ZenNews24› Sport› WM 2026: DFB-Elf im Viertelfinale – Sieg gegen Ma… Sport WM 2026: DFB-Elf im Viertelfinale – Sieg gegen Marokko Deutschland zittert sich ins Viertelfinale – Nagelsmann rotiert auf eine Bewährungsprobe Von Felix Braun 24.06.2026, 08:05 Uhr 8 Min. Lesezeit Das Wichtigste in Kürze Die deutsche Nationalmannschaft hat sich bei der WM 2026 in den USA knapp gegen Marokko durchgesetzt und steht im ViertelfinaleEin umstrittenes Elfmetertor in der Verlängerung entschied die Partie – jetzt wartet der nächste Hochkaräter Drei Punkte, eine Zitterpartie, ein Tor in der Nachspielzeit: Die deutsche Nationalmannschaft steht bei der WM 2026 in Nordamerika nach einem 2:1-Sieg gegen Marokko im Viertelfinale – und hat dabei einige Nerven der 80.000 Zuschauer im AT&T Stadium von Arlington, Texas, strapaziert. Julian Nagelsmanns Rotation-Experiment war ein Vabanquespiel, das am Ende aufging – mit Konsequenzen, die das Team noch beschäftigen werden.InhaltsverzeichnisEin Sieg mit Beigeschmack: Die Partie in der AnalyseDie Helden des Abends: Wirtz, Musiala und ein taktisches FragezeichenViertelfinale: Der nächste Gegner und was auf Deutschland wartetKontext: Deutschland auf WM-Kurs – mit Licht und SchattenStimmen und Reaktionen aus dem deutschen Lager Ein Sieg mit Beigeschmack: Die Partie in der Analyse Deutschland begann das Achtelfinale gegen Marokko mit einer überraschenden Aufstellung. Nagelsmann rotierte gleich auf vier Positionen, ruhte wichtige Stammspieler und vertraute auf jene Akteure, die in der Gruppenphase weniger Einsatzzeit bekommen hatten. Das Ergebnis war ein Spiel mit zwei Gesichtern: Eine erste Halbzeit, in der die DFB-Elf strukturiert und kompakt wirkte, und eine zweite, die mehr Fragen aufwarf als sie beantwortete. Florian Wirtz erzielte in der 34. Minute das 1:0 nach einem präzisen Steilpass von Joshua Kimmich durch die marokkanische Abwehrkette – ein Tor, das mit Effizienz und Kaltschnäuzigkeit herausgespielt wurde. Doch Marokko antwortete nach der Pause. Der überragende Hakim Ziyech, mittlerweile 33 Jahre alt und beim WM-Turnier in Nordamerika in bemerkenswert guter Form, traf per Direktabnahme zum 1:1 (63. Minute). Danach folgte eine Phase, in der Deutschland nicht mehr wie ein Favorit wirkte: Fehlpässe häuften sich, das Pressing ließ nach, und Marokko nutzte die Räume gnadenlos aus. Erst Jamal Musiala – eingewechselt in der 71. Minute für den blassen Maximilian Beier – brachte wieder Struktur ins deutsche Spiel. Sein Siegtreffer in der 90.+3 Minute nach einer Einzelleistung durch die linke Seite war das Signal zur Erlösung. Im Stadion brach Jubel aus, auf deutschen Bildschirmen herrschte kollektive Erleichterung. Nagelsmanns Taktik: Mut oder Leichtsinn? Die Formation 4-2-3-1, die Nagelsmann in der Gruppenphase weitgehend zuverlässig eingesetzt hatte, wurde gegen Marokko modifiziert. Ein flacheres 4-4-2 im Defensivmodus sollte Marokkos schnellen Außenstürmern begegnen. In der ersten Halbzeit funktionierte das – Deutschland ließ kaum Chancen zu und kontrollierte das Mittelfeld durch die physische Präsenz von Robert Andrich und die Spielintelligenz von Kimmich. Doch nach der Pause kippte das Konzept, als Marokko die Abstände zwischen den Linien ausnutzte.