Familie

Bildschirmzeit bei Kindern: WHO aktualisiert Empfehlungen

Von ZenNews24 Redaktion 1 Min. Lesezeit
Bildschirmzeit bei Kindern: WHO aktualisiert Empfehlungen
Das Wichtigste in Kürze
  • Die WHO aktualisiert Bildschirmzeit-Leitlinien: Qualität der Nutzung zählt mehr als Minuten
  • Eine JAMA-Studie mit 7.097 Kindern zeigt signifikant mehr Sprachverzögerungen bei frühem Überkonsum

Qualität zählt mehr als Minuten: Was die neuen WHO-Leitlinien bedeuten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Leitlinien zur Bildschirmnutzung bei Kleinkindern aktualisiert. Für Kinder unter 24 Monaten gilt weiterhin: keine Bildschirmzeit, ausgenommen Videoanrufe. Für 2- bis 4-Jährige bleibt die Empfehlung bei maximal einer Stunde täglich — mit einer wichtigen Qualifizierung: Passives Schauen wird deutlich schlechter bewertet als interaktives Lernen. Die Art der Nutzung zählt mehr als die reine Minutenzahl.

JAMA-Kohortenstudie mit 7.097 Kindern aus 12 Ländern

Eine im Fachblatt JAMA Pediatrics veröffentlichte Kohortenstudie dokumentiert, dass Kinder mit mehr als zwei Stunden täglicher Bildschirmzeit im Alter von 12 Monaten im dritten Lebensjahr signifikant häufiger Sprachentwicklungsverzögerungen aufweisen. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) ermittelte in seiner KIM-Studie, dass Kinder zwischen 6 und 13 Jahren in Deutschland im Schnitt 136 Minuten täglich vor Bildschirmen verbringen — deutlich über dem Richtwert. Smartphonenutzung ab Grundschulalter ist bei 58 Prozent der Kinder bereits Alltag. Wie Kinder mit sozialen Medien umgehen und welche Risiken dabei bestehen, analysiert die KIM-Studie zur Social-Media-Nutzung unter 13 Jahren. Wie Eltern bei Stresssituationen und schulischer Belastung helfen können, zeigt die Analyse zu Prüfungsangst bei Schulkindern. Aktuelle WHO-Leitlinien und Eltern-Ratgeber zur Mediennutzung stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereit; Schutzstandards für digitale Kindheiten erläutert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Verbraucherschutzrechtliche Einordnungen liefert die Verbraucherzentrale.

Das Bundeszentrum für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) empfiehlt deutschen Eltern, gemeinsam mit Kindern Medien zu nutzen statt nebeneinander — und Bildschirmzeit in den Familienalltag bewusst einzubetten statt zu verbieten.

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