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ALBA Berlin EuroLeague 2025/26: Realistische Bilanz einer Saison

Budget vs. Giganten — was möglich war

Von ZenNews24 Redaktion 8 Min. Lesezeit Aktualisiert: 08.05.2026
ALBA Berlin EuroLeague 2025/26: Realistische Bilanz einer Saison

Die Saison 2024/25 wird für ALBA Berlin in der EuroLeague als Lehrstück in Realismus in die Vereinsgeschichte eingehen. Während die großen europäischen Basketballmächte mit Budgets im dreistelligen Millionenbereich kalkulieren, bewegt sich der Berliner Spitzenclub in einer völlig anderen Gewichtsklasse. Doch genau das macht die bisherige Bilanz der Albatrosse so bemerkenswert – und teilweise auch so frustrierend für die Fans.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die harte Realität der Budget-Disparität
  • Was die Zahlen wirklich aussagen
  • Trainer Israel Gonzalez und sein Kampf mit den Realitäten

Wer in diesem Winter die EuroLeague verfolgt, der sieht schnell: Es gibt da oben eine kleine Elite, und dann gibt es alle anderen. Real Madrid, FC Barcelona, AS Monaco – diese Clubs haben Spielerbudgets, die das Gesamtbudget von ALBA Berlin um ein Vielfaches übersteigen. Sie kaufen sich die besten Spieler Europas zusammen wie andere Unternehmen neue Maschinen kaufen. Und ALBA? ALBA baut, entwickelt, spart – und hofft, dass der Trainer aus dem verfügbaren Material das Maximum herausholt.

Die harte Realität der Budget-Disparität

Schlüsselzahlen: ALBA Berlin in der EuroLeague-Saison 2024/25: 10 Siege aus 24 Spielen (41,7 %), 78,6 Punkte pro Spiel im Schnitt, Platzierung 11., Punktedifferenz -2,7 pro Spiel.
ALBA Berlin in der Euroleague 2024/25: Eine ehrliche Bilanz

Beginnen wir mit den nackten Zahlen, denn diese sprechen eine klare Sprache. Während Clubs wie Real Madrid in dieser Saison zwischen 80 und 100 Millionen Euro in ihre Spielerkadern investiert haben, bewegt sich ALBA Berlin in einer völlig anderen Dimension. Das Budget des deutschen Meisters von 2023 liegt geschätzt bei 18 bis 22 Millionen Euro für den kompletten Betrieb inklusive Infrastruktur, Trainerstab und Verwaltung. Für den reinen Spielerkader bleiben deutlich weniger übrig.

Das ist keine Ausrede, sondern pure Mathematik. Wenn ein Club wie Barcelona einzelne Spieler mit 8 bis 12 Millionen Euro pro Saison verpflichten kann, während ALBA sein komplettes Jahresbudget darunter liegt, wird schnell klar, welche unterschiedlichen Spielregeln hier herrschen. Es ist, als würde man einem Amateurschachclub ein Budget geben und ihn dann gegen die Weltspitze spielen lassen – mit der Erwartung, mithalten zu können.

Trotzdem – und das ist das Beeindruckende – hat ALBA unter Trainer Israel Gonzalez bislang respektabel mitgehalten. Die Mannschaft spielt intelligent, pressiert hoch und nutzt ihre Schnelligkeit. Aber gegen die finanziell überlegenen Gegner reicht das eben nur in seltenen Fällen für den Sieg. Es reicht für respektable Niederlagen, für Zweitplatzierungen in Gruppen, für die Hoffnung, dass man vielleicht doch noch überraschend jemanden schlagen kann.

Was die Zahlen wirklich aussagen

ALBA Berlins größte Stärke liegt paradoxerweise in ihrer Schwäche: Mit begrenztem Budget müssen sie kreativer scouten, schneller entwickeln und taktisch präziser arbeiten als die Millionen-Clubs – ein Vorteil, den europäische Topteams oft verloren haben.
Team Siege Niederlagen Punkte pro Spiel Gegenpunkte Differenz EuroLeague-Platzierung
Real Madrid 20 4 87,1 77,4 +9,7 1.
FC Barcelona 18 6 88,3 79,2 +9,1 2.
ALBA Berlin 10 14 78,6 81,3 -2,7 11.
AS Monaco 17 7 86,4 80,1 +6,3 3.
Olympiakos Piräus 15 9 84,2 79,5 +4,7 5.
Virtus Bologna 12 12 80,4 80,8 -0,4 8.

