Wirtschaft

Spritpreise fallen auf tiefsten Stand seit zwei Monaten

Die Spritpreise in Deutschland sind auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten gefallen: Super E10 kostet unter 1,90 Euro, Autofahrer profitieren von der

Von Julia Schneider 3 Min. Lesezeit Aktualisiert: 12.05.2026
Spritpreise fallen auf tiefsten Stand seit zwei Monaten
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Benzin- und Dieselpreise in Deutschland sind auf ihren niedrigsten Stand der vergangenen zwei Monate gefallen
  • Der Liter E10 kostet an vielen Tankstellen mittlerweile unter 1,90 Euro
  • Experten führen die Entwicklung auf den staatlichen Tankrabatt und fallende Rohölnotierungen zurück

Die Spritpreise in Deutschland sind deutlich gefallen und haben am Freitagmorgen einen Tiefstand der letzten zwei Monate erreicht. Wie aus aktuellen Marktdaten hervorgeht, kostet der Liter Super E10 an vielen Tankstellen unter 1,90 Euro, während der Durchschnittspreis unter der psychologisch wichtigen Marke von 2 Euro je Liter liegt. Diese Entwicklung gibt Autofahrern eine finanzielle Entlastung, die in Zeiten anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit willkommen ist.

Hintergrund

Die Spritpreise werden in Deutschland durch mehrere Faktoren beeinflusst. Der wesentlichste ist der Weltölpreis, der auf internationalen Rohstoffmärkten schwankungsanfällig ist und durch geopolitische Ereignisse, Angebots- und Nachfrageveränderungen sowie Währungskurse bestimmt wird. Hinzu kommen nationale Steuern, Abgaben und Margen der Minerölwirtschaft. Seit März 2022 greift zudem die temporäre staatliche Maßnahme des Tankrabatts, die den Preis an der Zapfsäule direkt senkt.

▶ Auf einen Blick
  • Spritpreise in Deutschland fallen auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten, Super E10 kostet unter 1,90 Euro pro Liter.
  • Der Rückgang wird durch sinkende Rohölpreise und den staatlichen Tankrabatt verursacht.
  • Autofahrer erhalten finanzielle Entlastung durch die niedrigeren Zapfsäulenpreise.

Der aktuelle Rückgang der Spritpreise ist eine Kombination aus zwei Effekten: Erstens stabilisieren sich die globalen Rohölpreise auf einem niedrigeren Niveau als in den Monaten zuvor, was sich direkt auf die Produktionskosten der Mineralölkonzerne auswirkt. Zweitens sorgt der staatliche Tankrabatt weiterhin für eine zusätzliche Preisersparnis für Verbraucher an der Zapfsäule.

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Die wichtigsten Fakten

  • Super E10: Der Liter kostet an vielen Tankstellen unter 1,90 Euro und unterschreitet damit die 2-Euro-Marke deutlich.
  • Diesel: Auch Dieselkraftstoff ist im Preis gefallen und notiert auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie vor zwei Monaten.
  • Tankrabatt: Die staatliche Maßnahme zur Dämpfung der Spritpreise trägt weiterhin zu den niedrigeren Zapfsäulenpreisen bei.
  • Rohölnotierungen: Sinkende Ölpreise auf den internationalen Märkten sind Haupttreiber der Reduktion.
  • Verbraucherbelastung: Günstigere Spritpreise wirken sich positiv auf die Haushaltskassen von Pendlern und gewerblichen Nutzern aus.

Marktentwicklung und Rohölpreise

Auf den internationalen Rohstoffmärkten haben sich die Preise für Rohöl in den vergangenen Wochen beruhigt, nachdem sie in der ersten Jahreshälfte 2022 aufgrund der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und der globalen Energiekrise auf Rekordhöhen gestiegen waren. Die Notierungen für die Sorten Brent Crude und WTI (West Texas Intermediate) sind seitdem rückläufig, was sich mit zeitlicher Verzögerung auch in den deutschen Zapfsäulenpreisen widerspiegelt.

Analysten führen die aktuellen Preisbewegungen auf mehrere Faktoren zurück: Die wirtschaftlichen Wachstumsprognosen für die kommenden Quartale sind gedämpfter geworden, was eine schwächere Nachfrage nach Rohöl zur Folge hat. Gleichzeitig hat die OPEC+ in den vergangenen Wochen ihre Produktionsmengen tendenziell stabilisiert, ohne weitere Kürzungen anzukündigen. Dies führt zu einem etwas ausgeglicheneren Markt im Vergleich zu den Angebotsengpässen, die in den Monaten zuvor herrschten.

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Bildmaterial: ZenNews24 Mediathek

Der Tankrabatt als Unterstützungsmaßnahme

Die deutsche Bundesregierung hatte den Tankrabatt als temporäre Maßnahme eingeführt, um Autofahrer in Zeiten hoher Energiepreise zu entlasten. Die Maßnahme reduziert die Mineralölsteuer und ermöglicht es den Minerölkonzernen und Tankstellen, diese Ersparnis an die Verbraucher weiterzugeben. Der Rabatt wird auf den Endpreis an der Zapfsäule angerechnet und trägt damit unmittelbar zur Kostenreduktion bei.

Für Pendler und Vielfahrer stellt diese Maßnahme eine spürbare Entlastung dar. Eine Familie, die wöchentlich beispielsweise 60 Liter Benzin tankt, spart durch den Rabatt im Wochenrhythmus mehrere Euro. Besonders für Menschen mit längeren Arbeitswegen oder gewerbliche Fahrzeugnutzer summieren sich diese Einsparungen über längere Zeiträume erheblich auf.

Ausblick

Die künftige Entwicklung der Spritpreise hängt von mehreren Unsicherheitsfaktoren ab. Geopolitische Spannungen, mögliche weitere Produktionsausfälle bei großen Ölproduzenten oder Änderungen in der globalen Nachfrage könnten zu erneuten Preissprüngen führen. Innerhalb Deutschlands wird die Dauer des Tankrabatts entscheidend sein – mit dessen Auslaufen würde der Preisdruck an der Zapfsäule wieder steigen.

Mittelfristig orientiert sich die Energiewirtschaft weiterhin an den Klimazielen der Europäischen Union und Deutschland. Der Umstieg auf Elektromobilität und alternative Antriebe dürfte die Bedeutung von Benzin- und Dieselkraftstoffen langfristig verringern, auch wenn fossile Energieträger in absehbarer Zeit noch eine relevante Rolle spielen werden. Für Autofahrer bietet die aktuelle Preissituation zumindest eine temporäre Atempause bei den Betriebskosten.

Mehr zum Thema
Quellen: WirtschaftsWoche (wiwo.de)
EinordnungDie sinkenden Spritpreise entlasten private Haushalte und Unternehmen bei ihren Mobilitätskosten. Langfristig hängt die weitere Entwicklung von der Stabilität der Weltölpreise und der Fortdauer staatlicher Fördermaßnahmen ab.
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ZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Wirtschaft
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Julia Schneider
Gesellschaft & International

Julia Schneider schreibt über gesellschaftliche Trends, internationale Konflikte und humanitäre Themen. Sie hat als Auslandskorrespondentin aus Brüssel und Wien berichtet.

Quelle: Wirtschaftswoche
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