ZenNews24› Finanzen› Rentenlücke berechnen: Was kommt wirklich im Alte… Finanzen Rentenlücke berechnen: Was kommt wirklich im Alter? So ermittelst du, wie viel du zusätzlich brauchst Von Laura Fischer 03.06.2025, 00:00 Uhr 5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 10.05.2026 Das Wichtigste in Kürze Die Rentenlücke berechnen ist eines der größten Tabuthemen in deutschen HaushaltenWährend viele Menschen mit Anfang 60 noch nicht wissen, wie viel Geld ihnen später tatsächlich zur Verfügung steh Die Rentenlücke berechnen ist eines der größten Tabuthemen in deutschen Haushalten. Während viele Menschen mit Anfang 60 noch nicht wissen, wie viel Geld ihnen später tatsächlich zur Verfügung steht, wächst die Unsicherheit. Dabei ist es möglich, die eigene Rentenlücke konkret zu berechnen und darauf aufbauend ein solides Finanzkonzept zu entwickeln. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du Schritt für Schritt vorgehst – und welche überraschenden Erkenntnisse dabei oft entstehen. Das Wichtigste in KürzeWarum die gesetzliche Rente allein nicht mehr reichtDie fünf Schritte zur Berechnung deiner persönlichen Rentenlücke Warum die gesetzliche Rente allein nicht mehr reicht Das sogenannte Rentenniveau – das Sicherungsniveau vor Steuern, also das Verhältnis einer Standardrente zum Durchschnittslohn – liegt aktuell bei etwa 48 Prozent. Die deutsche Rentenversicherung basiert auf dem Umlageprinzip: Heutige Arbeitnehmer zahlen für aktuelle Rentner ein. Dieses System war jahrzehntelang stabil, doch der demografische Wandel hat fundamentale Auswirkungen. Die Lebenserwartung ist gestiegen, während gleichzeitig weniger Kinder geboren werden. Das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern verschlechtert sich kontinuierlich. Aktuell kommen auf 100 Rentnerinnen und Rentner noch etwa 180 Beitragszahler – ein Verhältnis von rund 1,8 zu 1. Prognosen der Deutschen Bundesbank sowie der jährliche Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung deuten darauf hin, dass dieses Verhältnis bis 2050 auf rund 1,3 zu 1 sinken wird. Das bedeutet konkret: Die Rentensätze können nicht im gleichen Maße steigen wie die Löhne, oder die Rentenbeitragssätze müssen deutlich angehoben werden. In der Realität geschieht beides – die Kaufkraft der gesetzlichen Rente sinkt relativ zum früheren Einkommen. Das sogenannte Rentenniveau – das Sicherungsniveau vor Steuern, also das Verhältnis einer Standardrente zum Durchschnittslohn – liegt aktuell bei etwa 48 Prozent. Für einen Arbeitnehmer mit 45 Beitragsjahren und einem letzten Bruttoeinkommen von 4.500 Euro bedeutet das eine Bruttorente von etwa 2.160 Euro. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung – Rentnerinnen und Rentner zahlen rund 14 bis 16 Prozent dieser Beiträge selbst – bleiben netto etwa 1.810 bis 1.850 Euro übrig. (Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Rentenversicherungsbericht 2023) Die große Rolle der Inflation Ein oft unterschätzter Faktor ist die Inflation. Renten werden zwar angepasst, doch gerade in Phasen höherer Teuerung hinkt die Anpassung nach. Ein Euro Kaufkraft mit 65 Jahren ist nicht dasselbe wie ein Euro mit 85 Jahren. Wer mit einer durchschnittlichen Inflation von 2,5 Prozent pro Jahr rechnet, stellt fest: Nach der Formel 0,97520 verliert die Rente über 20 Rentenjahre rechnerisch rund 40 Prozent ihrer ursprünglichen Kaufkraft. Ein Betrag von 1.800 Euro heute hat dann noch eine reale Kaufkraft von etwa 1.080 Euro.