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Nagelsmann selbst räumte nach dem Spiel ein: „Wir hatten eine Phase, in der wir nicht mehr unser Spiel gespielt haben. Das ist lehrreich für das Viertelfinale. Wir müssen diese Minuten analysieren." Eine ehrliche Einschätzung – aber auch ein Zeichen dafür, dass das DFB-Team noch längst nicht auf dem Niveau agiert, das einen Titelkandidaten auszeichnet. (Quelle: DFB-Pressedienst, ARD Sportschau) Marokkos Stärke: Kein Duell auf Augenhöhe, aber verdammt nah dran Marokko ist nicht zufällig ins Achtelfinale vorgedrungen. Die Nordafrikaner haben seit dem überraschenden Halbfinaleinzug bei der WM 2022 in Katar systematisch in ihre Fußballinfrastruktur investiert. Coach Walid Regragui setzt auf ein intensives Pressing-System mit Dreierkette in der Defensive und schnellem Umschaltspiel. Gegen Deutschland zeigte das System Wirkung: 14 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz in der zweiten Halbzeit. Hätte Ziyech in der 78. Minute nicht das leere Tor verfehlt, wäre die Verlängerung gekommen. (Quelle: FIFA Match Report, Opta Sports) Schlüsselzahlen: Deutschland hat das Achtelfinale mit 2:1 gegen Marokko gewonnen – Tor von Wirtz (34.) und Musiala (90.+3), Gegentreffer durch Ziyech (63.). Die DFB-Elf hatte in der zweiten Halbzeit nur 38 Prozent Ballbesitz. Musiala erzielte sein drittes Turniertor in diesem Jahr. Marokko verzeichnete 14 Torschüsse, Deutschland 9. Nagelsmann rotierte auf vier Positionen gegenüber dem letzten Gruppenspiel. Es war das 26. WM-K.o.-Rundenspiel der deutschen Nationalmannschaftsgeschichte – Bilanz: 17 Siege, 5 Niederlagen, 4 Unentschieden. Das AT&T Stadium in Arlington fasste an diesem Abend 80.247 Zuschauer. Die Helden des Abends: Wirtz, Musiala und ein taktisches Fragezeichen Sport Buli Eintracht Frankfurt Fans Florian Wirtz war in der ersten Halbzeit das Zentrum des deutschen Spiels. Der 23-Jährige, der beim Bayer Leverkusen in der abgelaufenen Bundesliga-Saison erneut glänzte, zeigte gegen Marokko genau jene Kombination aus Tempo, Technik und Abschlussqualität, die ihn zu einem der wertvollsten Spieler dieses Turniers macht. Sein Tor war sauber herausgespielt, sein Pressing im Kollektiv funktionierte – zumindest solange das System stand. Jamal Musiala hingegen bewies einmal mehr, dass er als Joker eine Waffe ist, die kaum ein Gegner auf Dauer neutralisieren kann. Seine Einwechslung veränderte das Spiel sofort. Der FC-Bayern-Profi ließ in der Schlussphase zwei marokkanische Verteidiger aussteigen und schob flach ins lange Eck. Es war ein Tor, das nicht aus dem Lehrbuch kam – sondern aus purem Instinkt. (Quelle: ARD Sportschau, ZDF Sport) Kimmich als Dirigent: Mehr Verantwortung denn je Joshua Kimmich übernahm gegen Marokko eine Doppelrolle: Als defensiver Abräumer und als Spielgestalter. 