Queer

Pride Month Juni: Unternehmen setzen wieder auf Regenbogen-Kampagnen

Von Julia Schneider 1 Min. Lesezeit
Pride Month Juni: Unternehmen setzen wieder auf Regenbogen-Kampagnen
Das Wichtigste in Kürze
  • Zum Pride Month starten Dutzende Großunternehmen Regenbogen-Kampagnen — doch nur 38 Prozent haben laut LSVD-Studie auch konkrete interne Anti-Diskriminierungsmaßnahmen umgesetzt.

Deutsche Bank, BMW, Dutzende Einzelhandelskonzerne — ihre Logos leuchten im Juni wieder in Regenbogenfarben. Doch laut einer LSVD-Studie haben nur 38 Prozent der aktiven Unternehmen auch interne Anti-Diskriminierungsmaßnahmen umgesetzt. Der Rest betreibt Sichtbarkeit ohne Substanz.

LSVD-Studie: Nur 38 Prozent setzen konkrete Maßnahmen um

Der LSVD hat untersucht, wie viele der aktiven Unternehmen auch abseits des Pride Month konkrete Anti-Diskriminierungsmaßnahmen umsetzen. Ergebnis: Nur rund 38 Prozent haben nachweislich queere Netzwerke gefördert, Beschwerdestellen eingerichtet oder Diversity-Trainings durchgeführt. Die Kritik an sogenanntem "Rainbow-washing" — oberflächlichem Bekenntnis ohne strukturelle Veränderungen — wächst. "Ein Regenbogen-Logo im Juni ersetzt keine strukturelle Gleichstellung den Rest des Jahres", sagte ein LSVD-Sprecher. Wie Unternehmen intern mit queeren Mitarbeitenden umgehen sollten, erläutert die Bundeszentrale für politische Bildung in ihren Diversity-Publikationen.

Was Verbände fordern — und was einzelne Unternehmen ankündigen

Die konkreten Forderungen: Partnerrenten und Elternzeit für gleichgeschlechtliche Paare gleichstellen, Lieferketten auf queer-feindliche Praktiken prüfen, interne Queer-Netzwerke aktiv fördern. Einige Unternehmen haben in Reaktion auf die Kritik konkrete Maßnahmen angekündigt. Ob die Ankündigungen über den Juni hinaus Bestand haben, werden queere Verbände dokumentieren. Rechtliche Grundlagen des Antidiskriminierungsrechts im Arbeitsumfeld erläutert das Bundesministerium der Justiz; Unternehmensstandards bei Diversity und Inklusion führt der LSVD. Europäische Vergleichsdaten zu LGBTQ+-Gleichstellung in Unternehmen liefert das Europäische Parlament.

Den gesellschaftlichen Rahmen setzt auch die Analyse des Queer-Beauftragten Sven Lehmann, der fordert, queere Rechte nicht als Verhandlungsmasse zu behandeln — eine Aussage, die Rainbow-washing als politisches Problem einordnet, nicht nur als Marketingfrage. Die Bielefeld-Studie zu queeren Jugendlichen zeigt, dass gesellschaftliche Akzeptanz real gewachsen ist — Unternehmensengagement sollte diesen Trend widerspiegeln.

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Julia Schneider
Gesellschaft & International

Julia Schneider schreibt über gesellschaftliche Trends, internationale Konflikte und humanitäre Themen. Sie hat als Auslandskorrespondentin aus Brüssel und Wien berichtet.

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