Regional

München Immobilien: Teuerste und günstigste Stadtteile

Preiskarte der Landeshauptstadt

Von Julia Schneider 7 Min. Lesezeit Aktualisiert: 07.05.2026
München Immobilien: Teuerste und günstigste Stadtteile

München, die Landeshauptstadt Bayerns, ist nicht nur für ihre kulturelle Bedeutung, Geschichte und das Oktoberfest weltweit bekannt, sondern auch als eine der teuersten Städte Deutschlands. Die Immobilienpreise an der Isar sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und stellen viele Bürgerinnen und Bürger vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Doch nicht alle Stadtteile Münchens sind gleich teuer – zwischen den gehobenen Lagen wie Bogenhausen und den vergleichsweise erschwinglicheren Vierteln wie Hasenbergl liegen deutliche Preisunterschiede. Ein Blick auf die Preislandschaft offenbart Gegensätze, die das soziale Gefüge und die urbane Struktur der Stadt nachhaltig prägen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die teuersten Stadtteile Münchens
  • Mittelpreisige Stadtteile als realistische Alternative
  • Die günstigsten Stadtteile – relativer Begriff in München
  • Konkrete Auswirkungen für Münchner Bürgerinnen und Bürger

Lokale Zahlen: Die durchschnittlichen Kaufpreise für Bestandswohnungen in München liegen laut dem Immobilienmarktbericht des Gutachterausschusses der Stadt München bei rund 9.500 bis 11.500 Euro pro Quadratmeter (Stand 2023/2024). In Spitzenlagen wie Bogenhausen und Lehel werden Kaufpreise von 14.000 bis über 16.000 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. In vergleichsweise günstigeren Stadtteilen wie Hasenbergl, Allach und Feldmoching bewegen sich die Preise zwischen 7.000 und 8.500 Euro pro Quadratmeter. Bei den Mieten gilt: In Toplagen werden Angebotsmieten von 20 bis 25 Euro pro Quadratmeter nettokalt erzielt, in den günstigeren Randlagen liegen Neuvermietungen bei 13 bis 16 Euro pro Quadratmeter. Der Münchner Mietspiegel 2023 weist eine mittlere Nettokaltmiete von rund 18,57 Euro pro Quadratmeter aus – damit liegt München bundesweit an der Spitze.

Die teuersten Stadtteile Münchens

In Spitzenlagen wie Bogenhausen und Lehel werden Kaufpreise von 14.000 bis über 16.000 Euro pro Quadratmeter aufgerufen.
Lib Regional Muenchen 01

Die soziale und geografische Topografie Münchens spiegelt sich unmittelbar in den Immobilienpreisen wider. Im Nordosten der Stadt liegt einer der exklusivsten Stadtteile: Bogenhausen. Bekannt für großzügige Villen, gepflegte Grünanlagen und die Nähe zum Englischen Garten, zählt dieser Stadtteil seit Jahrzehnten zur Münchner Topklasse. Familien, Unternehmer und internationale Fachkräfte konkurrieren um die wenigen verfügbaren Objekte. Die ruhige Wohnlage, hervorragende Infrastruktur und die Nähe zu Botschaften und Konsulaten machen Bogenhausen zu einer der gefragtesten Adressen der Stadt.

Ebenfalls zur absoluten Spitze gehört Lehel, direkt im Herzen der Innenstadt gelegen. Der unmittelbare Zugang zu Museen, kulturellen Institutionen und der Altstadt lässt Kaufpreise in extreme Höhen klettern. Wer hier eine Wohnung erwirbt, zahlt vor allem für Lage und Prestige. Schwabing, einst das Bohème-Viertel Münchens, hat sich längst zu einem wohlhabenden Wohngebiet mit lebhafter Gastronomie und Nähe zur Ludwig-Maximilians-Universität gewandelt. Auch Nymphenburg mit seinem barocken Schloss und den weitläufigen Parkanlagen zählt zu den gehobenen Adressen der Landeshauptstadt.

