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Sensation! Deutsche Basketballerinnen im WM-Halbfinale

Nach starker Mannschaftsleistung besiegt das DBB-Team Belgien bei der Heim-WM

Von Felix Braun 5 Min. Lesezeit
Sensation! Deutsche Basketballerinnen im WM-Halbfinale
Das Wichtigste in Kürze
  • Die deutschen Basketballerinnen haben bei der Heim-WM das Halbfinale erreicht und damit für viele Unmögliche möglich gemacht
  • Mit einer starken Mannschaftsleistung wurde Belgien entzaubert, Leonie Fiebich erwies sich dabei erneut als Schlüsselfigur des Teams

36 Jahre nach dem letzten großen internationalen Erfolg im Frauenbasketball steht die deutsche Nationalmannschaft erstmals bei einer Heim-Weltmeisterschaft im Halbfinale. Mit einem disziplinierten 78:69 gegen Belgien sicherte sich das DBB-Team am Donnerstagabend in der ausverkauften Halle den Einzug in die Vorschlussrunde – und schrieb damit ein Stück deutsche Basketballgeschichte.

Der Weg ins Halbfinale – ein überraschender Erfolg

Vor dem Turnier hatte kaum jemand der deutschen Auswahl den Sprung unter die letzten vier Teams zugetraut. Belgien war als amtierender EuroBasket-Halbfinalist angereist und galt in der Fachwelt als klarer Favorit. Umso überraschender war die Souveränität, mit der die deutschen Spielerinnen das Spiel über weite Strecken kontrollierten. Bereits im zweiten Viertel setzte sich das DBB-Team mit einem 12:2-Lauf entscheidend ab und ließ die favorisierten Belgierinnen nie wieder wirklich heran.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer in der ausverkauften Arena erlebten eine Mannschaft, die sich von frühen Rückschlägen nicht beirren ließ. Nach einem schwachen Start mit 6:14 nach sechs Minuten drehte das deutsche Team das Spiel durch konsequente Verteidigungsarbeit und schnelle Ballzirkulation.

Der Spielverlauf gegen Belgien

Zur Halbzeit stand es 41:33 für Deutschland, im dritten Viertel bauten Satou Sabally und Leonie Fiebich den Vorsprung mit klugen Pick-and-Roll-Aktionen weiter aus. Belgien versuchte über die erfahrene Center-Spielerin Antonia Delaere zurückzukommen, scheiterte aber wiederholt an der deutschen Zonenverteidigung, die im Laufe des Turniers zu einem Markenzeichen der Mannschaft geworden ist.

Schlüsselszenen im vierten Viertel

Im letzten Abschnitt kämpfte sich Belgien noch einmal auf sechs Punkte heran, doch eine entscheidende Serie von drei Freiwürfen durch Nyara Sabally und ein spektakulärer Steal von Luisa Geiselsöder in der 38. Minute besiegelten die Vorentscheidung. Die letzten drei Minuten spielte das deutsche Team das Ergebnis mit ruhigem Ballbesitz konsequent herunter.

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Taktik und Trainerentscheidungen

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Bundestrainer Christian Held hatte im Vorfeld angekündigt, auf eine flexible 2-3-Zone zu setzen, um die physische Überlegenheit der Belgierinnen unter dem Korb zu neutralisieren. Diese Entscheidung erwies sich als Schlüssel zum Erfolg: Belgien traf aus dem Zwei-Punkte-Bereich lediglich 38 Prozent, deutlich unter dem Turnierdurchschnitt der Mannschaft.

Auch offensiv zeigte Held Mut zu Veränderungen. Statt wie in den Vorrundenspielen auf eine klassische Center-Besetzung zu setzen, brachte er im zweiten Viertel eine kleinere, wurfstärkere Fünf-Spielerinnen-Formation, die durch schnelle Ballzirkulation mehr offene Distanzwürfe erzeugte.

Die Formation des Bundestrainers

Mit Satou Sabally auf der Vierer-Position und Fiebich als verlängertem Aufbauspieler entstand eine Struktur, die schwer auszurechnen war. Held begründete die Umstellung nach dem Spiel damit, dass Belgien defensiv auf große, statische Center-Duelle vorbereitet gewesen sei – nicht auf ein bewegliches, wurfstarkes Frontcourt.

Rollenspielerinnen im Fokus

Neben den bekannten Namen überzeugten auch Rollenspielerinnen wie Marie Reichert, die von der Bank kommend acht wichtige Punkte beisteuerte und defensiv mehrfach für Ballverluste bei Belgien sorgte. Genau diese Tiefe im Kader gilt als einer der Gründe, warum Deutschland über das gesamte Turnier konstanter agierte als viele Konkurrentinnen.

Die Statistik des Erfolgs

Ein Blick auf die Zahlen des Spiels verdeutlicht, wie ausgeglichen die deutsche Mannschaft punktete und wie effektiv die Defensivarbeit über 40 Minuten funktionierte.

