ZenNews24› Gesundheit› Fußball-WM 2026: So bekommen Sie mit wenig Schlaf… Gesundheit Fußball-WM 2026: So bekommen Sie mit wenig Schlaf möglichst viel WM Schlafexperte Hans-Günter Weeß erklärt, wie Fußballfans die WM 2026 genießen können, ohne ihre Gesundheit dauerhaft zu schädigen. Von ZenNews24 Redaktion 15.06.2026, 13:51 Uhr 4 Min. Lesezeit Das Wichtigste in Kürze Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steht vor der Tür – und für viele deutsche Fans bedeutet das: durchwachte Nächte, angespannte Nerven und die Hoffnung auf unvergessliche MomenteDas Problem dabei ist strukturell: Alle 16 Anstoßzeiten der WM liegen zwischen 18 und 6… Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steht vor der Tür – und für viele deutsche Fans bedeutet das: durchwachte Nächte, angespannte Nerven und die Hoffnung auf unvergessliche Momente. Das Problem dabei ist strukturell: Alle 16 Anstoßzeiten der WM liegen zwischen 18 und 6 Uhr. Für Millionen Zuschauer bedeutet das eine massive Umstellung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Wie lässt sich das bewältigen, ohne die eigene Gesundheit dauerhaft zu schädigen? Schlafexperte Hans-Günter Weeß gibt konkrete Tipps. Warum nächtliche Spiele unseren Körper belasten Der menschliche Körper funktioniert nach einem inneren Zeitplan, dem sogenannten zirkadianen Rhythmus. Dieser Schlaf-Wach-Zyklus ist evolutionär tief verankert: Er hält uns tagsüber aktiv und nachts ruhig. Wer diesen Rhythmus wiederholt und abrupt verschiebt, riskiert messbare Schlafprobleme.Lesen Sie auchIm Koma nach Sepsis: »Ich hörte Stimmen von weit her: ›Atme, atme, atme!‹«Schnarchen: Kissen, Nasenspreizer, Kieferschiene? Was wirklich hilftÜberreaktion des Immunsystems: »Die Sepsis ist ein echter Killer« Laut Daten der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) leiden rund 25 Prozent der deutschen Bevölkerung unter chronischen Schlafstörungen. Während einer WM mit späten Anstoßzeiten kann sich dieser Anteil vorübergehend erhöhen – nicht allein wegen der Uhrzeit, sondern auch wegen der emotionalen Aktivierung beim Zuschauen. Adrenalin und psychische Anspannung wirken als Wachmacher und können noch zwei bis drei Stunden nach Spielende anhalten. Hans-Günter Weeß, langjähriger Vorsitzender der DGSM und Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum, ordnet die Risiken ein: „Wer über mehrere Wochen regelmäßig weniger als sechs Stunden schläft, erhöht sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und psychische Beschwerden nachweislich." Dennoch lässt sich die WM mit der richtigen Strategie genießen, ohne die Gesundheit dauerhaft zu belasten. Schlafmangel in Deutschland: Was Studien zeigen Verbreitung: Rund 25 Prozent der Deutschen leiden laut DGSM unter chronischen Schlafstörungen. Eine Erhebung der DAK-Gesundheit zeigt, dass etwa 45 Prozent der Arbeitnehmer regelmäßig Schlafprobleme berichten; bei Schichtarbeitern liegt die Quote bei rund 58 Prozent.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Schlafdauer: Der durchschnittliche Erwachsene in Deutschland schläft etwa 6 Stunden und 54 Minuten pro Nacht. Schlafmediziner empfehlen für Erwachsene 7 bis 9 Stunden. Während intensiver Sportereignisse wie einer WM kann die tatsächliche Schlafdauer an Spieltagen um weitere 1 bis 2 Stunden sinken. Gesundheitsrisiken: Menschen, die dauerhaft unter fünf Stunden pro Nacht schlafen, haben laut einer im European Heart Journal veröffentlichten Metaanalyse ein um etwa 45 Prozent erhöhtes Herzinfarktrisiko. Bereits eine einzige Nacht mit vier Stunden