Queer

Queer-feindliche Übergriffe in deutschen Städten gestiegen

Von Felix Braun 1 Min. Lesezeit
Queer-feindliche Übergriffe in deutschen Städten gestiegen
Das Wichtigste in Kürze
  • Queer-feindliche Übergriffe stiegen in Berlin und Hamburg um rund 14 Prozent
  • Verbände fordern eine eigene Statistik-Kategorie bei der Polizei und spezialisierte Anlaufstellen in allen Bundesländern

Queer-feindliche Übergriffe stiegen in Berlin und Hamburg 2025 um 14 Prozent — und Beratungsstellen gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weit höher liegt, weil viele Betroffene keine Anzeige erstatten. Das belegen Auswertungen der vom LSVD koordinierten Anlaufstellen, die im vergangenen Jahr so viele Meldungen registrierten wie zuletzt 2018.

Verbale Angriffe und körperliche Gewalt im öffentlichen Raum

Der überwiegende Teil der registrierten Vorfälle betrifft verbale Beleidigungen und Bedrohungen — gefolgt von Sachbeschädigungen und körperlichen Angriffen, vor allem in U-Bahnen, Parks und vor Szene-Lokalen. Sichtbar queere Personen sind laut LSVD besonders exponiert. Die Beratungsstellen berichten, dass Betroffene den emotionalen und administrativen Aufwand einer Anzeige oft scheuen, wenn sie keine konkreten Folgen für die Täter erwarten. Die gesellschaftliche Polarisierung, die auch das Jahresgutachten des Queer-Beauftragten der Bundesregierung explizit benennt, verstärkt das Unsicherheitsgefühl.

Länder kündigen Pilotprojekte bei der Polizei an

Mehrere queere Organisationen fordern, queer-feindliche Gewalt als eigenständige Kategorie in der polizeilichen Kriminalstatistik zu führen — bisher werden solche Taten oft unter "Hasskriminalität" subsumiert, ohne eigene Auswertung. Bayern und Nordrhein-Westfalen haben Pilotprojekte für spezialisierte Polizei-Ansprechstellen angekündigt. Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung hat angekündigt, das Thema ins Bundeskabinett zu tragen. Rechtliche Einordnungen zur Hasskriminalität bietet das Bundesministerium der Justiz; Beratungsangebote für Betroffene führt der LSVD. Europaweite Daten und Handlungsempfehlungen zur Diskriminierungsbekämpfung sind beim Europäischen Parlament abrufbar.

Kontext liefert auch die Debatte im Europäischen Parlament, das einheitliche LGBTQ+-Mindeststandards einfordert — ein Votum, das direkt auf die gestiegene Gewaltbereitschaft gegenüber queeren Menschen reagiert.

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Felix Braun
Investigativ & Analyse

Felix Braun recherchiert tief, wo andere an der Oberfläche bleiben. Er deckt Missstände auf, hinterfragt offizielle Aussagen und bringt Hintergründe ans Licht, die sonst verborgen blieben.

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