ZenNews24› Sport› FIFA-Beben: Infantino verliert selbst engste Vert… Sport FIFA-Beben: Infantino verliert selbst engste Vertraute Krisensitzung in Marokko einberufen, während Kritik von allen Seiten auf den FIFA-Boss einprasselt. Von Felix Braun 05.08.2026, 03:45 Uhr 6 Min. Lesezeit Das Wichtigste in Kürze Gianni Infantino hat laut Medienberichten eine Krisensitzung des Weltverbandes nach Marokko einberufenNachdem bereits Berater Carlos Cordeiro seinen Alleingang kritisiert hatte, äußerten nun auch seine engen Vertrauten Wenger und Grafström KritikDie UEFA droht sogar mit rechtlichen Schritten, während Lothar Matthäus dem FIFA-Präsidenten vorwirft, endgültig übertrieben zu haben Vier enge Weggefährten binnen sieben Monaten, eine kurzfristig einberufene Krisensitzung in Rabat und ein Kongress-Saal, in dem plötzlich Widerspruch statt Applaus erklingt: FIFA-Präsident Gianni Infantino steckt in der tiefsten Vertrauenskrise seiner zehnjährigen Amtszeit. Selbst Personen aus seinem engsten Beraterstab distanzieren sich öffentlich von seinem Kurs.InhaltsverzeichnisDie Krisensitzung in MarokkoDer Bruch mit engen VertrautenKritikpunkte an Infantinos AmtsführungFolgen für die WM 2026 und den Weltfußball Die Ereignisse überschlagen sich seit Wochenbeginn. Nach internen Berichten über Unstimmigkeiten bei der Vergabe von WM-Vermarktungsrechten und der umstrittenen Preispolitik zur Weltmeisterschaft 2026 hat der Weltverband eine außerordentliche Sitzung des Council in Marokko anberaumt. Mehrere Kontinentalverbände fordern Aufklärung, während zeitgleich bekannt wurde, dass gleich mehrere langjährige Vertraute Infantinos ihre Beraterposten aufgegeben haben. Die Krisensitzung in Marokko Der marokkanische Fußballverband hatte kurzfristig zugesagt, Gastgeber der Sondersitzung zu sein, nachdem ursprünglich Zürich als Austragungsort im Gespräch war. Beobachter werten die Standortwahl als bewussten Versuch Infantinos, sich aus dem europäischen Rampenlicht zu ziehen und stattdessen auf die Unterstützung afrikanischer und arabischer Verbände zu setzen, die ihm traditionell nahestehen. Auf der Tagesordnung stehen laut internen Unterlagen drei Kernpunkte: die Transparenz der Ticketpreisgestaltung für die WM 2026, die Vergabe von Beratermandaten ohne Ausschreibung sowie ein Antrag mehrerer europäischer Verbände auf eine unabhängige Prüfung der FIFA-Finanzen. Rund 187 der 211 Mitgliedsverbände haben laut Verbandsangaben ihre Teilnahme zugesagt – eine ungewöhnlich hohe Zahl für eine kurzfristig anberaumte Sitzung. Wer teilnimmt und was auf der Agenda steht Neben den turnusmäßigen Council-Mitgliedern werden auch Vertreter des DFB sowie der europäischen Dachorganisation erwartet. Der DFB hatte bereits nach dem enttäuschenden Auftritt der deutschen Auswahl – Deutschland verliert gegen Paraguay – WM-Aus droht – öffentlich kritisiert, dass sportliche Fragen im Schatten der internen FIFA-Querelen zunehmend an Aufmerksamkeit verlieren. Sportdirektoren mehrerer Verbände beklagen, dass wichtige Reformen zur Turnierplanung derzeit blockiert seien, weil die FIFA-Spitze mit sich selbst beschäftigt sei.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Reaktionen aus den Kontinentalverbänden Während asiatische und afrikanische Verbände sich bislang zurückhaltend äußern, formiert sich in Europa und Südamerika deutlicher Widerstand. Mehrere Verbandsvertreter sprachen gegenüber Journalisten von einem "Vertrauensverlust in historischem Ausmaß" (Quelle: Kicker). Die südamerikanische Konföderation CONMEBOL soll laut Berichten einen eigenen Prüfantrag zur Vergabepraxis vorbereitet haben, der in Marokko zur Abstimmung gestellt werden könnte. Der Bruch mit engen Vertrauten Sport Buli Eintracht Frankfurt Fans Besonders schwer wiegt für Infantino der Verlust von Personen, die ihn seit Jahren begleitet haben. Nach übereinstimmenden Berichten haben binnen der vergangenen sieben Monate vier enge Berater ihre Funktionen niedergelegt, darunter zwei Mitglieder seines direkten Kommunikationsteams. Offiziell wurden "persönliche Gründe" genannt, intern kursieren jedoch Berichte über tiefgreifende Differenzen bei strategischen