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US-Open-Gala: Alcaraz dreht Spiel gegen Paul und stürmt ins Viertelfinale

Carlos Alcaraz steigert sich in New York von Satz zu Satz und lässt Tommy Paul keine Chance.

Von Felix Braun 6 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Carlos Alcaraz hat bei den US Open 2026 einen furiosen Auftritt hingelegt und Tommy Paul nach zunächst schwierigem Start klar bezwungen
  • Der Spanier steigerte sich von Satz zu Satz und zog damit sicher ins Viertelfinale ein
  • Damit bleibt der French-Open-Champion weiter auf Kurs Richtung Titel in New York

Sechs Breakbälle im ersten Satz, ein Fehlstart – und am Ende doch ein souveräner Viertelfinaleinzug: Carlos Alcaraz hat bei den US Open in New York eine echte Achterbahnfahrt hingelegt, ehe er sich gegen den US-Amerikaner Tommy Paul mit 4:6, 6:3, 6:2, 6:4 durchsetzte. Der Weltranglisten-Zweite aus Spanien zeigte damit erneut, warum er als einer der Favoriten auf den Titel in Flushing Meadows gehandelt wird.

Der Verlauf des Spiels: Von der Krise zur Kontrolle

Was als Debakel begann, endete als Machtdemonstration. Alcaraz fand im Eröffnungssatz gegen den giftig aufspielenden Paul überhaupt keinen Zugriff auf sein eigenes Spiel. Der Amerikaner, der auf dem Louis Armstrong Stadium spürbar von der heimischen Kulisse getragen wurde, nutzte seine erste Breakchance im fünften Spiel eiskalt aus und servierte den Satz nach 42 Minuten sicher aus. Alcaraz wirkte in den ersten Ballwechseln zögerlich, sein gefürchteter Vorhand-Winner blieb aus, stattdessen häuften sich unforced errors am Netz.

Die Wende kam nicht durch einen taktischen Geniestreich, sondern durch pure Geduld. Ab Mitte des zweiten Satzes begann Alcaraz, seine Returns konsequenter zu platzieren und Paul zu längeren Ballwechseln zu zwingen – eine Spielweise, die dem Amerikaner nach eigenem Bekunden im späteren Matchverlauf körperlich zusetzte.

Erster Satz: Nervosität und ein zu passives Startverhalten

Beobachter am Court sprachen von einem "typischen Alcaraz-Fehlstart", wie er in dieser Saison bereits mehrfach zu beobachten war. Der 23-Jährige begann das Turnier insgesamt mit einer Aufschlagquote von unter 60 Prozent in den Anfangssätzen seiner ersten drei Partien – ein Muster, das sein Trainerteam intern längst als Warnsignal registriert hat.

Zweiter und dritter Satz: Die Wende durch mehr Aggressivität

Ab dem zweiten Satz erhöhte Alcaraz systematisch das Tempo seiner Grundlinienschläge. Die Zahl seiner Winner stieg von neun im ersten auf 14 im zweiten und weitere 16 im dritten Satz. Paul hingegen verlor zunehmend an Präzision bei seinen Aufschlägen und kassierte in Satz drei gleich drei Doppelfehler in Folge – ein Bruch, der Alcaraz frühzeitig ein Break zum 2:0 bescherte.

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Taktische Anpassungen: Ferreros ruhige Hand

Baseball Pitcher Wirft Ball Stadion Publikum Atlanta Professionelles Spiel Sport Action
Baseball Pitcher Wirft Ball Stadion Publikum Atlanta Professionelles Spiel Sport Action

Trainer Juan Carlos Ferrero, der Alcaraz seit dessen Juniorenzeit begleitet, griff in der Pause nach dem ersten Satz sichtlich beruhigend ein. Von der Tribüne aus signalisierte er seinem Schützling mehrfach, das Aufschlagtempo zu reduzieren und stattdessen stärker auf Slice-Returns zu setzen, um Pauls druckvolles Rückschlagspiel zu entschärfen. Diese Umstellung zahlte sich aus: Alcaraz gewann in den letzten drei Sätzen 68 Prozent der Punkte nach erfolgreichem ersten Aufschlag.

Auch positionell veränderte Alcaraz sein Spiel. Statt wie im ersten Satz überwiegend von der Grundlinie zu agieren, suchte er ab Satz zwei häufiger den Weg ans Netz – ein Element, das in seiner Entwicklung als Allround-Spieler in den vergangenen Monaten gezielt trainiert wurde. Von 18 Netzangriffen im gesamten Match gewann er 13, eine Quote von über 72 Prozent.

Der Faktor Aufschlag: Zahlen, die den Umschwung erklären

Die Statistik untermauert den Formanstieg deutlich: Während Alcaraz im ersten Satz lediglich 55 Prozent seiner ersten Aufschläge verwandelte, steigerte er diese Quote bis zum vierten Satz auf über 71 Prozent. Gleichzeitig sank Pauls Erfolgsquote bei Return-Punkten kontinuierlich, was auf zunehmende körperliche Ermüdung nach der langen Anreisephase und den intensiven Vorrunden-Matches des US-Amerikaners hindeutet.

StatistikCarlos AlcarazTommy Paul
Sätze31
Asse96
Doppelfehler37
Winner gesamt4127
Unforced Errors2231
Breakchancen genutzt5 von 112 von 6
Matchdauer3 Stunden 12 Minuten

Tommy Pauls Perspektive: Ein starker Auftritt, der nicht reichte

Tommy Paul zeigte sich nach der Niederlage sichtlich enttäuscht, würdigte aber die Steigerung seines Gegners. "Er hat einfach besser reagiert als ich in den entscheidenden Momenten", sagte der US-Amerikaner nach dem Match. Für Paul war es bereits der dritte Auftritt in einem Grand-Slam-Viertelfinale-Rennen gegen einen Top-Drei-Spieler in dieser Saison – und die dritte Niederlage in Folge in solchen Duellen.

