Sport

Niko Kovac neuer BVB-Trainer: Das plant Dortmund für Sommer

Der neue Trainer kommt aus Monaco — Dortmunds Kaderplanung und Ziele für die neue Saison

Von ZenNews24 Redaktion 7 Min. Lesezeit Aktualisiert: 08.05.2026
Niko Kovac neuer BVB-Trainer: Das plant Dortmund für Sommer

Borussia Dortmund hat die Weichen für die neue Saison gestellt: Niko Kovac übernimmt das Traineramt beim BVB — und bringt aus Monaco nicht nur taktisches Know-how mit, sondern auch klare Vorstellungen davon, wie der Verein die schwächste Bundesliga-Spielzeit seit Jahren aufarbeiten soll.

Schlüsselzahlen: 16 Pflichtspielniederlagen kassierte Borussia Dortmund in der abgelaufenen Saison — so viele wie zuletzt vor über einem Jahrzehnt. Der BVB landete in der Bundesliga-Abschlusstabelle auf Platz fünf und verpasste damit die Champions-League-Gruppenphase über die Liga. Kovac trainierte AS Monaco in der Ligue 1 und führte den Klub zuletzt auf Rang drei der französischen Liga. Sein Vertragsvolumen in Dortmund ist auf drei Jahre angelegt.

Der Mann aus Monaco: Wer ist Niko Kovac?

Niko Kovac ist kein unbeschriebenes Blatt im europäischen Fußball. Der 53-jährige Kroate hat in seiner Trainerkarriere bereits Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und zuletzt AS Monaco betreut — mit gemischten, aber durchaus respektablen Ergebnissen. Bei Eintracht Frankfurt holte er den DFB-Pokal, beim FC Bayern gewann er das Double, wurde dort jedoch nach einem sportlichen Tief im November entlassen. Monaco war für ihn eine Art Rehabilitierungsprojekt, das er mit wachsendem Erfolg betrieb.

Was Kovac auszeichnet, ist eine klare Handschrift: Er setzt auf physisch robuste Teams, legt Wert auf Zweikampfhärte und bevorzugt ein 4-2-3-1 oder 4-3-3 mit hohem Pressing. In Monaco experimentierte er zusätzlich mit einem 3-4-3, das seiner Mannschaft mehr Stabilität in der Defensive verschaffte. Genau diese taktische Flexibilität dürfte Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl bei der Entscheidung überzeugt haben. Der BVB litt in der vergangenen Saison vor allem unter einer instabilen Defensive, die in der Bundesliga im Schnitt deutlich mehr als ein Gegentor pro Spiel zuließ.

Kovacs Kommunikationsstil ist direkt, bisweilen konfrontativ — was in Dortmund intern durchaus als Qualität gewertet wird. Nach Saisons mit teils weicher Führungskultur soll nun wieder mehr Klarheit in die Kabine einziehen. Dass Kovac kroatischer Nationalspieler war und selbst auf hohem Niveau gespielt hat, verleiht ihm in der Kabine eine Autorität, die nicht nur auf dem Papier steht.

Taktische Philosophie: Pressing, Struktur, Vertikales Spiel

Kovac wird in Dortmund voraussichtlich auf ein 4-2-3-1 als Grundformation setzen, die er je nach Gegner in ein 4-3-3 verwandeln kann. Der BVB hat mit Spielern wie Julian Brandt, der auf der Zehn agieren kann, und einem schnellen Flügelspiel gute Voraussetzungen für dieses System. Entscheidend wird sein, wie Kovac die Doppel-Sechs besetzt. Emre Can und Marcel Sabitzer gelten derzeit als erste Optionen, wobei der Verein auf dem Transfermarkt mindestens einen weiteren defensiven Mittelfeldspieler verpflichten möchte.

Das Pressing unter Kovac funktioniert nach klar definierten Auslösemomenten — sogenannten Pressing-Triggern —, bei denen die Mannschaft kollektiv nach vorne verschiebt. In Monaco ließ sich das gut beobachten: Der Klub war in der Ligue 1 unter den Top-Drei beim Ballgewinn im gegnerischen Drittel. Übertragen auf die Bundesliga bedeutet das eine deutlich aktivere Defensivarbeit als unter Edin Terzić, dessen System zuletzt reaktiver und passiver wurde.

Kaderplanung: Wer geht, wer kommt?

