ZenNews24› Digital› Apple bringt endlich sein faltbares iPhone Digital Apple bringt endlich sein faltbares iPhone Sieben Jahre nach Samsung wagt Apple den Schritt zum Falt-Smartphone. Von Kai Richter 11.09.2026, 14:05 Uhr 7 Min. Lesezeit Das Wichtigste in Kürze Apple hat mit dem iPhone Duo offiziell sein erstes faltbares Smartphone vorgestellt, präsentiert von Neu-Chef John TernusDas Gerät ähnelt in seinem Design stark den koreanischen Konkurrenzmodellen von Samsung, setzt aber auf Apples gewohnte Software-Integration und Verarbeitungsqualität Sieben Jahre nachdem Samsung mit dem Galaxy Fold das erste massentaugliche Falt-Smartphone vorstellte, zieht Apple nach: Auf der Keynote in dieser Woche präsentierte der Konzern sein erstes faltbares iPhone. Damit beendet Apple eine der längsten Wartezeiten der jüngeren Smartphone-Geschichte – und stellt sich einer Frage, die Branchenbeobachter seit Jahren umtreibt: Kommt der Schritt zu spät, oder zum genau richtigen Zeitpunkt?InhaltsverzeichnisWarum Apple erst jetzt auf Falttechnik setztWas das faltbare iPhone technisch bietetKontext: Apples KI-Strategie und das FoldableDer Foldable-Markt im ÜberblickVergleich: Apple trifft auf etablierte Foldable-AnbieterEinordnung: Mehr als nur ein neues Gadget Das neue Gerät, intern als iPhone Fold gehandelt, faltet sich in der Mitte auf und verwandelt sich so von einem regulären Smartphone in ein kompaktes Tablet. Aufgeklappt misst der Bildschirm nach ersten Angaben rund acht Zoll in der Diagonale, zusammengeklappt bleibt das Gerät auf Hosentaschen-Format. Für Apple ist es der erste grundlegende Formfaktor-Wechsel seit Einführung des iPhone im Jahr 2007. Warum Apple erst jetzt auf Falttechnik setzt Samsung brachte sein erstes Falt-Smartphone bereits vor sieben Jahren auf den Markt, musste damals aber mit erheblichen Anfangsproblemen kämpfen: Displays gingen kaputt, Scharniere klemmten, Nutzer beschwerten sich über sichtbare Knickfalten in der Bildschirmmitte. Apple hat diese Lernkurve offenbar bewusst der Konkurrenz überlassen und wartete ab, bis sich die zugrunde liegende Technologie – flexible OLED-Panels und Scharnier-Mechanik – ausgereift hatte. Marktforscher sehen darin ein typisches Apple-Muster. Der Konzern gilt selten als Erfinder neuer Gerätekategorien, sondern eher als Unternehmen, das bestehende Technologien poliert und massentauglich macht. Das war bereits beim MP3-Player, beim Smartphone selbst und bei der Smartwatch so. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern folgt das faltbare iPhone demselben Muster. Die technische Hürde: Die Faltlinie Das größte technische Problem bei faltbaren Displays ist bis heute die sogenannte Faltlinie – jene Stelle in der Bildschirmmitte, an der sich das Display beim Zusammenklappen biegt. Bei früheren Geräten anderer Hersteller blieb dort oft eine sichtbare Kerbe oder ein spürbarer Knick zurück, der besonders bei seitlichem Blick auf den Bildschirm auffiel. Apple soll laut übereinstimmenden Berichten ein neues Scharnier-Design entwickelt haben, das die Faltlinie deutlich reduziert, indem das Display in einem größeren Radius gebogen wird statt in einem scharfen Knick. Ob dies im Alltag tatsächlich unsichtbar bleibt, werden erst unabhängige Tests nach Marktstart zeigen.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Was das faltbare iPhone technisch bietet Iphone 17 Leak Apple Smartphone Modern Design Technologie Produkt Nach ersten Informationen aus dem Apple-Umfeld verbaut das Unternehmen ein Innendisplay mit faltbarem OLED-Panel sowie ein kleineres Außendisplay, das im zusammengeklappten Zustand als reguläres Smartphone-Display dient. Diese Zwei-Bildschirm-Architektur ist bei faltbaren Geräten inzwischen Industriestandard und ermöglicht es, das Gerät sowohl als kompaktes Telefon als auch als aufgeklapptes Mini-Tablet zu nutzen. Als Prozessor kommt vermutlich der aktuelle A-Series-Chip zum Einsatz, wie er auch im regulären iPhone der aktuellen Generation verbaut ist – jenem Modell, das kürzlich vorab durchgesickert war, wie unser Artikel iPhone 17 geleakt: Das ist Apples neuer Star beschrieben hatte. Zusätzlich dürfte Apple Software-Anpassungen vornehmen, damit Apps beim Auf- und Zuklappen nahtlos zwischen den Bildschirmgrößen