Au-Haidhausen hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen bemerkenswerten Wandel vollzogen: Vom einstigen Arbeiterquartier hat sich das Viertel zum begehrten, aber entsprechend teuren Stadtbezirk entwickelt. Cafés, Boutiquen und eine junge, urbane Bevölkerung haben das Gesicht des Viertels grundlegend verändert – und die Mieten und Kaufpreise mit nach oben gezogen.

Mittelpreisige Stadtteile als realistische Alternative

Zwischen den teuren Innenstadtlagen und den günstigen Randgebieten existiert ein breites Mittelfeld, das für viele Münchnerinnen und Münchner die realistischste Wohnoption darstellt. Pasing, Obermenzing und Laim im Westen der Stadt bieten noch vergleichsweise erschwingliche Wohnmöglichkeiten bei guter Anbindung an das öffentliche Nahverkehrsnetz. Diese Stadtteile waren historisch Wohnorte der Münchner Mittelschicht und bewahren trotz steigender Preise einen Teil ihres ursprünglichen Charakters.

Feldmoching und Milbertshofen im Norden sind besonders bei Familien beliebt, die grüne Umgebung, Schulen und ein ruhigeres Lebenstempo schätzen. Im Osten der Stadt haben sich Trudering-Riem und die Messestadt Riem als moderne, durchmischte Quartiere etabliert. Riem wurde nach der Schließung des Flughafens und der Pferderennbahn vollständig neu geplant und bietet eine ungewöhnlich durchdachte Infrastruktur mit Parks, Schulen und direktem Messezugang.

Solln, Forstenried und Hadern im Südwesten Münchens sind dörflich geprägt und bieten Familien mehr Fläche und Grün als zentrale Stadtteile. Auch wenn die Preise in den vergangenen Jahren spürbar angezogen haben, bleiben diese Lagen im Münchner Vergleich noch moderat.

Die günstigsten Stadtteile – relativer Begriff in München

Wer in München von „günstig" spricht, meint damit im bundesweiten Vergleich noch immer ein hohes Preisniveau. Dennoch stechen einige Stadtteile durch niedrigere Quadratmeterpreise hervor. Hasenbergl im Nordwesten gilt als eine der preiswertesten Lagen der Stadt. Der Stadtteil, der in den 1960er-Jahren als sozialer Wohnungsbau entstand, kämpft nach wie vor mit einem schwierigen Image, verfügt jedoch über eine solide Infrastruktur und gute ÖPNV-Anbindung. Allach und Moosach im Nordwesten sind ebenfalls zu den günstigeren Stadtteilen zu zählen, bieten jedoch durch ihre Nähe zur BMW-Welt und gut ausgebaute Nahversorgung einen soliden Wohnstandard.

Auch Aubing im äußersten Westen und Teile von Ramersdorf-Perlach im Südosten gehören zu den Stadtteilen, in denen der Einstieg in den Münchner Immobilienmarkt noch am ehesten möglich ist – wenngleich auch hier die Preisgrenze von 7.000 Euro pro Quadratmeter beim Kauf inzwischen kaum noch zu unterschreiten ist.

Konkrete Auswirkungen für Münchner Bürgerinnen und Bürger

  • Verdrängung aus angestammten Vierteln: Langjährige Mieterinnen und Mieter werden durch Modernisierungsmieterhöhungen und Eigenbedarfskündigungen aus gewachsenen Quartieren gedrängt – besonders in Schwabing, Haidhausen und Neuhausen.
  • Belastungsquote steigt: Laut dem Münchner Mietspiegel geben viele Haushalte mit mittlerem Einkommen inzwischen mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete aus – weit über der empfohlenen Schwelle von 30 Prozent.
  • Schwierige Eigentumsbildung: Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung im Münchner Durchschnitt sind Kaufpreise von 760.000 bis über 1,2 Millionen Euro keine Seltenheit – Eigenkapital von mindestens 150.000 bis 200.000 Euro gilt als Mindestvoraussetzung für eine Finanzierung.
  • Fachkräftemangel durch Wohnkosten: Unternehmen berichten zunehmend, dass qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber Stellenangebote in München ablehnen, weil sie keine bezahlbare Wohnung finden – ein Problem, das laut der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern den Wirtschaftsstandort zunehmend belastet.
  • Soziale Segregation: Die Preisentwicklung verstärkt die räumliche Trennung nach Einkommensgruppen. Wohlhabende Bevölkerungsschichten konzentrieren sich in den innerstädtischen und südlichen Lagen, einkommensschwächere Haushalte werden in den Norden und Nordwesten der Stadt gedrängt.
  • Wachsender Pendlerdruck: Wer sich München nicht leisten kann, zieht ins Umland – nach Dachau, Freising, Erding oder ins Fünfseenland – und nimmt tägliche Pendelzeiten von einer Stunde und mehr in Kauf. Das belastet die S-Bahn-Infrastruktur zusätzlich.

