Trumps China-Besuch: Musk, Cook und Huang in Beijing – Was bei diesem Gipfel wirklich auf dem Spiel steht
Erster US-Staatsbesuch in China seit neun Jahren: 17 CEO-Delegation, Boeing-Deal, Iran-Poker – und Xi Jinping hat die besseren Karten
Es ist der historischste Besuch eines US-Präsidenten seit fast einem Jahrzehnt: Donald Trump ist am 13. Mai 2026 in Beijing gelandet – begleitet von 17 der mächtigsten Konzernchefs Amerikas, darunter Elon Musk (Tesla), Tim Cook (Apple) und – in letzter Minute dazugekommen – Jensen Huang (Nvidia). Der Staatsbesuch dauert bis zum 15. Mai. Es ist Trumps erste China-Reise seit November 2017, der erste Staatsbesuch eines amerikanischen Präsidenten in Beijing seit fast neun Jahren.
- Staatsbesuch 13.–15. Mai 2026 – Trumps erste China-Reise seit November 2017
- 17 CEO-Delegation: Musk (Tesla), Cook (Apple), Huang (Nvidia), Fink (BlackRock) u.v.m.
- Drei Agenden: Handelsnormalisierung, Iran-Druck auf Xi, milliardenschwere Business-Deals
- Auf dem Tisch: Boeing-Deal (~500 Flugzeuge), Seltene-Erden-Zugang, mögliches 1-Billion-Dollar-Investitionspaket
- Chinas Vorteil: Der Iran-Krieg schwächt Trumps Verhandlungsposition – Xi kommt entspannt
Trumps letzter Besuch in China während seiner ersten Amtszeit. Damals noch mit großen Gesten und Versprechungen – Ergebnis: ein MOU über 83,7 Milliarden Dollar mit West Virginia, das nie realisiert wurde.
Eskalation des Handelskriegs. Gegenseitige Zölle in Milliardenhöhe. USA und China liefern sich einen wirtschaftlichen Dauerkonflikt.
Handelswaffenstillstand beim Busan-Gipfel in Südkorea – erste persönliche Begegnung von Trump und Xi in Trumps zweiter Amtszeit. Grundlage für den jetzigen Besuch.
Abflug aus Washington. 17 CEO-Delegation bestätigt. Jensen Huang (Nvidia) kommt auf persönlichen Anruf Trumps kurzfristig dazu. Abflug Richtung Beijing.

Ankunft in Beijing. Willkommenszeremonie, zwei bilaterale Treffen mit Xi Jinping, Staatsbankett, Besuch des Himmelstempels. Die eigentlichen Verhandlungen laufen hinter den Kulissen.
Die Delegation: 17 CEOs als wirtschaftliche Druckmittel
Trump hat bewusst die mächtigste CEO-Riege zusammengestellt, die je einen US-Präsidenten ins Ausland begleitet hat. Das Signal: Amerika kommt nicht nur mit politischen Forderungen, sondern mit Investitionskapital und Kaufkraft. Die Vollständige Delegation:
Die CEO-Delegation (17 Konzernchefs)
- Elon Musk – Tesla (Produktionsstandort Shanghai, Chinageschäft kritisch für Tesla)
- Tim Cook – Apple (iPhone-Produktion zu ~80% in China (Stand 2025/2026))
- Jensen Huang – Nvidia (kurzfristig auf persönlichen Anruf Trumps dazugekommen)
- Larry Fink – BlackRock
- Kelly Ortberg – Boeing
- Stephen Schwarzman – Blackstone
- Jane Fraser – Citigroup
- David Solomon – Goldman Sachs
- Michael Miebach – Mastercard
- Ryan McInerney – Visa
- H. Lawrence Culp Jr. – GE Aerospace
- Sanjay Mehrotra – Micron Technology
- Cristiano Amon – Qualcomm
- Sowie Vertreter von Brian Sikes (Cargill), Dina Powell McCormick (Meta), Jacob Thaysen (Illumina), Jim Anderson (Coherent)
Besonders symbolträchtig: Jensen Huang und Nvidia. Trump soll ihn persönlich angerufen haben. Nvidia hat durch US-Exportbeschränkungen enorme Einbußen im China-Geschäft erlitten – Huang nutzt den Trip als Hebel für eine mögliche Lockerung der KI-Chip-Exportverbote. Quelle: CNBC: Jensen Huang joins Trump's China trip.