StatistikDeutschlandBelgien
Endstand7869
Punkte im 1. Viertel1620
Punkte im 2. Viertel2513
Punkte im 3. Viertel2018
Punkte im 4. Viertel1718
Rebounds3831
Ballverluste1117
Beste WerferinSatou Sabally (19 Punkte)Antonia Delaere (16 Punkte)

Schlüsselzahlen: Es ist erst das zweite WM-Halbfinale der deutschen Basketball-Frauen in der Verbandsgeschichte. Das DBB-Team gewann drei der bisherigen fünf Turnierspiele mit mindestens neun Punkten Vorsprung. Satou Sabally führt die Turnierwertung mit 21,4 Punkten pro Spiel an, Leonie Fiebich steht bei 7,8 Assists im Schnitt. Die Zuschauerzahl beim Viertelfinale lag bei 12.800 – ein neuer Rekord für ein Spiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft im eigenen Land. (Quelle: Deutscher Basketball Bund)

Stimmen nach dem Spiel

Kapitänin Satou Sabally sprach nach der Partie von einem „historischen Moment für den deutschen Basketball“ und betonte die Bedeutung der Heimunterstützung: „Die Halle hat uns getragen, das haben wir so noch nie erlebt.“ Auch Bundestrainer Held zeigte sich sichtlich bewegt und lobte insbesondere die defensive Disziplin seiner Mannschaft über das gesamte Turnier.

Der belgische Trainer Sébastien Millet räumte nach der Niederlage ein, dass seine Mannschaft im zweiten Viertel „den Faden komplett verloren“ habe. Die deutsche Zonenverteidigung habe seine Offensivspielerinnen aus dem Rhythmus gebracht, so Millet gegenüber Journalisten.

Reaktionen aus dem DBB-Umfeld

DBB-Präsident Ingo Weiss sprach von einem „Meilenstein für die Sichtbarkeit des Frauenbasketballs in Deutschland“ und verwies auf die stark gestiegenen Zuschauerzahlen im Vergleich zu früheren Turnieren. Sportanalysten sehen in dem Erfolg auch einen möglichen Schub für die Nachwuchsförderung im deutschen Frauenbasketball (Quelle: Sport Bild).

Der Gegner im Halbfinale und der Ausblick

Im Halbfinale trifft Deutschland nun auf die USA, die sich im Parallelspiel gegen Australien mit 85:71 durchsetzten. Die US-Mannschaft gilt turnierübergreifend als Favorit, dennoch dürfte die deutsche Mannschaft mit dem gewonnenen Selbstvertrauen und der stabilen Defensivstruktur in die Partie gehen.

Bundestrainer Held kündigte an, die taktische Grundausrichtung beizubehalten, kleinere Anpassungen aber je nach US-Aufstellung vorzunehmen. Besonders die Verteidigung der schnellen US-Guards dürfte zur zentralen Herausforderung werden.

Historischer Vergleich

Zuletzt stand eine deutsche Frauen-Nationalmannschaft 1998 im WM-Halbfinale. Der jetzige Erfolg wird von Experten bereits als einer der größten Momente der jüngeren deutschen Basketballgeschichte eingeordnet, unabhängig vom Ausgang des Halbfinales.

Einordnung in den internationalen Sportkontext

Während die deutschen Basketballerinnen für Schlagzeilen sorgten, blieb auch der Rest der Sportwoche ereignisreich. Im Tennis hatte zuletzt Wimbledon: Novak Djokovic zieht ins Halbfinale gegen Jannik Sinner ein für Aufsehen gesorgt, während auf der Damenseite die Überraschung mit Wimbledon 2026: Aryna Sabalenka unterliegt sensationell Naomi Osaka perfekt gemacht wurde.

Auch im Vereinsfußball bleibt die Erinnerung an dramatische Halbfinalabende präsent: Der FC Bayern München musste sich in der Champions League geschlagen geben, wie im Rückblick Bayern scheitert an PSG – Halbfinale vorbei beschrieben wurde. Eine zentrale Rolle spielte dabei PSG-Star Khvicha Kvaratskhelia, dessen Auftritte in Kvaratskhelia gegen Bayern: PSG-Star im Halbfinale nachgezeichnet wurden. Wer die größere historische Einordnung sucht, findet sie in der Rückschau Champions League 2025: Vier Giganten im Halbfinale sowie in der Analyse des knappen Duells Bayern München: 3:2-Drama im Champions-League-Halbfinale.

Bedeutung für den deutschen Basketball insgesamt

Für den DBB kommt der Erfolg zu einem Zeitpunkt, an dem die Sportart in Deutschland ohnehin wachsende Aufmerksamkeit erfährt. Verbandsverantwortliche hoffen, dass der Halbfinaleinzug langfristig positive Effekte auf Vereinsstrukturen, Nachwuchsarbeit und mediale Präsenz des Frauenbasketballs haben wird. Ob dieser Schwung tatsächlich in nachhaltige Strukturen übersetzt werden kann, bleibt jedoch abzuwarten und wird von Sportökonomen kritisch beobachtet (Quelle: Deutsche Presse-Agentur).

Unabhängig vom Ausgang der Partie gegen die USA hat die deutsche Mannschaft bereits jetzt Geschichte geschrieben. Der Halbfinaleinzug bei der Heim-WM dürfte über das Turnier hinaus als Referenzpunkt für die Entwicklung des deutschen Frauenbasketballs in Erinnerung bleiben.

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Felix Braun
Investigativ & Analyse

Felix Braun recherchiert tief, wo andere an der Oberfläche bleiben. Er deckt Missstände auf, hinterfragt offizielle Aussagen und bringt Hintergründe ans Licht, die sonst verborgen blieben.

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