Eu Flaggen Parlamentsgebaeude Bruessel Blauer Himmel Eingang Feierlich Fahnenmasten Zennews24
Eu Flaggen Parlamentsgebaeude Bruessel Blauer Himmel Eingang Feierlich Fahnenmasten Zennews24

Der Umbau des BVB-Kaders ist in vollem Gange. Mehrere Leihspieler kehren zu ihren Vereinen zurück, und auch einige Stammspieler dürften den Verein verlassen. Besonders der Sturm steht vor einer Neugestaltung: Sébastien Haller, der nach seiner schweren Erkrankung und durchwachsenen Leistungen nie wirklich Fuß fasste, steht vor dem Abgang. Donyell Malen gilt ebenfalls als Wechselkandidat, nachdem er unter Terzić immer wieder in der Kritik stand.

Als Transferziele hat der BVB mehrere Bereiche identifiziert: einen Mittelstürmer mit Bundesliga-Erfahrung und Torgefahr, einen robusten defensiven Mittelfeldspieler sowie Optionen für die Außenbahn. Konkrete Namen nennt der Verein erwartungsgemäß nicht, doch aus dem Umfeld der Sportlichen Leitung verlautbarte, dass Kovac an den Gesprächen aktiv beteiligt wird — was bei seinen Vorgängern nicht immer der Fall war. Diese strukturelle Änderung im Transferprozess ist bemerkenswert und könnte langfristig die Kohärenz zwischen Kader und Spielsystem verbessern.

Ermutigend für die Planung ist, dass Karim Adeyemi seinen Verbleib signalisiert hat. Der Außenstürmer gilt als einer der wenigen BVB-Spieler, der in einer sportlich enttäuschenden Saison überzeugen konnte. Auch Niklas Süle, dessen Zukunft lange offen schien, soll unter Kovac eine neue Chance erhalten — der Trainer schätzt physisch präsente Innenverteidiger, was Süles Profil entspricht.

Tor und Abwehr: Die größten Baustellen

Gregor Kobel im Tor ist gesetzt und gilt als einer der besten Torhüter der Bundesliga — hier gibt es keinen Diskussionsbedarf. Die Probleme liegen davor. Die Innenverteidigung war in der abgelaufenen Saison anfällig für Fehler, insbesondere bei Standardsituationen. Mats Hummels hat den Verein verlassen, und ein gleichwertiger Ersatz wurde bislang nicht verpflichtet. Nico Schlotterbeck soll die Abwehr führen, braucht dafür aber einen zuverlässigen Partner.

Auf den Außenverteidigerpositionen ist die Situation ebenfalls angespannt. Thomas Meunier ist weg, auf links agierte zuletzt Raphael Guerreiro — auch er hat den Klub mittlerweile verlassen. Der BVB sucht auf beiden Seiten nach Verstärkungen. Kovac favorisiert in seinem System aktive Außenverteidiger, die offensiv eingebunden werden, aber defensiv diszipliniert bleiben. Das schränkt den Markt ein und erhöht den Suchaufwand.

Die Ziele für die neue Saison

Dortmund hat intern klar kommuniziert: Die Rückkehr in die Champions League über die Bundesliga ist Pflicht, nicht Option. Ein erneutes Verpassen der Königsklasse hätte erhebliche finanzielle Konsequenzen für den Verein, der zuletzt von den Einnahmen aus der Champions League profitierte — unter anderem durch den Finaleinzug in London. Die Bilanz aus dem abgelaufenen Bundesliga-Jahr war schlicht nicht akzeptabel.

Darüber hinaus soll der DFB-Pokal wieder stärker ins Visier genommen werden. Kovac hat mit Eintracht Frankfurt bewiesen, dass er Pokalwettbewerbe ernst nimmt und taktisch auf K.o.-Spiele vorbereiten kann. Das passt zur BVB-DNA, die traditionell starke Pokalauftritte mit sich bringt.

In der Europa braucht Dortmund einen Neustart des Vertrauens — beim Publikum, bei den Sponsoren, bei den Spielern selbst. Der Signal Iduna Park läuft voll, unabhängig von sportlichen Ergebnissen, aber die Stimmung innerhalb der Südtribüne war zuletzt angespannt. Kovac soll nicht nur taktisch liefern, sondern auch emotional eine Brücke zwischen Mannschaft und Anhängerschaft bauen.