wechseln, ohne dass Inhalte neu geladen werden müssen. Software als Knackpunkt Ein faltbares Display allein macht noch kein gutes Produkt. Entscheidend ist, wie gut das Betriebssystem und die Apps mit dem variablen Formfaktor umgehen. Bei Android-Geräten war genau das über Jahre die größte Schwachstelle: Viele Apps waren schlicht nicht für große, quadratische Bildschirme optimiert und liefen im aufgeklappten Zustand mit riesigen schwarzen Rändern oder verzerrten Layouts. Apple hat mit iPadOS bereits Erfahrung im Umgang mit größeren Bildschirmen und Multitasking-Fenstern, was dem Unternehmen hier einen Vorteil verschaffen könnte. Entwickler wurden bereits im Vorfeld dazu angehalten, ihre Apps für das neue Format anzupassen. Kontext: Apples KI-Strategie und das Foldable Das faltbare iPhone erscheint nicht isoliert, sondern im Kontext einer umfassenderen Neuausrichtung der Produktpalette. Erst kürzlich hatte Apple mit Apple Intelligence eigene KI-Funktionen tief ins Betriebssystem integriert, wie im Artikel Apple Intelligence: KI-Features für iPhone angekündigt beschrieben. Der größere Bildschirm des Falt-iPhones dürfte diesen KI-Funktionen zugutekommen, etwa bei der Bearbeitung von Dokumenten, beim Multitasking zwischen mehreren Apps oder bei der Nutzung von Bild- und Videowerkzeugen, die von mehr Bildschirmfläche profitieren. Gleichzeitig zeigt sich, dass Apple sein Produktportfolio stärker ausdifferenziert als früher. Neben dem Einsteigermodell, das wir im Artikel iPhone SE 4 im Test: Apples günstigstes KI-Smartphone überzeugt eingeordnet hatten, und dem regulären Flaggschiff steht nun mit dem Foldable ein drittes, klar abgegrenztes Segment am oberen Ende der Preisskala. Diese Diversifizierung folgt einem Trend, den auch andere Hersteller seit Jahren verfolgen, um unterschiedliche Nutzergruppen und Preispunkte gezielt anzusprechen. Preis und Zielgruppe Berichten aus dem Zuliefer-Umfeld zufolge dürfte das faltbare iPhone deutlich oberhalb der bisherigen Topmodelle liegen, vermutlich im Bereich von 2.000 bis 2.500 Euro für die Basisversion. Damit richtet sich das Gerät klar an eine zahlungskräftige Nische aus Early Adoptern, Business-Nutzern und Technikbegeisterten, nicht an den Massenmarkt. Diese Preisstrategie deckt sich mit Analysen von Marktforschern, wonach faltbare Smartphones bislang selbst bei etablierten Anbietern nur einen einstelligen Prozentanteil am gesamten Smartphone-Markt ausmachen. Der Foldable-Markt im Überblick Um die Bedeutung von Apples Einstieg einzuordnen, lohnt ein Blick auf die bisherige Marktentwicklung. Laut Zahlen von IDC wurden weltweit im vergangenen Jahr rund 20 Millionen faltbare Smartphones verkauft – eine kleine, aber wachsende Nische im Vergleich zu den insgesamt über 1,2 Milliarden verkauften Smartphones weltweit. Gartner geht davon aus, dass sich dieser Anteil in den kommenden Jahren durch Apples Markteintritt deutlich beschleunigen könnte, da ein Großteil der iPhone-Nutzer bislang aus Sorge vor mangelnder Ökosystem-Kompatibilität von Android-Foldables abgesehen habe. Auch Statista verweist in aktuellen Erhebungen darauf, dass die Halbwertszeit früher Foldable-Generationen gering war: Displays mit sichtbaren Gebrauchsspuren und vergleichsweise hohe Reparaturkosten hätten das Vertrauen vieler Verbraucher gedämpft. Der Bitkom wiederum ordnet den Markteintritt Apples als Signal für die gesamte Branche ein: Wenn der größte und margenstärkste Smartphone-Hersteller der westlichen Welt in das Segment einsteigt, dürfte dies weitere Zulieferer und App-Entwickler dazu bewegen, in die Optimierung faltbarer Formate zu investieren. Was Konkurrenten bereits gelernt haben Samsung, Huawei, Honor und Google haben in den vergangenen Jahren verschiedene Ansätze bei Scharnieren, Displaybeschichtungen und Software-Anpassungen erprobt. Ein zentrales Learning aus dieser Zeit: Nutzer erwarten inzwischen, dass faltbare Geräte genauso robust sind wie klassische Smartphones, inklusive Staub- und Wasserschutz sowie einer Akkulaufzeit, die mit starren Modellen mithalten kann. Frühere Generationen mussten hier deutliche Abstriche hinnehmen. Apple dürfte diese Erfahrungswerte der Konkurrenz genutzt haben, um von Beginn an ein robusteres Produkt zu präsentieren, auch wenn