ZenNews24› Auto› Alpine A390: Sportwagen-Tradition trifft SUV-Real… Auto Alpine A390: Sportwagen-Tradition trifft SUV-Realität Die französische Renault-Tochter setzt mit ihrem neuen Crossover auf Gewicht statt Purismus. Von Kai Richter 24.04.2026, 06:03 Uhr 5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.06.2026 Das Wichtigste in Kürze Alpine, traditionell bekannt für leichte und agile Sportwagen, präsentiert mit dem A390 einen 2,1-Tonnen-CrossoverDas neue Modell markiert einen Strategiewechsel der französischen Marke – und wirft Fragen zur Zukunftsausrichtung auf Alpine A390: Sportwagen-Tradition trifft SUV-Realität Die französische Renault-Tochter setzt mit ihrem neuen Crossover auf Gewicht statt Purismus – und stellt damit die eigene Identität in Frage. Mit dem A390 verlässt Alpine bewusst das Terrain der klassischen Leichtbau-Sportwagen und begibt sich auf das lukrativere Parkett der Premium-SUVs. Doch dieser Schritt markiert einen fundamentalen Bruch mit der Markenphilosophie, die Alpine über Jahrzehnte definierte.InhaltsverzeichnisAlpine A390: Sportwagen-Tradition trifft SUV-RealitätDie Alpine-Tradition: Leichtbau statt MassenproduktionDer A390: Strategie und technische EckdatenGewichtsproblem als strategische HerausforderungMarktpositionierung und KonkurrenzFahrdynamik im SchwewergewichtAusblick: Renaissance oder Identitätsverlust? Car Sportwagen Bergstrasse Kurven Alps Landschaft Tempo {IMG_HIER} Die Alpine-Tradition: Leichtbau statt Massenproduktion Unsere FRANZÖSISCHE Diva! - Alpine V6 GT TURBO - Sportwagen mit Heckmotor! Seit seiner Gründung im Jahr 1955 verkörpert Alpine eine klare Designphilosophie: Fahrzeuge mit minimalistischer Ausstattung, Fokus auf Fahrdynamik und konsequentem Leichtbau. Das Flaggschiff A110 wurde zur Legende – nicht durch Luxus oder Breite Masse, sondern durch puristische Sportlichkeit. Mit Leergewichten um 1.100 Kilogramm in frühen Generationen definierte der A110 den Standard für leichte, wendige Sportwagen, die Rennstreckenfeeling mit Alltagstauglichkeit verbanden. ▶ Auf einen BlickAlpine wechselt von Sportwagen zu einem Premium-SUV, was eine Richtungsänderung der Marke darstellt.Der A390 fokussiert sich auf Gewicht statt auf Purismus, was die Identität der Marke in Frage stellt.Der Schritt spiegelt den Trend in der Automobilindustrie wider und die Notwendigkeit für Alpine, wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese DNA führte auch zu beachtlichen Erfolgen im Motorsport. Alpine dominierte in den 1960er und 1970er Jahren die Bergrennen der Alpen – jene Rennen, denen die Marke ihren Namen verdankt. Jeder Alpine-Fahrer wusste: Mehr Gewicht bedeutet weniger Fahrspaß, höhere Kosten und mangelnde Wendigkeit. Es war eine Philosophie, die sich fundamental vom Rest des Massenmarkts unterschied. Doch in den letzten zwei Jahrzehnten schrumpfte dieser Markt kontinuierlich. Die klassischen leichten Sportwagen verschwanden aus den Produktpaletten großer Hersteller. Porsche vergraulte die 911-Puristen mit SUV-Modellen wie dem Cayenne. Lamborghini und Ferrari folgten demselben Trend. Der Markt für echte Fahrer-Autos wurde zunehmend zum Nischensegment – profitabel nur für spezialisierte Hersteller wie Lotus oder Caterham. Alpine musste sich entscheiden: Weiterhin Nische mit beschränktem Wachstum oder Neupositionierung? Der A390: Strategie und technische Eckdaten Mit dem A390 antwortet Alpine auf diese Marktmechaniken. Der neue Crossover wiegt knapp 2.100 Kilogramm – beinahe doppelt so viel wie der klassische A110 aktueller Generation (etwa 1.250 kg). Der Radstand wurde auf 2.700 Millimeter erweitert, die Höhe auf knapp 1.580 Millimeter erhöht, die Bodenfreiheit auf 200 Millimeter gesetzt. Damit positioniert sich der A390 konkurrenzfähig gegenüber Rivalen wie dem Polestar 3 oder dem kommenden Polestar 4 – Fahrzeugen, die den Performance-SUV-Markt neu definieren.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Technisch basiert der A390 auf der CMF-EV-Plattform von Renault-Nissan-Mitsubishi Alliance. Das bedeutet Kosteneinsparungen durch Modularität, aber auch gewisse Zwänge bei der Gewichtsoptimierung. Der Motor: Ein 3.5-Liter-V6-Turbohybrid mit systemischer Leistung von über 400 PS. Das Drehmoment liegt bei knapp 500 Newtonmetern. Die 0-100-km/h-Zeit wird mit 4,8 Sekunden angegeben – schnell, aber nicht revolutionär in dieser Fahrzeugklasse. Besonders relevant: Der A390 wird auch als rein elektrisches Modell (A390e) angeboten, mit einer Batteriekapazität von 87 kWh und Reichweite von etwa 600 Kilometern nach WLTP. Alpine reagiert damit auf europäische und globale Elektrifizierungstrends, ohne vollständig auf Verbrennungstechnik zu verzichten. Gewichtsproblem als strategische Herausforderung Die knapp 2.100 Kilogramm sind jedoch nicht nur technisch relevant – sie sind auch ein Symbol für den Identitätswandel. Der ADAC hat in mehreren Tests dokumentiert, dass SUVs in der Preisklasse ab 60.000 Euro in dieser Gewichtskategorie am ehesten mit Effizienzverlusten und höherem Verschleiß kämpfen. Das gilt besonders für Hybrid- und Elektromodelle: Jedes zusätzliche Kilogramm Batteriegewicht reduziert die Reichweite um etwa 6 bis 8 Kilometer. Bei der A390e-Variante bedeutet das konkret: Etwa 50 bis 70 Kilometer weniger Reichweite als bei einem hypothetischen leichteren Konstrukt mit gleichem Akku. Gleichzeitig sind moderne SUVs bei Crashtest-Standards auf dieses Gewicht angewiesen. Die EU-Sicherheitsvorschriften (Euro NCAP) verlangen Stabilität und Energieabsorption, die mit 1.100-Kilogramm-Rahmen kaum zu realisieren sind. Alpine hat sich hier bewusst für Sicherheit über Purismus entschieden – eine pragmatische Entscheidung, die mit der ursprünglichen Philosophie bricht, aber regulatorischen Realitäten Rechnung trägt. Marktpositionierung und Konkurrenz Der A390 konkurriert preislich in der 50.000- bis 70.000-Euro-Klasse. Das positioniert ihn zwischen dem Tesla Model Y (ab 49.000 Euro Basis) und dem BMW iX xDrive40 (ab 80.000 Euro). In dieser Kategorie dominieren derzeit Elektrofahrzeuge – und das ist auch Alpines fokus: Der A390 wird primär als Elektromodell beworben, die Hybridvariante ist eher sekundär. Das ist ein strategischer Unterschied zur Markengeschichte: Während Alpine klassischerweise Low-Volume-Exklusivität betrieb, zielt der A390 auf höhere Absatzzahlen. Renault strebt nach eigenen Aussagen 20.000 Einheiten pro Jahr an. Das ist Massenproduktion im Kontext der Marke – und der erste Schritt zu globaler Relevanz. Das erklärt auch, warum die Urbanisierung und neue Mobilitätskonzepte für Alpines Ausrichtung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Interessanterweise gibt es auch Parallelen zu anderen französischen Marken: Renault selbst hat mit dem 5 Turbo E und zukünftigen Modellen ähnliche Hybrid-SUV-Strategien verfolgt. DS Automobiles positioniert sich ebenfalls im Premium-SUV-Segment. Alpine wird damit zum frontalen Konkurrenten der eigenen Mutterkonzern-Marken – ein Phänomen, das Renault-Chef Luca de Meo als „Portfolio-Differenzierung" verteidigt. Fahrdynamik im Schwewergewicht Kann Alpine trotz der Gewichtszunahme die sportliche Charakteristik bewahren? Bisherige Testberichte deuten auf ein differenziertes Bild hin. Die adaptive Luftfederung und das aktive Chassismanagement sorgen für Agilität im Vergleich zu konkurrierenden SUVs ähnlicher Größe. Der niedrige Schwerpunkt des Elektromotors (positioniert unterhalb der Passagiere) hilft bei der Kurvenstabilität. Allerdings: Ein A390 wird sich niemals wie ein A110 anfühlen. Die längeren Überhänge, das höhere Gewicht und die größere Bodenfreiheit ändern das Fahrgefühl fundamental. Alpine wirbt mit „präziser Lenkung" und „sportiver Abstimmung", aber realistische Erwartungen sind notwendig – der A390 ist kein Rennstrecken-Tool, sondern ein dynamisiertes SUV. Ausblick: Renaissance oder Identitätsverlust? Die A390-Strategie ist letztlich ein Gamble. Alpine hofft, mit einem glaubwürdigen Performance-SUV eine neue Zielgruppe zu erschließen, ohne die bestehenden Alpine-Kunden zu verlieren. Das ist ambitioniert – und es wird sich erst in den nächsten 24 Monaten zeigen, ob der Plan aufgeht. Der Verkaufsstart ist für das vierte Quartal 2024 geplant, erste Kundendaten werden 2025 verfügbar sein. Längerfristig signalisiert dieser Schritt auch, dass klassische leichte Sportwagen im Volumenmarkt keine Zukunft haben. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) dokumentiert einen kontinuierlichen Rückgang bei Sportwagenneuzulassungen – während SUVs und Crossover in Deutschland jedes Jahr neue Rekordzahlen erzielen. Wer als Traditionshersteller überleben will, muss sich anpassen. Für Alpine-Puristen ist das eine Niederlage. Für Renault-Finanzvorstände ist es Überlebenssicherung. Der A390 repräsentiert damit weniger einen Widerspruch als eine nüchterne Geschäftsentscheidung in Zeiten ökonomischer und ökologischer Transformation. EinordnungDie Meldung signalisiert eine strategische Neuausrichtung von Alpine. Für deutsche Leser bedeutet dies eine Verschiebung von der traditionell sportlichen Image hin zu einem SUV-Marktsegment, der in Deutschland besonders stark ist. ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Auto Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 Alpine Crossover Fahrzeugtechnik Sportwagen Markttrends K Kai Richter Unterhaltung & Auto Kai Richter beobachtet Trends in Streaming, Kultur und Mobilität. Er testet, analysiert und ordnet ein — ob neue Serienformate, Kinostarts oder die Entwicklungen auf dem Automobilmarkt. 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