Saison Trainer Bundesliga-Platz Punkte Tore Gegentore
Aktuell (abgelaufen) Edin Terzić 5 52 68 57
Vorjahr Edin Terzić 2 71 83 45
Neu (Ziel) Niko Kovac Top 4 65+ 70+ <45

Kovac und die Bundesliga: Eine bekannte, aber schwierige Bühne

Kovac kennt die Bundesliga gut — zu gut, um sich Illusionen zu machen. Er weiß, dass Bayern München auch in dieser Saison der klare Favorit auf die Meisterschaft ist. Bayer Leverkusen, RB Leipzig und möglicherweise ein erstarktes Stuttgart oder Frankfurt werden den Kampf um die Champions-League-Plätze verschärfen. Dortmund muss sich diesen Platz erkämpfen, nicht erwarten.

Die Erfahrung, die Kovac beim FC Bayern gesammelt hat — positiv wie negativ —, dürfte ihm helfen. Er kennt den Druck großer Klubs, weiß, wie schnell Stimmungen kippen können, und hat gelernt, Krisen zu managen. Ob das in Dortmund ausreicht, wird sich erst in der Winterpause zeigen lassen.

Was den Transfer-Horizont betrifft, lohnt ein Blick auf das breitere wirtschaftliche Umfeld. Andere Branchen und Unternehmen befassen sich derzeit ebenfalls intensiv mit Umstrukturierungen und strategischen Neuausrichtungen: So plant etwa die Deutsche Post AG die Umbenennung zu DHL als Teil eines umfassenden Konzernumbaus — ein Prozess, der Parallelen zur strukturellen Neuaufstellung des BVB aufweist. Auch gesellschaftlich und politisch laufen Planungsprozesse auf Hochtouren: Die CDU diskutiert auf ihrem Parteitag die Pläne für die nächste Bundestagswahl, während das neu gegründete Digitalministerium seine ersten Maßnahmen für die Transformation Deutschlands skizziert. Nicht zuletzt zeigen Meldungen wie die über verschärfte Wohnungsnot durch geplante Wohngeldkürzungen, dass der Alltag vieler Fans, die Eintrittskarten und Merchandise finanzieren müssen, unter wachsendem Druck steht — ein Faktor, den Profivereine zunehmend in ihrer Preisstrategie berücksichtigen müssen.

Was Dortmund jetzt braucht

Die Verpflichtung von Niko Kovac ist eine klare Ansage: Der BVB will Stabilität, Struktur und sportlichen Realismus. Die Ära Terzić endete nicht im Streit, aber in gegenseitigem Einvernehmen darüber, dass ein Neuanfang nötig war. Kovac bringt Erfahrung, taktische Substanz und den nötigen Pragmatismus mit, um einen Kader neu zu ordnen, der zuletzt in Rollen und Hierarchien unscharf war.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Transferarbeit gelingt und ob Kovacs Handschrift schnell genug greift. Bereits in der Vorbereitung wird er seine taktischen Grundsätze einimpfen wollen — intensive Trainingsarbeit, klare Positionsdefinitionen, hohe Laufbereitschaft. Spieler, die das nicht mitgehen können oder wollen, werden es schwer haben.

Für die Fans im Signal Iduna Park bleibt die Erwartung klar: Ein BVB, der wieder für seine Spielweise bekannt ist, der den Gegner unter Druck setzt und nicht selbst nervös wird. Kovac hat das Potenzial, genau das zu liefern — aber er wird Zeit brauchen. Und die ist, wie so oft in Dortmund, ein knappes Gut.

Internationale Beobachter sollten zudem im Hinterkopf behalten, dass der Fußballkalender in diesem Jahr auch durch geopolitische Ereignisse beeinflusst werden könnte — darunter etwa die anhaltenden russischen Luftangriffe auf die Ukraine kurz vor einer möglichen Waffenruhe, die die allgemeine Sicherheitslage in Europa und damit auch Reise- und Spielplanfragen für internationale Wettbewerbe tangieren.

Dortmund hat sich entschieden. Jetzt liegt es an Niko Kovac, diese Entscheidung zu rechtfertigen.

Z
ZenNews24 Redaktion
Redaktion

Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. Unsere Journalistinnen und Journalisten recherchieren, analysieren und ordnen ein — unabhängig und verlässlich.

Themen: KI Künstliche Intelligenz Mobilität ChatGPT Außenpolitik Umwelt Bundesliga USA CDU Bilanz Bayern Kosten Bundesregierung Ukraine Koalition SPD Druck Milliarden Rekord Boom Prozent Russland Trump Champions League