Stimmen aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft

Das Stadtplanungsreferat München betont seit Jahren, dass die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum oberste Priorität hat. Im Rahmen der städtischen Wohnungsbauoffensive sollen bis 2030 mehrere tausend neue Sozial- und Mietwohnungen entstehen, unter anderem durch die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) und die Gewofag. „Wir brauchen eine konsequente Bodenpolitik, die Spekulation eindämmt und gemeinwohlorientiertes Bauen fördert", so die Position des Stadtrats, die sich in mehreren Beschlüssen der vergangenen Legislaturperioden widerspiegelt.

Die Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern hat in ihrem Standortbericht 2023 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der angespannte Wohnungsmarkt die Attraktivität Münchens als Wirtschaftsstandort gefährdet. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen, die keine Unternehmensapartments oder Mobilitätspauschalen anbieten können, verlieren im Wettbewerb um Fachkräfte gegenüber Regionen mit niedrigerem Mietniveau.

Aus der Bürgerschaft ist der Unmut spürbar: Mietervereine und Bürgerinitiativen – darunter das Mieterverein München – fordern einen konsequenteren Einsatz kommunaler Vorkaufsrechte sowie die Ausweitung von Milieuschutzgebieten auf bisher nicht geschützte Stadtteile wie Teile von Schwabing-West und Giesing.

Ausblick: Entspannung in Sicht?

Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass der jahrelange Preisanstieg bei Kaufimmobilien in München seit Mitte 2022 eine Pause eingelegt hat. Gestiegene Zinsen, veränderte Finanzierungskonditionen und eine allgemeine Kaufzurückhaltung haben die Angebotspreise in einigen Segmenten um fünf bis zehn Prozent sinken lassen. Allerdings betonen Experten des Gutachterausschusses, dass von einem Einbruch keine Rede sein kann – das strukturelle Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot bleibt bestehen. Die Mieten hingegen steigen weiterhin, da weniger Käufe getätigt werden und mehr Menschen auf den Mietmarkt ausweichen.

Für Bürgerinnen und Bürger, die in München wohnen und arbeiten möchten, bleibt die Wahl des Stadtteils damit eine der folgenreichsten finanziellen Entscheidungen überhaupt. Wer flexibel ist, findet in Randlagen wie Hasenbergl, Allach oder Aubing noch vergleichsweise moderate Konditionen – allerdings auf einem Preisniveau, das in anderen deutschen Großstädten als Premiumlage gelten würde. Aktuelle Entwicklungen auf dem Münchner Immobilienmarkt sowie Informationen rund um das Wohnen in München finden sich in unseren weiterführenden Berichten.

Lesen Sie auch
Quellen:
  • dpa Regionaldienst
  • Bundesinnenministerium — bmi.bund.de
  • Lokalpresse Deutschland
J
Julia Schneider
Gesellschaft & International

Julia Schneider schreibt über gesellschaftliche Trends, internationale Konflikte und humanitäre Themen. Sie hat als Auslandskorrespondentin aus Brüssel und Wien berichtet.

Themen: KI Künstliche Intelligenz Mobilität ChatGPT Außenpolitik Umwelt Bundesliga USA CDU Bilanz Bayern Kosten Bundesregierung Ukraine Koalition SPD Druck Milliarden Rekord Boom Prozent Russland Trump Champions League