Gesellschaft

Pestizide in konventionellem Obst: Neue Messwerte alarmieren Experten

Von Felix Braun 1 Min. Lesezeit
Pestizide in konventionellem Obst: Neue Messwerte alarmieren Experten
Das Wichtigste in Kürze
  • Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat seinen aktuellen Pestizid-Monitoring-Bericht vorgelegt — und die Zahlen sind beunruhigend
  • In 78 Prozent der untersuchten konventionellen Obst- und Gemüseproben wurden Pestizidrückstände

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat seinen aktuellen Pestizid-Monitoring-Bericht vorgelegt — und die Zahlen sind beunruhigend. In 78 Prozent der untersuchten konventionellen Obst- und Gemüseproben wurden Pestizidrückstände nachgewiesen. Bei Erdbeeren, Paprika und Salatgurken wurden in mehr als der Hälfte der Proben mehrere verschiedene Wirkstoffe gleichzeitig gefunden. Gleichzeitig blieben 96 Prozent der Rückstände unterhalb der gesetzlichen Höchstmengen.

Cocktaileffekt kaum erforscht

Kritiker verweisen auf den sogenannten Cocktaileffekt: Die Wirkung mehrerer Pestizide gleichzeitig auf den menschlichen Körper ist bislang kaum systematisch erforscht. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat zwar Methoden zur kumulative Risikoabschätzung entwickelt, deren Anwendung in der Praxis steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. „Wir brauchen dringend mehr Forschung zu Mehrfachrückständen", sagt Toxikologe Prof. Hermann Kruse von der Universität Kiel. Die Ergebnisse verstärken die Argumentation jener, die wie der BÖLW auf strengere EU-Importkontrollen drängen. Verbraucher greifen verstärkt zu Bio-Alternativen, auch aus Angst vor Rückständen.

Verbraucherzentrale: Abwaschen hilft begrenzt

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass gründliches Abwaschen nur oberflächliche Rückstände entfernt — systemische Pestizide, die in das Pflanzengewebe eingedrungen sind, lassen sich nicht abwaschen. Empfohlen wird, saisonales und regionales Obst zu bevorzugen und bei Produkten mit bekannt hoher Pestizidbelastung auf Bio-Qualität zu setzen. Details unter verbraucherzentrale.de und stiftung-warentest.de.

Der Bericht belegt: Die Lebensmittelkontrolle hält Rückstände innerhalb legaler Grenzen, doch was „legal" bedeutet, ist nicht identisch mit „unbedenklich".

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Felix Braun
Investigativ & Analyse

Felix Braun recherchiert tief, wo andere an der Oberfläche bleiben. Er deckt Missstände auf, hinterfragt offizielle Aussagen und bringt Hintergründe ans Licht, die sonst verborgen blieben.

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