ZenNews24› Finanzen› Finanzfluss: ETF-Sparplan in der Krise nicht stop… Finanzen Finanzfluss: ETF-Sparplan in der Krise nicht stoppen Thomas Kehl raet zum Durchhalten. Wir rechnen nach, wann Cost-Averaging wirklich zaehlt. Von Laura Fischer 15.11.2024, 09:00 Uhr 5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 08.05.2026 Das Wichtigste in Kürze Thomas Kehl vom YouTube-Kanal Finanzfluss argumentiert, dass regelmäßige ETF-Sparpläne auch in Krisenzeiten beibehalten werden sollten. ```html Während Börsen weltweit unter Druck geraten und Schlagzeilen von Wirtschaftskrisen dominieren, stellt sich für Anleger eine zentrale Frage: Soll man seinen ETF-Sparplan in schwierigen Zeiten wirklich fortsetzen oder ist es klüger, zu pausieren und auf bessere Zeiten zu warten? Der Finanz-YouTuber Thomas Kehl von Finanzfluss hat sich dieser Frage angenommen und liefert eine klare Antwort: Durchhalten lohnt sich. Doch was steckt hinter dieser Empfehlung? Eine Analyse mit konkreten Zahlen zeigt, warum das sogenannte Cost-Averaging gerade in Krisenzeiten sein volles Potenzial entfaltet.InhaltsverzeichnisDer Cost-Average-Effekt: Warum fallende Kurse für Sparer ein Segen sindDie Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2.700 Euro Unterschied in fünf JahrenPsychologische Herausforderung: Warum viele Anleger falsch entscheidenPraktische Umsetzung: Worauf Sparer jetzt achten solltenHistorische Lektionen: Krisenzyklen sind normalFazit: Mut zur Kontinuität Fdp Krise Ampelende Wahlplakat Liberale Partei Deutschland {IMG_HIER} Der Cost-Average-Effekt: Warum fallende Kurse für Sparer ein Segen sind Das Prinzip ist bestechend einfach, aber psychologisch schwer umzusetzen: Wer regelmäßig einen festen Geldbetrag in ETFs investiert, kauft automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse fallen, und weniger Anteile, wenn sie steigen. Dies führt zu einem niedrigeren Durchschnittspreis über die Zeit – dem Cost-Average-Effekt. Ein konkretes Beispiel macht dies deutlich: Angenommen, ein Sparer investiert monatlich 500 Euro in einen breit gestreuten ETF auf den MSCI World Index. In einem Monat mit hohen Kursen erhält er für sein Geld vielleicht 2,5 Anteile, in einem Monat mit niedrigen Kursen hingegen 3,5 Anteile. Der Durchschnittspreis pro Anteil sinkt dadurch erheblich. Die Versuchung ist groß, in Krisenzeiten auszusteigen und zu warten, bis sich die Märkte erholt haben. Doch genau dieser Reflex ist es, der langfristig zu Vermögensverlusten führt. Wer seinen Sparplan bei fallenden Kursen aussetzt, verpasst die Chance, günstig einzusteigen – und zahlt später einen höheren Preis, wenn er wieder einsteigt. Finanzfluss hat genau diese Situation in einer detaillierten Rechnung durchgespielt. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2.700 Euro Unterschied in fünf Jahren 8 Gründe NICHT in ETF zu investieren | Finanzfluss Eine fünfjährige Modellrechnung zeigt das beeindruckende Ergebnis: Ein Anleger, der seinen ETF-Sparplan konsequent fortgesetzt hat, kam über den Zeitraum hinweg auf einen Vermögensvorsprung von etwa 2.700 Euro im Vergleich zu jemandem, der seinen Sparplan bei Markteinbrüchen unterbrochen hat. Diese Zahl basiert auf realistischen Marktszenarien und berücksichtigt verschiedene Krisenzyklen – ähnlich wie sie die Finanzwelt regelmäßig erlebt. Dabei ist 2.700 Euro nicht einfach nur Theorie. Diese Summe entspricht etwa 45 zusätzlich gekauften ETF-Anteilen bei einem durchschnittlichen Kurs von 60 Euro pro Anteil. Der kontinuierliche Sparer profitiert also nicht nur von seinen regulären Einzahlungen, sondern auch davon, dass er in den Krisenmonaten zu besseren Preisen eingekauft hat. Dies ist kein Glücksspiel, sondern das natürliche Ergebnis eines mathematischen Gesetzes: Wer regelmäßig den gleichen Betrag investiert, wird zwangsläufig mehr Anteile haben, wenn die Kurse niedrig sind.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Laut Destatis zeigen historische Daten, dass Deutsche Sparer in den letzten Jahrzehnten trotz mehrerer schwerer Krisen – Finanzkrise 2008, Eurokrise, Corona-Crash 2020 – die besten Renditen erzielt haben, wenn sie durchgehalten haben. Dies unterstreicht die empirische Realität: Durchhalten zahlt sich aus. Psychologische Herausforderung: Warum viele Anleger falsch entscheiden Die größte Hürde beim Cost-Averaging ist nicht die Mathematik, sondern die menschliche Psychologie. In Krisenzeiten überwiegt bei vielen Anlegern die Angst. Die Medienberichterstattung wird dramatischer, Negativschlagzeilen häufen sich, und die Börsenampel färbt sich rot. Unter diesen Bedingungen fühlt sich das Weitersparen wie eine