsbehörden, die weltweit über den Umgang mit mächtigen KI-Systemen nachdenken — dürfte jede neue Enthüllung von erheblichem Interesse sein. Mehr zum ThemaSam Altman bei Lex Fridman: Was der OpenAI-Chef über AGI verrätMusk gegen OpenAI: Diese fünf Tech-Themen prägen die WocheAll-In Podcast: Was die reichsten Tech-Investoren über KI denken Quelle: Spiegel Netzwelt Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 OpenAI Elon Musk Künstliche Intelligenz Rechtstreit Technologie M Markus Bauer Technologie & Digitales Markus Bauer verfolgt die Entwicklungen in Tech, KI und Digitalpolitik. Er analysiert, wie neue Technologien Gesellschaft und Wirtschaft verändern — von Datenschutz bis Plattformregulierung. 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