unabhängige Langzeittests dies erst noch bestätigen müssen. Kerndaten: Apple stellt sein erstes faltbares iPhone sieben Jahre nach Samsungs Galaxy Fold vor. Das Gerät verfügt über ein Innendisplay von rund acht Zoll sowie ein kleineres Außendisplay, nutzt vermutlich den aktuellen A-Series-Chip und soll laut Brancheninformationen zwischen 2.000 und 2.500 Euro kosten. Weltweit wurden im vergangenen Jahr laut IDC rund 20 Millionen Foldables verkauft, bei insgesamt über 1,2 Milliarden verkauften Smartphones. Gartner erwartet durch Apples Einstieg einen deutlichen Wachstumsschub im Foldable-Segment. Vergleich: Apple trifft auf etablierte Foldable-Anbieter Um die Positionierung des neuen Geräts greifbarer zu machen, lohnt ein direkter Vergleich mit bereits etablierten Falt-Smartphones anderer Hersteller, die seit Jahren am Markt sind und mehrere Gerätegenerationen durchlaufen haben. MerkmalApple iPhone Fold (erwartet)Samsung Galaxy Z Fold (aktuell)Huawei Mate X (aktuell) Marktstart2026seit 2019, mehrere Generationenseit 2019, mehrere Generationen Innendisplayca. 8 Zoll, faltbares OLEDca. 7,6 Zoll, faltbares OLEDca. 7,9 Zoll, faltbares OLED BetriebssystemiOS mit Foldable-AnpassungenAndroid mit Samsung-OberflächeHarmonyOS Preissegmentca. 2.000-2.500 Euro (Schätzung)ca. 1.900-2.100 Euroca. 1.800-2.000 Euro Faltlinie sichtbarlaut Herstellerangaben reduziertbei seitlichem Blick teils sichtbarbei seitlichem Blick teils sichtbar Einordnung: Mehr als nur ein neues Gadget Der Schritt hin zum faltbaren iPhone lässt sich nicht isoliert betrachten, sondern reiht sich in eine längere Kette von Formfaktor-Experimenten der Smartphone-Branche ein. Nach Jahren, in denen sich Displaygrößen, Kamerazahl und Prozessorleistung als zentrale Verkaufsargumente erschöpft hatten, suchen Hersteller neue Wege, um Kaufanreize zu schaffen. Das faltbare Display ist dabei der bislang sichtbarste Versuch, die physische Form des Smartphones grundlegend zu verändern, nachdem der USB-C-Wechsel bei Apple, wie im Artikel iPhone 15 erscheint: Apple wechselt auf USB-C dokumentiert, eher eine Anpassung an regulatorische Vorgaben war als ein echter Innovationssprung. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass faltbare Smartphones bislang vor allem ein Nischenprodukt für technikaffine und zahlungskräftige Käufer geblieben sind. Ob Apple mit seiner Marktmacht und seinem Ökosystem aus App Store, iCloud und Zubehör tatsächlich einen Massenmarkt für Foldables schaffen kann, bleibt vorerst offen. Der Erfolg wird maßgeblich davon abhängen, wie gut Apps und Alltagsnutzung mit dem neuen Formfaktor harmonieren, und ob die versprochene Robustheit den ersten Praxistest übersteht. Auch abseits des Smartphone-Sektors zeigt sich derzeit, wie stark Hardware- und Software-Innovation zusammenwachsen, etwa im Bereich offener KI-Modelle, wie der Artikel Offene Modelle als Agenten: LM Studio bringt Bionic zeigt. Bereits vorab durchgesickerte Details Schon Monate vor der offiziellen Vorstellung waren zahlreiche Details zum Falt-iPhone durchgesickert, von Displaymaßen über Scharnier-Patente bis hin zu möglichen Farbvarianten. Diese Gerüchte hatten wir bereits im Artikel Falt-iPhone: Was Apple für sein erstes Foldable plant zusammengefasst. Ein Großteil dieser Vorabinformationen deckt sich nun mit den offiziellen Angaben, was zeigt, wie durchlässig Apples sonst notorisch abgeschottete Lieferkette in den vergangenen Monaten geworden ist. Ob sich das faltbare iPhone am Ende als bloßes Nischenprodukt für eine kleine, zahlungskräftige Käuferschicht erweist oder tatsächlich einen breiteren Wandel im Smartphone-Design anstößt, wird sich erst in den kommenden Monaten nach Marktstart zeigen. Unabhängige Tests zu Alltagstauglichkeit, Akkulaufzeit und Langzeit-Robustheit der Faltmechanik stehen noch aus – und dürften am Ende entscheidender sein als die reine Tatsache, dass Apple diesen Schritt überhaupt gegangen ist. Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 K Kai Richter Unterhaltung & Auto Kai Richter beobachtet Trends in Streaming, Kultur und Mobilität. Er testet, analysiert und ordnet ein — ob neue Serienformate, Kinostarts oder die Entwicklungen auf dem Automobilmarkt. 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