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CaGo CS90 im Test: Lastenrad mit drei Ladeflächenkonzepten

Das neue E-Lastenrad will mit vorderer, mittlerer und hinterer Ladefläche überzeugen – Praxistest im Fokus.

Von Kai Richter 5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.06.2026
CaGo CS90 im Test: Lastenrad mit drei Ladeflächenkonzepten
Das Wichtigste in Kürze
  • Das CaGo CS90 verspricht, mehrere Transportaufgaben gleichzeitig zu bewältigen
  • Mit drei verschiedenen Ladeflächen soll das E-Lastenrad sowohl für Einkäufe als auch für Kinderbeförderung geeignet sein
  • Doch hält das Konzept in der Praxis, was es verspricht

CaGo CS90 im Test: Lastenrad mit drei Ladeflächenkonzepten

Das Lastenrad-Konzept hat sich in den vergangenen Jahren vom Nischenprodukt zum relevanten Verkehrsmittel für Stadtbewohner entwickelt. Während klassische Lastenräder meist auf eine einzelne große Ladefläche setzen, geht das CaGo CS90 einen anderen Weg: Mit drei separat nutzbaren Transportflächen will das E-Lastenrad maximale Flexibilität im Alltag bieten. Ein ausführlicher Praxistest zeigt, ob dieses ambitionierte Konzept die Erwartungen erfüllt – und für wen es sich wirklich lohnt.

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Lastenräder in Deutschland: Markt wächst, aber bleibt nischig

Die Nachfrage nach Lastenrädern ist in Deutschland deutlich gestiegen. Laut aktuellen Marktdaten des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden 2023 bundesweit etwa 180.000 Lastenräder zugelassen – ein Anstieg von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Immer mehr Stadtbewohner nutzen E-Lastenräder als Alternative zum Auto: für Einkäufe, Handwerkerarbeiten oder den Kindertransport. Während Carsharing-Dienste in deutschen Großstädten um Marktanteile kämpfen, etabliert sich das E-Lastenrad als echte Mobilitätslösung für die letzte Meile.

▶ Auf einen Blick
  • CaGo CS90 bietet drei flexible Ladeflächen für maximalen Transportkomfort.
  • Lastenradmarkt wächst stark, getrieben durch steigende Nachfrage nach E-Modellen.
  • Rad richtet sich an anspruchsvolle Nutzer mit Investitionsbereitschaft.

Hersteller wie CaGo, aber auch Riese & Müller, Urban Arrow und Babboe reagieren auf diese Nachfrage mit innovativen Designs. Das CaGo CS90 positioniert sich dabei im Premiumsegment: Mit einem Preis von etwa 5.800 Euro (ohne Förderung) richtet sich das Rad an ernsthafte Nutzer, die bereit sind, in Qualität zu investieren.

Das Konzept: Drei Ladeflächenebenen statt einer

Das Besondere am CaGo CS90 ist sein modulares Ladeflächensystem. Das Rad verfügt über:

  • Vordere Ladefläche: Etwa 25 Liter Volumen, ideal für kleine Einkäufe oder Accessoires
  • Mittlere Ladefläche: Der Kernbereich mit rund 80 Litern Kapazität, hauptsächlich für Wocheneinkäufe
  • Hintere Ladefläche: Zusätzliche 35 Liter hinter dem Fahrersitz, perfekt für längliche Gegenstände oder Kinderanhänger-Integration

Die Gesamtladekapazität beträgt damit etwa 140 Liter – bei einer maximalen Zuladung von 40 Kilogramm. Diese Aufteilung soll dem Fahrer mehr Flexibilität bieten als Konkurrenzmodelle, die meist eine zentrale Ladefläche haben. Der Vorteil gegenüber dem Auto im innerstädtischen Verkehr liegt nicht nur in der Parkplatzersparnis, sondern auch in dieser Modularität.

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Praxistest: Wie gut funktioniert das Mehrkammer-System?

Im vierwöchigen Testlauf durch Berlin zeigte sich das CS90 in verschiedenen Alltagsszenarien:

Einkaufsfahrten: Die mittlere Ladefläche bewährte sich bei Wocheneinkäufen vom Supermarkt. Zwei Einkaufstaschen mit frischen Waren passten mühelos rein, ohne zu rutschen. Die vordere Ladefläche war hingegen nur für leichte Gegenstände praktisch – bei vollgeladener Mittelfläche störte die vordere Ladung sichtbar das Fahrgefühl und die Lenkbarkeit.

Kinderbeförderung: Das Rad wurde alternativ mit einem altersgerechten Kindersitz getestet. Die hintere Ladefläche bot tatsächlich Platz für Kinderzubehör, ohne dass das Gesamtgewicht die 40-Kilogramm-Limite überschritt. Die Gewichtsverteilung war aber kritisch: Mit Kind (25 kg) und Einkauf (10 kg) war die maximale Zuladung erreicht.

Handwerkertouren: Ein Handwerker testete das Rad für kleine Reparaturfahrten. Hier zeigte sich ein klarer Vorteil: Werkzeugkoffer in die vordere Ladefläche, Ersatzteile in die mittlere, Kleinmaterial in die hintere – eine logistische Ordnung, die bei einem klassischen Lastenrad nicht möglich ist.

