ZenNews24› Gesundheit› Durchfall, Verstopfung, Blähungen: Was hinter Pro… Gesundheit Durchfall, Verstopfung, Blähungen: Was hinter Problemen mit der Verdauung stecken kann Durchfall, Verstopfung, Blähungen: Was hinter Problemen mit der Verdauung stecken kann Von ZenNews24 Redaktion 06.07.2026, 09:19 Uhr 8 Min. Lesezeit Das Wichtigste in Kürze Bauchschmerzen nach dem Essen, unerwartete Toilettengänge oder anhaltende Blähungen – Verdauungsprobleme gehören zu den häufigsten Beschwerden, über die Patienten in Arztpraxen berichtenDoch während gelegentliche Verdauungsstörungen völlig normal sind, können anhaltende Probleme die Lebensqualität erheblich beeinträchtigenZwei renommierte Gastroenterologen erklären… Bauchschmerzen nach dem Essen, unerwartete Toilettengänge oder anhaltende Blähungen – Verdauungsprobleme gehören zu den häufigsten Beschwerden, über die Patienten in Arztpraxen berichten. Doch während gelegentliche Verdauungsstörungen völlig normal sind, können anhaltende Probleme die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Zwei renommierte Gastroenterologen erklären im Gespräch mit ZenNews24, welche Ursachen hinter den verschiedenen Beschwerdebildern stecken und welche Maßnahmen tatsächlich helfen.InhaltsverzeichnisDurchfall: Häufiger vorübergehend, aber manchmal ein WarnsignalVerstopfung: Mehr als nur unangenehmBlähungen und Völlegefühl: Das Gas im BauchDie Rolle der Ernährung und des LebensstilsWann sollte ein Arzt aufgesucht werden?Praktische Maßnahmen: Was wirklich hilftModerne Diagnostik bei persistierenden ProblemenAusblick: Was Patienten selbst tun können Durchfall: Häufiger vorübergehend, aber manchmal ein Warnsignal Durchfall zählt zu den unangenehmsten Verdauungsbeschwerden. Ob akut auftretend nach verdorbenen Lebensmitteln oder chronisch über Wochen hinweg – die Ursachen sind vielfältig. „Akuter Durchfall ist in den meisten Fällen eine Reaktion des Körpers auf Infektionen oder Reizungen im Magen-Darm-Trakt", erklärt Dr. Marcus Weber, Facharzt für Gastroenterologie an der Universitätsklinik München. „Viren, Bakterien oder auch einfach ungewohnte Speisen können auslösend wirken." Die gute Nachricht: Unkomplizierter Durchfall heilt bei gesunden Menschen meist nach wenigen Tagen von selbst aus. Allerdings ist Vorsicht geboten, wenn Durchfall länger als zwei Wochen anhält, mit starken Schmerzen verbunden ist oder blutiger Stuhl auftritt. In solchen Fällen sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Chronischer Durchfall kann auf Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom, entzündliche Darmerkrankungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten hindeuten. Besonders bei Zöliakie oder Laktoseintoleranz tritt Durchfall nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auf. „Die genaue Diagnose erfordert eine ausführliche Anamnese und möglicherweise spezielle Untersuchungen wie Stuhlproben oder Darmspiegelungen", so Dr. Weber weiter. Verstopfung: Mehr als nur unangenehm Das Gegenteil von Durchfall – Verstopfung – ist ebenfalls weit verbreitet und wird oft unterschätzt. Viele Menschen nehmen an, dass weniger als eine Stuhlentleerung pro Tag automatisch Verstopfung bedeutet. Das ist ein Missverständnis. „Verstopfung ist ein subjektives Symptom", erläutert Dr. Sandra Krüger, Oberärztin der Gastroenterologie am Charité-Universitätsklinikum Berlin. „Entscheidend ist, ob der Patient Schwierigkeiten beim Stuhlgang hat, ob der Stuhl hart und klumpig ist oder ob ein Gefühl der unvollständigen Entleerung besteht."📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Die Ursachen für Verstopfung sind mannigfaltig. Häufig spielen Lebensstilfaktoren eine große Rolle: Bewegungsmangel, unzureichende Flüssigkeitszufuhr und eine ballaststoffarme Ernährung führen bei vielen Menschen zu träger Darmtätigkeit. Auch Stress und psychische Belastungen können den Darm lahmlegen. