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Ukraine überzieht Russland mit fast 600 Drohnen – Tote in Moskauer Region

In einer der bislang größten Drohnenoffensiven des Krieges hat die Ukraine in einer einzigen Nacht weite Teile Russlands attackiert – Präsident Selenskyj rechtfertigt den Angriff als gerechte Vergeltung.

Von ZenNews24 Redaktion 2 Min. Lesezeit Aktualisiert: 18.05.2026
Ukraine überzieht Russland mit fast 600 Drohnen – Tote in Moskauer Region
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Ukraine hat Russland mit einer Welle von fast 600 Drohnen angegriffen, bei der in der Region Moskau mindestens drei Menschen ums Leben kamen
  • Ein weiteres Todesopfer wurde aus der Grenzregion Belgorod gemeldet
  • Selenskyj bezeichnete die Attacke als vollkommen gerechtfertigte Reaktion auf russische Angriffe

In der Nacht zum Sonntag hat die Ukraine nach russischen Behördenangaben einen der bislang umfangreichsten Drohnenangriffe des gesamten Krieges durchgeführt. Nahezu 600 unbemannte Flugobjekte wurden demnach auf russisches Territorium geschickt, davon ein erheblicher Anteil in Richtung der Hauptstadtregion Moskau. Russische Behörden bestätigten, dass dabei in der Region Moskau mindestens drei Zivilisten ums Leben kamen. In der westrussischen Grenzregion Belgorod, die seit Kriegsbeginn wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe war, wurde ein weiterer Mensch getötet. Mehrere Provinzen meldeten Sachschäden und unterbrochene Infrastruktur.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich noch in der Nacht und bezeichnete die Aktion als „vollkommen gerechtfertigte" Vergeltungsmaßnahme. Damit reagierte Kiew offenbar auf vorangegangene russische Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte und Infrastruktur, die in den vergangenen Wochen zahlreiche Todesopfer in der Zivilbevölkerung gefordert hatten. Für die Ukraine markiert dieser Angriff eine neue Dimension: Nie zuvor wurden in einer einzigen Nachtoffensive so viele Drohnen gleichzeitig gegen russisches Territorium eingesetzt.

▶ Auf einen Blick
  • Die Ukraine hat nach eigenen Angaben fast 600 Drohnen auf russisches Territorium abgefeuert, davon viele auf die Moskauer Region.
  • Bei dem Angriff kamen mindestens vier Zivilisten ums Leben, mehrere Regionen meldeten Sachschäden und unterbrochene Infrastruktur.
  • Der Angriff ist die größte ukrainische Drohnenoffensive des Krieges und wird als Vergeltung für russische Raketenanschläge dargestellt.

Russlands Luftabwehr meldete, einen Großteil der anfliegenden Drohnen abgefangen zu haben. Dennoch war der psychologische und symbolische Effekt erheblich: Dass die Moskauer Umgebung – das politische und wirtschaftliche Herz Russlands – mit solcher Intensität ins Visier genommen wurde, dürfte in der russischen Öffentlichkeit Eindruck hinterlassen. Flughäfen in der Region wurden zeitweise gesperrt, zahlreiche Flüge umgeleitet oder gestrichen. Russische Staatsmedien berichteten zunächst zurückhaltend über das Ausmaß der Schäden.

Der Angriff rückt erneut die Frage nach der Herkunft und Finanzierung der ukrainischen Drohnenkapazitäten in den Fokus. Kiew hat in den vergangenen Monaten massiv in die heimische Produktion von Kampfdrohnen investiert und gilt mittlerweile als einer der führenden Entwickler unbemannter Luftsysteme im Kriegskontext. Westliche Verbündete beobachten die Entwicklungen genau – auch mit Blick darauf, welche Signalwirkung solche Angriffe auf die russische Kriegswilligkeit haben könnten.

Auf diplomatischer Ebene dürfte die Eskalation die ohnehin festgefahrenen Verhandlungsbemühungen weiter belasten. Mehrere westliche Regierungen haben sich bislang nicht offiziell zu dem ukrainischen Angriff geäußert. Russland kündigte laut staatlichen Medien an, „entsprechend zu reagieren". Wie die kommenden Tage zeigen werden, ob dieser Schlagabtausch zu einer weiteren Intensivierung des Kriegsgeschehens führt oder als isolierter Vergeltungsakt einzustufen ist, bleibt vorerst offen.

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