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Die fünf Schritte zur Berechnung deiner persönlichen Rentenlücke Schritt 1: Dein erwartetes Renteneinkommen ermitteln Der erste konkrete Schritt ist, deine gesetzliche Rente zu kennen. Die Deutsche Rentenversicherung stellt hierzu kostenfrei eine Rentenauskunft zur Verfügung. Diese können Versicherte ab 27 Jahren anfordern. Die Auskunft enthält eine Prognose basierend auf bisherigen Beitragszahlungen und unter verschiedenen Annahmen: weiterhin aktive Erwerbstätigkeit, Renteneintritt mit 67, durchschnittliche Rentensteigerung. Konkret: Prognostiziert deine Auskunft eine Rente von 1.850 Euro brutto bei Renteneintritt mit 67 Jahren, ist das deine Ausgangsgröße. Beachte, dass Rentnerinnen und Rentner seit der Rentenreform 2004 den halben allgemeinen Krankenversicherungsbeitrag (ca. 7,3 %), den kassenindividuellen Zusatzbeitrag (durchschnittlich ca. 1,7 %) sowie den vollen Pflegeversicherungsbeitrag (3,4 %, für Kinderlose 4,0 %) selbst tragen. In der Summe ergibt das je nach Krankenkasse und Kinderstatus etwa 12,4 bis 13,0 Prozent Abzug – von 1.850 Euro Bruttorente bleiben damit netto rund 1.610 bis 1.630 Euro übrig, bevor etwaige Einkommensteuer anfällt. Was bedeutet das für Anleger? Wichtig zu wissen: Beantrage deine kostenlose Rentenauskunft unter www.deutsche-rentenversicherung.de oder persönlich vor Ort in einem der bundesweit rund 1.100 Beratungsstellen. Diese Auskunft ist die einzig verlässliche Grundlage für deine Planung. Alle weiteren Berechnungen bauen darauf auf. Zusätzlich erhältst du ab 55 Jahren automatisch alle drei Jahre eine schriftliche Renteninformation. Schritt 2: Deinen erwarteten Lebensstandard im Alter definieren Viele Menschen denken, sie bräuchten im Alter weniger Geld. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Zwar fallen einige Ausgaben weg – Fahrtkosten zur Arbeit, Berufskleidung, Altersvorsorgebeiträge selbst – dafür entstehen neue Kosten: Gesundheitsversorgung, häusliche Hilfe, Mobilität ohne eigenes Fahrzeug, Freizeitgestaltung. Eine Analyse der Verbraucherzentrale Bundesverband zeigt, dass Haushalte ab 75 Jahren überproportional mehr für Wohnen, Nebenkosten und Gesundheit ausgeben als Erwerbstätigenhaushalte. Eine realistische Faustregel: Plane mit 80 bis 90 Prozent deines letzten Nettoeinkommens für das Alter. Wer derzeit 3.500 Euro netto verdient, sollte mit 2.800 bis 3.150 Euro monatlichen Ausgaben im Alter rechnen. (Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband) Noch konkretere Anhaltspunkte liefert eine ehrliche Haushaltsanalyse. Tracke drei bis sechs Monate lang deine tatsächlichen Ausgaben und kategorisiere nach: Fixkosten (Miete/Nebenkosten, Versicherungen, Lebensmittel): meist 50–60 Prozent des Nettoeinkommens Mobilität (Auto, ÖPNV): meist 10–15 Prozent Gesundheit und Körperpflege: für Erwerbstätige 5–8 Prozent, für Rentner häufig 12–15 Prozent Freizeit und Kultur: 8–12 Prozent Sonstiges und Puffer: 5–10 Prozent Diese Aufschlüsselung zeigt dir, welche Posten im Alter wegfallen und welche steigen werden. Das Ergebnis ist dein persönlicher Bedarf im Alter – die zentrale Zielgröße für alle weiteren Berechnungen. Schritt 3: Die Rentenlücke konkret