ZenNews24› Wirtschaft› Arbeitslosengeld 2026: Wie viel bekomme ich wirkl… Wirtschaft Arbeitslosengeld 2026: Wie viel bekomme ich wirklich? Berechnung, Dauer und was viele nicht wissen ALG 1 statt ALG 2, 60 oder 67 Prozent, 12 oder 24 Monate – das Arbeitslosengeld ist komplizierter als gedacht. Wir erklären, wie viel du wirklich bekommst, wie lange und was deine Ansprüche beeinflusst. Von Markus Bauer 13.05.2026, 20:30 Uhr 4 Min. Lesezeit Das Wichtigste in Kürze Plötzlich gekündigt, Vertrag ausgelaufen, Betrieb insolvent – und jetztWer in Deutschland arbeitslos wird, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld I (ALG 1)Aber w Plötzlich gekündigt, Vertrag ausgelaufen, Betrieb insolvent – und jetzt? Wer in Deutschland arbeitslos wird, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld I (ALG 1). Aber wie viel ist das wirklich? Wann endet der Anspruch? Und was passiert, wenn es nicht reicht? Die Antworten sind weniger einfach als gedacht – aber wir rechnen es durch.InhaltsverzeichnisALG 1 vs. Bürgergeld – der wichtige UnterschiedWie viel Arbeitslosengeld bekomme ich? Die BerechnungWie lange bekomme ich Arbeitslosengeld?Was passiert nach dem ALG 1? Der Übergang zum BürgergeldSperrzeit: Wenn man selber kündigt oder schuldhaft entlassen wirdAntrag stellen: Was du sofort tun musstAufhebungsvertrag oder Kündigung – was ist besser?Fazit: Das Wichtigste auf einen Blick ▶ Auf einen BlickHöhe: 60 % des letzten Nettolohns – mit Kindern 67 %Dauer: 6 bis max. 24 Monate – je nach Alter und VersicherungszeitVoraussetzung: Mind. 12 Monate in letzten 30 Monaten sozialversicherungspflichtig beschäftigtAntrag: Sofort bei der Bundesagentur für Arbeit stellen – Frist ab Tag 1 der ArbeitslosigkeitSperrzeit: Bei selbst verschuldeter Kündigung drohen bis zu 12 Wochen Sperrzeit ALG 1 vs. Bürgergeld – der wichtige Unterschied Viele verwechseln Arbeitslosengeld I (ALG 1) mit dem früheren Hartz IV, heute Bürgergeld. Das sind zwei völlig verschiedene Leistungen: ALG 1Bürgergeld (früher Hartz IV) Wer bekommt es?Wer zuletzt Beiträge gezahlt hatWer kein ALG 1 (mehr) hat oder es nicht ausreicht Höhe60–67 % des NettolohnsPauschalbetrag (2026: 563 € für Alleinstehende) VermögensanrechnungNeinJa (nach Schonfrist) ZuständigBundesagentur für ArbeitJobcenter ALG 1 ist eine Versicherungsleistung – wer jahrelang Beiträge gezahlt hat, bekommt einen prozentualen Anteil seines letzten Lohns. Bürgergeld ist eine Grundsicherung, die unabhängig vom früheren Einkommen ist. Wie viel Arbeitslosengeld bekomme ich? Die Berechnung Die Formel: 60 % des pauschalierten Nettolohns aus den letzten 12 Monaten vor der Arbeitslosigkeit. Wer Kinder hat (oder hatte, mit Kindergeldbezug), bekommt 67 %. Was ist der „pauschalierte Nettolohn"? Die Bundesagentur rechnet nicht einfach deinen echten Nettolohn. Sie zieht vom Bruttolohn pauschal Sozialabgaben (ca. 21 %) und eine Lohnsteuer nach Tabelle ab – das Ergebnis ist der Bemessungsentgelt.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Letztes Bruttogehalt (mtl.)Pausch. Netto (ca.)ALG 1 (60 %)ALG 1 mit Kind (67 %) 2.000 €1.560 €936 € mtl.1.045 € mtl. 3.000 €2.220 €1.332 € mtl.1.487 € mtl. 4.000 €2.800 €1.680 € mtl.1.876 € mtl. 5.000 €3.350 €2.010 € mtl.2.245 € mtl. 6.000 €3.850 €2.310 € mtl.2.580 € mtl. Näherungswerte – exakte Berechnung über den ALG-Rechner der Bundesagentur für Arbeit. Wichtig: Das Arbeitslosengeld ist steuerpflichtig – es unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Es wird zwar nicht direkt besteuert, erhöht aber den Steuersatz für andere Einkünfte. Wer im selben Jahr noch gearbeitet hat, kann überraschend