Die Tabelle zeigt das Kernproblem der ALBA-Saison 2024/25: Die Berliner geben weniger Punkte ab als das Mittelfeld, spielen aber auch weniger Punkte. Das ist die typische Situation eines Clubs, der mit technisch versierten, aber nicht mit den Top-Spielern bestückten Squads arbeitet. Die Defensive funktioniert oft ganz ordentlich – 81,3 Punkte Gegenschnitt sind nicht schlecht für die EuroLeague. Aber offensiv fehlen den Berlinern immer wieder die Durchschlagskraft und die großen Namen, um gegen die Topteams zu bestehen.

Zehn Siege nach 24 Spieltagen bedeutet konkret: ALBA wird die EuroLeague-Playoffs wohl nicht erreichen. Die Top acht werden es schwer genug werden, und der aktuelle 11. Platz ist ein Stück entfernt. Das ist die bittere Realität für einen Club, der noch vor zwei Jahren deutscher Meister war und der Schalke und Bayerns großartige Historie hat.

Schlüsselzahlen: ALBA Berlin in der EuroLeague-Saison 2024/25: 10 Siege aus 24 Spielen (41,7 %), 78,6 Punkte pro Spiel im Schnitt, Platzierung 11., Punktedifferenz -2,7 pro Spiel. Das durchschnittliche EuroLeague-Budget der Top-5-Teams liegt etwa 4- bis 5-mal höher als das von ALBA Berlin. Trainer Israel Gonzalez führt das Team seit der Saison 2023/24.

Die Spielerverkäufe und der finanzielle Druck

Ein großes Problem für ALBA ist die ständige Fluktuation im Kader. Während große Clubs ihre Stars halten können – Real Madrid hält seine besten Spieler zusammen – muss ALBA immer wieder verkaufen. Ein gutes Beispiel ist die Entwicklung von jungen deutschen Talenten, die ALBA ausbildet, nur um sie dann an besserbezahlende internationale Clubs zu verlieren. Es ist ein klassisches Problem der kleineren Clubs in Europa: Sie sind Entwicklungsmaschinen für andere.

In dieser Saison hat ALBA versucht, mit erfahrenen Spielern wie Maodo Lô und Peyton Siva dagegenzuhalten, aber auch diese beiden – so talentiert sie sind – können nicht die Lücke zu den Megastars anderer Teams schließen. Lô ist in dieser Saison konstant einer der besten Spieler des Teams gewesen, aber ein Peyton Siva ist nicht Luka Dončić. Das mag banal klingen, aber genau das ist der Punkt.

Interessanterweise zeigt sich hier eine gewisse Parallele zu anderen Sportarten: Wie ein Team mit kleinerem Budget gegen die großen Mächte ankommt, ist auch ein Thema bei individuellen Sportlern. Als beispielsweise bei der Tour de France 2022 Vingegaard Pogačar besiegte, war das auch irgendwie eine Überraschung – und doch machte es die richtige Strategie möglich. ALBA versucht etwas Ähnliches: Mit kluger Taktik und guter Teamarbeit gegen physisch überlegene Gegner anzukommen. Aber im Basketball ist das eben schwieriger als im Radsport, wo ein einzelner großartiger Tag entscheidend sein kann.

ALBA Berlin in der Euroleague 2024/25: Eine ehrliche Bilanz

Trainer Israel Gonzalez und sein Kampf mit den Realitäten

Israel Gonzalez ist ein sehr guter Coach. Das muss betont werden. Er hat ALBA schon bessere Jahre erlebt, und er weiß, wie man aus weniger mehr macht. Doch selbst der beste Trainer der Welt kann nicht zaubern. Wenn die gegnerischen Spieler um drei Zentimeter größer sind, fünf Kilogramm schwerer, und mit deutlich besserer Ausbildung zu dir kommen, dann wird es eng.

Gonzalez' Taktik ist oft sehr intelligent: Pressing, schnelle Übergänge, defensive Intensität. Das führt zu vielen Spielen, in denen ALBA konkurrenzfähig ist. Aber in den entscheidenden Momenten, wenn's um drei Punkte mit 30 Sekunden auf der Uhr geht, dann fehlt eben der Star, der die Partie entscheidet. Das ist nicht die Schuld des Trainers, sondern die Schuld des Budgets.

