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Neuseeland: Papageienpaar sichert Bestand der bedrohten Kakariki Karaka

Nacho und Trixie haben 55 Nachkommen – und sichern damit mehr als zwölf Prozent der Weltpopulation des Kakariki Karaka.

Von ZenNews24 Redaktion 3 Min. Lesezeit
Neuseeland: Papageienpaar sichert Bestand der bedrohten Kakariki Karaka
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Papageienpaar in Neuseeland leistet im Kampf gegen das Artensterben Bemerkenswertes: Die beiden Kakariki Karaka namens Nacho und Trixie haben 55 Nachkommen in die Welt gesetzt und sichern damit einen erheblichen Anteil der Gesamtpopulation einer der seltensten Vogelarten der Erde.…

Ein Papageienpaar in Neuseeland leistet im Kampf gegen das Artensterben Bemerkenswertes: Die beiden Kakariki Karaka namens Nacho und Trixie haben 55 Nachkommen in die Welt gesetzt und sichern damit einen erheblichen Anteil der Gesamtpopulation einer der seltensten Vogelarten der Erde. Von den derzeit rund 450 verbleibenden Exemplaren stammen mehr als zwölf Prozent von diesem einen Paar ab. Fachleute der neuseeländischen Naturschutzbehörden zeigen sich überrascht von der Reproduktionsleistung der beiden Vögel, die unter kontrollierten Bedingungen in einem staatlichen Schutzprogramm leben.

Kritischer Moment für eine seltene Art

Der Kakariki Karaka zählt zu den am stärksten gefährdeten Papageienarten weltweit. Die Art ist auf Bergregionen der neuseeländischen Südinsel beschränkt und war früher in deutlich größeren Beständen verbreitet. Durch Siedlungsexpansion, eingeschleppte Raubtiere wie Ratten und Hermeline sowie den Verlust natürlicher Lebensräume ist der Bestand in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch eingebrochen. Heute existiert die Art nur noch in isolierten Bergwäldern oberhalb von 1.200 Metern Höhe, wo extreme Wetterbedingungen und knappe Ressourcen das Überleben täglich herausfordern.

Die Bedeutung von Nacho und Trixie für die Arterhaltung lässt sich kaum überschätzen. In Zeiten massiven Artensterbens, das Wissenschaftler als „sechstes Massenaussterben" bezeichnen, sind erfolgreiche Zuchtprogramme oft die letzte Hoffnung für Arten am Rand des Verschwindens. Der neuseeländische Department of Conservation (DOC) hat daher intensive Anstrengungen unternommen, um verbliebene Vögel genetisch zu charakterisieren und in kontrollierten Umgebungen zur Fortpflanzung zu bewegen.

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Jedes Grad Celsius Temperaturanstieg zwingt Bergarten zur Migration in höhere Lagen. Für den Kakariki Karaka bedeutet das konkret: Sein Lebensraum hat sich laut neuseeländischen Naturschutzbehörden bereits um rund 150 Meter pro Jahrzehnt nach oben verschoben. Da die Gipfel der Südinsel keine weiteren Ausweichräume bieten, schrumpft das verfügbare Habitat mit jeder Erwärmungsstufe unwiederbringlich. Ohne Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C – das Ziel des Pariser Abkommens – könnten bis 2070 mehr als 30 Prozent der heute noch nutzbaren Bergwaldflächen für die Art verloren gehen.

Wissenschaftliche Dimensionen eines Erfolgsfalles

Die Geschichte von Nacho und Trixie verdeutlicht, wie wichtig genetische Vielfalt und gezieltes Zuchtmanagement sind. Beide Vögel wurden ausgewählt, weil genetische Tests zeigten, dass sie unterschiedlichen Linien der ursprünglichen Population angehören. Das maximiert die genetische Variabilität der Nachkommen und mindert das Risiko von Inzuchtproblemen, die bei stark dezimierten Arten häufig auftreten. Jeder der 55 Nachkommen trägt genetisches Material, das andernfalls unwiederbringlich verloren gegangen wäre.

Ornithologische Experten betonen jedoch, dass solche Erfolge nicht überbewertet werden dürfen. Ein einzelnes Paar kann eine Art langfristig nur retten, wenn parallel mehrere Faktoren stimmen: die Wiederherstellung von Lebensräumen, die Kontrolle invasiver Prädatoren und die Reduzierung weiterer menschengemachter Stressfaktoren sind unerlässlich. Die Zuchterfolge im Gehege lösen das Grundproblem nicht – sie schaffen lediglich Zeit, um es anzugehen.

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Besonders kritisch ist die sogenannte genetische Flaschenhals-Problematik: Wenn eine Population über Generationen auf wenige Individuen reduziert bleibt, sinkt die Anpassungsfähigkeit gegenüber neuen Umweltbedingungen – etwa gegenüber veränderten Krankheitserregern oder Klimaextremen. Selbst 55 Nachkommen eines einzigen Paares reichen nicht aus, um diese Vulnerabilität dauerhaft zu überwinden. Experten des DOC fordern deshalb parallel zur Nachzucht ein aktives Lebensraum-Restaurationsprogramm, das mindestens fünf bis sechs genetisch unabhängige Brutpaare in freier Wildbahn etablieren soll.

Bedrohte Bergvogelarten im internationalen Vergleich – Schutzstatus und Bestandszahlen
Art Land Geschätzter Bestand Hauptbedrohung IUCN-Status
Kakariki Karaka Neuseeland ca. 450 Prädatoren, Habitatverlust, Klimawandel Critically Endangered
Kākāpō Neuseeland ca. 247 Prädatoren, geringe Reproduktionsrate Critically Endangered
Spix-Ara Brasilien ca. 180 (Gefangenschaft) Entwaldung, Wildtierfang Extinct in the Wild
Philippinen-Adler Philippinen ca. 800 Entwaldung, Bejagung Critically Endangered
Schneeleopard (Bergökosystem-Indikator) Zentralasien ca. 4.000–6.500 Klimawandel, Beuteverlust Vulnerable

Verbindung zum Klimawandel und zu natürlichen Ökosystemen

Der Kakariki Karaka ist ein Paradebeispiel dafür, wie Biodiversitätskrise und Klimakrise untrennbar miteinander verflochten sind. Die Bergwälder Neuseelands, in denen diese Art lebt, verändern sich durch die Erderwärmung grundlegend. Die Hochgebirgsvegetation rückt nach oben, die Schneebedeckung nimmt ab, und Insektenpopulationen, die als Nahrungsgrundlage dienen, geraten aus dem Takt saisonaler Zyklen. Was Nacho und Trixie im geschützten Rahmen eines Zuchtprogramms leisten, ist beeindruckend – doch ihr Erfolg wird langfristig nur Bestand haben, wenn die Politik die strukturellen Ursachen des Habitatverlusts ernsthaft angeht. Die Geschichte dieser zwei Papageien ist damit weit mehr als eine Tiergeschichte: Sie ist ein Spiegel unserer Verantwortung gegenüber den Ökosystemen, die wir noch retten können.

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Quelle: AutoEditor/klimaschutz
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