ZenNews24› Wirtschaft› Kritik an Katherina Reiche: Energieverband BDEW f… Wirtschaft Kritik an Katherina Reiche: Energieverband BDEW fordert den Stromnetz-Turbo Der BDEW fordert drastisch kürzere Genehmigungszeiten beim Stromnetzausbau – und macht Wirtschaftsministerin Reiche dafür verantwortlich. Von ZenNews24 Redaktion 19.06.2026, 05:09 Uhr 4 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.06.2026 Zu diesem ThemaEnergiewende ↓Klimawandel und Klimaschutz →Betrifft: Verbraucher · UnternehmenIn KürzeDer Energieverband BDEW fordert deutlich kürzere Genehmigungszeiten beim Stromnetzausbau und kritisiert Wirtschaftsministerin Katherina Reiche für mangelnde Verfahrensbeschleunigung.Netzengpässe durch zu langsamen Ausbau verursachen hohe Kosten, technische Eingriffe und gefährden Investitionen in erneuerbare Energien.Während Windkraft- und Solaranlagen schnell errichtet werden, dauert die Planung neuer Stromtrassen noch Jahre – das bremst die Energiewende. Der Energieverband BDEW übt scharfe Kritik an der Energiepolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. In einem aktuellen Positionspapier fordert der Branchenverband eine deutliche Beschleunigung beim Ausbau der Stromnetze in Deutschland. Die Botschaft ist klar: Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Für Wirtschaft und Verbraucher hätte ein anhaltender Netzausbau-Stau erhebliche Konsequenzen. BDEW prangert Stillstand beim Stromnetzausbau an Die Kritik des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiewende an einem kritischen Punkt steht. Während erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft in den vergangenen Jahren rapide ausgebaut wurden, hinken die Stromnetze hinterher. Diese Diskrepanz verursacht technische Engpässe, die teure Netzeingriffe nach sich ziehen und Investitionen in erneuerbare Energien gefährden. ▶ Auf einen BlickDer BDEW fordert einen beschleunigten Stromnetz-Ausbau zur Erreichung der Klimaziele.Netzengpässe verursachen hohe Kosten und gefährden Investitionen in erneuerbare Energien.Die langsame Genehmigung neuer Leitungen bremsen die Energiewende aus. Der BDEW wirft der Bundesregierung vor, notwendige Verfahrensbeschleunigungen zu verschleppen. Besonders kritisiert wird die schleppende Genehmigung neuer Leitungen. Während Windkraftanlagen und Solarmodule vergleichsweise schnell errichtet werden können, dauert die Planung und der Bau neuer Stromtrassen heute noch viele Jahre. Diese strukturelle Verzögerung bremst die gesamte Energiewende aus. Die Folge: Strom kann nicht effizient vom Norden in den Süden transportiert werden, wo große Industriezentren und Bevölkerungsschwerpunkte liegen. ZenNews24 auf YouTube Kerndaten: Deutsche Stromwirtschaft im Überblick Gesamtinvestitionen Netzausbau (jährlich): ca. 10,8 Mrd. Euro Erforderliche Steigerung bis 2030: rund +45 Prozent Kosten durch Netzengpässe (Redispatch): ca. 2,8 Mrd. Euro pro Jahr Geplante Windleistung bis 2030: 115 GW (On- und Offshore kombiniert) Aktuelle Höchstspannungsnetzlänge: ca. 38.500 km Notwendige Netzlänge 2030: ca. 52.000 km Das Positionspapier des BDEW nennt konkrete Forderungen. Der Verband möchte, dass Genehmigungsverfahren grundlegend gestrafft werden. Statt der derzeit durchschnittlich zwölf bis 15 Jahre sollten neue Stromleitungen künftig in vier bis fünf Jahren entstehen können. Dies erfordert legislative Änderungen, eine bessere Koordination zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie mehr personelle Ressourcen in den zuständigen Behörden. Digitale Verfahren könnten zusätzlich die Bearbeitungsdauer erheblich verkürzen. Das Video „Kritik der SPD an Ministerin Reiche wird laut Politikexperte Wieduwilt..." von ntv Nachrichten beleuchtet den Hintergrund zu diesem Thema. Es bietet wirtschaftliche Einblicke, die den Artikel mit visuellem Material ergänzen.