berechnen Die Rentenlücke ergibt sich aus der einfachen Differenz zwischen deinem Nettobedarf im Alter und dem zu erwartenden Nettoeinkommen aus allen Rentenquellen. Die folgende Tabelle zeigt typische Szenarien für unterschiedliche Einkommensgruppen: Letztes Nettoeinkommen Bedarf im Alter (85 %) Gesetzliche Nettorente (ca.) Monatliche Rentenlücke Kapital zur Schließung* 2.000 € 1.700 € ca. 1.050 € 650 € ca. 195.000 € 3.000 € 2.550 € ca. 1.350 € 1.200 € ca. 360.000 € 4.000 € 3.400 € ca. 1.620 € 1.780 € ca. 534.000 € 5.500 € 4.675 € ca. 1.900 € 2.775 € ca. 832.500 € *Annahme: Kapitalentnahme über 25 Rentenjahre, keine Verzinsung im Rentenalter, kein Inflationsausgleich – als konservative Untergrenze. Eigene Prognose, Richtwerte ohne Gewähr. Quelle der Rentenwerte: Deutsche Rentenversicherung, eigene Modellrechnung. Die Tabelle macht deutlich: Je höher das gewohnte Einkommensniveau, desto größer fällt die Lücke aus – denn die gesetzliche Rente steigt nicht linear mit dem Einkommen mit, sondern ist nach oben durch die Beitragsbemessungsgrenze (2024: 7.550 Euro West / 7.450 Euro Ost) gedeckelt. Schritt 4: Bestehende Vorsorge gegenrechnen Wer bereits privat oder betrieblich vorsorgt, muss diese Ansprüche von der berechneten Lücke abziehen. Relevante Quellen sind: Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Ansprüche aus Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds – aktuelle Auskunft beim Arbeitgeber anfordern Riester-Alternative prüfen-Rente: Hochrechnung aus dem letzten Jahreskontoauszug Rürup-Rente (Basisrente): Besonders relevant für Selbstständige Private Rentenversicherungen: Vertragliche Rentenleistungen laut Police Kapitalanlagen: Depots, Immobilienerträge, Sparverträge – hier ist eine realistische Entnahmeplanung nötig Addiere alle erwarteten Nettoeinkünfte im Alter und ziehe das Ergebnis von deinem ermittelten Bedarf ab. Was übrig bleibt, ist deine verbleibende Netto-Rentenlücke. Schritt 5: Den Sparbedarf bis zur Rente berechnen Steht die verbleibende Lücke fest, lässt sich der monatliche Sparbetrag ableiten, der bis zum Renteneintritt notwendig ist. Entscheidend sind dabei drei Variablen: die verbleibende Ansparzeit, die erwartete Rendite und die geplante Entnahmedauer im Rentenalter. Ein Beispiel: Du bist 40 Jahre alt, hast 27 Jahre bis zur Rente und eine monatliche Lücke von 800 Euro. Um diese über 25 Rentenjahre zu sch Das könnte dich auch interessierenETF-Sparplan: Welcher Broker ist am günstigsten?Depot eröffnen: Schritt-für-Schritt-AnleitungStaatsanleihen: Sicher aber lohnenswert?Alte Lebensversicherung: Kündigen, verkaufen oder weiterführen? Lesen Sie auchGeldgespraeche-Podcast: Kommt die Aktienrente wirklich?SCHUFA-Score verbessern: Was wirklich funktioniertImmobilie als Kapitalanlage: Was Zahlen wirklich sagen Mehr zum ThemaAktienrente: Kommt die Reform für die Altersvorsorge?Auf Geldreise ARD: Mit 60 in Rente – realistisch oder Märchen?Bluttest soll biologisches Alter des Gehirns enthüllen Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 Finanzen Geld Rentenlücke Alter L Laura Fischer Finanzen & Verbraucher Laura Fischer schreibt über Geldanlage, Verbraucherrecht und wirtschaftliche Trends. Ihr Fokus liegt auf praxisnahen Einordnungen — von Zinsentscheidungen bis zu alltäglichen Finanzfragen. 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