ZenNews24› Unterhaltung› Doku über Wim Wenders: 'Anselm' kommt nach Cannes… Unterhaltung Doku über Wim Wenders: 'Anselm' kommt nach Cannes-Triumph ins Der neue Wim Wenders-Doc „Anselm“ nach Cannes: Intimes und monumentales Porträt des Ausnahmekünstlers Anselm Kiefer, ein visuell fesselndes Meisterwerk. Von Julia Schneider 05.05.2026, 11:55 Uhr 6 Min. Lesezeit Aktualisiert: 08.05.2026 Das Wichtigste in Kürze Der Dokumentarfilm „Anselm" von Wim Wenders hat bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes für Aufsehen gesorgt und kommt nun ins deutsche Kino. Der Dokumentarfilm „Anselm" von Wim Wenders hat bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes für Aufsehen gesorgt und kommt nun ins deutsche Kino. Der Film porträtiert den deutschen Ausnahmekünstler Anselm Kiefer auf eine Weise, die intim und monumental zugleich ist — und zeigt Wenders als Filmemacher, dem nach Jahrzehnten an der Spitze seines Fachs noch immer die Fähigkeit innewohnt, komplexe künstlerische Prozesse in visuell fesselnde Bilder zu übersetzen.InhaltsverzeichnisEin Meisterwerk über künstlerische ObsessionWarum dieser Film für die deutsche Filmkultur bedeutsam istKiefer und Wenders: Zwei Giganten, ein GesprächAb wann läuft „Anselm" im deutschen Kino?5 Kunstdokumentationen, die Sie vor „Anselm" gesehen haben solltenFazit: Ins Kino gehen — unbedingt Das Wichtigste in KürzeEin Meisterwerk über künstlerische ObsessionWarum dieser Film für die deutsche Filmkultur bedeutsam istKiefer und Wenders: Zwei Giganten, ein GesprächAb wann läuft „Anselm" im deutschen Kino? Ein Meisterwerk über künstlerische Obsession Mit „Anselm" trägt Wenders diese kulturelle Verantwortung weiter — und beschreitet dabei neue Wege, ohne seine unverwechselbare Handschrift zu verleugnen. Kino und Film Wim Wenders hat sich in seiner Karriere bereits mehrfach der Kunstdokumentation gewidmet — mit „Pina" (2011) über die Choreografin Pina Bausch bewies er, dass er das Genre meisterhaft beherrscht. „Anselm" markiert nun einen weiteren Höhepunkt in dieser Reihe. Der Film begleitet den Maler und Bildhauer Anselm Kiefer durch seine weitläufigen Werkstätten und künstlerischen Prozesse und entfaltet dabei keine oberflächliche Biografie, sondern eine tiefgehende Meditation über das Wesen des Schaffens selbst. Wenders nähert sich seinem Protagonisten mit poetischer Genauigkeit — typisch für sein gesamtes filmisches Wirken. Anselm Kiefer zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Seine großformatigen, materialreichen Arbeiten — häufig mit Blei, Stroh, Asche oder verbrannter Erde — befassen sich mit deutscher Geschichte, Mythologie und kollektiven Traumata. Wenders gelingt es, diese inneren Welten visuell zugänglich zu machen, ohne dabei in bloße Illustration zu verfallen. Der Film funktioniert auf zwei Ebenen gleichzeitig: als Dokumentation eines kreativen Prozesses und als eigenständiges künstlerisches Statement über die Natur von Kunst überhaupt. Die Cannes-Premiere fand im Rahmen einer Sondervorführung außerhalb des Wettbewerbs statt — was Kritiker nicht davon abhielt, den Film enthusiastisch zu feiern. Besonders gelobt wurde die Kombination aus kühler Nüchternheit und visueller Poesie. In einer Zeit, in der Kunstdokumentationen gerne zu reißerischen Mitteln oder Celebrity-Gossip greifen, setzt „Anselm" bewusst auf Authentizität und