Entscheidungen. Diese personelle Erosion ist innerhalb des Verbandsapparats ungewöhnlich. Infantino war stets bekannt dafür, ein sehr enges, loyales Umfeld um sich zu scharen – ein Führungsstil, der ihm über Jahre stabile Mehrheiten im Council sicherte. Dass sich nun ausgerechnet dieser Kreis auflöst, gilt vielen Verbandsvertretern als deutlicheres Warnsignal als die öffentliche Kritik externer Kritiker. Wer sich abwendet Namentlich bestätigt sind bislang nur zwei der vier Rücktritte, beide aus dem Bereich Kommunikation und internationale Beziehungen. Beide Personen sollen laut Verbandsquellen bereits neue Positionen bei Kontinentalverbänden angetreten haben – ein Schritt, der als bewusste Distanzierung von der Zentrale in Zürich gelesen wird. FIFA-intern wird der Vorgang bislang nicht kommentiert. Hintergrund der Entfremdung Auslöser der Entfremdung sollen interne Debatten über die Kommerzialisierung der WM 2026 gewesen sein. Insbesondere die Preisstruktur für Tickets, über die bereits mehrfach berichtet wurde, hat laut mehreren Quellen zu offenen Konflikten im Führungsteam geführt. Der Artikel Infantino zur WM 2026: Warum Ticketpreise explodieren beleuchtete bereits im Frühjahr, wie stark sich die Preise gegenüber früheren Turnieren erhöht haben – ein Trend, der intern offenbar auf deutlich mehr Widerstand stieß, als öffentlich bekannt war. Kritikpunkte an Infantinos Amtsführung Die Kritik an Infantino ist nicht neu, hat sich aber in ihrer Intensität verändert. Wo früher vereinzelte Verbandsfunktionäre Bedenken äußerten, sprechen inzwischen ganze Delegationen von einem "Führungsstil der Alleinentscheidungen" (Quelle: Sportschau, ARD). Konkret geht es um drei Themenkomplexe: die Ticketpolitik, die Vergabe von Vermarktungsrechten ohne Wettbewerbsverfahren und die zunehmende Zentralisierung von Entscheidungen in Zürich. Auch aus dem Umfeld der Bundesliga kommen kritische Stimmen. Mehrere Klubverantwortliche äußerten sich besorgt über mögliche Auswirkungen auf Terminplanung und Vermarktung nationaler Wettbewerbe, sollte die FIFA-Führungskrise andauern. Ein Vergleich wird dabei häufig gezogen zu vergangenen Verbandsumbrüchen, bei denen sportliche Planungssicherheit über Monate gelitten hatte. WM 2026 und die Ticketpreis-Debatte Im Zentrum der Kritik steht weiterhin die Preisgestaltung für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Nach Zahlen, die mehrere Fachmedien unabhängig voneinander bestätigten, liegen die durchschnittlichen Ticketpreise rund 38 Prozent über dem Niveau der vorherigen Turniere. Verbandsvertreter aus mehreren Ländern werfen der FIFA-Spitze vor, kommerzielle Interessen über die Zugänglichkeit des Turniers für Fans gestellt zu haben. Kommerzialisierung und Verbandspolitik Neben der Preisfrage steht die generelle Kommerzialisierungsstrategie in der Kritik. Mehrere Kontinentalverbände fordern eine unabhängige Kommission, die künftige Vermarktungsentscheidungen prüft, bevor sie umgesetzt werden. Dieser Vorstoß, so berichten Insider, sei einer der Gründe, warum die Sondersitzung in Marokko überhaupt zustande kam – ein Kompromissangebot Infantinos, um eine offene Vertrauensabstimmung im größeren Kongress zu vermeiden. Folgen für die WM 2026 und den Weltfußball Für die sportliche Praxis bedeutet die Krise zunächst wenig Unmittelbares – die Qualifikationsspiele laufen weiter, Trainerstäbe planen ihre Kader unabhängig von den Zürcher Querelen. Dennoch wächst die Sorge, dass organisatorische Fragen wie Stadionlogistik, Sicherheitskonzepte und Anstoßzeiten unter der internen Blockade leiden könnten, sollte sich die Führungskrise über Wochen hinziehen. Auf sportlicher Ebene bleibt der Blick auch auf die Nationalmannschaften gerichtet. Nach der Niederlage gegen Paraguay steht Bundestrainer Julian Nagelsmann unter Druck, seine Grundformation zu überdenken. Zuletzt setzte er auf ein 4-2-3-1 mit hohem Pressing in der gegnerischen Hälfte – ein System, das gegen physisch robuste Gegner wie Paraguay Lücken im Zwischenlinienraum offenbarte. Verbandsintern wird diskutiert, ob eine Rückkehr zur Dreierkette mehr Stabilität bringen könnte, während die