Basisrente 2026: Was bekomme ich im Alter noch? Steuervorteile, Rechenbeispiele und was Merz plant
Die Rentenlücke wächst, die gesetzliche Rente reicht nicht mehr. Die Basisrente bietet massive Steuervorteile – aber für wen lohnt sie sich wirklich, was bekommt man raus und was plant die Merz-Regierung?
Wer heute 40 oder 50 ist und sich fragt, was von der gesetzlichen Rente übrig bleibt, bekommt eine unbequeme Antwort: zu wenig. Die Rentenlücke wächst, das Rentenniveau sinkt, und die Lebenshaltungskosten steigen. Die Basisrente – auch bekannt als Rürup-Rente – ist dabei eine der steuerlich attraktivsten Vorsorgelösungen überhaupt. Besonders seit Friedrich Merz die kapitalgedeckte Altersvorsorge zur politischen Priorität erklärt hat, rückt sie wieder ins Rampenlicht.
- Steuerförderung 2026: Bis zu 27.566 € (Ledige) bzw. 55.132 € (Verheiratete) jährlich als Sonderausgaben absetzbar – 100 %
- Für wen? Besonders attraktiv für Selbstständige, Freiberufler, Gutverdiener – aber auch Angestellte profitieren
- Steuerersparnis: Bei 10.000 € Einzahlung und 42 % Steuersatz: ca. 4.200 € zurück – Eigenaufwand nur 5.800 €
- Auszahlung: Lebenslange monatliche Rente ab 62, nur als Leibrente – keine Einmalzahlung möglich
- Merz-Reform: Kapitalgedeckte Altersvorsorge soll gestärkt werden – Fördergrenze könnte steigen
Was ist die Basisrente – und warum heißt sie Rürup-Rente?
Die Basisrente wurde 2005 eingeführt, benannt nach dem Ökonomen Bert Rürup, der sie als Mitglied der damaligen Rentenkommission maßgeblich mitgestaltet hat. Konzipiert wurde sie ursprünglich als Altersvorsorgelösung für Selbstständige und Freiberufler, die keinen Zugang zur gesetzlichen Rentenversicherung und damit auch nicht zur Riester-Förderung haben.
Das Prinzip: Du zahlst Beiträge in einen zertifizierten Vertrag ein – Versicherung, Fondssparplan oder Bankprodukt – und erhältst im Alter eine lebenslange monatliche Rente. Der Staat fördert das über die Steuer: Ab 2025 sind die Einzahlungen zu 100 Prozent absetzbar.

Für wen lohnt sich die Basisrente besonders?
Die kurze Antwort: für alle, die viel verdienen und viel Steuern zahlen. Je höher der Grenzsteuersatz, desto größer der Steuervorteil. Konkret profitieren vor allem:
- Selbstständige und Freiberufler – Sie haben keinen Riester-Anspruch, zahlen keine Beiträge in die gesetzliche Rente (außer freiwillig) und stehen im Alter oft schlechter da. Die Basisrente ist für sie das stärkste private Vorsorgeprodukt.
- Gutverdiener ab ~60.000 € Jahresbrutto – Wer in der 42-%- oder 45-%-Steuerzone liegt, bekommt jeden eingezahlten Euro fast halbiert zurück.
- Angestellte mit hohem Einkommen – Auch wer in der gesetzlichen Rente pflichtversichert ist, kann eine Basisrente abschließen und zusätzlich profitieren.
- Unternehmer kurz vor dem Verkauf – Hohe Einmalzahlungen in einem Jahr mit außerordentlich hohem Einkommen sind möglich und steuerlich hoch effizient.
Wie viel Steuer spare ich wirklich? Rechenbeispiele 2026
| Steuerklasse | Max. Abzug | Bei 42 % Steuersatz | Bei 45 % Steuersatz |
|---|---|---|---|
| Ledige | 27.566 € | 11.578 € Ersparnis | 12.405 € Ersparnis |
| Verheiratete | 55.132 € | 23.155 € Ersparnis | 24.809 € Ersparnis |
Konkretes Beispiel: Anna, 42 Jahre, Steuerberaterin, 90.000 € Jahresbrutto, Grenzsteuersatz 42 %. Sie zahlt 12.000 € in ihre Basisrente ein.
- Steuerersparnis: 12.000 × 42 % = 5.040 €
- Effektiver Eigenaufwand: nur 6.960 €
Wichtig: Die Rente im Alter wird nachgelagert besteuert – zum persönlichen Steuersatz im Rentenalter, der in der Regel deutlich niedriger ist. Das macht den Gesamtvorteil noch größer.
Was bekomme ich im Alter wirklich raus?
| Monatl. Einzahlung | Laufzeit | Rentenbeginn | Monatl. Rente (ca.) |
|---|---|---|---|
| 200 € | 30 Jahre (ab 37) | 67 | 380–520 € mtl. |
| 400 € | 25 Jahre (ab 42) | 67 | 620–860 € mtl. |
| 800 € | 20 Jahre (ab 47) | 67 | 980–1.350 € mtl. |
| 1.500 € | 15 Jahre (ab 52) | 67 | 1.400–1.900 € mtl. |
Annahmen: Fondsgebundener Tarif, durchschnittliche Rendite 4–6 % p.a. Werte vor Steuer.
Entscheidend: Die Rente ist lebenslang garantiert – egal ob man 68 oder 98 wird. Wer lange lebt, profitiert überproportional. Das unterscheidet die Basisrente fundamental von einem ETF-Depot, das irgendwann aufgebraucht sein kann.
Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Massiver Steuervorteil (100 % absetzbar) | Kein vorzeitiger Kapitalzugriff |
| Pfändungssicher und insolvenzgeschützt | Keine Einmalzahlung im Alter möglich |
| Lebenslange Rente – kein Langleberisiko | Eingeschränkte Vererbbarkeit |
| Flexible Beitragshöhe inkl. Einmalzahlungen | Nachgelagerte Besteuerung im Alter |
| Fondsgebundene Varianten mit Renditechance | Rendite stark produktabhängig |
| Ideal für Selbstständige ohne gesetzliche Rente | Weniger flexibel als ETF-Depot |
Was plant Friedrich Merz? Die Reform der Altersvorsorge 2025/2026
Friedrich Merz hat die Stärkung der kapitalgedeckten Altersvorsorge zu einem Kernanliegen seiner Regierung gemacht. Das Rentenpaket der Merz-Regierung sieht mehrere Weichenstellungen vor:
- Generationenkapital / Aktienrente: 100 Milliarden Euro sollen langfristig in Aktien investiert werden. Mehr zur Aktienrente.
- Anhebung der Fördergrenze: Die Regierung prüft, ob künftig noch höhere Basisrenten-Beiträge steuerlich absetzbar sein sollen.
- Reform der Riester-Rente: Riester soll durch ein moderneres Produkt abgelöst werden – die Basisrente profitiert als stabile Alternative.
- Eigenverantwortung als Leitmotiv: Wer privat vorsorgt, soll steuerlich belohnt werden. Mehr zur Merz-Steuerreform.

Basisrente vs. Riester vs. ETF-Depot
| Basisrente | Riester-Rente | ETF-Depot | |
|---|---|---|---|
| Förderung | Steuervorteil (100 % absetzbar) | Zulagen + Steuer | Keine |
| Flexibilität | Gering | Mittel | Hoch |
| Auszahlung | Nur Leibrente | Rente + 30 % Einmal | Frei wählbar |
| Vererbbar | Eingeschränkt | Eingeschränkt | Ja |
| Für wen ideal | Selbstständige, Gutverdiener | Angestellte mit Kindern | Alle mit Disziplin |
| Pfändungsschutz | Ja | Ja | Nein |
Die 5 häufigsten Irrtümer über die Basisrente
- „Wenn ich sterbe, ist das Geld weg." – Nur bei einfachen Tarifen ohne Hinterbliebenenrente. Moderne Verträge bieten Absicherung für Partner oder Beitragsrückgewähr.
- „Die Rendite ist schlecht." – Bei klassischen Tarifen oft richtig. Fondsgebundene Basisrenten mit ETF-Anlagen erzielen langfristig 5–7 % p.a.
- „Nur für Selbstständige." – Falsch. Jeder kann eine Basisrente abschließen – auch Angestellte mit hohem Einkommen profitieren massiv.
- „Die Steuer frisst den Vorteil auf." – Nein. Die nachgelagerte Besteuerung erfolgt zum niedrigeren Rentensteuersatz. Der Nettovorteil bleibt.
- „Ich bin zu alt dafür." – Auch mit 55 sinnvoll – besonders für Einmalzahlungen in Hocheinkommensjahren.
Was kommt wirklich an – das gesetzliche Renten-Szenario 2026
Wer heute 45 ist, 35 Jahre in die gesetzliche Rente eingezahlt hat und ein Durchschnittseinkommen von 45.000 € hatte, erhält ca. 1.350–1.500 € monatlich brutto. Netto bleiben oft unter 1.200 €. Das Rentenniveau liegt bei ca. 48 % des Durchschnittslohns – die Rentenlücke beträgt typischerweise 40–60 % des letzten Gehalts.
Checkliste: Ist die Basisrente das Richtige für mich?
- Ich verdiene mehr als 50.000 € brutto jährlich ✓
- Ich bin selbstständig oder freiberuflich tätig ✓
- Ich zahle aktuell mehr als 30 % Einkommensteuer ✓
- Ich brauche das investierte Kapital bis 62 nicht ✓
- Ich will Pfändungsschutz für meine Altersvorsorge ✓
- Ich suche eine lebenslange Rentengarantie ✓
Wer 4 oder mehr Punkte bestätigt, sollte die Basisrente ernsthaft prüfen.
Fazit: Lohnt sich die Basisrente 2026?
Ja – für die richtige Zielgruppe ist die Basisrente eines der besten Vorsorgeprodukte auf dem deutschen Markt. Der 100-prozentige Sonderausgabenabzug, der Pfändungsschutz und die lebenslange Rente machen sie besonders für Selbstständige, Freiberufler und Gutverdiener hochattraktiv. Die drohende Altersarmut für weite Bevölkerungsgruppen macht private Vorsorge ohnehin unvermeidlich.
Die Merz-Regierung sendet klare Signale: Wer selbst vorsorgt, soll steuerlich belohnt werden. Wer jetzt handelt, sichert sich die aktuellen Konditionen und hat den größten Hebel durch lange Laufzeiten.
- Altersvorsorge-Lücke: Wie groß sie ist — und was man tun kann
- Rentenpolitik unter Merz: Was das Rentenpaket wirklich bringt
- Riester-Rente: Auslaufmodell oder Reformchance?
- Rentenlücke berechnen: Was kommt wirklich im Alter?
- Steuern im Rentenalter: Was Rentner sparen können
- Aktienrente: Kommt die Reform für die Altersvorsorge?
Quellen: Bundesfinanzministerium: Steuertipps zur Altersvorsorge | Deutsche Rentenversicherung: Rentenniveau | Koalitionsvertrag 2025 CDU/CSU-SPD
Weiterführende Informationen: Bundesministerium der Finanzen















