Russland verschärft Drohnenangriffe auf Ukraine – Putin präsentiert Atomrakete
Moskau attackiert den Westen der Ukraine mit Hunderten Drohnen und setzt gleichzeitig auf nukleare Rhetorik.
Russland hat die Ukraine am helllichten Tag mit Hunderten von Drohnen angegriffen und dabei nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens sechs Menschen getötet sowie dutzende weitere verletzt. Die Angriffe konzentrierten sich vor allem auf den Westen des Landes – eine Region, die bislang vergleichsweise selten Ziel großangelegter Luftattacken war. Militäranalysten sehen darin ein Zeichen dafür, dass Moskau seine Luftangriffsstrategie gezielt verändert und nun auch jene Gebiete unter Druck setzt, die bisher als relativ sicher galten.
Selenskyj zeigte sich nach dem Angriff erschüttert und forderte erneut verstärkte westliche Unterstützung, insbesondere in Form zusätzlicher Luftabwehrsysteme. „Seit Mitternacht wurden bewohnte Gebiete bombardiert", erklärte der ukrainische Präsident und machte deutlich, dass die Zivilbevölkerung zunehmend ins Visier der russischen Streitkräfte gerät. Die Angriffe auf westliche Landesteile treffen auch Infrastruktur, die für die Versorgung der Frontlinien von zentraler Bedeutung ist.
- Russland intensiviert Drohnenangriffe auf die Ukraine und zielt nun auch auf bisher verschonte westliche Landesteile.
- Putin präsentiert öffentlich die Atomrakete RS-28 Sarmat als nukleare Drohgebärde gegenüber der NATO.
- Die Kombination aus konventionellen und nuklearen Signalen markiert eine Eskalation der russischen Kriegsstrategie.
Parallel zu den militärischen Operationen verschärfte Kremlchef Wladimir Putin die nukleare Rhetorik auf ungewöhnlich direkte Weise. In einer öffentlichen Inszenierung präsentierte er Russlands neue Interkontinentalrakete des Typs RS-28 Sarmat, die im Westen unter dem Spitznamen „Satan II" bekannt ist. Die Rakete soll in der Lage sein, mehrere nukleare Sprengköpfe zu tragen und praktisch jeden Punkt der Erde zu erreichen. Experten werten Putins Auftritt als bewusste Botschaft an die NATO-Staaten, die der Ukraine mit immer weitreichenderen Waffensystemen helfen.
Die Kombination aus massiven konventionellen Drohnenangriffen und ostentativ zur Schau gestellter Atomwaffenkapazität ist Teil einer übergeordneten russischen Strategie der Einschüchterung. Westliche Regierungen reagierten bislang zurückhaltend auf die nukleare Drohgebärde, betonten jedoch, dass Russlands Verhalten genau beobachtet werde. Die NATO erklärte, man werde sich durch derartige Drohungen nicht von der Unterstützung der Ukraine abbringen lassen.
Der Ukraine-Krieg befindet sich damit in einer Phase erhöhter Eskalationsgefahr. Während Kiew auf internationale Solidarität und weitere Militärhilfe angewiesen ist, nutzt Moskau den Krieg zunehmend auch als geopolitisches Machtinstrument – sowohl gegenüber der Ukraine als auch gegenüber dem gesamten westlichen Bündnis. Wie die kommenden Wochen zeigen werden, ob Russlands neue Angriffsmuster auf eine breitere Offensive hindeuten, bleibt eine der drängendsten Fragen des Konflikts.
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Weiterführende Informationen: Auswaertiges Amt
Quelle: WELT

