hohe Steuernachzahlungen erleben. Das Video „Arbeitslosengeld 1 - Höhe, Anspruch und Bezugsdauer" von GeVestor Financial Publishing Group beleuchtet den Hintergrund zu diesem Thema. Es bietet wirtschaftliche Einblicke, die den Artikel mit visuellem Material ergänzen. Wie lange bekomme ich Arbeitslosengeld? Die Bezugsdauer hängt von zwei Faktoren ab: Versicherungszeit (wie lange du eingezahlt hast) und Lebensalter. Versicherungszeit in 5 JahrenMax. BezugsdauerGilt für Alter 12 Monate6 MonateAlle 16 Monate8 MonateAlle 20 Monate10 MonateAlle 24 Monate12 MonateAlle 30 Monate15 MonateAb 50 Jahren 36 Monate18 MonateAb 55 Jahren 48 Monate24 MonateAb 58 Jahren Die maximale Bezugsdauer von 24 Monaten gilt also nur für Menschen ab 58 mit langer Versicherungsgeschichte. Für die meisten Arbeitslosen zwischen 30 und 50 beträgt die Bezugsdauer 12 Monate – sofern sie mindestens 24 Monate in den letzten 5 Jahren gearbeitet haben.Bildmaterial: ZenNews24 Mediathek Was passiert nach dem ALG 1? Der Übergang zum Bürgergeld Wer nach Ablauf des ALG 1 noch keinen Job hat und kein ausreichendes Vermögen besitzt, kann Bürgergeld beantragen. Das sind 2026 für Alleinstehende 563 € monatlich, dazu Übernahme der Mietkosten (bis zur Angemessenheitsgrenze) und Krankenversicherung. Viele unterschätzen den Einschnitt: Wer 3.000 € brutto verdient hat, bekommt erst ALG 1 von etwa 1.300 € – und danach Bürgergeld von 563 €. Der Lebensstandard bricht massiv ein. Gerade deshalb ist eine frühe Aktivierung so wichtig. Sperrzeit: Wenn man selber kündigt oder schuldhaft entlassen wird Wer seinen Job selbst kündigt oder durch eigenes Verschulden entlassen wird, riskiert eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen. In dieser Zeit wird kein ALG 1 gezahlt – und die Bezugsdauer verkürzt sich zusätzlich um ein Viertel. Ausnahmen gibt es bei wichtigem Grund: nachgewiesener Mobbing, Gesundheitsgefährdung, Umzug zum Partner, oder wenn ein neuer Job in Aussicht war und platzte. Die Bundesagentur entscheidet im Einzelfall. Antrag stellen: Was du sofort tun musst Sofort melden: Am ersten Tag der Arbeitslosigkeit (nicht erst wenn ALG-Antrag fertig) bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitssuchend melden – online unter arbeitsagentur.de oder telefonisch unter 0800 4 5555 00. Verpasst man die Frist, verliert man Leistungsansprüche. Antrag stellen: Separat vom Arbeitssuchmeldung – ALG-Antrag ausfüllen und einreichen (online oder persönlich). Unterlagen bereithalten: Personalausweis, Kündigungsschreiben oder Aufhebungsvertrag, letzter Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen der letzten 12 Monate. Eigeninitiative zeigen: Mindestens 3 Eigenbemühungen pro Monat nachweisen – sonst drohen Sanktionen. Was viele nicht wissen: Diese Leistungen gibt es zusätzlich Krankenversicherung: Läuft weiter – die Bundesagentur zahlt die Beiträge Rentenversicherung: ALG-1-Bezieher sammeln weiter Rentenpunkte Weiterbildungsförderung (Bildungsgutschein): Bis zu 100 % der Kurskosten übernehmt Mobilitätshilfen: Umzugskosten oder Pendelkosten für eine neue Stelle Gründungszuschuss: Wer sich selbstständig macht, kann bis zu 9 Monate Förderung erhalten Aufhebungsvertrag oder Kündigung – was ist besser? Ein häufiger Fehler: Wer einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet, riskiert ebenfalls eine Sperrzeit – auch wenn die Trennung „einvernehmlich" war. Die Bundesagentur prüft, ob man durch den Aufhebungsvertrag selbst zur Arbeitslosigkeit beigetragen hat. Wer dabei eine Abfindung bekommt, muss diese unter Umständen anrechnen lassen. Faustformel: Lieber ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber als Aufhebungsvertrag – das vermeidet Sperrzeiten. Im Zweifel vorher rechtlichen Rat einholen. Fazit: Das Wichtigste auf einen Blick ALG 1 ist eine wichtige Absicherung – aber kein Ersatz für das volle Gehalt. 