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Zahlen und Fakten zum Netzausbaustau Kennziffer Aktueller Wert Zielwert 2030 Differenz Netzlänge Höchstspannung (km) 38.500 52.000 +13.500 km Durchschnittliche Genehmigungsdauer (Jahre) 14,2 4,5 -9,7 Jahre Jährliche Netzinvestitionen (Mrd. Euro) 10,8 15,7 +4,9 Mrd. Euro Anteil erneuerbarer Energien am Strommix (%) 59 80 +21 Prozentpunkte Speicherkapazität (GW) 8,5 21,0 +12,5 GW Redispatch-Kosten (Mrd. Euro/Jahr) 2,8 < 0,8 (Ziel) -2,0 Mrd. Euro Die Zahlen belegen den enormen Handlungsdruck. Um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen und gleichzeitig eine sichere Stromversorgung zu garantieren, müssen die Investitionen in die Netzinfrastruktur um rund 45 Prozent steigen. Derzeit fließen etwa 10,8 Milliarden Euro jährlich in den Netzausbau – bis 2030 werden mindestens 15,7 Milliarden Euro pro Jahr benötigt. Parallel dazu müssen über 13.500 Kilometer neue Höchstspannungsleitungen gebaut werden. Hinzu kommt ein massiver Ausbau der Stromspeicher, deren Kapazität sich mehr als verdoppeln muss. Besonders brisant: Die sogenannten Redispatch-Kosten – also Ausgaben für kurzfristige Eingriffe in den Netzbetrieb, um Überlastungen zu vermeiden – beliefen sich zuletzt auf rund 2,8 Milliarden Euro jährlich. Diese Kosten tragen letztlich die Verbraucher über ihre Netzentgelte. Ein zügigerer Stromnetzausbau würde diesen Posten langfristig erheblich reduzieren. Wer profitiert, wer verliert? Gewinner der Netzbeschleunigung Ein beschleunigter Netzausbau käme mehreren Branchen direkt zugute. Energieversorgungsunternehmen könnten ihre Investitionen in erneuerbare Energien schneller amortisieren. Windkraft- und Solarunternehmen hätten bessere Chancen, ihre Anlagen zeitnah ans Netz anzuschließen – ein zentrales Hindernis der vergangenen Jahre. Rechenzentren und Halbleiterfabriken, die gigantische Strommengen benötigen, profitieren von einer stabilen und leistungsstarken Netzinfrastruktur. Auch Verbraucher könnten langfristig gewinnen. Ein schnellerer Netzausbau würde dazu beitragen, dass das Angebot erneuerbarer Energie besser mit dem tatsächlichen Bedarf übereinstimmt – und so zur Stabilisierung der Strompreise beitragen. Industrieunternehmen, die für ihre Wettbewerbsfähigkeit auf günstige und sichere Stromversorgung angewiesen sind, könnten ihre Produktionskosten senken. Dies gilt insbesondere für die chemische Industrie, Stahlwerke und andere energieintensive Branchen, deren Zukunft am Standort Deutschland unmittelbar davon abhängt, ob die Energiewende technisch und wirtschaftlich gelingt. Die Forderungen des BDEW richten den Blick auf eine entscheidende Weichenstellung: Entweder gelingt es der Bundesregierung unter Wirtschaftsministerin Reiche, den Netzausbau in den nächsten Jahren drastisch zu beschleunigen – oder Deutschland riskiert, seine Klimaziele zu verfehlen und gleichzeitig die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu untergraben. Der Ball liegt nun im politischen Spielfeld. Wie schnell dort reagiert wird, dürfte darüber entscheiden, ob die Energiewende zur Erfolgsgeschichte oder zur kostspieligen Halbzeitlösung wird. Mehr zum ThemaTeureres Fliegen: Wirtschaftsministerin Reiche warnt vor steigenden FlugpreisenIndustriestrompreis Deutschland: Wie der Strom zur größten Standortbedrohung wurdeSpitzensteuersatz auf 53 Prozent? Die Linke fordert Steuererhöhung als Gegenfinanzierung EinordnungDie Meldung zeigt die Diskrepanz zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und der notwendigen Netzinfrastruktur in Deutschland. Dies könnte die Umsetzung der Energiewende und die Versorgungssicherheit beeinträchtigen. ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Wirtschaft Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Originalquellen: BDEW PositionspapierMehr zum ThemaKlimavor 16 TagenVerbrenner-Aus gekippt: Das ändert sich für AutokäuferPolitikgesternGen Z protestiert für Bildung und KlimaschutzKlimavor 2 TagenAmazonas wird zur CO2-Schleuder statt LungenKlimavor 9 Tagen84 Prozent der Korallenriffe weltweit bleichen Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 wirtschaft Z ZenNews24 Redaktion Redaktion Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. Unsere Journalistinnen und Journalisten recherchieren, analysieren und ordnen ein — unabhängig und verlässlich. 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