Gesellschaft

Kinderarmut in Deutschland: Bertelsmann Stiftung legt neue Zahlen vor

2,8 Millionen Kinder in Deutschland leben unter der Armutsgrenze – Bertelsmann Stiftung zeigt die neuesten Zahlen zu Einkommensarmut und betroffenen Gruppen.

Von Felix Braun 1 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.06.2026
Kinderarmut in Deutschland: Bertelsmann Stiftung legt neue Zahlen vor
Das Wichtigste in Kürze
  • Bertelsmann-Kinderarmutsbericht: 2,8 Millionen Kinder in relativer Armut, Kinderzuschlag wird von 58 Prozent der Berechtigten nicht abgerufen — Stiftung fordert automatische Zuweisung.

2,8 Millionen Kinder unter der Armutsgrenze: Wer am stärksten betroffen ist

Der neue Kinderarmutsbericht der Bertelsmann Stiftung dokumentiert: 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben in relativer Einkommensarmut — rund 20 Prozent dieser Altersgruppe. Als arm gilt, wer in einem Haushalt lebt, dessen Nettoeinkommen unter 60 Prozent des bundesweiten Medians liegt. Besonders betroffen sind Kinder in Alleinerziehenden-Haushalten (38 Prozent), Kinder mit Migrationshintergrund (33 Prozent) sowie Kinder in strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands.

Kinderzuschlag: 42 Prozent der Berechtigten stellen keinen Antrag

Die Bundesregierung zahlt einen Kinderzuschlag von bis zu 292 Euro monatlich — gezielt für Familien knapp oberhalb des Bürgergeld-Niveaus konzipiert. Laut Bundesagentur für Arbeit nehmen jedoch nur 42 Prozent der anspruchsberechtigten Familien die Leistung tatsächlich in Anspruch, häufig wegen bürokratischer Hürden und unzureichender Information. Die Stiftung fordert eine automatische Zuweisung ohne Antrag. Wie Kinderarmut Bildungschancen strukturell beeinflusst, zeigt auch die Analyse zum Kita-Platzmangel; wie es Alleinerziehenden im deutschen System ergeht, beleuchtet die Studie zur Situation Alleinerziehender. Aktuelle Sozialberichte und Förderprogramme dokumentiert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; unabhängige Analysen liefert die Bertelsmann Stiftung. Internationale Vergleichsdaten zu Kinderarmut und Gegenmaßnahmen stellt Unicef Deutschland bereit.

▶ Auf einen Blick
  • Der neue Bericht der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass 2,8 Millionen Kinder in Deutschland unter der Armutsgrenze leben.
  • Nur 42 Prozent der Familien, die Anspruch auf den Kinderzuschlag haben, nutzen diese Leistung tatsächlich.
  • Kinderarmut beeinflusst Bildungschancen negativ und verstärkt soziale Ungleichheiten.

Unicef Deutschland warnt, dass Kinderarmut Bildungschancen dauerhaft beeinflusst: Kinder aus armen Haushalten besuchen deutlich seltener Sportvereine, Privatstunden oder kulturelle Angebote. Die Bildungsschere verfestigt sich laut DIW-Forschern bereits im Kita-Alter — ein strukturelles Problem, das auch die Elterngeld-Reform 2026 nicht adressiert.

Mehr zum Thema
EinordnungDie Meldung beleuchtet die hohe Zahl von Kindern in relativer Einkommensarmut in Deutschland und die geringe Nutzung des Kinderzuschlags. Sie verdeutlicht die strukturellen Auswirkungen von Armut auf Bildungschancen und die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Problematik.
Z
ZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Gesellschaft
Wie findest du das?
F
Felix Braun
Investigativ & Analyse

Felix Braun recherchiert tief, wo andere an der Oberfläche bleiben. Er deckt Missstände auf, hinterfragt offizielle Aussagen und bringt Hintergründe ans Licht, die sonst verborgen blieben.

Themen: Künstliche Intelligenz Künstliche Intelligenz Parteien Fußball ChatGPT Innenpolitik Bundesliga USA CDU Fußball WM 2026 Bilanz Bayern Unternehmen Kosten Bundesregierung Ukraine Koalition SPD Druck Milliarden Rekord Boom Russland & Ukraine Prozent