60 % klingen gut, bis man merkt, dass 3.000 € Brutto auf ~1.300 € ALG 1 zusammenschrumpfen. Wer weiß, was ihn erwartet, kann besser planen: Notgroschen aufbauen, Weiterbildungsgutscheine aktiv nutzen, Sperrzeit unbedingt vermeiden. Und vor allem: sofort melden – der erste Tag zählt. Mehr zum ThemaLangzeitarbeitslosigkeit: Wer einmal rausfällt, kommt kaum zurückBürgergeld: Ein Jahr später – was hat sich wirklich verändert?Mehr Netto, höhere Rente, mehr Bürgergeld – was sich ändert Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Arbeitslosengeld | SGB III – Arbeitsförderung | BMAS: Arbeitsförderung 📋KündigungsrechnerWann endet dein Arbeitsverhältnis? Jetzt Kündigungsfrist berechnen.Kündigungsfrist berechnen → Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 Wirtschaft Arbeitslosengeld Berechnung Dauer Prozent M Markus Bauer Technologie & Digitales Markus Bauer verfolgt die Entwicklungen in Tech, KI und Digitalpolitik. Er analysiert, wie neue Technologien Gesellschaft und Wirtschaft verändern — von Datenschutz bis Plattformregulierung. Das könnte dich interessieren › Wirtschaft Stellenabbau bei Volkswagen: 15.000 Jobs fallen weg 25.06.2026 Wirtschaft Insolvenzwelle rollt: 40 % mehr Pleiten als im Vorjahr 25.06.2026 Wirtschaft Bundeswehr: Bundesrechnungshof warnt vor überhöhten Rüstungspreisen 24.06.2026 Wirtschaft RWE strebt Mehrheit an Übertragungsnetzbetreiber Amprion an 23.06.2026 Wirtschaft Inflation sinkt auf 1,8 Prozent – günstigste Preise seit 4 Jahren 23.06.2026 Wirtschaft Fachkräftemangel kostet Deutschland 50 Mrd. Euro jährlich 23.06.2026 Wirtschaft DAX knackt 25.000-Punkte-Marke erstmals in der Geschichte 23.06.2026 Wirtschaft Rentnerparadies: Rente im Ausland: Dieses Tool zeigt, wohin Sie auswandern sollten 22.06.2026 Auch interessant › Unterhaltung Review: Placebo – PLACEBO RE:CREATED: Der Außenseiter-Tempel, renoviert 3 Std. her Sport Julian Nagelsmann bei der Fußball-WM 2026: Der Ohnmächtige - Kommentar 12 Std. her Regional Kieler Woche: Rund 185.000 Menschen beobachten Windjammerparade 15 Std. her Gesellschaft Hitze in Europa: 100 Grad Bodentemperatur auf der Baustelle – und Schneematsch am Mont Blanc 21 Std. her Gesundheit Sonnenbrillen: Worauf Sie beim Schutz für die Augen achten sollten Gestern Sport Deutschland 1:2 gegen Ecuador: »Diese Mannschaft braucht Orientierung« – Pressestimmen Gestern Sport WM 2026: Neuseeland 1:5 Belgien — Spielbericht 27.06.2026 Gestern Sport WM 2026: Ägypten 1:1 Iran — Spielbericht 27.06.2026 Gestern Mehr aus Wirtschaft › Wirtschaft Stellenabbau bei Volkswagen: 15.000 Jobs fallen weg 25.06.2026 Wirtschaft Insolvenzwelle rollt: 40 % mehr Pleiten als im Vorjahr 25.06.2026 Wirtschaft Bundeswehr: Bundesrechnungshof warnt vor überhöhten Rüstungspreisen 24.06.2026 Wirtschaft RWE strebt Mehrheit an Übertragungsnetzbetreiber Amprion an 23.06.2026 Wirtschaft Inflation sinkt auf 1,8 Prozent – günstigste Preise seit 4 Jahren 23.06.2026 Wirtschaft Fachkräftemangel kostet Deutschland 50 Mrd. Euro jährlich 23.06.2026 Wirtschaft DAX knackt 25.000-Punkte-Marke erstmals in der Geschichte 23.06.2026 Wirtschaft Rentnerparadies: Rente im Ausland: Dieses Tool zeigt, wohin Sie auswandern sollten 22.06.2026 ← Wirtschaft Porsche SE schreibt wegen Volkswagen erneut hohen Verlust Wirtschaft → Darf Milka die Schokoladentafel ohne Hinweis schrumpfen? Worum es in dem Fall geht