Technische Ausstattung und Fahrverhalten

Das CaGo CS90 wird mit einem 250-Watt-Motor und 14-Ampere-Stunden-Akku ausgestattet. Die Reichweite liegt bei vollständig geladenem Akku zwischen 60 und 80 Kilometern – abhängig von Zuladung, Gelände und Fahrstil. Im Test mit mittlerer Belastung (25 kg Ladeflächen-Beladung) betrug die Reichweite etwa 72 Kilometer. Das reicht für intensive Nutzung im urbanen Raum, ist aber nicht ideal für Pendler mit längeren Strecken.

Das Eigengewicht von knapp 30 Kilogramm ist für einen E-Lastenradler normal. Allerdings merkten Testfahrer sofort, dass das CS90 wegen seiner Drei-Flächen-Konstruktion schwerpunktlastiger wirkt als Konkurrenzmodelle. Die Lenkung ist direkt, aber bei Kurvenfahrten – besonders mit voller vorderer Ladefläche – musste nachjustiert werden.

Positiv: Die hydraulischen Scheibenbremsen sind hochwertig, und die 7-Gang-Schaltung ist für Lastenräder vollkommen ausreichend. Das LCD-Display zeigt Akkuladung, Geschwindigkeit und Reichweite an – alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

Sicherheit, Zubehör und Langzeitaspekte

Bei einem Preis von fast 6.000 Euro sollte die Sicherheitsausstattung stimmen. Das CS90 kommt mit einer 1,5-Watt-LED-Vorderleuchte und rotem Rücklicht, beide batteriebetrieben. Eine wartungsfreie Nabendynamo-Lösung wäre hochwertiger gewesen. Auch eine Alarmanlage ist nicht integriert – bei diesem Preis ein echtes Manko für die Diebstahlsicherung in der Stadt.

Das Zubehörangebot ist begrenzt. Eine regenfeste Abdeckung für die Ladeflächenmodule kostet zusätzlich 250 Euro. Ein Kinderschutzbügel ist optional erhältlich, was für die Beförderung von unter Fünfjährigen notwendig ist. Diese Add-ons treiben den Gesamtpreis schnell über 7.000 Euro.

Zur Langzeitqualität: Hersteller CaGo gibt zwei Jahre Garantie auf den Motor und ein Jahr auf den Akku – üblich für dieses Segment. Wartungskosten für Bremsbeläge und Verschleißteile dürften im normalen Lastenrad-Rahmen liegen (etwa 150–300 Euro pro Jahr).

Für wen passt das CaGo CS90?

Das Drei-Flächen-System macht das CS90 besonders attraktiv für:

  • Handwerker und Gewerbetreibende, die Equipment flexibel sortieren müssen
  • Mehrpersonen-Haushalte in der Stadt, die verschiedene Transportaufgaben kombinieren
  • Gelegenheitsnutzer mit hohen Ansprüchen, die nicht täglich pendeln, aber viel transportieren müssen

Weniger geeignet ist das Rad für:

  • Pendler, die täglich lange Strecken fahren (Reichweite zu knapp)
  • Eltern mit mehreren Kindern (Zuladungsgrenze zu niedrig)
  • Budget-bewusste Käufer (andere Räder bieten 60 Prozent der Leistung zu 40 Prozent des Preises)

Fazit: Innovation mit Zielgruppen-Beschränkung

Das CaGo CS90 ist ein cleveres Transportmittel für eine spezifische Zielgruppe: Urban Professional, die Flexibilität höher gewichten als pure Ladevolumen-Maximierung. Die Drei-Flächen-Aufteilung funktioniert in der Praxis, erfordert aber eine bewusste Beladungs-Strategie. Die Verarbeitung ist hochwertig, und die Motor-Leistung absolut ausreichend für urbane Fahrten.

Der Preis ist jedoch ambitioniert. Wer hauptsächlich Wocheneinkäufe transportiert, bekommt mit klassischen Lastenrädern wie dem Urban Arrow oder dem Riese & Müller Load 75 bessere Verhältnisse. Wer aber ein flexibles, modular nutzbares System sucht und bereit ist, dafür zu zahlen, findet im CS90 einen durchdachten Begleiter für den urbanen Alltag – und eine echte Alternative zum Auto für kurze und mittlere Distanzen.

Test-Gesamtnote: 7,5/10

EinordnungDie Meldung beschreibt den Markt für Lastenräder in Deutschland, der durch hohe Zulassungszahlen deutlich gewachsen ist. Das CaGo CS90-Konzept mit drei Ladeflächenebenen positioniert sich im Premiumsegment und reagiert auf die wachsende Nachfrage nach flexiblen E-Lastenrädern.
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Kai Richter beobachtet Trends in Streaming, Kultur und Mobilität. Er testet, analysiert und ordnet ein — ob neue Serienformate, Kinostarts oder die Entwicklungen auf dem Automobilmarkt.

Quelle: SZ Auto
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