Violet Grohl im Interview: „Mein Vater wollte, dass ich meinen Weg gehe“
Violet Grohl spricht über ihr Debütalbum „Be Sweet to Me", den Einfluss ihres Vaters Dave Grohl und ihren eigenen Weg in der Musik.
Es ist eine Geschichte, die Hollywood-Dimensionen hat: Violet Grohl, die Tochter von Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl, betritt mit ihrem Debütalbum die Musikbühne – und beweist dabei, dass sie weit mehr ist als ein berühmter Nachname. Die 18-Jährige hat mit „Be Sweet to Me" ein erstes Album vorgelegt, das überrascht, berührt und neugierig macht. Im exklusiven Interview mit ZenNews24 spricht sie offen darüber, warum künstlerische Unabhängigkeit für sie keine Floskel ist – und was ihr Vater damit zu tun hat.
Das Timing ist bemerkenswert: Violets Debüt erscheint nur wenige Wochen nach dem neuesten Foo-Fighters-Album. Zufall oder Kalkül? Violet winkt ab. „Die Veröffentlichungstermine haben sich einfach so ergeben", sagt sie mit einem Lächeln. „Mein Vater und ich haben über Musik gesprochen, aber jeder von uns hat sein eigenes Ding gemacht." Genau diese Haltung zieht sich durch das gesamte Gespräch: Respekt vor dem Erbe, aber kein Verstecken dahinter.
- Violet Grohl, Tochter von Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl, veröffentlicht ihr Debütalbum Be Sweet to Me.
- Die 18-Jährige betont ihre künstlerische Unabhängigkeit und nutzt Musik als emotionales Ventil für persönliche Gedanken.
- Violet arbeitet eigenständig an ihrer Karriere, während ihr Vater sie dabei unterstützt, ihren eigenen Weg zu gehen.
Musik als emotionales Ventil
„Musik war für mich schon immer ein Weg, Dinge auszudrücken, die Worte allein nicht erfassen können", erklärt Violet zu Beginn unseres Gesprächs. Die Aussage klingt vertraut – doch die Tiefe, mit der sie diese Worte füllt, macht den Unterschied. Violet ist keine Künstlerin, die Phrasen drischt. Wer ihre Songs hört, merkt schnell: Hier spricht jemand, der tatsächlich etwas zu sagen hat.
Aufgewachsen in Los Angeles, umgeben von Musik, Kreativität und dem nie ganz auszublendenden Ruhm des Vaters, hat Violet früh begonnen, eigene Songs zu schreiben. Nicht als Pflicht, nicht als Karriereplan – sondern als Notwendigkeit. „Es gab Phasen in meiner Teenagerzeit, in denen ich nicht wusste, wohin mit meinen Gedanken. Schreiben hat mir dabei geholfen, mich selbst zu verstehen", erzählt sie. Diese Ehrlichkeit macht sie sympathisch – und glaubwürdig.
Das Debütalbum „Be Sweet to Me" spiegelt genau diesen Prozess wider. Zwölf Tracks, die von Liebe, Verlust, Selbstfindung und dem Erwachsenwerden erzählen. Nichts davon wirkt konstruiert oder auf Kommerz getrimmt. Stattdessen begegnet man einer Stimme, die noch sucht – aber bereits weiß, wonach sie sucht.
Der Vater im Hintergrund: Unterstützung statt Erwartungsdruck
Die Frage lässt sich nicht vermeiden: Wie fühlt es sich an, wenn der eigene Vater Dave Grohl heißt? Mit Nirvana hat er Rockgeschichte geschrieben, mit den Foo Fighters eine der langlebigsten und erfolgreichsten Bands der Welt aufgebaut. Der Schatten, den ein solches Erbe wirft, könnte lähmend sein.
Bei Violet scheint das Gegenteil der Fall zu sein. „Mein Vater hat mir immer gesagt, dass ich meinen eigenen Weg gehen soll", berichtet sie. „Er hat mir Musik nie aufgezwungen. Er hat mir die Freiheit gegeben, mich selbst zu entdecken." Dave Grohl, so bestätigen es auch öffentliche Auftritte und Interviews, hält sich bewusst zurück, wenn es um die Karriere seiner Tochter geht. Unterstützung ja – Einmischung nein.
„Es gibt Tage, an denen ich merke, dass mein Name mir Türen öffnet", gibt Violet offen zu. „Aber ich will nicht, dass dieser Name die einzige Grundlage für meine Karriere ist. Ich möchte, dass Menschen meine Musik hören und sich darin selbst erkennen – nicht, weil ich die Tochter von Dave Grohl bin, sondern weil die Songs etwas in ihnen berühren."
Diese Haltung erinnert an andere Künstlerinnen, die aus prominenten Familien stammen und dennoch eigenständige Karrieren aufgebaut haben. Nachwuchs-Stars mit berühmten Eltern stehen vor einer besonderen Herausforderung: Sie müssen gleichzeitig Erwartungen erfüllen und widerlegen. Violet scheint diesen Spagat mit bemerkenswerter Reife zu meistern.
Das Album „Be Sweet to Me": Zwölf Songs, eine Haltung
Wer „Be Sweet to Me" hört, stellt fest: Das ist nicht die Musik eines Teenagers, der den berühmten Vater imitiert. Stattdessen präsentiert Violet Grohl melodischen Pop-Rock mit Indie- und Alternative-Einflüssen. Die Produktion ist sorgfältig, die Arrangements durchdacht, die Texte persönlich ohne selbstverliebt zu wirken.
Der Opener „Golden Hour" setzt den Ton sofort: warmer, verträumter Klang, der an frühe Indie-Folk-Produktionen erinnert, aber mit eigener harmonischer Handschrift. In „Butterfly Dreams", dem wohl eingängigsten Track des Albums, singt Violet über das Loslassen von Kontrolle – musikalisch leicht, textlich nachdenklich. Und in der Ballade „Echoes" zeigt sie ihre stärkste Seite: Über einem reduzierten Piano-Arrangement entblößt sie ihre Stimme, erzählt von vergangenen Beziehungen und dem, was bleibt. Hier spricht keine Debütantin – hier spricht eine Songwriterin.
| Track-Titel | Länge | Genre-Einordnung | Thematischer Fokus |
|---|---|---|---|
| Golden Hour | 3:45 | Indie-Pop | Nostalgie, Sehnsucht |
| Butterfly Dreams | 3:22 | Pop-Rock | Loslassen, Selbstfindung |
| Echoes | 4:12 | Ballade | Vergangenheit, Erinnerungen |
| Neon Nights | – | – | – |
Mit „Be Sweet to Me" legt Violet Grohl ein Debüt vor, das mehr Versprechen einlöst, als es schuldet. Wer jetzt aufmerksam zuhört, dürfte bei kommenden Veröffentlichungen kaum überrascht sein – aber mit Sicherheit gespannt bleiben.