handwerkliche Sorgfalt. Das 3D-Format, in dem der Film ursprünglich konzipiert wurde, verleiht Kiefers raumgreifenden Installationen eine zusätzliche körperliche Wucht. Warum dieser Film für die deutsche Filmkultur bedeutsam ist Wenders als kulturelle Institution Wim Wenders ist längst mehr als ein Filmemacher — er ist eine kulturelle Institution. Seit den frühen 1970er-Jahren hat er das internationale Kino geprägt und das deutsche Filmschaffen auf der Weltbühne verankert. Werke wie „Paris, Texas" oder „Der Himmel über Berlin" gehören längst zum Kanon der Filmgeschichte. Mit „Anselm" trägt Wenders diese kulturelle Verantwortung weiter — und beschreitet dabei neue Wege, ohne seine unverwechselbare Handschrift zu verleugnen.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Der Dokumentarfilm führt vor Augen, dass die großen Erzählungen über Kunst, Erinnerung und Geschichte nichts an Relevanz eingebüßt haben — auch wenn sich die Medienlandschaft radikal verändert hat. In Zeiten von Streaming-Diensten und Kurzvideos ist „Anselm" ein bewusstes Gegenprogramm. Er fordert vom Publikum Aufmerksamkeit, Geduld und Empfänglichkeit — und belohnt diese mit visuellen und intellektuellen Erfahrungen, die kein anderes Medium in dieser Form bieten kann. Wer bereit ist, sich einzulassen, wird reich beschenkt. Die Kunstwelt im Fokus „Anselm" ist auch ein Film über die Kunstwelt selbst. Kiefers Werk ist bewusst sperrig: Es setzt sich mit belastenden Themen auseinander, verweigert kommerzielle Gefälligkeit und verlangt vom Betrachter intellektuelle Bereitschaft. Wenders respektiert diese Haltung und macht sie zum eigentlichen Gegenstand des Films. Damit leistet er auch einen wichtigen Beitrag zum Verständnis zeitgenössischer Kunst in Deutschland — in einer Gesellschaft, in der Kulturthemen im öffentlichen Diskurs allzu oft an den Rand gedrängt werden. Die enge Verflechtung von Kunst- und Filmwelt hat in Deutschland eine lange Tradition — von den Filmen des Neuen Deutschen Films der 1970er-Jahre bis hin zu zeitgenössischen Produktionen, die bildende Kunst und Kino miteinander verschränken. „Anselm" knüpft an diese Tradition an und verleiht ihr im Jahr 2023 eine neue Dringlichkeit. Kiefer und Wenders: Zwei Giganten, ein Gespräch Was „Anselm" von anderen Kunstdokumentationen abhebt, ist das Verhältnis zwischen Filmemacher und Sujet. Wenders begegnet Kiefer nicht als distanzierter Beobachter, sondern als gleichgesinnter Künstler. Beide Männer sind Jahrgang 1945 respektive 1945 — beide haben ihre Karrieren unter dem langen Schatten der deutschen Nachkriegsgeschichte geformt. Diese gemeinsame biografische Prägung verleiht dem Film eine zusätzliche Resonanzebene, die sich nicht explizit ausspricht, aber spürbar ist. Kiefers Atelier im südfranzösischen Barjac — ein weitläufiges Areal aus Hallen, Türmen und unterirdischen Gängen, das er über Jahrzehnte aufgebaut hat — wird dabei zur eigentlichen Hauptfigur des Films. Wenders filmt diesen Ort mit einer Ehrfurcht, die nie in Ehrerbietung kippt, sondern neugierig und wach bleibt. Das Ergebnis ist ein seltenes Dokument: ein Film über Kunst, der selbst Kunst ist. Ab wann läuft „Anselm" im deutschen Kino? „Anselm" startet am 28. September 2023 in ausgewählten deutschen Kinos. Der Verleih erfolgt über Prokino. Eine Streaming-Veröffentlichung ist bislang nicht offiziell angekündigt