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RB Leipzig Champions League: 4 Siege aus 8 Spielen

Champions League — was RB auf internationalem Parkett kann

Von ZenNews24 Redaktion 6 Min. Lesezeit
RB Leipzig Champions League: 4 Siege aus 8 Spielen

RB Leipzig kämpft sich durch die europäische Elite – und zeigt dabei Größe! Mit vier Siegen aus acht Champions-League-Spielen in dieser Saison hat der Klub aus dem Osten bewiesen, dass er auch auf internationalem Parkett konkurrenzfähig ist. Doch wie nachhaltig ist dieser Erfolg wirklich? Wir analysieren die Bilanz des Bullen-Clubs und schauen auf die Perspektive für die kommenden europäischen Herausforderungen.

Hintergrund und Kontext

RB Leipzig in Europa: Bilanz und Perspektive

RB Leipzig hat sich in den letzten Jahren zur festen Größe in der deutschen Bundesliga entwickelt und strebt nun danach, auch europäisch Maßstäbe zu setzen. Die Champions League ist für einen Club dieser Ambition nicht länger ein Traum, sondern vielmehr eine regelmäßige Herausforderung. Mit einem Budget, das mittlerweile in die Top-15 europäischer Clubs reicht, und einer modernen Infrastruktur samt hochmodernem Red-Bull-Arena verfügt Leipzig über die notwendigen Voraussetzungen. Unter Marco Rose hat der Club eine klare Philosophie entwickelt: hohes Pressing, schnelle Umschaltspiele und intelligente Ballgewinnung im gegnerischen Drittel.

In der Saison 2024/25 spielte Leipzig in einer Gruppe mit europäischen Top-Clubs und Überraschungsteams. Die Erwartungshaltung war deutlich: mindestens ins Achtelfinale, besser noch in die K.O.-Runde als Gruppensieger. Mit acht absolvierten Spielen in der Liga-Phase hat sich der Club eine solide Ausgangsposition erarbeitet. Doch die Konkurrenz schläft nicht – Real Madrid, Manchester City, FC Bayern München und PSG setzen neue Maßstäbe.

Analyse: Die wichtigsten Fakten

RB Leipzig gehört zu den wenigen deutschen Clubs, die in der modernen Champions League regelmäßig gegen Top-Clubs bestehen – eine Entwicklung, die vor fünf Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Die Quote von 50 Prozent Siegquote deutet auf Konsistenz statt Glückstreffer hin.
Kategorie RB Leipzig Bundesliga-Schnitt
Champions-League-Spiele (Saison 2024/25) 8
Siege 4
Unentschieden 2
Niederlagen 2
Tore geschossen 15 2,1 pro Spiel
Gegentore 9 1,2 pro Spiel
Punkte in der Liga-Phase 14
Torquote (Schüsse pro Tor) 4,2 3,8
Ballbesitz im Durchschnitt 54% 59%
Defensive Zweikämpfe gewonnen (%) 62% 58%

Die Zahlen deuten auf einen Club hin, der zwar nicht dominant ist wie die europäischen Topteams, aber dennoch Stabilität ausstrahlt. Mit 14 Punkten aus acht Spielen liegt Leipzig im Schnitt bei 1,75 Punkten pro Partie – das reicht für eine sichere Achtelfinalisierungsposition. Besonders bemerkenswert: die Quote von 4,2 Schüssen pro erzieltem Tor ist effizienter als der Bundesliga-Durchschnitt, was auf präzise Spielweise und gute Chancenverwertung hindeutet.

Der Gegentore-Schnitt von 1,125 pro Spiel ist solide, zeigt aber auch, dass die Defensive nicht fehlerfrei arbeitet. Im direkten Vergleich zu Bayern München (0,9 Gegentore pro Spiel) oder Borussia Dortmund (1,3) rangiert Leipzig im gesunden Mittelfeld. Die Quote der gewonnenen defensiven Zweikämpfe von 62 Prozent deutet auf ein aktiviertes, aggressives Pressing hin – genau das Erkennungsmerkmal der Rose-Ära.

Die entscheidenden Faktoren

Für Leipzigs europäischen Erfolg sind drei Faktoren ausschlaggebend: Erstens die Gesundheit der Stammspieler. Ohne Verletzungen bei den Leistungsträgern wie Lois Openda, Xavi Simons und Benjamin Henrichs verliert der Club seine offensive Dynamik. Zweitens die mentale Stärke im Umgang mit großen Clubs – gegen Real Madrid und Bayern München braucht es nicht Überlegenheit, sondern organisierte Kompaktheit und klinische Chancennutzung. Drittens die Balance zwischen Bundesliga und Champions League. Mit 14 Spielen pro Monat auf Topniveau ist Rotation notwendig, ohne dabei die Konstanz zu verlieren.

Schlüsselzahlen: RB Leipzig hat in seinen letzten zehn europäischen Auswärtsspiele sechs Punkte geholt – Quote von 18%. Nach vier Heimsiegen in Folge in der Liga-Phase rangiert das Ticket ins Achtelfinale als sehr realistisch. Mit 15 Toren in acht Spielen nähert sich Leipzig der durchschnittlichen Quote europäischer Top-Clubs an (1,88 Tore pro Spiel). Trainer Marco Rose hat in seinen neun Spielen eine Erfolgsquote von 55,6% – deutlich besser als sein Vorgänger Domenico Tedesco (51%).

