Festivals und Kinder — das klingt für viele Eltern nach einem Widerspruch. In der Praxis ist es das immer weniger. Die deutsche Festivalbranche hat in den vergangenen Jahren erheblich in familienfreundliche Infrastruktur investiert: Kinder-Camping-Bereiche mit ruhigeren Zonen, Babywärmeräume, separate Kindertoiletten, Betreuungsangebote für Kleinkinder und eigene Bühnen für jüngeres Publikum gehören auf größeren Events inzwischen zum Standard. Deichbrand in Cuxhaven und das Southside Festival in Baden-Württemberg haben familienfreundliche Camping-Sektionen eingeführt, die explizit ruhigere Nächte bieten.
Die Frage, ab welchem Alter Kinder auf ein Festival dürfen, hat keine universelle Antwort — sie hängt vom Festival-Typ, vom Kind und von der Vorbereitung der Eltern ab. Auf einem Open-Air-Konzert mit breitem Familienprogramm wie dem Deichbrand sind Kinder ab Grundschulalter gut aufgehoben, wenn die Eltern früh anreisen, die ruhigeren Bereiche nutzen und mit gutem Gehörschutz für die Kinder vorbereitet sind. Auf einem reinen Techno-Festival haben Kleinkinder nichts verloren — nicht wegen des Genres, sondern wegen des Lärmpegels, der Menschendichte und der langen Nächte.
Ein oft unterschätzter Aspekt: Das Wetter. Sommerfestivals in Deutschland sind mit Regen genauso gut zu planen wie ohne. Gummistiefel für Kinder, eine wetterfeste Kleider-Reserveschicht und ein Sonnenzelt für den Campingplatz gehören zur Grundausstattung. Eltern, die das Festivalgelände mit Kinderwagen navigieren wollen, sollten auf Schotterwege und unbefestigte Zugänge vorbereitet sein — die meisten Festivals haben zwar barrierefreie Zugänge, aber der Campingbereich ist selten rollstuhl- oder kinderwagenoptimiert.
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