Familie

Elterngeld-Reform: Was sich ab 2026 für Familien ändert

Von Andreas Koch 1 Min. Lesezeit
Elterngeld-Reform: Was sich ab 2026 für Familien ändert
Das Wichtigste in Kürze
  • Ab 1
  • April 2026 verlieren Paare mit mehr als 150.000 Euro Jahreseinkommen den Elterngeld-Anspruch — Verbände kritisieren, dass einkommensschwache Familien trotz Kinderarmut nicht gestärkt werden

Einkommensgrenze sinkt: Wer ab 150.000 Euro Haushaltseinkommen verliert

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat die Reform des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) zum 1. Januar 2026 bestätigt. Kernpunkt: Die Einkommensgrenze für das Elterngeld Plus wird für Paare von bisher 300.000 auf 150.000 Euro gemeinsames zu versteuerndes Jahreseinkommen gesenkt. Alleinerziehende bleiben mit einer Grenze von 250.000 Euro weitgehend unberührt. Das Basiselterngeld von monatlich zwischen 300 und 1.800 Euro — das 65 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens abdeckt, für Geringverdiener bis zu 100 Prozent — bleibt für alle anderen Bezieher unverändert.

Verbände und Opposition kritisieren fehlende Armutsbekämpfung

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) begrüßt die Schonung der Alleinerziehenden, kritisiert jedoch, dass keine Ausweitung des Basiselterngeldes für einkommensschwache Haushalte vorgesehen ist. Laut Bertelsmann Stiftung leben rund 2,8 Millionen Kinder in Deutschland in relativer Armut — ein Drittel davon in Alleinerziehenden-Familien. Die Frage, wie Familien in Armut gestärkt werden können, beleuchtet auch die aktuelle Kinderarmuts-Auswertung der Bertelsmann Stiftung. Wie sich der Platzmangel in der Kinderbetreuung auf die Erwerbsmöglichkeiten von Eltern auswirkt, dokumentiert die Analyse zum Kita-Platzmangel. Familienpolitische Hintergründe und aktuelle Förderübersichten stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereit; unabhängige Bewertungen liefert die Bertelsmann Stiftung. Verbraucherschutzrechtliche Aspekte erläutert die Verbraucherzentrale.

Die Änderungen gelten für Geburten ab dem 1. April 2026. Die Union wirft der Bundesregierung vor, Familienpolitik auf Sparmaßnahmen zu reduzieren, statt strukturell in Kinderbetreuung zu investieren — eine Debatte, die angesichts von bundesweit 400.000 fehlenden Kita-Plätzen unmittelbar Fahrt aufnimmt.

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Andreas Koch
Gesundheit & Klima

Andreas Koch analysiert medizinische Studien, Gesundheitspolitik und Klimaforschung. Er übersetzt komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in verständliche Berichte für ein breites Publikum.

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