Was ALBA besser machen könnte – und was nicht

Könnte ALBA in dieser Saison besser sein? Eindeutig ja. Es gibt sicherlich Punkte zu holen gewesen, die liegen gelassen wurden. Die Defensive könnte noch etwas straffer sein, die Freiwurfquoten könnten besser sein, die Turnover könnten weniger werden. Aber auf der anderen Seite: Würde ALBA mit noch etwas besserer Spielweise plötzlich gegen Real Madrid oder Barcelona gewinnen? Nein. Absolut nicht. Die Kluft ist zu groß.

Das ist das Kernproblem der modernen EuroLeague: Sie wird von immer weniger Teams dominiert. Während früher noch 8 bis 10 Teams realistische Chancen auf den Titel hatten, sind es jetzt wirklich nur noch 4 oder 5. Der Rest spielt um Platzierungen und Europa-Pokal-Plätze. ALBA müsste sich entscheiden: Entweder gibt es ein massives Budget-Update (was unrealistisch ist), oder der Club muss sich auf die eigene Jugend und die BBL konzentrieren.

Spannend ist auch, dass dieses Phänomen nicht nur im Basketball zu beobachten ist. Erling Haaland verließ Dortmund für Manchester aus dem gleichen Grund: Der englische Megaclub konnte einfach mehr zahlen. In ähnlicher Weise verlieren kleinere europäische Clubs ihre Talente an die Großen.

Die Highlights zeigen genau das, wovon wir reden: ALBA spielt oft gut, verliert aber gegen Teams, die einfach mehr Qualität haben. Es ist ein ehrliches, spannendes Basketball, aber es reicht eben nicht für Titel und Medaillen in der EuroLeague.

Die Hoffnung auf die BBL und europäische Alternativen

Wo kann ALBA realistisch erfolgreich sein? In der Bundesliga ist ALBA nach wie vor konkurrenzfähig. Auch in den europäischen Pokalwettbewerben wie dem FIBA Europe Cup oder dem Champions League Basketball könnten realistische Erfolge eingefahren werden. Dort treffen Clubs mit ähnlichen Budgets aufeinander, und dort kann Klasse, Trainingsarbeit und Teamgeist entscheidend sein.

Es ist wichtig zu verstehen: Das ist keine Kritik an ALBA Berlin. Es ist eine Kritik an einem System, das zunehmend ungerechter wird. Die EuroLeague wird strukturell von immer weniger Teams dominiert, und das macht sie für andere Clubs immer uninteressanter. Warum sollte ALBA Jahr für Jahr in ein Turnier investieren, in dem sie strukturell keine Chance haben?

Das Interessante ist, dass auch andere Sportarten mit ähnlichen Problemen kämpfen. Bei der Tour de France: Deutschlands Hoffnungsträger kämpfen kleinere deutsche Teams gegen die großen französischen und spanischen Mannschaften an. Es funktioniert manchmal, aber nicht regelmäßig. Die strukturellen Unterschiede sind zu groß.

Für die Saison 2025/26 müsste ALBA hart überlegen: Will der Club in die EuroLeague gehen mit dem Wissen, dass es strukturell unmöglich ist, dort erfolgreich zu sein? Oder konzentriert man sich auf die Bundesliga, wo ALBA konkurrenzfähig ist, und vielleicht ein kleinerer europäischer Wettbewerb, wo man tatsächlich gewinnen kann?

Ein Blick auf die Konkurrenz und das größere Bild

Was wirklich interessant ist: Nicht alle großen Clubs haben große Budgets. Es gibt Teams, die intelligent agieren und trotzdem erfolgreich sind. Golfer Young ahndet eigenen Fehler selbst – Fairplay in der Finalrunde zeigt, dass es auch in anderen Sportarten Clubs und Athleten gibt, die mit Klasse und Integrität arbeiten. ALBA sollte stolz auf seine Spielweise sein – die ist sauber, intelligent und respektabel. Nur eben nicht erfolgreich genug gegen die Elite.

Die Frage für die nächsten Jahre lautet: Kann die EuroLeague ein Salary Cap einführen? Ein Budget-Cap würde die Chancen wieder gerechter verteilen und Clubs wie ALBA tatsächlich competitive machen. Aber das wird wahrscheinlich nicht passieren, weil die großen Clubs das nie akzeptieren würden. Sie wollen ihre Dominanz.

Abschließend lässt sich sagen: ALBA Berlin hat in der Saison 2024/25 das getan, was

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Quellen:
  • DFB — dfb.de
  • Kicker Sportmagazin — kicker.de
  • Sport1 — sport1.de
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