Politik

Kanzlertausch 2025: Von Scholz zu Merz — Das große Spezial

Vom Ampel-Aus bis zur Vereidigung: Wie Friedrich Merz Bundeskanzler wurde

Von ZenNews24 Redaktion 3 Min. Lesezeit
Kanzlertausch 2025: Von Scholz zu Merz — Das große Spezial
Das Wichtigste in Kürze
  • Vom Ampel-Aus im November 2024 bis zur dramatischen Kanzlerwahl im Mai 2025: Das komplette Spezial zum größten deutschen Regierungswechsel seit Jahren — mit Zeitlinie, Videos und Hintergrund.

Selten hat ein Regierungswechsel Deutschland so aufgewühlt wie der Kanzlertausch von 2025. Was mit dem Zerbrechen der Ampelkoalition begann, endete mit einem historischen Kanzlerwahl-Drama im Bundestag — und dem Amtsantritt von Friedrich Merz als zehntem Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • November 2024: Ampel-Aus nach Lindner-Entlassung durch Scholz
  • 23. Februar 2025: Bundestagswahl — CDU/CSU siegt, AfD zweitstärkste Kraft
  • 6. Mai 2025: Merz scheitert im ersten Wahlgang, gewinnt im zweiten
  • 6. Mai 2025: Vereidigung — Friedrich Merz ist der zehnte Bundeskanzler

Das Ende der Ampel: Drei Parteien, ein Bruch

Am 6. November 2024 war es vorbei. Bundeskanzler Olaf Scholz entließ Finanzminister Christian Lindner nach einem monatelangen Streit über den Bundeshaushalt. Lindner hatte eine Aufhebung der Schuldenbremse abgelehnt — Scholz warf ihm mangelnde Kompromissbereitschaft vor. Die FDP verließ die Regierung, die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP zerbrach nach weniger als drei Jahren.

Die politische Aufarbeitung begann sofort. Beide Seiten — Scholz und Lindner — präsentierten sich als das Opfer des jeweils anderen. Die Deutschen nahmen sich eine Meinung: Laut Umfragen machten die meisten Bürger beide Parteien gleichermaßen verantwortlich. Die Ampel war müde, und das Vertrauen in die Regierung war auf einem Tiefpunkt.

Bundestagswahl 2025: Eine Zeitenwende

Am 23. Februar 2025 wählten die Deutschen einen neuen Bundestag. Das Ergebnis war eindeutig: CDU/CSU gewann mit 28,5 Prozent, die AfD landete als zweitstärkste Kraft bei 20,8 Prozent. Die SPD fiel auf 16,4 Prozent, die Grünen auf 11,6 Prozent. Die FDP schaffte mit 4,9 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde knapp nicht.

Für Friedrich Merz war der Wahlsieg ein langer Weg. Der CDU-Vorsitzende hatte drei Anläufe gebraucht, um den Parteivorsitz zu erringen, war zweimal gescheitert — und stand nun kurz davor, Bundeskanzler zu werden.

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Kanzlerwahl: Ein historisches Drama in zwei Akten

Was am 6. Mai 2025 im Bundestag geschah, hatte es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gegeben. Im ersten Wahlgang erhielt Friedrich Merz nur 310 Stimmen — sechs zu wenig für die nötige Kanzlermehrheit. Koalitionsintern war die Erschütterung enorm: Aus den Reihen von CDU/CSU und SPD hatten offenbar mindestens 18 Abgeordnete gegen oder neben Merz gestimmt.

Nach stundenlangen Beratungen folgte der zweite Wahlgang. Diesmal: 325 Stimmen für Merz. Er war gewählt. Der Plenarsaal atmete auf — die Union triumphierte, die SPD-Fraktion applaudierte verhalten. Merz hatte es geschafft, doch das Bild der gespaltenen Koalition blieb hängen.

Vereidigung und der neue Kurs

Am Nachmittag des 6. Mai 2025 leistete Friedrich Merz den Amtseid als zehnter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Es war ein symbolischer Moment: Ein konservativer Kanzler nach 16 Jahren Angela Merkel, drei Jahren Scholz — und nach einem der dramatischsten politischen Jahre in der Geschichte der Bundesrepublik.

Sein Regierungsprogramm hatte Merz bereits skizziert: Wirtschaftswende, strengere Migrationspolitik, höhere Verteidigungsausgaben und eine Erneuerung der transatlantischen Beziehungen — auch wenn der erste Anruf bei US-Präsident Trump ernüchternde Töne anschlug.

Ein Jahr danach: Was blieb?

Heute, ein Jahr nach dem Kanzlertausch, ist das politische Deutschland ein anderes. Friedrich Merz regiert mit einer Großen Koalition, die sich immer wieder in Verteilungskämpfen aufreibt. Die AfD sitzt als zweitstärkste Kraft in der Opposition — und macht Druck. Die Ampel-Parteien suchen sich neu zu erfinden.

Die Frage, ob der Kanzlertausch das Land wirklich verändert hat, wird sich erst in den nächsten Jahren beantworten lassen. Die Zeitlinie macht deutlich: Der Weg war alles andere als geradlinig.

Zeitlinie
Kanzlertausch 2025: Die komplette Zeitlinie →

Alle Schlüsselmomente vom Ampel-Aus bis zur Vereidigung von Friedrich Merz.

Einschätzung der Redaktion

Der Kanzlertausch von 2025 war kein normaler Regierungswechsel, sondern das Ergebnis eines systemischen Vertrauensverlusts in die politische Mitte. Das Drama des ersten Wahlgangs zeigte: Auch eine rechnerische Mehrheit schützt nicht vor internen Verwerfungen. Merz hat das Kanzleramt gewonnen — aber die politische Stabilität ist fragil geblieben.

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