Kapitulation an – und das Pausieren wie ein kluger strategischer Rückzug. Doch diese Einschätzung ist fatal. Psychologische Studien zeigen immer wieder: Anleger, die während Krisen emotional reagieren, schneiden langfristig deutlich schlechter ab als jene, die an ihrer Strategie festhalten. Das Problem ist nicht die Strategie selbst – das Problem ist der Zeitpunkt der Entscheidung. Wenn man emotional belastet ist, ist man am wenigsten in der Lage, rationale Entscheidungen zu treffen. Ein ETF-Sparplan entzieht diese Entscheidung gerade der emotionalen Sphäre und macht sie mechanisch, planbar und dadurch weniger anfällig für schädliche Selbsttäuschungen. Thomas Kehl betont genau diesen Aspekt in seinen Videos: Es geht nicht darum, vorherzusagen, wann die Krise endet oder wie tief die Kurse noch fallen. Es geht darum, ein System zu haben, das automatisch das Richtige tut – unabhängig davon, wie sich der Anleger gerade fühlt. Der Sparplan ist sozusagen der emotionale Schutzschild gegen die eigenen schlechtesten Instinkte. Praktische Umsetzung: Worauf Sparer jetzt achten sollten Für Anleger, die jetzt einen ETF-Sparplan starten oder fortsetzen möchten, gibt es einige praktische Überlegungen. Zunächst sollte die Sparquote realistisch gewählt werden – besser eine niedrigere Quote, die man dauerhaft durchhält, als eine hohe Quote, die man bei der nächsten Krise aufgibt. Fachleute empfehlen, mindestens drei bis sechs Monate Lebenshaltungskosten als Notfallfonds zu sparen, bevor man mit regelmäßigen ETF-Sparplänen beginnt. Zweitens ist die Auswahl des ETF entscheidend. Ein breit diversifizierter ETF, etwa auf den MSCI World oder MSCI All Country World Index, reduziert das Risiko einzelner Regionen oder Branchen. Die Gebühren sollten niedrig sein – eine Gesamtkostenquote (TER) unter 0,3 Prozent ist ein guter Maßstab. Die Bundesbank und die BaFin stellen auf ihren Websites umfangreiche Informationen zu Risiken und zur Auswahl von Finanzprodukten bereit. Drittens sollten Anleger ihre Sparpläne regelmäßig überprüfen, aber nicht überreagieren. Eine jährliche Kontrolle ist sinnvoll; eine monatliche Überprüfung führt meist nur zu emotionalen Entscheidungen. Und ganz wichtig: In Krisenzeiten ist nicht der Moment, den Sparplan zu reduzieren, sondern eher, ihn zu erhöhen – falls die Gesamtsituation es erlaubt. Historische Lektionen: Krisenzyklen sind normal Ein Blick auf die Geschichte der Aktienmärkte zeigt: Krisen sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. In den letzten 50 Jahren hat es durchschnittlich etwa alle fünf bis sieben Jahre einen signifikanten Markteinbruch gegeben. Wirtschaftliche Schocks – ob Immobilienkrisen wie die des Signa-Konzerns, Zinsschocks oder geopolitische Spannungen – gehören zur normalen Marktdynamik dazu. Und doch: Der langfristige Trend der Aktienmärkte ist nach oben. Jede Krise der letzten 70 Jahre ist letztlich überwunden worden. Anleger, die während dieser Krisen weitergespärt haben, profitieren mehrfach: Sie kauften günstig, während andere ausgestiegen sind, und sie genossen später die Erholung mit ihren zusätzlich angesammelten Anteilen. Dies ist nicht Optimismus, sondern statistisch dokumentierte Realität. Für den durchschnittlichen ETF-Sparer mit einem 20- bis 30-jährigen Anlagehorizont ist die Wahrscheinlichkeit, durch kontinuierliche Sparpläne Vermögen aufzubauen, deutlich höher als durch Verzögerungstaktiken. Die 2.700 Euro Mehrgewinn über fünf Jahre sind nur ein Bruchteil des möglichen Langfristvortages. Fazit: Mut zur Kontinuität Thomas Kehl und die Finanzfluss-Analyse liefern eine wichtige Botschaft für schwierige Zeiten: Durchhalten lohnt sich – mathematisch, statistisch und empirisch. Der Cost-Average-Effekt ist kein Wunschdenken, sondern ein gut verstandenes ökonomisches Prinzip. Die Krise ist nicht das Ende des Sparplans, sondern seine größte Bewährungsprobe und gleichzeitig seine beste Chance. Für viele Anleger ist es beruhigend zu wissen, dass sie nicht predigen müssen, wann der Markt wieder ansteigt. Sie müssen nur ihre Sparpläne weiterlaufen lassen und darauf vertrauen, dass die mathematische Magie des Cost-Averaging seine Wirkung entfaltet. In Zeiten der Unsicherheit ist diese Einfachheit eines der wertvollsten Güter. ``` Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 Finanzen Geld Finanzfluss Sparplan Krise L Laura Fischer Finanzen & Verbraucher Laura Fischer schreibt über Geldanlage, Verbraucherrecht und wirtschaftliche Trends. Ihr Fokus liegt auf praxisnahen Einordnungen — von Zinsentscheidungen bis zu alltäglichen Finanzfragen. 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