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente wie Opioide, Antidepressiva oder Eisenpräparate Verstopfung auslösen. „In seltenen Fällen stecken auch organische Erkrankungen dahinter, etwa Darmpolypen, Tumoren oder neurologische Störungen", warnt Dr. Krüger. Deshalb ist eine ärztliche Evaluation wichtig, wenn Verstopfung neu auftritt, sich plötzlich verschlimmert oder mit Blutungen, Gewichtsverlust oder starken Schmerzen verbunden ist. Blähungen und Völlegefühl: Das Gas im Bauch Blähungen sind für viele Menschen ein tägliches Ärgernis. Der Bauch wird aufgebläht, die Kleidung passt nicht mehr, und oft gesellen sich Unbehagen oder Schmerzen hinzu. „Blähungen entstehen durch die Ansammlung von Gasen im Magen-Darm-Trakt", erklärt Dr. Weber. „Diese Gase stammen teils aus verschluckter Luft beim Essen und Trinken, teils aus der Fermentation von Nahrungsmitteln durch Darmbakterien." Bestimmte Nahrungsmittel sind bekannte Blähverursacher: Hülsenfrüchte, Kreuzblütler wie Brokkoli und Kohl, sowie schwer verdauliche Fette können zu erhöhter Gasbildung führen. Auch Kohlenhydrate, die der Dünndarm nicht vollständig aufnehmen kann – sogenannte FODMAPs – fördern Blähungen. Zudem spielen die individuellen Darmbakterien eine wichtige Rolle: „Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Mikrobiota. Manche Menschen entwickeln schneller Blähungen auf bestimmte Speisen als andere", ergänzt Dr. Krüger. Quarks: Reizdarm-Syndrom: Auf der Spur einer mysteriösen Krankheit | Quar... — Visueller Hintergrund zum Thema. Häufig ist auch eine gestörte Darmperistaltik – also die wellenartigen Bewegungen des Darms – für Blähungen verantwortlich. Menschen mit Reizdarmsyndrom leiden besonders oft unter diesen Symptomen. Die gute Nachricht: Mit gezielten Ernährungsumstellungen und möglicherweise probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln lassen sich Blähungen in vielen Fällen deutlich reduzieren. Was die Forschung zeigt Verbreitung von Verdauungsproblemen: Etwa 15–20 % der Bevölkerung in Deutschland leiden unter dem Reizdarmsyndrom (Quelle: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen) Durchschnittlich 26 % aller Erwachsenen berichten von gelegentlichem Durchfall pro Jahr (Quelle: Robert Koch-Institut) Verstopfung betrifft ca. 12–19 % der Deutschen, bei älteren Menschen über 60 Jahren sogar bis zu 33 % (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten) Blähungen und Völlegefühl werden von etwa 30 % der Bevölkerung als regelmäßiges Problem empfunden (Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung) Eine ballaststoffarme Ernährung wird in über 50 % der Verstopfungsfälle als Mitauslöser identifiziert (Quelle: Bundeszentrum für Ernährung) Die Rolle der Ernährung und des Lebensstils Sowohl Dr. Weber als auch Dr. Krüger betonen: Die Ernährung ist einer der wichtigsten Faktoren für eine gesunde Verdauung. Eine ballaststoffreiche Kost mit ausreichend Wasser trägt erheblich zur Prävention von Verdauungsproblemen bei. Allerdings warnt Dr. Weber vor zu schnellen Umstellungen: „Wer bisher wenig Ballaststoffe zu sich genommen hat, sollte diese langsam erhöhen. Ein zu schneller Anstieg kann paradoxerweise zu mehr Blähungen führen." Auch die Essensgeschwindigkeit spielt eine Rolle. Wer hastig isst, schluckt mehr Luft und belastet seinen Magen unnötig. Ausreichend Zeit beim Essen und gründliches Kauen ermöglichen eine bessere Verdauung bereits im Mund durch die Speichel-Enzyme. Bewegung ist ein weiterer Schlüsselfaktor. Regelmäßige körperliche Aktivität fördert die Darmperistaltik und hilft besonders bei Verstopfung. Bereits 30 Minuten moderates Training täglich können spürbare Verbesserungen bringen. Auch Stress-Management spielt eine wesentliche Rolle, da psychische Belastung den Darm direkt beeinflusst – ein Phänomen, das als Darm-Hirn-Achse bekannt ist. Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden? Nicht jedes Verdauungsproblem erfordert sofort einen Arztbesuch. Gelegentliche Verstopfung oder Blähungen nach deftigen Mahlzeiten sind völlig normal. Allerdings sollten Betroffene ärztliche Hilfe suchen, wenn sich Symptome über längere Zeit nicht bessern oder wenn Warnsignale auftreten. Dazu gehören ungewollter Gewichtsverlust, anhaltende starke Schmerzen, Blut im Stuhl oder Anzeichen einer Mangelernährung. Bei älteren Menschen oder jenen mit chronischen Erkrankungen sollte die Hemmschwelle noch niedriger sein. Dr. Krüger empfiehlt: „Führen Sie zwei bis drei Wochen lang ein Ernährungs- und Symptomtagebuch. Das hilft Ihrem Arzt, Muster zu erkennen und potenzielle Auslöser zu identifizieren." Diese einfache Maßnahme kann diagnostisch sehr wertvoll sein und erspart oft längere Untersuchungsreihen. Für detailliertere Informationen zur Verbindung zwischen Verdauungsproblemen und allgemeiner Gesundheit lesen Sie auch unseren Artikel Durchfall, Verstopfung, Blähungen: Was Ihre Verdauung über die Gesundheit sagen. Mareen Padberg: Blähbauch, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Reizdarm, Sodbrenne... — Direkter