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BMW 123 xDrive im Test: Sportlichkeit mit Erkenntnissen

Der neue 1er zeigt Stärken und Schwächen – ein differenziertes Bild des überarbeiteten Modells.

Von ZenNews24 Redaktion 3 Min. Lesezeit
BMW 123 xDrive im Test: Sportlichkeit mit Erkenntnissen

BMW hat seinen 1er-Reihe überarbeitet und präsentiert mit dem 123 xDrive eine sportlich positionierte Variante. Ein aktueller Test zeigt, dass das Fahrzeug durchaus überzeugen kann, aber auch deutliche Kompromisse mit sich bringt. Die Kombination aus Dreizylinder-Motor, Allradantrieb und sportlichem Design verspricht viel – nicht alle Versprechen werden jedoch vollständig eingelöst.

Hintergrund

Der BMW 1er gehört seit seiner Einführung 2004 zum Kerngeschäft des bayerischen Automobilherstellers. Als Einstiegsmodell in die BMW-Palette soll der Kompaktwagen technische Ambition mit Alltagstauglichkeit verbinden. Der 123 xDrive stellt eine sportlichere Ausprägung dar und richtet sich an Käufer, die Wert auf dynamische Fahrleistungen legen, ohne dabei auf das praktische Format eines Kompaktfahrzeugs verzichten zu wollen.

Die aktuelle Generation des 1ers wurde grundlegend überarbeitet. BMW setzte dabei auf ein neues Design, geänderte Antriebstechnik und eine neu strukturierte Modellpalette. Der 123 xDrive nutzt einen Dreizylinder-Benzinmotor mit Turboaufladung und bietet Allradantrieb – eine Kombination, die im Segment zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die wichtigsten Fakten

  • Motorisierung: Der 123 xDrive ist mit einem 2,0-Liter-Dreizylinder-Turbomotor ausgestattet, der 163 PS leistet und ein Drehmoment von 230 Nm bereitstellt
  • Allradantrieb: Das xDrive-System gewährleistet Traktion bei schwierigen Witterungsbedingungen und ermöglicht präzisere Kurvenfahrten
  • Design: Das überarbeitete Äußere folgt BMWs aktueller Designsprache mit größerer Niere und angespitzteren Scheinwerfern
  • Innenraum: Das Interieur kombiniert digitale Elemente mit praktischem Layout, bietet aber weniger Platz als größere Konkurrenzmodelle
  • Umwelt: Der Verbrauch liegt nach Herstellerangaben im mittleren Bereich für diese Fahrzeugklasse, die Emissionsrichtlinien werden erfüllt

Sportlichkeit und praktische Stärken

Wo der 123 xDrive überzeugt, ist im dynamischen Fahren. Der Allradantrieb trägt zu einer stabilen Kurvenlage bei und vermittelt dem Fahrer Sicherheit auch bei ungünstigen Bedingungen. Die Bremsanlage arbeitet präzise, und die sportliche Abstimmung des Fahrwerks erlaubt es dem Fahrzeug, typische Kompaktwagen-Manöver mit Anspruch zu absolvieren.

Für den täglichen Einsatz bietet der 1er praktikabler als mancher Konkurrent. Die Bedienelemente sind logisch angeordnet, die Sicherheitsausstattung ist zeitgemäß. Der Kofferraum mit einem Volumen von knapp 400 Litern reicht für die meisten Situationen aus, ohne großzügig zu wirken.

Das Außendesign wirkt modern und gefällig, auch wenn es sich deutlich von den früheren, kantigeren 1er-Generationen unterscheidet. Die neuen Scheinwerfer geben dem Fahrzeug ein erkennbares Gesicht im BMW-Portfolio.

Wo die Kompromisse beginnen

Der Dreizylinder-Motor ist eine pragmatische Wahl für Hersteller, um Verbrauchsziele zu erreichen. Jedoch zeigt sich in der Praxis: Ein Dreizylindermotor mit 163 PS ist nicht dasselbe wie ein Vierzylindermotor mit vergleichbarem Output. Das Drehmoment ist ausreichend, aber nicht üppig. Bei vollständiger Ausnutzung der Leistung macht der Motor sein Volumen bemerkbar – höhere Vibrationen und eine charakteristische Akustik sind die Folge.

Im Innenraum wird dies deutlich wahrnehmbar, besonders beim Beschleunigen. Während Konkurrenten mit Vierzylindern hier ruhiger agieren, erinnert der BMW den Fahrer regelmäßig daran, dass nur drei Zylinder arbeiten. Das ist nicht zwangsläufig ein Mangel – manche Fahrer mögen diese Direktheit – aber es ist eine Abweichung von dem, was man vom BMW-Prestige erwarten könnte.

Ein weiterer Kompromiss betrifft den Innenraum. Der 1er ist und bleibt ein Kompaktfahrzeug. Für vier Erwachsene und Gepäck reicht es, bei fünf Personen und Urlaubsausrüstung wird es eng. Die Kopffreiheit hinten ist begrenzt, und die Rückbank ist schmaler als in größeren Modellen.

Die Materialwahl im Innenraum folgt der aktuellen BMW-Strategie: Hochwertige Materialien an prominenten Stellen, spürbar günstigere Kunststoffe in weniger sichtbaren Bereichen. Das ist kosteneffizient, wirkt aber teilweise widersprüchlich zur sportlichen Positionierung des Fahrzeugs.

Technologie und Ausstattung

Bei der digitalen Ausstattung hat BMW zeitgemäße Standards gesetzt. Das Infotainment-System ist intuitiv bedienbar, die Konnektivität umfasst moderne Standards. Optional erhältliche Fahrassistenzsysteme entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Allerdings müssen viele dieser Features gezahlt werden – sie sind nicht zum Standard gehörig.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier kritisch zu sehen. Vergleichbare Konkurrenzmodelle anderer Hersteller bieten teilweise mehr Ausstattung zum gleichen Preis.

Ausblick

Der BMW 123 xDrive ist ein gelungenes Auto für einen definierten Käufertypus: denjenigen, der den BMW-Anspruch schätzt, aber bewusst das kleinere Format wählt und bereit ist, Kompromisse beim Motor und Platzangebot zu akzeptieren. Die sportliche Grundabstimmung ist überzeugend, und der Allradantrieb ist ein echtes Plus.

Für Käufer, die höchste Ruhe und völlige Großräumigkeit im Kompaktsegment suchen, gibt es allerdings bessere Alternativen. Der 123 xDrive richtet sich bewusst an jene, die Dynamik höher bewerten als Verbrauchsoptimierung oder maximalen Platz – und für diese Gruppe leistet das Fahrzeug gute Dienste.

Quellen: heise.de (Test BMW 123 xDrive)
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Quelle: Heise Online
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