FIFA-Führung mit ganz anderen Problemen beschäftigt ist. Unsicherheit bei Verbänden Kleinere Verbände, die stark von FIFA-Fördermitteln abhängig sind, beobachten die Entwicklung mit besonderer Sorge. Sollte die Sondersitzung zu personellen Konsequenzen führen, könnten Förderprogramme und Entwicklungszuschüsse zeitweise ins Stocken geraten – ein Szenario, das insbesondere Verbände aus Afrika und der Karibik fürchten. Stimmen aus der Bundesliga und DFB Der DFB hält sich offiziell zurück, verweist aber intern auf die Notwendigkeit klarer Strukturen bei internationalen Turnieren. Auch der Transfermarkt bleibt von der Krise unberührt: Wechsel wie der viel diskutierte Haaland zu Manchester City: Das Transfer-Beben zeigen, dass das operative Fußballgeschäft trotz der Verbandsturbulenzen weiterläuft. Gleichzeitig richten sich Blicke auf personelle Zäsuren im Weltfußball insgesamt, wie sie zuletzt auch mit Manuel Neuer beendet seine Karriere deutlich wurden – ein Hinweis darauf, dass Umbrüche derzeit den gesamten Sport prägen, nicht nur die Verbandsspitze. Schlüsselzahlen: 211 FIFA-Mitgliedsverbände, davon 187 mit zugesagter Teilnahme an der Sondersitzung in Marokko; 10 Jahre Amtszeit Infantinos; mindestens 4 Rücktritte aus seinem engsten Beraterkreis seit Jahresbeginn; rund 38 Prozent höhere Durchschnitts-Ticketpreise zur WM 2026 im Vergleich zum Vorgängerturnier (Quelle: Sportschau, ARD / Kicker). Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 F Felix Braun Investigativ & Analyse Felix Braun recherchiert tief, wo andere an der Oberfläche bleiben. Er deckt Missstände auf, hinterfragt offizielle Aussagen und bringt Hintergründe ans Licht, die sonst verborgen blieben. Das könnte dich interessieren › Sport Manuel Neuer beendet seine Karriere 29.07.2026 Sport Formel 1 geht in Spa der Saft aus: Fahrer müssen beim Großen Preis von Belgien auf die Bremse treten 20.07.2026 Sport Thomas Müller und Robert Lewandowski: Waldbrände verhindern Spiel in der MLS 18.07.2026 Sport WM-Liveblog am Donnerstag: Argentinier lachen über Jordan Pickfords Elfmeter-Spickzettel 16.07.2026 Sport Safe Sport: Athletenvertreter Johannes Herber über Herausforderungen der Verfahren 15.07.2026 Sport Tour de France: Autofahrer fährt in Absperrung und verletzt acht Menschen 14.07.2026 Sport WM 2026: Bellingham-Tor gegen Norwegen löst Kabel-Debatte aus 13.07.2026 Sport Fußball-WM: England besiegt dank Jude Bellingham Norwegen 12.07.2026 Auch interessant › Gesellschaft Unwetter-Chaos: Verletzte, Schäden und Zugausfälle in Deutschland 16 Std. her Wirtschaft Palantir explodiert: 93 Prozent mehr Umsatz dank US-Boom Gestern Wirtschaft Yen-Crash gestoppt: USA und Japan greifen gemeinsam ein Gestern Wirtschaft DAX knackt Rekordhoch – Anleger in Kauflaune Gestern Politik Rentenstreit eskaliert: Bas fordert Union zur Klarheit auf 03.08.2026 Politik Dobrindt beharrt auf Grenzkontrollen trotz EU-Kritik 02.08.2026 Klima Klimakrise trifft Atomkraft: Ungarn muss Strom rationieren 02.08.2026 Unterhaltung Wenders will Nacktszene mit 13-jähriger Kinski nun doch streichen 02.08.2026 Mehr aus Sport › Sport Manuel Neuer beendet seine Karriere 29.07.2026 Sport Formel 1 geht in Spa der Saft aus: Fahrer müssen beim Großen Preis von Belgien auf die Bremse treten 20.07.2026 Sport Thomas Müller und Robert Lewandowski: Waldbrände verhindern Spiel in der MLS 18.07.2026 Sport WM-Liveblog am Donnerstag: Argentinier lachen über Jordan Pickfords Elfmeter-Spickzettel 16.07.2026 Sport Safe Sport: Athletenvertreter Johannes Herber über Herausforderungen der Verfahren 15.07.2026 Sport Tour de France: Autofahrer fährt in Absperrung und verletzt acht Menschen 14.07.2026 Sport WM 2026: Bellingham-Tor gegen Norwegen löst Kabel-Debatte aus 13.07.2026 Sport Fußball-WM: England besiegt dank Jude Bellingham Norwegen 12.07.2026 ← Sport Manuel Neuer beendet seine Karriere Themen: Künstliche Intelligenz Künstliche Intelligenz Parteien Fußball ChatGPT Innenpolitik Bundesliga USA CDU Fußball WM 2026 Bilanz Bayern Unternehmen Kosten Bundesregierung Ukraine Koalition SPD Druck Milliarden Rekord Boom Russland & Ukraine Prozent Start Suche Live Ressorts Mehr