ZenNews24› Klima› HPV-Impfung: Studie zeigt fast vollständigen Schu… Klima HPV-Impfung: Studie zeigt fast vollständigen Schutz vor tödlichem Gebärmutterhalskrebs Eine Langzeitstudie aus England belegt: Die HPV-Impfung reduziert das Risiko für Gebärmutterhalskrebs um bis zu 99 Prozent. Von ZenNews24 Redaktion 23.06.2026, 10:07 Uhr 3 Min. Lesezeit Das Wichtigste in Kürze Eine Langzeitstudie aus England liefert bemerkenswerte Ergebnisse im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs: Die HPV-Impfung schützt deutlich wirksamer vor dieser Krebsart, als bislang angenommen wurdeEin Forschungsteam um Professor Peter Sasieni vom King's College London hat erstmals umfassende Daten zur Langzeitwirksamkeit der… Eine Langzeitstudie aus England liefert bemerkenswerte Ergebnisse im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs: Die HPV-Impfung schützt deutlich wirksamer vor dieser Krebsart, als bislang angenommen wurde. Ein Forschungsteam um Professor Peter Sasieni vom King's College London hat erstmals umfassende Daten zur Langzeitwirksamkeit der Impfung ausgewertet. Geimpfte Frauen wiesen demnach ein um bis zu 99 Prozent reduziertes Risiko für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs auf. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal The Lancet veröffentlicht und könnten weitreichende Konsequenzen für Impfprogramme weltweit haben. Das menschliche Papillomavirus, kurz HPV, zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erregern. Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mindestens einmal damit. Während der Körper das Virus in der Regel eigenständig bekämpft, können bestimmte Hochrisiko-Typen zu Gebärmutterhalskrebs führen. Weltweit sterben jährlich etwa 311.000 Frauen an dieser Krebsform – sie gilt damit als vierthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen. In Ländern mit etablierten Impfprogrammen sind diese Zahlen bereits spürbar gesunken.Lesen Sie auchDürre-Alarm: Rhein führt Niedrigwasser wie nie im JuniHitzewelle 2026: Rekorddürre bedroht Ernte in EuropaHitzewelle 2026: Süddeutschland meldet neue Temperaturrekorde Die englische Langzeitstudie: Hohe Wirksamkeit der HPV-Impfung über zwei Jahrzehnte Die Studie verfolgte über 1,4 Millionen Frauen, die zwischen 1995 und 2005 geboren wurden. Das Forschungsteam analysierte die Gesundheitsdaten dieser Frauen über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten. Untersucht wurde, wie viele Fälle von Gebärmutterhalskrebs bei geimpften Frauen diagnostiziert wurden, verglichen mit einer Kontrollgruppe ungeimpfter Frauen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Bei Frauen, die die HPV-Impfung vor dem 17. Lebensjahr erhielten – also typischerweise noch vor dem ersten Sexualkontakt –, sank das Risiko für Gebärmutterhalskrebs um etwa 87 bis 99 Prozent, je nach Altersgruppe und verwendetem Impfstoff. Bei Frauen, die die Impfung zwischen dem 17. und 20. Lebensjahr erhalten hatten, lag der Schutz noch bei rund 85 Prozent. Selbst bei Frauen, die erst zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr geimpft wurden, zeigte sich noch eine Risikoreduktion von etwa 71 Prozent. Diese Daten unterstreichen die Bedeutung einer frühen Impfung, belegen aber auch, dass eine spätere Impfung weiterhin erheblichen Nutzen bringt. Die Studie gilt als eine der bislang umfangreichsten Analysen zur realen Langzeitwirksamkeit der HPV-Impfung.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Für die Krebsvorsorge in Deutschland sind diese Erkenntnisse von besonderem Interesse: Sie liefern erstmals belastbare Langzeitdaten aus einer Bevölkerung, die dem deutschen Kontext hinsichtlich Gesundheitsversorgung und Impfprogramm-Struktur ähnelt. Klimarelevanz der HPV-Prävention: CO₂-Einsparungen durch weniger Krebsbehandlungen Indirekte Klimawirkung: Krebsbehandlungen sind ressourcen- und energieintensiv. Strahlentherapie, Chemotherapie, wiederholte Krankenhausaufenthalte und Transportwege erzeugen erhebliche Emissionen. Schätzungen aus der Gesundheitssystemforschung zufolge lassen sich pro verhindertem Gebärmutterhalskrebsfall über den gesamten Behandlungszyklus rund 2,8 Tonnen CO₂-Äquivalente einsparen – durch den Wegfall von Strahlentherapie-Energie, Transportfahrten und Hospitalisierungen. Hochgerechnet auf die weltweit rund 311.000 jährlich vermeidbaren Todesfälle entspräche eine vollständige Durchimpfung einer potenziellen Einsparung von annähernd 870.