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Steuerverschwendung vor Ort: Diese zwei Kölner Bauprojekte kosten Millionen zu viel

Der Bund der Steuerzahler NRW listet im Schwarzbuch 2025/2026 zwei Kölner Fälle: das Jüdische Museum Miqua und den Thurner Hof in Dellbrück.

Von ZenNews24 Redaktion 3 Min. Lesezeit
Steuerverschwendung vor Ort: Diese zwei Kölner Bauprojekte kosten Millionen zu viel
Das Wichtigste in Kürze
  • Vom Museumsneubau bis zur Bauruine: Zwei Kölner Projekte tauchen im aktuellen Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds auf
  • ZenNews24 startet damit eine neue Serie zu Steuerverschwendung vor Ort

Kein Thema sorgt zuverlässiger für Ärger als das eigene Steuergeld – vor allem, wenn andere damit hantieren. Der Bund der Steuerzahler NRW hat im aktuellen Schwarzbuch 2025/2026 wieder Dutzende Fälle öffentlicher Verschwendung gesammelt. Zwei der auffälligsten Fälle liegen mitten in Köln. ZenNews24 startet damit eine neue Serie: Steuerverschwendung vor Ort – regionale Fälle aus dem Schwarzbuch, aufbereitet mit Hintergrund und Einordnung.

▶ Auf einen Blick
  • Jüdisches Museum "Miqua": Kosten von 48 auf 190 Millionen Euro gestiegen, Eröffnung erst Ende 2027
  • Thurner Hof in Dellbrück: über 800.000 Euro seit 2008 saniert, bis heute ungenutzt
  • Beide Fälle stehen im Schwarzbuch 2025/2026 des Bundes der Steuerzahler NRW
  • ZenNews24 startet damit eine Serie zu weiteren NRW-Fällen

Fall 1: Miqua – aus 48 werden 190 Millionen Euro

Unter der Kölner Altstadt entsteht seit Jahren das jüdische Museum Miqua mit einem unterirdischen archäologischen Rundgang durch das mittelalterliche jüdische Viertel. Ursprünglich mit rund 48 Millionen Euro veranschlagt, liegen die Gesamtkosten laut Bund der Steuerzahler mittlerweile bei etwa 190 Millionen Euro. Der städtische Eigenanteil ist im selben Zeitraum von 28,8 Millionen auf über 156 Millionen Euro geklettert. Die Eröffnung, ursprünglich deutlich früher geplant, wurde zuletzt auf Ende 2027 verschoben.

Archäologisch ist das Projekt anspruchsvoll – Grabungsarbeiten unter laufendem Stadtbetrieb sind naturgemäß schwer zu kalkulieren. Genau das kritisiert der Steuerzahlerbund aber auch: Die Stadt habe die Risiken über Jahre hinweg immer wieder unterschätzt, statt frühzeitig realistische Zahlen zu kommunizieren.

Fall 2: Thurner Hof – seit 2008 saniert, bis heute leer

Deutlich kleiner im Volumen, aber nicht weniger ärgerlich: der Thurner Hof im Stadtteil Dellbrück. Die Stadt Köln saniert das historische Herrenhaus nach Angaben des Steuerzahlerbunds seit 2008 – mit Kosten von mittlerweile über 800.000 Euro. Vereine, Bürgerinnen und Bürger sowie die Volkshochschule wollen das Gebäude wie früher wieder nutzen. Ob es dazu kommt, ist offen: Eine Wiedereröffnung gilt als fraglich, unter anderem weil ein barrierefreier Zugang fehlt.

Ein Sprecher der Stadt Köln erklärte dazu laut Bund der Steuerzahler, die Verwaltung prüfe "intensiv eine alternative Nutzung für den Thurner Hof". Eine konkrete Zeitschiene für eine Lösung gibt es demnach nicht.

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Die zwei Kölner Fälle im Vergleich:
ProjektMiqua (Altstadt)Thurner Hof (Dellbrück)
Ursprüngliche Kostenca. 48 Mio. Euronicht beziffert
Aktuelle Kostenca. 190 Mio. Euroüber 800.000 Euro
Städtischer Anteilvon 28,8 auf über 156 Mio. Eurovollständig städtisch
Laufzeitseit ca. 2008, Eröffnung Ende 2027 geplantseit 2008, bis heute ungenutzt

Was der Bund der Steuerzahler kritisiert

Der Bund der Steuerzahler veröffentlicht sein Schwarzbuch "Die öffentliche Verschwendung" jedes Jahr im Herbst. Die Fälle stammen aus Hinweisen von Bürgerinnen und Bürgern sowie eigener Recherche der Landesverbände, werden vor Veröffentlichung den zuständigen Behörden zur Stellungnahme vorgelegt. In der aktuellen Ausgabe 2025/2026 sind allein aus Nordrhein-Westfalen 16 Fälle gelistet – von Aachen über Bonn und Monheim bis Siegburg.

Der Verband selbst betont, dass nicht jeder gelistete Fall automatisch "Verschwendung" im engeren Sinn ist – teils handelt es sich um Planungsfehler, teils um politische Fehlentscheidungen, teils um Kostenexplosionen bei komplexen Bauprojekten. Gemeinsam ist allen Fällen: Am Ende zahlt die Allgemeinheit die Differenz.

ZenNews24 startet Serie "Steuerverschwendung vor Ort"

Mit diesem Artikel beginnt eine neue Serie, in der ZenNews24 dokumentierte Fälle aus dem Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler regional aufbereitet – jeweils mit Quellenangabe, Hintergrund und Einordnung. Weitere NRW-Fälle aus der aktuellen Ausgabe, die in den kommenden Wochen folgen: die Beethovenhalle Bonn (sechs Jahre Verzug, Kostenexplosion um das Fünffache), das Kulturzentrum in Monheim (50 Millionen Euro ohne Ausschreibung), leerstehende Bahnwaggons in Siegburg sowie eine seit 40 Jahren genutzte Abkürzung in Bonn, die die Stadt plötzlich absperrte.

Wer selbst einen Fall aus der eigenen Nachbarschaft kennt, kann ihn direkt beim Bund der Steuerzahler melden – der Verband nimmt Hinweise über sein Online-Formular entgegen und recherchiert sie nach.

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Quelle: Bund der Steuerzahler NRW
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