ZenNews24› Wirtschaft› VW-Dieselaffäre: Zeugenbefragung könnte Milliarde… Wirtschaft VW-Dieselaffäre: Zeugenbefragung könnte Milliarden-Entscheidung beeinflussen Ein rechtskräftig verurteilter Zeuge könnte im jahrelangen Prozess zum Abgasskandal neue Erkenntnisse bringen. Von Julia Schneider 24.04.2026, 13:35 Uhr 7 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.06.2026 Das Wichtigste in Kürze Der Dieselgate-Skandal bei Volkswagen bleibt juristisch ungelöstEine Zeugenbefragung könnte nun entscheidend sein – doch der Zeuge ist selbst bereits rechtskräftig verurteilt worden VW-Dieselaffäre: Zeugenbefragung könnte Milliarden-Entscheidung beeinflussen Der Abgasskandal von Volkswagen ist mehr als ein Jahrzehnt nach seinem öffentlichen Bekanntwerden juristisch immer noch nicht vollständig aufgeklärt. Während der Konzern weltweit mit Milliardenstrafen und Schadensersatzzahlungen rechnen muss, dreht sich vor deutschen Gerichten eine zentrale Frage: Wer trug die Verantwortung für die systematischen Manipulationen bei den Abgastests? Eine Zeugenbefragung könnte nun Bewegung in den festgefahrenen Rechtsstreit bringen – allerdings mit einer besonderen Konstellation: Der Zeuge wurde bereits rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt und könnte durch seine Aussage möglicherweise entscheidende neue Erkenntnisse liefern, die die bisherige Schuldfrage neu bewerten lässt.InhaltsverzeichnisVW-Dieselaffäre: Zeugenbefragung könnte Milliarden-Entscheidung beeinflussenDer Skandal, der die Automobilindustrie erschütterte: September 2015Zeugenbefragung im Strafprozess: Wer wusste Bescheid?Die besondere Situation: Ein verurteilter Zeuge mit Insider-WissenFinanzielle Implikationen: Milliarden hängen von der Aufklärung abInternationale Dimension: Unterschiedliche Rechtswege in verschiedenen LändernTechnische Hintergründe: Wie die Manipulation funktionierteAusblick: Wann könnte mit einer Entscheidung gerechnet werden?Aktuelle Bedeutung für Verbraucher und Investoren Bundesverfassungsgericht Kippt Haushalt 60 Milliarden Euro Fehlen 20231115 {IMG_HIER} Der Skandal, der die Automobilindustrie erschütterte: September 2015 Als die US-amerikanische Umweltschutzbehörde EPA im September 2015 öffentlich machte, dass Volkswagen Millionen von Dieselfahrzeugen mit manipulierter Software ausgestattet hatte, traf dies die deutsche Autoindustrie wie ein Schlag. Der Konzern hatte Abgasreinigungssysteme so programmiert, dass diese nur während offizieller Tests aktiv waren – im realen Fahrbetrieb stießen die Fahrzeuge bis zu 40-mal höhere Stickoxidwerte aus, als die geltenden Grenzwerte erlaubten. ▶ Auf einen BlickDie Zeugenbefragung könnte die Milliardenentscheidung im VW-Dieselaffäre-Fall beeinflussen.Der Zeuge, rechtskräftig verurteilt, könnte neue Erkenntnisse für die Schuldfrage liefern.Die Abgasskandal-Konsequenzen für VW sind weiterhin juristisch relevant. Über 11 Millionen Fahrzeuge weltweit waren betroffen, darunter 5 Millionen allein in Europa. Der finanzielle Schaden für den Konzern war enorm: Volkswagen zahlte bislang mehr als 30 Milliarden Euro an Bußgelder, Schadensersatzleistungen und Rückrufsmaßnahmen – eine der teuersten Skandale der Unternehmensgeschichte. Doch die juristischen Fragen waren damit keineswegs beantwortet. Besonders in Deutschland, wo die Zentrale des Konzerns sitzt, führt dies zu einer langwierigen Aufarbeitung, die bis heute andauert. Zeugenbefragung im Strafprozess: Wer wusste Bescheid? Im Kern des nun laufenden Verfahrens steht eine grundsätzliche Frage: Handelte es sich um eine kriminelle Verschwörung in den höheren Führungsebenen oder um ein Fehlverhalten isolierter Abteilungen? Die geplante Zeugenbefragung könnte hier entscheidende Klarheit bringen. Der Zeuge, um dessen Aussage es geht, war direkt in die Entwicklung und das Testen der manipulierten Abgastechnologie involviert. Die Befragung ist deshalb besonders brisant, weil sie möglicherweise offenlegen wird, ob Manager in höheren Positionen von den Manipulationen wussten oder hätten wissen müssen. Dies hat direkte Konsequenzen für die Haftungsverteilung innerhalb des Konzerns und könnte zu weiteren Verurteilungen führen. Bislang wurden auf deutscher Seite mehrere Führungskräfte angeklagt, doch Schuldsprüche gegen Top-Manager blieben aus oder wurden in der Berufung aufgehoben.