worden; angesichts des Arthouse-Charakters des Films ist jedoch davon auszugehen, dass er mittelfristig auf Plattformen wie MUBI oder in der ARTE-Mediathek verfügbar sein wird. Streaming-Vergleich: Wo läuft „Anselm" und ähnliche Kunstdokumentationen? Plattform Preis/Monat „Anselm" verfügbar Ähnliche Titel MUBI ab 9,99 € voraussichtlich Q1 2024 „Pina", „The Salt of the Earth" ARTE Mediathek kostenlos TBA zahlreiche Kunstdokus frei abrufbar Amazon Prime Video ab 8,99 € nicht angekündigt „Exit Through the Gift Shop" Apple TV+ ab 9,99 € nicht angekündigt „The Velvet Underground" (A. T.) Kino (Prokino) ca. 10–14 € (Ticket) ab 28. September 2023 — 5 Kunstdokumentationen, die Sie vor „Anselm" gesehen haben sollten „Pina" (2011, Wim Wenders) — Wenders' oscarnominiertes Porträt der Choreografin Pina Bausch ist der direkteste Vorgänger von „Anselm" und ein Meilenstein des Genres. Pflichtlektüre. „The Salt of the Earth" (2014, Wenders/Ribeiro) — Eine bewegende Hommage an den Fotografen Sebastião Salgado. Ebenfalls von Wenders mitinszeniert und oscarnominiert. „Gerhard Richter Painting" (2011, Corinna Belz) — Ein intimer Blick in das Atelier des anderen deutschen Malers der Weltklasse. Ruhig, geduldig, faszinierend. „Exit Through the Gift Shop" (2010, Banksy) — Wer es etwas subversiver mag: Banksy dreht den Kunstbetrieb auf vergnügliche Weise um und stellt dabei die Frage, was Kunst eigentlich legitimiert. „Ai Weiwei: Never Sorry" (2012, Alison Klayman) — Das Porträt eines politischen Künstlers unter Druck. Unverzichtbar für alle, die verstehen wollen, wie Kunst und Macht aufeinanderprallen. Fazit: Ins Kino gehen — unbedingt „Anselm" ist kein Film für den bequemen Filmabend auf dem Sofa. Er ist ein Kinoerlebnis im besten Sinne: raumgreifend, herausfordernd und nachhaltig. Wim Wenders beweist einmal mehr, dass er zu den wenigen Regisseuren gehört, die dem Medium Dokumentarfilm echte künstlerische Würde verleihen können. Und Anselm Kiefer erweist sich als Sujet, das diesem Anspruch vollauf gerecht wird. Wer sich für zeitgenössische deutsche Kunst, für Wenders' Gesamtwerk oder schlicht für starkes Kino interessiert, sollte sich diesen Herbst die Zeit nehmen. Manche Filme muss man auf der großen Leinwand sehen — „Anselm" gehört zweifellos dazu. Weiterführende Artikel:KI erkennt Krebs besser als Ärzte — kommt jetzt in alle deutschen KlinikenKlimabilanz nach einem Jahr Merz: Regierung gefährdet deutsche KlimazieleDeutsche Behörden sichern IS-MitgliederlistenDeutsche Post AG wird zur DHL – Konzern plant UmbenennungDeutsche Wirtschaft schrumpft: Rezession im dritten Quartal Lesen Sie auchARTE-Doku "Wie das Streaming die Musik auffraß"Netflix-Neuheiten: Die heißesten Serien des MonatsTikTok-Trends in Deutschland Quellen:dpa EntertainmentMeedia — meedia.deSpiegel Kultur — spiegel.de Mehr zum ThemaLars Eidinger auf Cannes Film Festival mit zwei Filmen vertretenLars Eidinger mit zwei Filmen bei Filmfestspielen CannesWerner Herzog sagt Cannes-Auftritt ab Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 Wim Wenders Anselm Kiefer Kino Film Doku J Julia Schneider Gesellschaft & International Julia Schneider schreibt über gesellschaftliche Trends, internationale Konflikte und humanitäre Themen. Sie hat als Auslandskorrespondentin aus Brüssel und Wien berichtet. 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