Familie

Schulstress: Wie Eltern bei Prüfungsangst richtig helfen

Von Julia Schneider 1 Min. Lesezeit
Schulstress: Wie Eltern bei Prüfungsangst richtig helfen
Das Wichtigste in Kürze
  • TK-Studie: 33 Prozent der 10- bis 17-Jährigen leiden unter starker Prüfungsangst — Mädchen häufiger betroffen als Jungen
  • LIfBi-Langzeitstudie zeigt: Fehlerkultur der Eltern ist entscheidend

33 Prozent der Schüler: Starke Prüfungsangst — und was Eltern falsch machen

Eine repräsentative Studie der Techniker Krankenkasse (TK) unter 1.400 Schülerinnen und Schülern zwischen 10 und 17 Jahren zeigt: 33 Prozent berichten von starker Angst vor Klassenarbeiten und Prüfungen. 12 Prozent geben körperliche Symptome an — Übelkeit, Schlafstörungen und Kopfschmerzen in Prüfungsphasen. Mädchen sind laut Studie häufiger betroffen als Jungen, bei gleichzeitig besseren Noten — ein Hinweis auf hohen internalisierten Leistungsdruck.

Was Eltern konkret tun können — und was nicht hilft

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt Eltern, den Fokus vom Ergebnis auf den Lernprozess zu verlagern: Loben, was das Kind gelernt hat, nicht nur welche Note es bekommen hat. Feste Lernzeiten, ausreichend Schlaf und kein Lernen am Abend vor der Prüfung werden als konkrete Maßnahmen genannt. Das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) hat in einer Langzeitstudie belegt, dass Kinder mit engagierten, aber nicht überfürsorglichen Eltern deutlich seltener Prüfungsangst entwickeln. Schulpsychologischer Dienst und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) bieten kostenfreie Beratung an. Wie exzessive Bildschirmzeit den Schlaf und damit die Belastbarkeit von Kindern beeinflusst, zeigt die WHO-Aktualisierung zu Mediennutzung bei Kindern; strukturelle Ursachen von Schul-Stress in Deutschland beleuchtet die PISA-Debatte. Eltern-Ratgeber und Beratungsangebote zum Thema Schulangst stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereit; Familienpolitische Unterstützungsangebote dokumentiert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Verbrauchertipps zu schulischen Hilfsmitteln und Nachhilfeangeboten führt die Verbraucherzentrale.

Entscheidend ist laut LIfBi eine familiäre Fehlerkultur: Eltern, die eigene Fehler normalisieren und Misserfolge als Teil des Lernens kommunizieren, geben Kindern das Rüstzeug, mit Prüfungsdruck gesünder umzugehen.

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Julia Schneider
Gesellschaft & International

Julia Schneider schreibt über gesellschaftliche Trends, internationale Konflikte und humanitäre Themen. Sie hat als Auslandskorrespondentin aus Brüssel und Wien berichtet.

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