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Die besondere Situation: Ein verurteilter Zeuge mit Insider-Wissen Der Zeuge, dessen Befragung nun ansteht, hat bereits eine rechtskräftige Verurteilung hinter sich. Dies ist für die Rechtsgemeinschaft sowohl ein Vorteil als auch eine Herausforderung. Ein Vorteil, weil ein verurteilter Zeuge weniger Anreize hat, zu lügen – er hat bereits einen Preis für sein Handeln gezahlt und könnte sich durch volle Kooperation möglicherweise rehabilitieren. Eine Herausforderung, weil Gerichte die Glaubwürdigkeit von bereits verurteilten Personen kritisch bewerten. Das Landgericht Braunschweig, das für viele Verfahren rund um den VW-Skandal zuständig ist, wird bei der Bewertung dieser Aussage besondere Sorgfalt walten lassen müssen. Experten erwarten, dass die Aussage durch umfangreiche technische und dokumentarische Evidenz gestützt werden muss, um vor Gericht Bestand zu haben. Gleichzeitig könnte eine glaubhaft wirkende Aussage eines Insiders jahrelange Spekulationen beenden und konkrete Hinweise auf Verantwortlichkeiten liefern. Finanzielle Implikationen: Milliarden hängen von der Aufklärung ab Die finanziellen Folgen dieses Verfahrens sind erheblich. Zunächst könnte eine Verurteilung von Top-Managern zu zusätzlichen Schadensersatzforderungen von Aktionären führen – viele Investoren haben bereits Klagen eingereicht, um Verluste aus dem Kurseinbruch nach 2015 auszugleichen. Der Gesamtumfang dieser Forderungen wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Hinzu kommen mögliche Bußgelder, falls Manipulationen auf der Führungsebene nachgewiesen werden können. Zwar hat Volkswagen bereits erhebliche Strafzahlungen geleistet, doch die deutschen Behörden könnten nachträgliche Verwaltungsbußgelder verhängen, wenn eine vorsätzliche Begehung der Manipulationen durch leitende Mitarbeiter dokumentiert werden kann. Ähnliche Szenarien erleben Unternehmen regelmäßig bei Fragen der Verantwortlichkeit bei großen technologischen Fehlern. Für Privatpersonen, die Volkswagen-Dieselfahrzeuge gekauft haben, könnte eine Klärung der Verantwortlichkeit ebenfalls relevant sein. Mehrere Musterverfahren laufen noch, in denen Käufer versuchen, ihre Schäden reguliert zu bekommen. Eine eindeutige Schuldfeststellung könnte diesen Verfahren Auftrieb geben und zu Vergleichsabschlüssen führen. Internationale Dimension: Unterschiedliche Rechtswege in verschiedenen Ländern Während Deutschland die Aufklärungsfrage primär über Strafverfahren angeht, haben andere Länder andere Wege gewählt. In den USA einigten sich Volkswagen und die Behörden bereits 2016 auf einen Vergleich in Höhe von 14,7 Milliarden Dollar. In Südkorea und Frankreich gab es ebenfalls Strafzahlungen und teilweise Verurteilungen von Managern. Das deutsche Verfahren unterscheidet sich dadurch, dass es weniger auf schnelle Vergleiche abzielt, sondern auf vollständige strafrechtliche Aufklärung. Dies ist langwierig, aber potenziell umfassender in seinen Erkenntnissen. Die Zeugenbefragung ist Teil dieser grundlegenden Aufklärungsstrategie und könnte ein wichtiger Präzedenzfall für zukünftige Verfahren gegen große Konzerne in Europa sein. Technische Hintergründe: Wie die Manipulation funktionierte Um die Bedeutung der Zeugenbefragung zu verstehen, ist es wichtig, die technische Seite des Skandals zu begreifen. Volkswagen hatte in seinen Dieselfahrzeugen eine sogenannte „Defeat Device" – ein Programm, das erkannte, wann ein Auto in einem Testverfahren war, und dann die Emissionskontrolle vollständig aktivierte. Im normalen Fahrbetrieb war diese Kontrolle deutlich weniger aktiv, was zu drastisch höheren Emissionen führte. Der Zeuge, dessen Befragung ansteht, war möglicherweise direkt an der Entwicklung, dem Testen oder der Genehmigung dieses Systems beteiligt. Seine Aussage könnte klären, in