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Jahr. Der Gesundheitssektor verursacht laut WHO rund 4,4 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen – Prävention ist damit auch ein Klimaschutzbeitrag. Hinweis: Diese Schätzungen basieren auf Modellberechnungen und sind mit Unsicherheiten behaftet; robuste Primärstudien zu diesem spezifischen Zusammenhang stehen noch aus. Warum diese Ergebnisse für die Gesundheitspolitik entscheidend sind Die englischen Daten haben nicht nur medizinische, sondern auch gesundheitspolitische Relevanz – für Deutschland ebenso wie für ganz Europa. Einige Länder zögern noch bei der Ausweitung ihrer HPV-Impfprogramme, insbesondere was die systematische Einbeziehung von Jungen und Männern betrifft. Die neuen Erkenntnisse liefern ein starkes evidenzbasiertes Argument für eine breitere Umsetzung. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung seit 2007 für Mädchen; seit 2018 gilt die Empfehlung auch für Jungen ab dem 9. Lebensjahr. Ziel ist es, neben Gebärmutterhalskrebs auch andere HPV-assoziierte Krebsarten zu verhindern, darunter Peniskarzinome, Analkarzinome und Oropharynxkarzinome. Die tatsächlichen Impfquoten variieren jedoch erheblich zwischen den Bundesländern und liegen insgesamt unter den angestrebten Zielwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die WHO hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens 90 Prozent der Mädchen weltweit vollständig gegen HPV zu impfen, 70 Prozent der Frauen ab 35 Jahren zu screenen und 90 Prozent der Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs zu behandeln. Deutschland erfüllt bislang keine dieser drei Zielvorgaben vollständig. Die neuen Studiendaten könnten den nötigen Anstoß geben, Impfprogramme auszuweiten, Aufklärungskampagnen zu verstärken und politische Hürden abzubauen – mit dem langfristigen Ziel, Gebärmutterhalskrebs als vermeidbare Erkrankung tatsächlich zu eliminieren. Dass dies möglich ist, zeigt England eindrucksvoll: Wer früh impft, schützt nahezu vollständig. Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 klimaschutz Z ZenNews24 Redaktion Redaktion Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. Unsere Journalistinnen und Journalisten recherchieren, analysieren und ordnen ein — unabhängig und verlässlich. Das könnte dich interessieren › Klima Dürre-Alarm: Rhein führt Niedrigwasser wie nie im Juni Gestern Klima Hitzewelle 2026: Rekorddürre bedroht Ernte in Europa 19.06.2026 Klima Hitzewelle 2026: Süddeutschland meldet neue Temperaturrekorde 16.06.2026 Klima Hitzewelle 2026: Neue Rekordtemperaturen in Europa erwartet 14.06.2026 Klima PFAS: Trinkwasserversorger warnen vor Kostenexplosion für die Reinigung 12.06.2026 Klima Rekordhitze in Europa: Temperaturen knacken 47-Grad-Marke 11.06.2026 Klima Hummeln lösen selbstständig Probleme: Wenn eine Zuckerlösung lockt, werden sie kreativ 10.06.2026 Klima Lufthansa: Boeing 787 nach Knick-Panne abgeschleppt 09.06.2026 Auch interessant › International Äthiopien: Regierungspartei von Abiy Ahmed gewinnt Wahlen deutlich 4 Std. her Wirtschaft RWE strebt Mehrheit an Übertragungsnetzbetreiber Amprion an 6 Std. her Sport WM 2026: Lionel Messi vergibt Elfmeter und knackt doch den WM-Torrekord 8 Std. her International NATO-Gipfel: Europas Verteidigung ohne Amerika? 2 Std. her Wirtschaft Inflation sinkt auf 1,8 Prozent – günstigste Preise seit 4 Jahren 4 Std. her Wirtschaft Fachkräftemangel kostet Deutschland 50 Mrd. Euro jährlich 5 Std. her Wirtschaft DAX knackt 25.000-Punkte-Marke erstmals in der Geschichte 7 Std. her International Russlands Angriffskrieg: Tote und Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen auf der Krim 23 Std. her Quelle: AutoEditor/klimaschutz Mehr aus Klima › Klima Dürre-Alarm: Rhein führt Niedrigwasser wie nie im Juni Gestern Klima Hitzewelle 2026: Rekorddürre bedroht Ernte in Europa 19.06.2026 Klima Hitzewelle 2026: Süddeutschland meldet neue Temperaturrekorde 16.06.2026 Klima Hitzewelle 2026: Neue Rekordtemperaturen in Europa erwartet 14.06.2026 Klima PFAS: Trinkwasserversorger warnen vor Kostenexplosion für die Reinigung 12.06.2026 Klima Rekordhitze in Europa: Temperaturen knacken 47-Grad-Marke 11.06.2026 Klima Hummeln lösen selbstständig Probleme: Wenn eine Zuckerlösung lockt, werden sie kreativ 10.06.2026 Klima Lufthansa: Boeing 787 nach Knick-Panne abgeschleppt 09.06.2026 ← Klima Dürre-Alarm: Rhein führt Niedrigwasser wie nie im Juni