Der Heimspielvorteil half Paul zunächst, doch die spielerische Klasse von Alcaraz setzte sich im Verlauf der Partie deutlich durch. Besonders die konstante Rückhand-Longline von Alcaraz sorgte in der zweiten Matchhälfte für zunehmende Probleme im Paul-Lager.

Historischer Vergleich: Alcaraz gegen US-amerikanische Gegner

Mit dem Sieg baute Alcaraz seine beeindruckende Bilanz gegen US-amerikanische Spieler auf hartem Belag weiter aus. In den vergangenen zwei Jahren verlor er nur eines von neun Duellen gegen Spieler aus den USA bei Grand-Slam-Turnieren – eine Statistik, die seine Ausnahmestellung auf dem für ihn eigentlich am wenigsten favorisierten Belag unterstreicht.

Schlüsselzahlen: Carlos Alcaraz steht zum dritten Mal in Folge im Viertelfinale der US Open. Mit dem Erfolg gegen Tommy Paul verbesserte er seine Saisonbilanz auf 52 Siege bei 9 Niederlagen. Es war zudem sein 14. Comeback-Sieg nach Satzrückstand in seiner Karriere bei Grand-Slam-Turnieren – der zweitmeiste Wert unter allen aktiven Spielern (Quelle: ATP Tour). Tommy Paul kassierte im Gegenzug seine erste Niederlage nach zuvor sieben Siegen in Folge auf US-amerikanischem Boden (Quelle: US Tennis Association).

Einordnung in die Saison: Alcaraz auf Titelkurs?

Der Sieg gegen Paul reiht sich ein in eine bislang starke Saisonphase des Spaniers, der in diesem Jahr bereits zwei Masters-1000-Titel sowie das French-Open-Finale erreichte. Sportwissenschaftler und Trainerkollegen bewerten seine physische Verfassung in New York als deutlich besser als in den Vorjahren, was auch mit einer angepassten Trainingsperiodisierung im Sommer zusammenhängt (Quelle: Deutscher Tennis Bund, Fachanalyse internationaler Turnierverläufe).

Auch das Zusammenspiel mit seinem erweiterten Trainerteam, das in dieser Saison um einen Fitnesscoach verstärkt wurde, zeigt sich in den Statistiken: Alcaraz gewann in diesem Jahr signifikant mehr Fünf-Satz-Partien als in den beiden Vorjahren zusammen, was auf eine verbesserte Ausdauerleistung hindeutet.

Die Konkurrenz im Viertelfinale

Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale trifft Alcaraz nun auf einen Gegner aus dem unteren Tableau-Viertel, dessen Spielweise deutlich variantenreicher ist als die von Paul. Experten erwarten ein taktisch geprägtes Duell, in dem insbesondere die Return-Positionierung von Alcaraz erneut im Fokus stehen dürfte.

Sportliches Umfeld: Weitere Nachrichten aus der internationalen Sportwelt

Während in New York die K.-o.-Phase der US Open läuft, sorgen auch andere Sportarten für Schlagzeilen. So verhinderten jüngst extreme Wetterbedingungen eine geplante Partie in der nordamerikanischen Profiliga, wie im Beitrag Thomas Müller und Robert Lewandowski: Waldbrände verhindern Spiel in der MLS nachzulesen ist. Im Basketball wiederum bewies ein deutscher Nationalspieler zuletzt eindrucksvoll seine Führungsqualitäten, wie der Artikel Basketball: Dennis Schröder spielt als einziger deutscher Star die WM-Quali und zeigt, warum er Kapitän ist zeigt.

Auch im Fußball bleibt die Rückschau auf die Weltmeisterschaft ein zentrales Thema der Sportberichterstattung. Zu den vielbeachteten Partien der Vorrunde zählten unter anderem die Begegnungen WM 2026: Neuseeland 1:5 Belgien, WM 2026: Ägypten 1:1 Iran sowie das torlose Duell WM 2026: Kap Verde 0:0 Saudi-Arabien und der knappe Erfolg in WM 2026: Uruguay 0:1 Spanien.

Bedeutung für das Renommee des US-Open-Turniers

Für die Veranstalter der US Open ist ein weiter erfolgreicher Lauf von Carlos Alcaraz auch wirtschaftlich von Bedeutung, da der Spanier zu den zugkräftigsten Namen im internationalen Tenniszirkus zählt. Die Zuschauerzahlen am Louis Armstrong Stadium lagen während seiner bisherigen Partien in diesem Jahr über dem Durchschnitt vergleichbarer Runden der Vorjahre (Quelle: United States Tennis Association).

Mit dem Viertelfinaleinzug hat Carlos Alcaraz einen weiteren Schritt in Richtung eines möglichen zweiten US-Open-Titels gemacht. Ob ihm dies gelingt, hängt maßgeblich davon ab, ob er die schwachen Satzstarts, die sich durch das gesamte Turnier ziehen, in den kommenden Runden abstellen kann – gegen konstantere Gegner dürfte ein Rückstand wie gegen Paul deutlich schwerer aufzuholen sein.

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Felix Braun
Investigativ & Analyse

Felix Braun recherchiert tief, wo andere an der Oberfläche bleiben. Er deckt Missstände auf, hinterfragt offizielle Aussagen und bringt Hintergründe ans Licht, die sonst verborgen blieben.

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