welcher Phase der Entwicklung diese Manipulationen geplant waren und ob es eine Entscheidung war, die bewusst getroffen wurde oder ob sie schrittweise in den Code eingebaut wurde. Dies ist eine zentrale Frage für die strafrechtliche Bewertung – der Unterschied zwischen vorsätzlicher Betrügerei und fahrlässiger Missachtung ist erheblich. Ausblick: Wann könnte mit einer Entscheidung gerechnet werden? Die deutsche Justiz arbeitet zwar gründlich, aber nicht immer schnell. Das Ermittlungsverfahren zum Dieselskandal läuft bereits seit 2015, ein Hauptverfahren seit 2018. Mit der Zeugenbefragung könnte sich eine Entscheidung abzeichnen, doch Experten rechnen nicht vor 2025 oder 2026 mit einem endgültigen Urteil, das möglicherweise bis zum Bundesgerichtshof gehen wird. Für Volkswagen ist die Lösung dieser Fragen wichtig, um wieder vollständig sein Image als zuverlässiger Autohersteller zu rehabilitieren. Der Konzern hat bereits massive Investitionen in die Elektromobilität gestartet – der VW ID.4 und andere E-Fahrzeuge sollen das Vertrauen von Kunden wiederherstellen. Eine vollständige juristische Aufklärung könnte dabei helfen, das Kapitel endgültig abzuschließen. Ähnliche Herausforderungen bei der Wiederherstellung von Vertrauen erleben auch andere große deutsche Unternehmen, wie die Deutsche Bahn bei ihren Sanierungsbemühungen. Für die Gesellschaft insgesamt steht viel auf dem Spiel: Wird dieser Prozess zeigen, dass große Konzerne zur Verantwortung gezogen werden können, oder wird das Verfahren letztlich mit reduzierten Strafen enden? Die Antwort könnte ein wichtiges Signal für die Compliance-Standards in der deutschen Industrie setzen und beeinflussen, wie gewissenhaft andere Unternehmen ihre Qualitätskontrollverfahren durchführen. Aktuelle Bedeutung für Verbraucher und Investoren Für Verbraucher, die noch Volkswagen-Dieselfahrzeuge besitzen oder fahren, bleibt die Situation unbefriedigend. Während Rückrufe stattgefunden haben und Software-Updates eingespielt wurden, fahren Millionen dieser Fahrzeuge noch immer auf Deutschlands Straßen. Eine juristische Klarstellung könnte zwar keine neuen Rückrufe auslösen, könnte aber zu Vergleichszahlungen für betroffene Käufer führen. Für Anleger ist die Zeugenbefragung ebenfalls relevant. Führende Finanzanalysten berücksichtigen Reputationsrisiken und versteckte Haftungsrisiken bei der Bewertung von großen Konzernen. Eine Verurteilung von Top-Managern könnte zu zusätzlichen Reparationszahlungen führen, die noch nicht vollständig in den Aktienkurs eingepreist sind. Die kommende Zeugenbefragung markiert möglicherweise den Anfang vom Ende eines der größten Industrieskandale der letzten Jahrzehnte. Ob sie zur vollständigen Aufklärung führt oder weitere Fragen aufwirft, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Sicher ist: Die deutschen Gerichte werden diese Aussage mit extremer Sorgfalt prüfen und die Glaubwürdigkeit des Zeugen gründlich bewerten. Nur dann kann das Ergebnis vor der Öffentlichkeit und in Berufungsverfahren Bestand haben. EinordnungDie Meldung beleuchtet einen langwierigen Rechtsstreit mit potenziell weitreichenden finanziellen Folgen für Volkswagen. Sie verdeutlicht die anhaltende juristische Auseinandersetzung um die Verantwortung für den Skandal und seine Auswirkungen. ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Wirtschaft Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 Dieselgate Volkswagen Abgasskandal Zivilrecht Schadensersatz J Julia Schneider Gesellschaft & International Julia Schneider schreibt über gesellschaftliche Trends, internationale Konflikte und humanitäre Themen. Sie hat als Auslandskorrespondentin aus Brüssel und Wien berichtet. Das könnte dich interessieren › Wirtschaft Bundeswehr: Bundesrechnungshof warnt vor überhöhten Rüstungspreisen Gestern Wirtschaft RWE strebt Mehrheit an Übertragungsnetzbetreiber Amprion an 23.06.2026 Wirtschaft Inflation sinkt auf 1,8 Prozent – günstigste Preise seit 4 Jahren 23.06.2026 Wirtschaft Fachkräftemangel kostet Deutschland 50 Mrd. 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