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Bundesnetzagentur: SMS-Nutzung bricht stark ein

SMS-Nutzung halbierte sich binnen drei Jahren – doch als Sicherheitsinstrument bei 2FA und Banking bleibt die Technologie unverzichtbar.

Von ZenNews24 Redaktion 4 Min. Lesezeit
Bundesnetzagentur: SMS-Nutzung bricht stark ein
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Bundesnetzagentur hat in ihrem aktuellen Jahresbericht deutliche Zahlen zur Nutzung von Kurzmitteilungen veröffentlicht: Der Versand von SMS ist in Deutschland in den vergangenen Jahren massiv zurückgegangen
  • Was einst das dominierende Kommunikationsmittel war, führt im privaten Alltag heute ein Schattendasein.…

Die Bundesnetzagentur hat in ihrem aktuellen Jahresbericht deutliche Zahlen zur Nutzung von Kurzmitteilungen veröffentlicht: Der Versand von SMS ist in Deutschland in den vergangenen Jahren massiv zurückgegangen. Was einst das dominierende Kommunikationsmittel war, führt im privaten Alltag heute ein Schattendasein. Die Gründe liegen vor allem in der Dominanz von Messenger-Diensten wie WhatsApp, Telegram und Signal. Für bestimmte Zwecke bleibt die SMS jedoch unverzichtbar – insbesondere bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung und als Sicherheitsmechanismus im Online-Banking.

Das Ende einer Ära: SMS verliert kontinuierlich an Bedeutung

Die SMS war jahrzehntelang das Rückgrat der mobilen Kommunikation in Deutschland. Nutzer buchten SMS-Pakete, speicherten Nachrichten auf ihren Handys und arrangierten sich mit dem Limit von 160 Zeichen pro Nachricht. Diese Zeiten sind vorbei. Laut Bundesnetzagentur ist das SMS-Aufkommen in Deutschland von rund 8,5 Milliarden Nachrichten im Jahr 2020 auf etwa 4,2 Milliarden im Jahr 2023 gesunken – ein Rückgang von rund 50 Prozent innerhalb von nur drei Jahren.

Die Gründe für diesen Rückgang sind strukturell: Instant-Messaging-Dienste wie WhatsApp, Telegram und Signal bieten kostenlosen Nachrichtenversand über bestehende Internetverbindungen. Sie ermöglichen neben Text auch Bilder, Videos, Sprachnachrichten und Gruppenkommunikation – ohne Zusatzkosten. Ergänzend dazu bieten soziale Plattformen wie Instagram und Facebook eigene Direktnachrichten-Funktionen. Für die private Alltagskommunikation ist die SMS damit schlicht überflüssig geworden.

Kerndaten zur SMS-Nutzung in Deutschland
  • SMS-Versand 2023: ca. 4,2 Milliarden Nachrichten
  • SMS-Versand 2020: ca. 8,5 Milliarden Nachrichten
  • Rückgang in drei Jahren: etwa 50 Prozent
  • Anteil geschäftlicher SMS: etwa 65 bis 70 Prozent
  • Anteil privater SMS: etwa 30 bis 35 Prozent
  • Wichtigste verbleibende Nutzung: Authentifizierung und Sicherheitskommunikation

(Quelle: Bundesnetzagentur, Jahresbericht 2023)

Vom Massenphänomen zur Nischentechnologie

Ein Blick in die Geschichte verdeutlicht das Ausmaß des Wandels. In den 2000er Jahren war die SMS-Nutzung in Deutschland auf ihrem Höhepunkt. Jugendliche verschickten täglich dutzende Kurzmitteilungen, entwickelten eine eigene Abkürzungssprache und machten SMS zur prägenden Kommunikationsform einer ganzen Generation. Mobilfunkanbieter generierten erhebliche Umsätze mit SMS-Flatrates und Premium-Diensten.

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Mit der Verbreitung von Smartphones und mobilen Breitbandverbindungen änderte sich dieses Paradigma fundamental. WhatsApp, 2009 gegründet, gehörte zu den ersten Anwendungen, die kostenlosen Nachrichtenversand via Internet im großen Maßstab ermöglichten. Die App wuchs schnell und verdrängte die SMS aus der privaten Kommunikation. Als Facebook WhatsApp 2014 für 19 Milliarden US-Dollar übernahm, war der Trend bereits unumkehrbar.

