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ESC 2026 Wien: Wer hat die besten Chancen auf den Sieg?

Schweden als Favorit, Deutschland als Außenseiter – eine Analyse der Gewinnchancen beim Eurovision Song Contest 2026

Von ZenNews24 Redaktion 3 Min. Lesezeit Aktualisiert: 10.05.2026
ESC 2026 Wien: Wer hat die besten Chancen auf den Sieg?

Wien, Frühjahr 2026. Die Stadt hält den Atem an. Der Eurovision Song Contest ist zurück in Österreich – ein Jahr, nachdem Cosmó mit dem unwiderstehlichen Partytitel "Tanzschein" das Publikum von den Sitzen riss und dem kleinen Alpenstaat seinen zweiten großen ESC-Triumph bescherte. In der Wiener Stadthalle wehen die Flaggen von 37 Teilnehmerländern, die Ränge füllen sich mit zehntausenden aufgeheizten Fans, und eine einzige Frage lässt niemanden los: Wer greift sich die Glastrophäe? Österreich darf dabei nicht nur als strahlender Gastgeber auftreten, sondern steigt gleichzeitig erneut selbst in den Wettbewerb ein. Eine Doppelrolle, die das Land vor eine besondere Herausforderung stellt – und die Konkurrenz vor ein heikles Kalkül.

Denn der sogenannte Gastgeber-Bonus ist beim Eurovision Song Contest keine romantische Legende, sondern ein empirisch belegbares Phänomen. Das Publikum im Saal, die mediale Heimatberichterstattung, die emotionale Aufladung des Moments – all das kann Punkte bringen, die auf dem Papier nicht messbar sind. Österreich weiß das. Und die Konkurrenz weiß es auch.

Doch beginnen wir dort, wo die harten Zahlen sprechen: bei den Buchmachern. Schweden führt das Feld mit einer Quote von rund 4:1 an. Felicia, die schwedische Kandidatin mit dem selbstbewussten Pop-Manifest "My System", gilt als das Gesamtpaket, das der ESC liebt – eingängige Melodie, starke Bühnenshow, skandinavische Coolness. Schweden hat den Contest siebenmal gewonnen und weiß schlicht, wie das Spiel funktioniert. Wer Felicia unterschätzt, tut das auf eigene Gefahr.

Dicht dahinter lauern Norwegen (Jonas Lovv, "Ya Ya Ya", Quote 5:1) und das Vereinigte Königreich (Look Mum No Computer, "Eins Zwei Drei", Quote 6:1). Dass ein britischer Act ausgerechnet mit einem deutschen Titel antritt, ist eine der schönsten Ironien dieses Jahrgangs – und dürfte das Publikum in der DACH-Region zusätzlich elektrisieren. Nach dem sensationellen zweiten Platz von Sam Ryder 2022 hat das britische ESC-Team seinen Ehrgeiz neu entfacht. Mae Mullers Ergebnis 2023 – Platz 25 und damit letzter Platz – war ein schmerzhafter Rückschlag, der offenbar als knallharter Weckruf verstanden wurde.

Ebenfalls fest im Favoritenkreis verankert: Italien mit Mara Solis und der emotionalen Ballade "Domani" (Quote 7:1) sowie Frankreich, das mit dem Genre-Hybrid "Liberté Sauvage" von Duo Éclair (Quote 8:1) auf den großen Überraschungscoup setzt. Beide Länder gehören als Teil der sogenannten „Big Five" zu den automatisch qualifizierten Nationen – und beide haben in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass sie den ESC nicht als lästige Pflichtübung, sondern als echte, hungrige Bühne begreifen.

Was die Wettquoten allerdings nicht abbilden können: die rohe Kraft eines einzelnen Moments. Der ESC lebt von Gänsehaut-Auftritten, die niemand kommen sieht. Man denke an die Niederlande 2019, an die Ukraine 2022 – beides keine Top-Favoriten der Buchmacher, beides historische Siege, die das Publikum überwältigten. Das Rennen in Wien ist noch lange nicht gelaufen.

Besonders gespannt darf man auf die Wildcard-Kandidaten sein. Deutschland beispielsweise – traditionell eine Wundertüte – schickt in diesem Jahr den Berliner Elektropop-Produzenten KAEL mit dem Track "Neonherz" ins Rennen. Die Kritiker sind gespalten, das Netz diskutiert heiß. Genau das ist manchmal der zuverlässigste Vorbote für einen handfesten Überraschungscoup. Israel (Quote 12:1) und Armenien (Quote 15:1) gelten ebenfalls als Dunkelkandidaten, die bei einer starken Jury-Performance plötzlich grell im Rampenlicht stehen könnten.

Und dann ist da noch Österreich selbst. Der Gastgeber schickt Lena Frey mit der Midtempo-Hymne "Wir sind das Licht" ins Rennen – ein Song, der auf Einheit und Aufbruch setzt und beim Publikum in der Halle garantiert Wellen schlagen wird. Die Quote von 10:1 klingt nicht nach Topfavorit, täuscht aber gewaltig: Heimvorteil plus emotionale Stärke ist beim ESC eine gefährliche Kombination. Das hat zuletzt Portugal 2018 eindrucksvoll bewiesen, als Salvador Sobral das gesamte Feld von hinten aufrollte.

Eines ist sicher: Wien 2026 wird kein vorhersehbarer Abend. Die Favoritenliste ist lang, die Außenseiter sind stark, und das Format selbst sorgt traditionell für Dramatik bis zur letzten Sekunde. Ob Schweden seine Dominanz ausbaut, ob

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Quelle: ESC 2026
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