Drei Agenden – und warum die USA schwächer dastehen als gedacht
Der Besuch verfolgt drei Hauptziele: erstens die Handelsnormalisierung nach Jahren gegenseitiger Zölle, zweitens den Iran-Druck – Trump will Xi bewegen, seinen Einfluss auf Teheran einzusetzen (China ist Irans größter Ölkäufer), drittens konkrete Business-Deals mit unmittelbarem wirtschaftlichem Effekt für die US-Industrie.
Doch die Ausgangslage ist komplizierter als es Trump darstellt: Der Iran-Krieg schwächt die US-Verhandlungsposition erheblich. Washington braucht Beijing gerade dringend – und Xi weiß das. Analysten des Council on Foreign Relations schreiben offen: „China wird beim Trump-Xi-Gipfel die Oberhand haben." Quelle: NPR: Trump goes to China as Iran war smolders.
Was auf dem Tisch liegt: Boeing, Seltene Erden, 1 Billion Dollar
Die konkreten Deal-Ideen sind ambitioniert:
Boeing-Megadeal: China soll rund 500 Flugzeuge kaufen – ein Auftrag im Wert von mehreren hundert Milliarden Dollar, der Boeings angeschlagene Bilanz retten würde. CEO Kelly Ortberg ist persönlich in Beijing. Historischer Vergleich: 2017 unterzeichnete Boeing bei Trumps letztem China-Besuch einen ähnlichen Deal – der später teilweise zurückgerollt wurde. Quelle: South China Morning Post: Boeing deal?
1-Billion-Dollar-Investitionspaket: China soll US-Fabrikbau im Wert von einer Billion Dollar finanzieren. Politisch brisant: Innenpolitische Kritiker werfen Trump vor, Amerika zu „verkaufen". Wirtschaftlich skeptisch: Ähnliche Versprechen aus 2017 blieben zu großen Teilen Papier. Quelle: Morning Honey: Kritik am Billion-Deal.
Seltene Erden: China kontrolliert über 80% der weltweiten Verarbeitung seltener Erden – unverzichtbar für E-Autos, Rüstung, Halbleiter. Ein langfristiger Zugang für die USA ist eines der strategisch wichtigsten Ziele des Besuchs. Quelle: CNBC: What's at stake.
Warum Musk und Cook mitfliegen – und was sie wollen
Für Elon Musk ist der Trip existenziell: Tesla produziert in Shanghai und verkauft einen erheblichen Teil seiner Fahrzeuge in China. Musk braucht stabile Beziehungen zu Beijing – für Lieferketten, Marktzugang und regulatorischen Rückenwind. Zugleich sorgt seine Nähe zur Trump-Administration für Skepsis in China, wo sein Engagement im US-Rüstungsbereich (SpaceX) kritisch beäugt wird.
Tim Cook und Apple sind noch abhängiger: Rund 80% der iPhones werden noch in China produziert (Stand 2025/2026 nach Produktionsverlagerungen nach Indien). Jede Eskalation der Handelsspannungen trifft Apple unmittelbar. Cook ist seit Jahren einer der aktivsten Brückenbauer zwischen Silicon Valley und Beijing – und diesmal sitzt er mit im Präsidenten-Flieger. Quelle: Washington Post: Musk, Cook and executives join Trump.
Europas stille Panik
In Berlin, Paris und Brüssel beobachtet man den Gipfel mit wachsender Nervosität. Die Sorge: Ein bilaterales US-China-Abkommen könnte europäische Interessen schlicht ignorieren. Konkret befürchtet Europa, dass chinesische Exportüberschüsse – durch höhere US-Zölle auf US-Märkte blockiert – auf den europäischen Markt umgelenkt werden (Dumping). Außerdem: Wenn Washington die Seltenen-Erden-Frage bilateral löst, ist Europa außen vor.
Die Ironie: Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus haben zahlreiche europäische Regierungschefs selbst Beijing besucht. Europa nähert sich China an – weil Washington unberechenbar geworden ist. Quelle: Euronews: A weakened Trump tests China's appetite, Washington Post: Xi, confident in China's power.
- CNBC: Trump invites Musk, Cook, Fink and other CEOs
- CNBC: Jensen Huang joins Trump's China trip
- Washington Post: Musk, Cook and executives join Trump
- Council on Foreign Relations: China has the upper hand
- Euronews: A weakened Trump to test China's appetite
- Fortune: Musk, Cook, Fink joining Trump's entourage
- NPR: Trump goes to China as Iran war smolders
Weiterführende Informationen: Auswaertiges Amt



