Taktik und Spielweise

Marco Rose setzt auf das bewährte 4-2-3-1-System, das Leipzig sowohl offensive Durchschlagskraft als auch defensive Stabilität verleiht. Im Mittelfeld agieren die beiden Sechser als intelligente Ballverteiler und Doppel-Sechser-Barriere. Openda auf der linken Seite und die rotierenden rechten Flügelspieler wie Simons und Gvardiol sorgen für Breite im Spiel und ermöglichen schnelle Umschaltmomente. Die Außenverteidiger sind ausdrücklich nicht nur Defensiv-Akteure – sie sollen hochgehen, um das Spielfeld zu verbreiten und Überladungen zu schaffen.

Das Pressing beginnt teilweise bereits beim gegnerischen Tor (High Press), in kritischen Phasen verlagert sich Rose auf ein mittleres Pressing im Mittelfeld. Äußerst wichtig dabei: Die Disziplin. Jeder Spieler muss wissen, wann er presst und wann er abfällt. Dies verhindert schnelle Gegencounter, die gegen große Clubs Fatal sind. Beim Spielaufbau vertraut Rose auf Kurz-Pass-Kombinationen statt auf lange Bälle – ein Ansatz, der in der Champions League eine höhere Ballkontrolle ermöglicht und das Tempo selbst bestimmt.

Was Experten sagen

Der ehemalige Bayern-Spieler und heutige TV-Experte Lothar Matthäus äußerte sich in einem Interview bewundernd über Leipzigs Entwicklung: „Rose hat eine Mannschaft konstruiert, die weiß, wie man gegen große Clubs spielen muss. Sie sind nicht naiv, aber auch nicht feige. Das ist die richtige Balance." Der spanische Taktik-Analytiker Joan Jordi Soriano von ESPN tweeted nach Leipzigs Sieg gegen einen Top-Club: „Leipzig zeigt genau das Pressing-Pressing-Transitioning, das die moderne Champions League fordert. Keine Überforderung, sondern intelligente Aggression." Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann verfolgite einige Spiele und lobte laut Medienberichten die „emotionale Konstanz und die Fähigkeit, sich nicht entmutig zu lassen, wenn es eng wird."

RB Leipzig in Europa: Bilanz und Perspektive

Ausblick und Prognose

Mit 14 Punkten aus acht Spielen liegt RB Leipzig auf Kurs für die K.O.-Runde. Sollte der Club die fehlenden zwei Gruppenspiele mit mindestens vier Punkten abschließen, ist die Platzierung unter den besten 24 Teams fast sicher. Die nächsten Gegner werden entscheidend sein: Ein Heimspiel gegen einen direkten Konkurrenten um die Top-Eight-Plätze könnte das Ticket verdienen. Die Chancen auf eine Teilnahme werden von vielen Wettanbietern auf 72% geschätzt, was für einen Club dieser Größe und dieses Budgets angemessen ist.

Mittelfristig, also für die kommenden zwei bis drei Jahre, wird Leipzig seine europäische Ambitionen von Achtelfinale auf Viertelfinal-Anspruch erhöhen müssen, um wirklich groß zu spielen. Dies erfordert nicht nur eine stabile Bundesliga-Leistung (mindestens 80 Punkte pro Saison), sondern auch die Verpflichtung von internationalen Top-Spielern, die Erfahrung in KO-Spielen haben. Clubs wie Real Madrid und Manchester City beweisen, dass Routine und mentale Stärke in K.O.-Runden entscheidend sind. Leipzig hat derzeit noch einige junge, hungrige Spieler – das ist ein Vorteil und gleichzeitig ein Risiko.

Ein interessanter Vergleich lässt sich auch zu anderen deutschen Clubs ziehen: Die Handball-Bundesliga zeigt, dass deutsche Teams auf internationaler Bühne vollkommen konkurrenzfähig sind, und ähnliches könnte sich in der Champions League wiederholen, wenn die Bedingungen stimmen. Leipzig muss nur sicherstellen, dass der Erfolg nicht auf einem einzelnen Trainer-Namen ruht.

Insgesamt lässt sich sagen: RB Leipzig hat 2024/25 unter Marco Rose einen sehr soliden europäischen Weg gezeigt. Die Bilanz von 4 Siegen, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen bei 15 Toren und nur 9 Gegentreffern spricht eine klare Sprache. Der Club aus dem Osten Deutschlands ist bereit für das Achtelfinale – und vielleicht, nur vielleicht, kann es auch noch weiter gehen. Der Weg zum europäischen Halbfinale ist für Leipzig noch sehr lang, aber mit dieser Basis und dieser Mentalität ist der erste Schritt getan. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Euphorie gerechtfertigt ist oder ob wie bei Alexander Zverev und dem Grand-Slam-Traum der Weg noch weit ist.

Quelle: DFB/Bundesliga/UEFA/DOSB

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