Schlaf reduziert kognitive Leistungsfähigkeit und Reaktionszeit messbar – die Konzentrationsfähigkeit kann um bis zu 30 Prozent sinken. Immunsystem: Schlafmangel schwächt die Immunantwort. Studien zeigen, dass Personen mit weniger als sechs Stunden Schlaf nach einer Impfung eine deutlich geringere Antikörperproduktion aufweisen als ausgeschlafene Kontrollgruppen. Vorbereitung beginnt Wochen vorher: Phase-Shifting Wer sich auf späte Anstoßzeiten vorbereiten möchte, sollte nicht erst beim ersten Spiel reagieren. Schlafexperte Weeß empfiehlt ein graduelles Phase-Shifting: die schrittweise Verschiebung des Schlaf-Wach-Zyklus über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen. Das Prinzip ist einfach – die Umsetzung erfordert Disziplin. Gehen Sie jeden Abend 15 bis 20 Minuten später ins Bett und stehen Sie entsprechend später auf. Über zwei Wochen hinweg verschiebt sich Ihr Rhythmus so um bis zu drei Stunden – ohne den Körper in eine abrupte Umstellung zu zwingen. Studien zur Schichtarbeitsforschung belegen, dass graduelle Anpassungen die Schlafqualität deutlich weniger beeinträchtigen als plötzliche Zeitwechsel. Wichtig dabei: die Lichtexposition anpassen. Helles Licht am Morgen ist das stärkste Signal für die innere Uhr, den Tag zu beginnen. Wenn Sie später aufstehen, sollten Sie auch später ins Tageslicht gehen – idealerweise erst nach dem Aufstehen ins Freie oder an ein helles Fenster. Das reguliert den Melatonin-Haushalt und erleichtert das spätere Einschlafen nach den Spielen. Mehr zu den Grundlagen gesunden Schlafs lesen Sie in unserem Beitrag über Schlafhygiene und Schlafqualität. Strategien für Spieltage: So überstehen Sie die Nacht Koffein: Wann es hilft und wann es schadet Viele Fans greifen während oder nach den Spielen zu Kaffee oder Energy-Drinks. Das ist verständlich – aber kontraproduktiv, wenn man danach noch schlafen möchte. Koffein hat eine biologische Halbwertszeit von etwa fünf bis sechs Stunden. Wer um 22 Uhr einen Espresso trinkt, hat um 4 Uhr morgens noch die Hälfte des Koffeins im Blut. Das Einschlafen nach dem Spiel wird dadurch erheblich erschwert. Weeß empfiehlt, den letzten Kaffee spätestens fünf Stunden vor dem geplanten Schlafzeitpunkt zu trinken. Wer ein Spiel um Mitternacht schaut und danach schlafen möchte, sollte ab 19 Uhr auf Koffein verzichten. Alternativen wie koffeinfreier Kräutertee oder Wasser helfen, wach zu bleiben, ohne den Schlaf anschließend zu blockieren. Energy-Drinks sind wegen des hohen Zucker- und Koffeingehalts besonders ungünstig – sie verlängern die Einschlafdauer und verschlechtern die Schlafqualität in der zweiten Nachthälfte. Die WM 2026 wird für viele Fans ein Balanceakt zwischen Leidenschaft und Erholung. Wer rechtzeitig mit der Vorbereitung beginnt, bewusst mit Koffein und Licht umgeht und sich gezielt Erholungsphasen gönnt, kann das Turnier in vollen Zügen genießen – ohne danach wochenlang mit den Folgen des Schlafmangels zu kämpfen. Denn am Ende gilt: Ein ausgeruhter Fan feiert Siege intensiver und steckt Niederlagen besser weg. Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 gesundheit Z ZenNews24 Redaktion Redaktion Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. Unsere Journalistinnen und Journalisten recherchieren, analysieren und ordnen ein — unabhängig und verlässlich. Das könnte dich interessieren › Gesundheit Im Koma nach Sepsis: »Ich hörte Stimmen von weit her: ›Atme, atme, atme!‹« 10.06.2026 Gesundheit Schnarchen: Kissen, Nasenspreizer, Kieferschiene? 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