Der Niedergang verlief nicht abrupt, sondern graduell. Zunächst wechselten technikaffine Frühanwender zu Messenger-Diensten, später folgte die breite Bevölkerung. Heute versenden viele Menschen monatelang keine einzige private SMS – ohne dies bewusst wahrzunehmen. Das hat auch wirtschaftliche Folgen für Mobilfunkbetreiber, die früher erhebliche Erträge mit dem SMS-Geschäft erwirtschafteten und diesen Einnahmekanal heute weitgehend abgeschrieben haben.

Geschäfts-SMS vs. privater Nachrichtenaustausch

Die Daten der Bundesnetzagentur zeigen ein aufschlussreiches Muster: Während private SMS stark zurückgegangen sind, spielen automatisierte Unternehmens-SMS weiterhin eine relevante Rolle. Rund 65 bis 70 Prozent des verbleibenden SMS-Volumens entfallen auf geschäftliche Anwendungen – Lieferbenachrichtigungen, Zahlungserinnerungen, Terminkonfirmationen und automatisierte Kundenkommunikation.

Der Grund liegt in der technischen Zuverlässigkeit der SMS. Anders als internetbasierte Dienste funktioniert SMS auch bei schlechter Netzabdeckung und setzt lediglich eine Mobilfunkverbindung voraus. Für geschäftskritische Kommunikation ist diese Robustheit ein entscheidender Vorteil. Hinzu kommt die universelle Verfügbarkeit: Praktisch jeder Mobilfunkanschluss kann SMS empfangen – bei Messenger-Apps lässt sich das nicht voraussetzen. Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Unternehmen digitale Kommunikationskanäle einsetzen, findet in unserem Beitrag zur digitalen Unternehmenskommunikation weiterführende Informationen.

SMS als Sicherheitsinstrument: Ein Comeback anderer Art

Ein paradoxer Trend zeichnet sich ab: Während die SMS als allgemeines Kommunikationsmittel an Bedeutung verliert, gewinnt sie als Sicherheitsinstrument an Relevanz. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS – kurz SMS-2FA – ist heute ein Standardverfahren bei Banken, Online-Shops, sozialen Netzwerken und Behördenportalen. Dabei wird nach der Eingabe von Benutzername und Passwort ein einmaliger Code per SMS zugestellt, der die Identität des Nutzers zusätzlich bestätigt.

Das Prinzip dahinter ist simpel und wirksam: Selbst wenn ein Passwort in fremde Hände gelangt, bleibt der Zugang zu einem Konto gesperrt, solange der Angreifer keinen physischen Zugriff auf das Mobiltelefon des Nutzers hat. Die SMS fungiert dabei als zweiter, unabhängiger Sicherheitskanal. Gerade weil nahezu jedes Mobiltelefon SMS empfangen kann, ist dieses Verfahren besonders niedrigschwellig einsetzbar – ohne App-Installation oder Internetverbindung.

Sicherheitsexperten weisen allerdings darauf hin, dass SMS-2FA nicht unverwundbar ist. Angriffe wie SIM-Swapping, bei dem Kriminelle die Mobilfunknummer eines Opfers auf eine eigene SIM-Karte übertragen lassen, oder gezieltes Phishing können das Verfahren aushebeln. Dennoch bietet SMS-2FA gegenüber reinen Passwortlösungen einen deutlichen Sicherheitsgewinn und bleibt für Millionen Nutzer der praktikabelste Einstieg in die Zwei-Faktor-Sicherheit.

Die Entwicklung zeigt: Die SMS ist nicht tot – sie hat lediglich ihre Rolle gewandelt. Aus dem universellen Kommunikationswerkzeug ist ein spezialisiertes Instrument geworden, das dort seinen festen Platz behält, wo Zuverlässigkeit, Reichweite und Sicherheit zählen. Ob SMS-2FA langfristig durch sicherere Alternativen wie Authenticator-Apps oder hardwarebasierte Token verdrängt wird, bleibt offen. Bis dahin dürfte die Kurzmitteilung – trotz aller Rückgänge im privaten Bereich – ein unverzichtbarer Baustein der digitalen Infrastruktur bleiben.

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Quelle: AutoEditor/technologie
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