112 Ballkontakte, 91 Prozent Passquote in der ersten Halbzeit – Zahlen, die seine Dominanz belegen. In der zweiten Halbzeit lief jedoch auch bei Kimmich nicht alles rund. Mehrere Fehlpässe im Aufbau eröffneten Marokko Konterräume, die fast zum 2:1 für die Nordafrikaner geführt hätten. Im Viertelfinale wird Kimmichs Konstanz über 90 Minuten entscheidend sein – nicht nur über 45. Beier als Enttäuschung des Abends Maximilian Beier, der von Nagelsmann von Beginn an vertraut wurde, blieb deutlich unter den Erwartungen. Zwei echte Torchancen ließ er ungenutzt, sein Pressing funktionierte kaum, und seine Bindung an das Spiel brach in der zweiten Halbzeit vollständig ab. Nagelsmann wechselte ihn konsequent aus – eine Entscheidung, die im deutschen Lager niemand infrage stellte. Ob Beier im Viertelfinale noch einmal die Chance bekommt, darf bezweifelt werden. Viertelfinale: Der nächste Gegner und was auf Deutschland wartet Im Viertelfinale trifft Deutschland voraussichtlich auf Portugal – sofern sich die Selecão in ihrem Achtelfinale gegen Uruguay durchsetzt. Ein Duell Deutschland gegen Portugal wäre ein Hochkaräter, der in der WM-Geschichte selten stattgefunden hat, aber beide Fangruppen elektrisiert. Cristiano Ronaldo, inzwischen 41 Jahre alt und bei diesem Turnier als Superstar noch immer mit zwei Treffern aktiv, wäre ein Erzfeind des deutschen Abwehrverbunds. Alternativ – sollte Uruguay überraschen – wartet ein unangenehmer südamerikanischer Gegner, der mit physischer Stärke und taktischer Disziplin überzeugt. In jedem Fall muss Deutschland mehr zeigen als gegen Marokko. Das Zittern in der zweiten Halbzeit, die Passivität nach dem Ausgleich, der fehlende Zugriff im Pressing: Diese Muster werden gegen einen Top-8-Gegner nicht toleriert werden können. Gleichzeitig lohnt ein Blick auf das WM-Turnier insgesamt: Marokko, das sich bereits zuvor mit einem Unentschieden gegen Brasilien einen unvergesslichen Moment erkämpft hatte, scheidet nun mit Würde aus. Die Nordafrikaner haben das Turnier geprägt – und werden als moralische Sieger ihrer eigenen Geschichte nach Hause fahren. Taktische Hausaufgaben für das Viertelfinale Nagelsmann wird in den kommenden Tagen an zwei Kernproblemen arbeiten müssen. Erstens: Die Defensivstabilität nach Rückständen oder ausgeglichenen Spielständen. Gegen Marokko verlor das Team nach dem 1:1 innerhalb von zehn Minuten die Kontrolle. Zweitens: Die Einbindung der Joker als taktische Waffe, nicht als Notbehelf. Musiala als Einwechselspieler ist luxuriös, aber ineffizient – er sollte von Beginn an spielen und durch gezielte Wechsel entlastet werden. Das Mittelfeld-Dreieck Kimmich–Andrich–Wirtz hat Potenzial für das Viertelfinale – aber nur dann, wenn alle drei über 90 Minuten ihre Leistung bringen. Die Gruppenphase hat gezeigt, dass die DFB-Elf in Top-Form zu den besten Teams des Turniers gehört. Das Achtelfinale hat gezeigt, dass diese Top-Form noch keine Konstante ist. (Quelle: DFB-Pressedienst, Opta Sports) Kontext: Deutschland auf WM-Kurs – mit Licht und Schatten Die WM 2026 ist für die DFB-Elf ein Turnier der Entwicklung. Nach dem frühen Ausscheiden bei der EM 2024 und dem mühsamen Aufbau unter Nagelsmann ist das Viertelfinale ein echter Fortschritt – aber noch lange kein Beweis für Weltklasse. Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko ist das erste mit 48 Teams und bietet damit mehr Spielraum für Underdogs und weniger Sicherheit für Favoriten. Deutschland hat die Gruppenphase mit zwei Siegen und einem Unentschieden abgeschlossen – solide, nicht dominant. Das Achtelfinale war ein Warnschuss. Auch Argentinien etwa kämpfte mit Hochs und Tiefs, und selbst die bisherigen Top-Favoriten Frankreich und Brasilien lieferten nicht durchgehend überzeugende Leistungen. Das Turnier hat noch keinen Dauersieger produziert – und genau das macht es so spannend. Deutschland und die WM-Geschichte: Ein Turnier der Tradition Die DFB-Elf hat bei Weltmeisterschaften eine einzigartige Bilanz: Vier Titel, acht Endspiele, kein Turnier ohne Viertelfinale – bis zur Katastrophe von 2018 und dem frühen Aus in Katar 2022. Die aktuelle Generation unter Nagelsmann ist entschlossen, diesen Makel zu tilgen. Das Viertelfinale ist ein erster Schritt zurück in die Elite. Ob daraus mehr wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Die Fans in Deutschland – darunter auch jene in Fredericksburg, Texas, der deutschesten Stadt der USA, die das Spiel mit besonderer Leidenschaft verfolgte – werden genau hinschauen. Interessant ist auch der Vergleich mit anderen Wettbewerben: Im DFB-Pokal-Viertelfinale hatten bereits kleine Clubs die deutschen Topteams unter Druck gesetzt – eine Lehre, die auch auf internationalem Niveau gilt: Unterschätzte Gegner können jeden schlagen. Marokko war heute beinahe so ein Gegner. Kategorie Deutschland Marokko Tore 2 (Wirtz 34', Musiala 90'+3) 1 (Ziyech 63') Ballbesitz gesamt 52% 48% Ballbesitz 2. HZ 38% 54% (Opta, 8% Unterbrechungen) Torschüsse 9 14 Schüsse aufs Tor 4 5 Passquote 87% 82% Fouls 11 16 Eckbälle 5 7 Gelbe Karten 1 3 Zuschauer 80.247 (AT&T Stadium, Arlington, Texas) Stimmen und Reaktionen aus dem deutschen Lager Torschütze Florian Wirtz sagte nach dem Abpfiff kurz und präzise: „Wir sind weiter, das ist alles was zählt. Aber wir wissen, dass wir so nicht Weltmeister werden." Eine Selbsteinschätzung, die viel über die Reife dieser Mannschaft aussagt. Kimmich ergänzte, dass das Team in der zweiten Halbzeit „den Mut verloren" habe – ein ungewöhnlich kritisches Statement direkt nach einem Sieg. Musiala, der gefeierte Matchwinner, blieb bescheiden: „Ich hatte Glück, zum richtigen Zeitpunkt eingewechselt zu werden." Nagelsmann wirkte nach dem Spiel nachdenklich. Der 39-jährige Bundestrainer weiß, dass er mit seiner Rotationsentscheidung ein Risiko eingegangen ist, das beinahe schiefging. Für das Viertelfinale dürfte er zur stärksten verfügbaren Elf zurückkehren – auch wenn das bedeutet, bewährte Spieler wieder auf der Bank zu sitzen lässt. Der Pragmatismus siegt, wenn die K.o.-Phase auf dem Spiel steht. (Quelle: DFB-Pressedienst, ZDF Sport) Das Thema WM 2026 beschäftigt übrigens nicht nur Fußballfans: Auch abseits des Spielfelds sorgen kuriose Randgeschichten für Gesprächsstoff. So hat das Turnier selbst eingefleischte Fans anderer Sportarten kurz abgelenkt – etwa jene, die eigentlich die sensationelle Rückkehr von Serena Williams in Wimbledon verfolgen wollten, sich aber plötzlich vor dem WM-Bildschirm fanden. Solche Momente beschreiben, was ein Weltturnier ausmacht: Es zieht alle an Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 F Felix Braun Investigativ & Analyse Felix Braun recherchiert tief, wo andere an der Oberfläche bleiben. Er deckt Missstände auf, hinterfragt offizielle Aussagen und bringt Hintergründe ans Licht, die sonst verborgen blieben. 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