Bildbezug zum Thema Verstopfung. Praktische Maßnahmen: Was wirklich hilft Basierend auf aktuellen medizinischen Erkenntnissen haben die beiden Experten eine Liste praktischer Maßnahmen zusammengestellt, die bei verschiedenen Verdauungsproblemen helfen können: Ausreichend Wasser trinken: Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag fördern eine gesunde Verdauung und sind besonders wichtig bei Verstopfung. Wasser unterstützt die Stuhlkonsistenz und die Darmperistaltik optimal. Ballaststoffe schrittweise erhöhen: Erhöhen Sie die tägliche Ballaststoffzufuhr langsam auf 25–30 Gramm pro Tag. Geeignete Quellen sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse. Eine zu schnelle Steigerung kann Blähungen verstärken. Regelmäßige Mahlzeiten und achtsames Essen: Etablieren Sie feste Essenszeiten und nehmen Sie sich Zeit zum Kauen. Dies hilft dem Verdauungssystem, in einen natürlichen Rhythmus zu finden und Luft beim Essen zu vermeiden. Körperliche Aktivität in den Alltag integrieren: Mindestens 30 Minuten Bewegung täglich – sei es Spaziergang, Joggen oder Radfahren – regt die Darmtätigkeit an und hilft bei Verstopfung deutlich effizienter als viele Medikamente. Stress reduzieren und Entspannungstechniken nutzen: Progressive Muskelentspannung, Yoga, Meditation oder einfache Atemübungen können die Darm-Hirn-Verbindung positiv beeinflussen und Verdauungsprobleme mindern. Bestimmte Lebensmittel beobachten: Halten Sie ein Symptomtagebuch, um persönliche Auslöser zu identifizieren. Dies kann Hülsenfrüchte, Kohlsorten, künstliche Süßstoffe oder fettreiche Speisen betreffen – individuelle Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Probiotika gezielt einsetzen: Probiotische Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut können in einigen Fällen hilfreich sein. Bei chronischen Problemen kann ein Arzt gezielt abgestimmte Probiotikapräparate empfehlen. Medikamenten-Check mit dem Arzt: Falls Sie regelmäßig Medikamente nehmen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob diese Verdauungsprobleme auslösen könnten. Oft gibt es Alternativen mit besserer Verträglichkeit. Moderne Diagnostik bei persistierenden Problemen Sollten Verdauungsprobleme trotz Lebensstiländerungen anhalten, stehen modernen Gastroenterologen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Neben klassischen Blutuntersuchungen und Stuhlproben können Atemtests Hinweise auf Unverträglichkeiten geben. Die Darmspiegelung (Koloskopie) bleibt das Gold-Standard-Verfahren zur Diagnose struktureller Probleme wie Polypen oder Entzündungen. „Wir nutzen auch zunehmend die Wasserstoff-Atemtest, um Laktose- oder Fruktoseintoleranz zu diagnostizieren", erklärt Dr. Weber. Diese nicht-invasive Methode erlaubt es, spezifische Unverträglichkeiten zu identifizieren und gezielt darauf zu reagieren. Die individuelle genetische und microbiomische Ausstattung jedes Menschen spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Verdauungsstörungen. Neuere Forschung eröffnet Möglichkeiten, diese Faktoren besser zu verstehen und personalisierte Therapieansätze zu entwickeln. Ausblick: Was Patienten selbst tun können Die zentrale Botschaft beider Experten lautet: Verdauungsprobleme sind zwar häufig, aber oft gut zu behandeln. Der erste Schritt liegt in den Händen der Patienten selbst – durch bewusste Ernährung, ausreichend Bewegung und Stressabbau. Dies lindert bereits in vielen Fällen die Symptome deutlich. Allerdings sollte die Selbstbehandlung nicht in Resignation münden. Wenn Probleme anhalten oder sich verschlimmern, ist ärztliche Abklärung wichtig. Eine genaue Diagnose ermöglicht erst die richtige Behandlung – ob durch Ernährungsberatung, Medikamente oder spezialisierte Therapien. Mit der richtigen Herangehensweise lässt sich für die meisten Menschen eine Verbesserung erreichen. Dr. Krüger fasst zusammen: „Verdauungsprobleme mögen unangenehm sein, aber sie sind nicht hoffnungslos. Viele unserer Patienten erleben durch gezielte Maßnahmen eine deutliche Steigerung ihrer Lebensqualität." Für weitere Informationen zu gesundheitlichen Trends und wirtschaftlichen Entwicklungen, die auch Auswirkungen auf das deutsche Gesundheitssystem haben, empfehlen wir unseren Artikel Deutschland: 54 Prozent der Firmen nutzen KI – doch kleine Betriebe hinken hinterher, der zeigt, wie Digitalisierung auch die medizinische Versorgung vorantreibt. 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