Gesundheit

Hohe Temperaturen: Was bei sommerlicher Hitze für Abkühlung sorgt

Wenn die Temperaturen steigen, gerät der Körper unter Stress – was wirklich hilft und welche Mythen Sie kennen sollten.

Von ZenNews24 Redaktion 3 Min. Lesezeit
Hohe Temperaturen: Was bei sommerlicher Hitze für Abkühlung sorgt
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn das Thermometer über die 30-Grad-Marke klettert, arbeiten Herz und Kreislauf unter erhöhter Last, um die Körpertemperatur zu regulieren
  • Hitze ist dabei nicht nur unangenehm – für vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Säuglinge und chronisch Kranke kann sie zur ernsthaften…

Wenn das Thermometer über die 30-Grad-Marke klettert, arbeiten Herz und Kreislauf unter erhöhter Last, um die Körpertemperatur zu regulieren. Hitze ist dabei nicht nur unangenehm – für vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Säuglinge und chronisch Kranke kann sie zur ernsthaften Gesundheitsgefahr werden. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich der Körper auch an heißen Tagen wirksam vor Hitze schützen. Einige hartnäckige Mythen sollte man dabei kennen – und meiden.

Wie der Körper bei Hitze reagiert

Bei steigenden Außentemperaturen aktiviert der Körper sein natürliches Kühlsystem: Die Blutgefäße in der Haut erweitern sich, um mehr Blut an die Oberfläche zu transportieren. Gleichzeitig beginnt die Schweißproduktion, damit Wärme durch Verdunstung abgegeben werden kann. Dieser Prozess ist energieintensiv und belastet das Herz-Kreislauf-System erheblich.

Das Herz muss schneller schlagen, um die vergrößerte Blutmenge durch die erweiterten Gefäße zu pumpen. Der Blutdruck kann sinken, während der Puls steigt. Bei Menschen mit vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann dies zu kritischen Situationen führen. Durch das Schwitzen verliert der Körper zudem große Mengen Wasser und Elektrolyte – Mineralstoffe, die für Muskelkontraktion und Nervenfunktion essenziell sind.

Besonders tückisch ist die Hitzeerschöpfung, die schleichend beginnt. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und extreme Müdigkeit sind erste Warnsignale. Werden sie ignoriert, kann sich ein lebensbedrohlicher Hitzschlag entwickeln: Die Körpertemperatur steigt gefährlich an, die Thermoregulation bricht zusammen. Ab einer Körperkerntemperatur von etwa 40 Grad Celsius besteht akuter Handlungsbedarf – Notruf 112 wählen und die betroffene Person sofort kühlen.

Studienlage und Zahlen zur Hitzebelastung:
Erkrankungen und Todesfälle Statistik
Hitzebedingte Todesfälle in Europa pro Jahr ca. 60.000 bis 70.000 (Lancet, 2023)
Herzinfarktrisiko bei Temperaturen über 35 °C ca. 10–20 % erhöht gegenüber Normaltagen
Notfallaufnahmen bei Hitzeperioden regional bis zu 30–40 % mehr als im Schnitt
Besonders gefährdet: Personen über 65 Jahren deutlich erhöhtes Mortalitätsrisiko (RKI, 2022)
Dehydrationsbedingte Krankenhausaufenthalte Anstieg um ca. 25–30 % während Hitzewellen

(Quellen: Lancet Planetary Health 2023; Robert Koch-Institut, Hitzereport 2022; European Environment Agency)

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Hinweis: Die genauen Zahlen variieren je nach Studie, Region und Definition von „hitzebedingten" Erkrankungen. Die genannten Werte sind Orientierungsgrößen aus wissenschaftlicher Fachliteratur.

Lauwarme Duschen statt Eisbäder: Was die Wissenschaft sagt

Ein verbreiteter Irrglaube besagt, dass eiskalte Duschen die beste Abkühlung bringen. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Wenn die Haut plötzlich sehr kaltem Wasser ausgesetzt wird, verengen sich die Blutgefäße reflexartig – der Körper versucht, Wärme zu konservieren statt sie abzugeben. An der Hautoberfläche entsteht kurzfristig ein Kältegefühl, das Körperinnere wird jedoch nicht effektiv gekühlt. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist der abrupte Temperaturschock zusätzlich riskant.

Lauwarme Duschen zwischen 25 und 30 Grad Celsius hingegen ermöglichen eine sanfte, physiologisch sinnvolle Abkühlung. Die Blutgefäße bleiben erweitert, der Wärmetransport von innen nach außen funktioniert weiter, und die Schweißverdunstung kann ungestört wirken. Dermatologen und Kardiologen empfehlen diese Methode übereinstimmend – insbesondere für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.

Ergänzend helfen feuchte Tücher auf Stirn, Nacken und Handgelenken sowie kurze Fußbäder in lauwarmem Wasser. Diese Maßnahmen kühlen gezielt dort, wo große Blutgefäße nahe an der Hautoberfläche verlaufen, und sind ohne Risiko eines Kreislaufschocks anwendbar.

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Trinken: Wie viel ist wirklich nötig?

Die pauschale Empfehlung „Mindestens drei Liter täglich bei Hitze" greift zu kurz. Der tatsächliche Flüssigkeitsbedarf hängt von Körpergewicht, körperlicher Aktivität, Außentemperatur und individuellen Gesundheitsfaktoren ab. Wer an Nieren- oder Herzinsuffizienz leidet, darf nicht unbegrenzt trinken – zu viel Flüssigkeit kann hier gefährlich werden. In solchen Fällen ist ärztliche Rücksprache unerlässlich.

Für gesunde Erwachsene gilt als Orientierungswert: Im Sommer und bei körperlicher Aktivität sollten es 1,5 bis 2,5 Liter täglich sein, bei starkem Schwitzen entsprechend mehr. Wasser und ungesüßte Kräutertees sind die besten Durstlöscher. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Energy-Drinks wirken leicht harntreibend und ersetzen verlorene Flüssigkeit nur bedingt. Alkohol verschlechtert die Hitzetoleranz und hemmt das Durstempfinden – er sollte an heißen Tagen gemieden werden.

Wichtig: Neben Wasser verliert der Körper durch Schweiß auch Natrium, Kalium und Magnesium. Wer ausschließlich große Mengen natriumarmes Wasser trinkt, riskiert eine Hyponatriämie – einen gefährlichen Abfall des Natriumspiegels im Blut. Leichte Salzsnacks oder elektrolythaltige Getränke können hier sinnvoll sein. Da Hitzesommer in Mitteleuropa durch den Klimawandel häufiger und intensiver werden, lohnt es sich, diese Grundregeln dauerhaft zu verinnerlichen – und nicht erst dann, wenn die nächste Hitzewelle bereits angekündigt ist.

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ZenNews24 Redaktion
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Quelle: AutoEditor/gesundheit
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