Gesellschaft

Bio-Babykost im Test: Fünf von zwölf Produkten fallen durch

Öko-Test testet Bio-Babykost: Fünf von zwölf Produkten scheiterten am Test wegen Schwermetallbelastung und irreführenden Angaben – was Eltern wissen müssen.

Von Andreas Koch 1 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.06.2026
Bio-Babykost im Test: Fünf von zwölf Produkten fallen durch
Das Wichtigste in Kürze
  • Öko-Test hat zwölf Bio-Babygläschen und -quetschies aus dem Lebensmitteleinzelhandel untersucht — und fünf davon mit „ungenügend" oder „mangelhaft" bewertet
  • Die Kritikpunkte: erhöhte Schwermetallgehalte (insbesondere Cadmium und Blei in Gemüse-Fleisch-Kombinationen),

Öko-Test hat zwölf Bio-Babygläschen und -quetschies aus dem Lebensmitteleinzelhandel untersucht — und fünf davon mit „ungenügend" oder „mangelhaft" bewertet. Die Kritikpunkte: erhöhte Schwermetallgehalte (insbesondere Cadmium und Blei in Gemüse-Fleisch-Kombinationen), problematische Migrationswerte aus der Kunststoffverpackung sowie irreführende Nährstoffangaben auf der Verpackung. Besonders betroffen sind Produkte, die Fenchel, Rucola oder Spinat enthalten — Pflanzen, die bekanntermaßen zur Anreicherung von Cadmium aus dem Boden neigen.

Schwermetalle als systemisches Problem

Öko-Test macht darauf aufmerksam, dass Schwermetallbelastungen im Bio-Anbau nicht per se niedriger sind als in konventioneller Produktion. Böden, die jahrzehntelang mit Klärschlamm gedüngt wurden, weisen oft erhöhte Cadmiumwerte auf — unabhängig von der aktuellen Bewirtschaftungsweise. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte bereits 2024 empfohlen, Babykost auf Spinat- oder Fenchelbasis nur zweimal pro Woche zu verfüttern. Die aktuellen Testergebnisse bekräftigen diese Empfehlung. Wer sich für die allgemeinen Qualitätsunterschiede bei Bio-Produkten interessiert, findet in der Öko-Test-Gesamtanalyse und den Siegel-Unterschieden weitere Einordnung.

▶ Auf einen Blick
  • Öko-Test hat zwölf Bio-Babygläschen untersucht und fünf mit Beanstandungen bewertet.
  • Schwerpunkt liegt auf erhöhten Schwermetallgehalten, Migrationswerten und irreführenden Nährwertangaben.
  • Das BfR empfiehlt bereits eine Begrenzung der Spinat- und Fenchelbasis für Babys.

Fünf Produkte ohne Beanstandung

Positiv aus dem Test hervor gehen fünf Produkte, die sowohl in der Schadstoffanalytik als auch bei Kennzeichnung und Verpackungsmigration überzeugten. Drei davon tragen das Demeter-Siegel, zwei das Bioland-Zeichen. Kein Produkt mit ausschließlich EU-Bio-Siegel erreichte die Bestnote. Die vollständigen Testergebnisse mit Produktnamen auf oekotest.de und ergänzende Risikobewertungen unter verbraucherzentrale.de.

Das Ergebnis ist eine klare Botschaft an Eltern: Bio-Siegel auf Babykost ist kein Freifahrtschein. Produktwahl, Wechsel zwischen Sorten und kritischer Blick auf Testberichte bleiben unverzichtbar.

Mehr zum Thema
EinordnungDie Öko-Test-Ergebnisse zeigen, dass Bio-Babykost nicht automatisch frei von Schadstoffen ist. Die Testergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer kritischen Prüfung von Siegeln und Nährwertangaben bei der Auswahl.
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Andreas Koch
Gesundheit & Klima

Andreas Koch analysiert medizinische Studien, Gesundheitspolitik und Klimaforschung. Er übersetzt komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in verständliche Berichte für ein breites Publikum.

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