ZenNews24› Gesellschaft› Tiger bei Leipzig erschossen: "Tiger Queen" Carme… Gesellschaft Tiger bei Leipzig erschossen: "Tiger Queen" Carmen Zander hält noch 9 Raubkatzen — warum ist das legal? Tiger Sandokan (280 kg) entlief, verletzte einen 73-Jährigen schwer und wurde erschossen. Seine Halterin Carmen Zander ist arbeitslos — und darf trotzdem 10 Tiger in Dölzig halten. Von ZenNews24 Redaktion 18.05.2026, 17:16 Uhr 4 Min. Lesezeit Aktualisiert: 19.05.2026 Das Wichtigste in Kürze Nahe Leipzig entlief ein Tiger einer arbeitslosen Dompteurin und wurde von der Polizei erschossenDas Schockierende: Die Frau hält noch 7 weitere TigerWie kann das legal sein Ein 280 Kilogramm schwerer Sibirischer Tiger bricht aus, verletzt einen 73-jährigen Helfer lebensgefährlich, wird von der Polizei erschossen. Und die Öffentlichkeit stellt fassungslos fest: Die Halterin ist arbeitslos — und besitzt noch neun weitere Tiger. Behörden wussten von den Missständen seit Jahren.InhaltsverzeichnisWas passierte am 17. Mai 2026?Wer ist Carmen Zander, die "Tiger Queen"?Behörden wussten es — und ließen es laufenWarum ist das legal? Das Problem heißt FöderalismusBundesweites Verbot: Seit Jahren gefordert, nie umgesetztDer Tiger hatte keine SchuldWas mit den neun verbliebenen Tigern passiertChronik der Vorfälle bei Carmen Zander Was passierte am 17. Mai 2026?Polizei-Großeinsatz in Dölzig bei Leipzig nach dem Tiger-Ausbruch. Die Beamten stehen vor dem Eingang zum Gehege von Carmen Zander. In Dölzig, einem Gewerbegebiet der Gemeinde Schkeuditz nordwestlich von Leipzig, lief die tägliche Fütterung schief. Tiger Sandokan — ein ausgewachsener Sibirischer Tiger, rund 280 Kilogramm schwer — griff zunächst einen 73-jährigen Helfer an und verletzte ihn schwer. Dann sprang das Tier über den zwei Meter hohen Zaun und floh in eine angrenzende Gartenanlage. ▶ Auf einen BlickEin 280-kg-Tiger brach in Dölzig bei Leipzig aus, verletzte einen 73-Jährigen schwer und wurde von der Polizei erschossen.Die Halterin Carmen Zander ist arbeitslos und hält trotzdem neun weitere Tiger auf ihrem Grundstück.Behörden waren seit Jahren über Missstände informiert, ein Strafverfahren wegen illegaler Tigershow wurde mit Geldbuße abgeschlossen. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot aus. Pressesprecherin Susanne Lübcke bestätigte: Eine Betäubung wäre zu riskant gewesen. Sandokan wurde erschossen. Der 73-Jährige kam ins Krankenhaus. Wer ist Carmen Zander, die "Tiger Queen"? Die Frau hinter den Tigern heißt Carmen Zander. Sie war einst Zirkusartistin und Dompteurin — ihr Zirkus spielt seit Jahren nicht mehr. Heute lebt Zander nach Medienberichten von staatlichen Leistungen. Trotzdem hält sie auf ihrem Grundstück in Dölzig zehn Bengalische und Sibirische Tiger. Die Tierschutzorganisation PETA beobachtet Zander seit über einem Jahrzehnt. 2013 veröffentlichte PETA ein Video, das zeigt, wie Zander mit einem Stock auf Tiger einschlägt. 2019 untersagte das Veterinäramt Nordsachsen die Nachzucht unter den damaligen Bedingungen. 2025 wurde ein Strafverfahren wegen einer illegalen Tigershow — Besucher zahlten für das Anfassen von Tigerjungen — gegen eine Zahlung von 1.000 Euro an einen Tierschutzverein eingestellt.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Behörden wussten es — und ließen es laufen Das Veterinäramt Nordsachsen stellte bereits vor dem Vorfall fest, dass Zanders Haltungsbedingungen die gesetzlichen Mindestanforderungen nicht erfüllen. Ein veterinärrechtliches Verfahren läuft. Trotzdem behielt Zander ihre Genehmigung. PETA übt scharfe Kritik: "Das Veterinäramt hat versagt. Dieser Tiger hat mit seinem Leben dafür bezahlt, dass Behörden jahrelang nicht konsequent gehandelt haben." Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen. Warum ist das legal? Das Problem heißt Föderalismus In Deutschland gibt es kein bundesweites Verbot der privaten Haltung von Großkatzen. Die Regelung ist Ländersache — und die Länder handhaben es höchst unterschiedlich. In Sachsen schreibt das Landesrecht eine Genehmigung durch das Veterinäramt vor. Die Mindestanforderungen für Gehegegröße und Sicherung gelten Fachleuten als hoffnungslos veraltet. Entscheidend: Das Einkommen der Halterin spielt rechtlich keine Rolle. Solange die Sachkundeanforderungen formal erfüllt sind und das Gehege den Mindeststandards entspricht — auch wenn diese kaum kontrolliert werden — ist die Haltung legal. Ein einziger Sibirischer Tiger kostet monatlich zwischen 2.000 und 4.000 Euro. Zehn Tiger: bis zu 40.000 Euro im Monat. Woher dieses Geld kommt, ist ungeklärt. Bundesweites Verbot: Seit Jahren gefordert, nie umgesetzt Der Deutsche Tierschutzbund, PETA und Pro Wildlife fordern seit Jahren ein nationales Verbot der privaten Großkatzenhaltung. Österreich und die Niederlande haben solche Verbote längst. Deutschland nicht. Der Grund: Zirkuslobby, föderale Zuständigkeiten und politischer Unwille. "Jedes Mal nach einem solchen Vorfall kommen Forderungen — und dann passiert nichts", kritisiert Pro Wildlife. Nach dem Vorfall in Dölzig fordern CDU-Bundestagsabgeordnete eine Bundesratsinitiative. Das ZDF berichtete am Abend über wachsenden politischen Druck für ein Haltungsverbot. Der Tiger hatte keine Schuld Sandokan war kein Angreifer aus freier Wildbahn — er war ein Tier, das sein Leben lang in zu engen Käfigen verbracht hatte. Sein Ausbruch war keine Attacke, sondern Flucht. Die Polizei hatte keine Wahl. Aber die Schuld liegt nicht beim Tiger und nicht allein bei Carmen Zander. Sie liegt bei einem System, das private Wildtierhaltung seit Jahrzehnten toleriert, bei Veterinärämtern, die trotz bekannter Missstände nicht konsequent handeln, und bei einer Bundespolitik, die das Problem seit Jahren auf die lange Bank schiebt. Was mit den neun verbliebenen Tigern passiert Nach dem Vorfall hat das Veterinäramt Nordsachsen eine Notfallüberprüfung des Geheges angeordnet. Ob die neun verbliebenen Tiger beschlagnahmt werden, war am Abend noch unklar. PETA und das Wildgehege Moritzburg haben angeboten, die Tiere aufzunehmen. Klar ist: Der Druck auf die Behörden ist so groß wie nie. Ob diesmal endlich gehandelt wird — entscheidet sich in den kommenden Tagen. Chronik der Vorfälle bei Carmen Zander 2013: PETA veröffentlicht Video — Zander schlägt mit Stock auf Tiger ein 2019: Veterinäramt untersagt Nachzucht, Mindeststandards-Verstöße festgestellt Oktober 2025: Strafverfahren wegen illegaler Tigershow eingestellt — 1.000 Euro Geldauflage 17. Mai 2026: Tiger Sandokan entläuft, verletzt 73-Jährigen schwer — Polizei erschießt Tiger 18. Mai 2026: Staatsanwaltschaft Leipzig eröffnet Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung Verwandte Themen: KI macht Tierversuche überflüssig • Bürgergeld: Wer zahlt, wer profitiert • Einwanderung nach Deutschland EinordnungDer Fall zeigt erhebliche Lücken in der Kontrolle von Privathaltern gefährlicher Wildtiere. Die Frage nach den rechtlichen Grundlagen und behördlichen Versäumnissen bei der Genehmigung solcher Haltungen stellt sich für Tierschutz und öffentliche Sicherheit. Organisationen & HilfePETA Deutschland — Tierschutzorganisation, Kampagnen gegen WildtierhaltungDeutscher Tierschutzbund — Dachverband der TierschutzvereineWWF Deutschland — Artenschutz und Wildtierrettung ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Gesellschaft Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 Z ZenNews24 Redaktion Redaktion Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. Unsere Journalistinnen und Journalisten recherchieren, analysieren und ordnen ein — unabhängig und verlässlich. 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