Gesellschaft

Greenwashing im Supermarkt: Diese Labels täuschen Verbraucher

Von Felix Braun 1 Min. Lesezeit
Greenwashing im Supermarkt: Diese Labels täuschen Verbraucher
Das Wichtigste in Kürze
  • „Natürlich", „nachhaltig", „aus verantwortungsvollem Anbau" — die deutschen Supermarktregale sind voll mit Begriffen, die nach Bio klingen, aber rechtlich nichts bedeuten
  • Die Verbraucherzentrale hat in einer bundesweiten Marktanalyse 340 Produkte untersucht und bei 28 Prozent

„Natürlich", „nachhaltig", „aus verantwortungsvollem Anbau" — die deutschen Supermarktregale sind voll mit Begriffen, die nach Bio klingen, aber rechtlich nichts bedeuten. Die Verbraucherzentrale hat in einer bundesweiten Marktanalyse 340 Produkte untersucht und bei 28 Prozent irreführende Öko-Behauptungen auf der Verpackung identifiziert. Im Gegensatz zu Begriffen wie „Bio" oder „Öko", die EU-rechtlich geschützt und zertifizierungspflichtig sind, können Hersteller Begriffe wie „naturnah" oder „umweltschonend" nach eigenem Ermessen verwenden.

Rewe und Edeka mit eigenem Siegel-Dschungel

Besonders kritisch bewertet die Verbraucherzentrale die Eigensiegel großer Supermarktketten. Rewes „Pro Planet" und Edekas „Gut & Günstig Natur" suggerieren ökologische Verantwortung, ohne nach EU-Bio-Standard zertifiziert zu sein. Die Kriterien hinter diesen Siegeln sind weder öffentlich noch behördlich geprüft. Die EU hat mit der sogenannten Green Claims Directive neue Regeln angekündigt, die ab 2027 Umweltbehauptungen auf Lebensmitteln belegen müssen. Wer wirklich Bio kaufen will, kommt an echten Siegeln nicht vorbei. Auch die Öko-Test-Untersuchung hatte gezeigt, wie groß der Vertrauensverlust schon ist.

Stiftung Warentest: Grünes Design trübt Urteilsvermögen

Die Stiftung Warentest ergänzt: Grüne Farbe, Naturmotive und handschriftliche Schriften auf der Verpackung beeinflussen das Kaufverhalten messbar — unabhängig vom tatsächlichen Produktinhalt. In Verbrauchertests wurden Produkte mit grünem Design regelmäßig als „gesünder" und „nachhaltiger" eingestuft als identische Produkte mit neutraler Verpackung. „Optisches Greenwashing ist schwerer zu regulieren als inhaltliches", sagt Warentest-Expertin Dr. Sina Berber. Orientierung geben stiftung-warentest.de und verbraucherzentrale.de.

Solange Greenwashing günstiger ist als echte Zertifizierung, haben Hersteller wenig Anreiz zur Transparenz. Erst verbindliche Nachweispflichten werden hier etwas ändern.

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Felix Braun
Investigativ & Analyse

Felix Braun recherchiert tief, wo andere an der Oberfläche bleiben. Er deckt Missstände auf, hinterfragt offizielle Aussagen und bringt Hintergründe ans Licht, die sonst verborgen blieben.

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